Radley | Verliebt in den Feind? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 26, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Radley Verliebt in den Feind?


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-478-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 26, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-86295-478-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jahrelang ist Caitlyn Männern aus dem Weg gegangen. Bis Rafael, Marqués de Las Carreras, in dem idyllischen neuseeländischen Weingut auftaucht. Schon ein Blick in seine dunklen Augen setzt ihr Herz regelrecht in Flammen! Dennoch wehrt sie sich gegen die überwältigend sinnliche Ausstrahlung des charmanten Spaniers - bis sie sich bei Kerzenschein gegenübersitzen. Das Dinner ist fantastisch, die Unterhaltung entspannt, ein rundum traumhafter Abend. Caitlyn spürt, wie ihr Verlangen wächst. Aber Rafael ist nicht zu trauen, er will die Saxon-Familie auseinanderreißen!



Tessa Radley liebt das Lesen seit sie denken kann. Schon als Kind hatte sie immer einen ganzen Stapel an Büchern in Reichweite, die sie als nächstes lesen wollte. Dass sie sich irgendwann dazu entschloss, selbst Geschichten zu schreiben, war eigentlich eine logische Konsequenz. Bis heute hat die USA TODAY Bestsellerautorin 18 Bücher veröffentlicht - eine Liste gibt es auf www.tessaradley.com/books. Wenn sie mit einer Geschichte mal nicht gut vorankommt, schnappt sich Tessa Radley ihren Hund Ruby und macht mit ihm einen Spaziergang am Strand - auf Tessas Twitter-Account @tessaradley gibt es tolle Fotos vom Strand in Neuseeland, wo Tessa lebt. Kaum haben sich die beiden genug bewegt, ist auch die kleine Schreibblockade vergessen. Momentan arbeitet Tessa Radley an einer Serie über drei Schwestern, deren reicher Vater ihnen ein folgenreiches Ultimatum setzt ... Mehr dazu und zu all ihren Projekten findet ihr auf www.tessaradley.com.
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1. KAPITEL

Rafael, Marqués de Las Carreras, tobte regelrecht vor Wut. Bei derartigen Ausbrüchen pflegten seine Freunde einen großen Bogen um ihn zu machen und abzuwarten, bis er wieder zu seinem gewohnt höflichen Verhalten zurückfand.

Rafael hatte eine Menge Gründe, zornig zu sein. Von Spanien aus war er über London und Los Angeles nach Auckland geflogen – doch schon auf dem Flughafen Heathrow in London war es zu einer sechsstündigen Verspätung gekommen. Auch wenn Rafael der Grund durchaus eingeleuchtet hatte – verschärfte Sicherheitskontrollen, da ein Anschlag befürchtet worden war. Seinen Anschlussflug über den Atlantik hatte er dadurch verpasst.

In dem viel späteren Flugzeug, das er schließlich notgedrungen hatte nehmen müssen, waren nur noch Plätze in der Economyclass frei gewesen. Eingekeilt zwischen einem übergewichtigen Autohändler und einer Mutter mit einem schreienden Baby, hatte Rafael die Strecke bis nach Los Angeles zurückgelegt. Schließlich war er mit achtzehnstündiger Verspätung in Auckland angekommen – um festzustellen, dass sein edler Designerkoffer verschwunden und der gebuchte Mietwagen, ein Porsche, längst anderweitig vergeben worden war.

Jetzt war guter Rat teuer. Weder seine Platinkreditkarte noch einige Bündel Dollarnoten halfen ihm, einen Wagen zu mieten. Rafael bekam bei einer Autovermietung nach der anderen dasselbe zu hören: Wegen einer großen Sportveranstaltung war kein Wagen verfügbar.

Der Marqués de Las Carreras war nicht gewohnt, sich mit Entschuldigungen zufriedenzugeben. Schon gar nicht, wenn sie aus dem Munde einer etwa fünfzigjährigen Angestellten stammten, die sich angelegentlich die Nägel lackierte. Und dabei weder auf sein charmantes Lächeln noch auf seine gefährlich gesenkten Tonfall ansprach. Normalerweise reichte die bloße Erwähnung seines Namens aus, ihm alles zu verschaffen, was er wollte: die besten Plätze beim Stierkampf und im Restaurant – und die schönste Frau im Saal. In seiner jetzigen Situation bedeutete das: den exklusivsten Mietwagen …

Der Marqués verstand die Welt nicht mehr. Das einzige Fahrzeug, das er nach langem Suchen schließlich doch noch fand, war ein arg verbeultes Auto mit schwarz-gelber Lackierung und neonfarbenen Aufklebern – und kostete ihn ein Vermögen. Vermietet wurde es von einer Firma mit dem bezeichnenden Namen Wreck Rentals.

Nun also machte er sich auf den Weg, zwei Tage und eine Nacht ohne Schlaf, mit zerknitterter Kleidung und in einem Auto, das jeder Beschreibung spottete.

Nach zwanzig Minuten wies ihm ein handgeschnitztes Schild den Weg zum Saxon’s Folly Weingut, dem Zuhause der Familie Saxon. Rafael folgte einer Allee, bis er in der Ferne die Gebäude sah: moderne Wirtschaftsbauten und ein herrschaftliches Wohnhaus.

Er fuhr in den Hof und brachte das Auto unter einer mächtigen alten Eiche zum Stehen.

Ihm stockte der Atem. Das Haus sah genauso aus, wie seine Mutter es ihm beschrieben hatte. Groß, weiß und dreistöckig, stammte es ohne Zweifel aus dem viktorianischen Zeitalter. Veranda und Balkone waren mit weißen schmiedeeisernen Geländern eingefasst.

Hier wurde die Vergangenheit förmlich greifbar. Rafael rief sich ins Gedächtnis, weshalb er hergekommen war, und kniff entschlossen die Augen zusammen.

Ihn wunderte nicht, dass die Handbremse nicht funktionierte. Er musste erst über einen Drahtzaun klettern, um einen Stein zu holen, den er unter das Hinterrad legen konnte. Dabei machte er sich nicht nur die Hände schmutzig, sondern auch seinen zwar zerknitterten, aber bis dahin sauberen Anzug.

„Madre de Dios“, murmelte er und machte sich auf den Weg, um Phillip Saxon zu suchen, dessentwegen er diese weite Reise angetreten hatte.

Caitlyn Ross fiel der Fremde sofort auf, der mitten in der Gedenkfeier für Roland Saxon eintraf. Zu Ehren des Verstorbenen wurde an diesem Tag ein neuer Weingarten angelegt. Bis zu den Bergen erstreckten sich in schier endlosen Reihen die Rebstöcke. Doch ausnahmsweise interessierte sich Caitlyn nicht für sie.

Ihre Aufmerksamkeit galt dem Fremden mit den nackenlangen Haaren. Nicht weil er groß und gebräunt war. Caitlyn, die den Umgang mit Heath und Joshua Saxon gewohnt war, hatte täglich mit Männern zu tun, die ähnlich attraktiv waren. Nein, auffällig an ihm waren das Glänzen seiner dunklen Augen und die steife und förmliche Art, wie er dastand.

Caitlyn hatte keine Ahnung, wer er war oder was er mit den Saxons zu tun haben mochte. Sehr ungewöhnlich. Seit ihrem Universitätsabschluss arbeitete sie hier auf Saxon’s Folly und gehörte daher so gut wie zur Familie. Aber diesen Mann hatte sie noch nie gesehen.

Neben sich hörte sie ein leises Schluchzen und merkte, dass Phillip seine Ansprache beendet hatte. Schnell versuchte Caitlyn, sich wieder auf den Anlass der Feier zu konzentrieren und nicht mehr an den geheimnisvollen Mann zu denken.

Jetzt setzte Alyssa Blake zu einer bewegenden Rede an. Wie sich vor Kurzem herausgestellt hatte, war sie Rolands leibliche Schwester, da Roland als Baby adoptiert worden war. Ein Umstand, an den sich die Saxon-Geschwister Heath, Joshua und Megan erst hatten gewöhnen müssen.

Wieder blickte Caitlyn zu dem Fremden hinüber. Selbst jetzt, da zwei Gutsmitarbeiter neben ihn getreten waren, wirkte er noch immer irgendwie … herausragend. Aufmerksam sah er sich um, als ob er sich ein Urteil bilden wollte, über die Dinge und Menschen, die er sah. Aber wer war er?

Vielleicht ein Reporter, der das Leid der Familie Saxon porträtieren wollte? Das fehlte gerade noch.

Aus den Augenwinkeln betrachtete Caitlyn den Fremden im schmutzigen Anzug. Wie ein Paparazzo sah er eigentlich nicht aus, außerdem fehlte ihm die Kamera. Vielleicht ein Freund von Roland aus der Schul-oder Universitätszeit, überlegte sie, während sie auf ihn zuging. Der Fremde war wirklich groß, bestimmt zehn Zentimeter größer als sie, dabei war sie nicht gerade klein.

Leise sagte sie: „Ich glaube, wir sind uns noch nicht begegnet.“

Als er sie mit seinen glänzenden dunklen Augen betrachtete, fühlte sie sich seltsam berührt. Ein Gefühl, das sie schon sehr, sehr lange nicht mehr verspürt hatte …

„Mein Name ist Rafael Carreras“, sagte er mit tiefer Stimme und ungewöhnlichem Akzent.

Und in Caitlyn erwachte etwas, an das sie lange nicht gedacht hatte. Sie versuchte, die ungewohnte Empfindung zu verdrängen. „Haben Sie Roland gekannt?“, fragte sie, schon um die angenehme Stimme nochmals zu hören.

„Nein.“

Als Marketingchef von Saxon’s Folly war Roland um die halbe Welt gereist. Seltsam, dachte Caitlyn. Der Mann war wirklich sehr verschlossen. Vielleicht war er doch ein Sensationsreporter, der dem guten Ruf der Saxons schaden wollte. In eher unfreundlichem Ton fragte sie: „Und was machen Sie dann hier?“

Aufmerksam musterte er sie: ihre praktischen schwarzen Lederpumps, die sie schon seit zehn Jahren bei Weinpräsentationen trug, ihre nach dem ungewöhnlich langen Winter blassen Beine, ihren Rock, dessen Länge nicht mehr modern war. Da Caitlyn fast immer Jeans oder andere Hosen trug, war ihr das nicht so wichtig.

Dann betrachtete er ihren sündhaft teuren Leinenblazer, den sie nur gekauft hatte, weil Megan mit ihrem ausgezeichneten Modegeschmack darauf bestanden hatte. Sie hatte Caitlyn versichert, dass das Apricot zu ihrem fast irischen Hauttyp und dem rotblonden Haar sehr gut passte. Dem traurigen Anlass angemessen war das exklusive Stück allerdings nicht.

Als er ihr in die Augen sah, fühlte sie sich seltsam berührt. Dabei erkannte sie an seinem abschätzenden Gesichtsausdruck deutlich, dass er von ihrer Aufmachung nicht besonders angetan war.

„Gehören Sie zur Familie Saxon?“ Fragend zog er eine Augenbraue hoch, wodurch seine Miene noch stolzer und hochmütiger wirkte.

„Nein, aber …“

„Dann wüsste ich nicht, was Sie das angeht.“

So ein unhöfliches Verhalten war Caitlyn nicht gewohnt. Hilfe suchend sah sie sich nach Pita um. Da vor einigen Wochen zwei Jugendliche ziemliches Unheil angerichtet hatten, war ein Sicherheitsdienst beauftragt worden, der Tag und Nacht auf dem Gut patrouillierte. Pita war groß und kräftig, er und seine Leute würden den Fremden wenn nötig hinauswerfen.

So unauffällig wie möglich musterte sie ihn. Der dunkle Anzug betonte seine schlanke, aber muskulöse Gestalt und die breiten Schultern. So stellte sich Caitlyn Stierkämpfer vor: raue Gesichtszüg und ein markantes Profil. Dazu der feurige Glanz seiner Augen … Kein Zweifel, er würde einer Auseinandersetzung nicht aus dem Weg gehen.

„Doch, es geht mich etwas an“, sagte sie, ohne seinem Blick auszuweichen.

„Glaube ich kaum.“ Er sah sie an und presste die schmalen Lippen aufeinander.

Caitlyn überlegte nun ernsthaft, ob sie den Fremden hinauswerfen lassen sollte.

Gerade sprach Alyssa mit fast versagender Stimme davon, wie sie mit Rolands Mutter und seinen Geschwistern Joshua, Heath und Megan getrauert hatte. Nein, ein Aufruhr war bestimmt das Letzte, was die Familie jetzt gebrauchen konnte. Und da Caitlyn nicht wusste, ob der unhöfliche Fremde vielleicht doch ein Geschäftspartner war, beschloss sie, ihn vorerst in Ruhe zu lassen.

Nachdem Alyssa ihre Rede beendet hatte, verließ sie unter Tränen das Podium. Sogleich kam Joshua auf sie zu und legte tröstend den Arm um sie. Trotz der Schwierigkeiten in den letzten Wochen hatten die beiden ihr...



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