Rathert | Herbert von Karajan | Buch | 978-3-96707-618-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 345 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm

Reihe: SOLO

Rathert

Herbert von Karajan

Macht - Ohnmacht - Vermächtnis
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-96707-618-9
Verlag: Edition Text + Kritik

Macht - Ohnmacht - Vermächtnis

Buch, Deutsch, 345 Seiten, Format (B × H): 120 mm x 190 mm

Reihe: SOLO

ISBN: 978-3-96707-618-9
Verlag: Edition Text + Kritik


Unter allen großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts stellt Herbert von Karajan (1908–1989) wohl die weltweit berühmteste, zugleich aber am schwersten greifbare Erscheinung dar. Auf der Grundlage zahlreicher neuer oder bislang unbekannter Dokumente entwirft das Buch von Wolfgang Rathert ein differenziertes Bild dieser komplexen Persönlichkeit mit dem Ziel, ihre notwendige Entmythisierung fortzuführen.

Nach der ersten, über weite Strecken glänzenden Karriere im Nationalsozialismus entfaltete der "Generalmusikdirektor Europas" ab Mitte der 1950er Jahre als Nachfolger Furtwänglers an der Spitze der Berliner Philharmoniker, bei den Salzburger Festspielen, an der Wiener Staatsoper, in Luzern und Mailand und in strategischer Allianz mit der aufstrebenden Tonträger-Industrie seine Macht in beispielloser Weise. Nicht nur als Dirigent, sondern auch als Regisseur von Opern und Musikfilmen, als Intendant, als Festivalleiter und Musikunternehmer versuchte Karajan auf den Spuren Richard Wagners seine Vision eines perfekten musikalischen Kunstwerks zu realisieren. Seiner verdrängten musikpolitischen Vergangenheit und den Folgen seines Pakts mit dem technologischen Fortschritt stand Karajan jedoch zunehmend ohnmächtig gegenüber. Ob er am Ende an der Dialektik von Macht und Ohnmacht scheiterte und welches Vermächtnis er hinterlassen hat, bleibt diskussionswürdig.

Die Reihe "SOLO – Porträts und Profile" lädt dazu ein, die Künstlerinnen und Künstler der "klassischen" Musik kennenzulernen. Erstmals auf dem deutschsprachigen Buchmarkt stehen hier internationale Interpretinnen und Interpreten des 20. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Jedes Buch porträtiert in gut zugänglicher und kompakter Form eine Musiker-Persönlichkeit: Dirigentinnen und Dirigenten, Solistinnen und Solisten, Sängerinnen und Sänger. Biografie und Karriere werden ebenso vorgestellt wie wesentliche Merkmale des individuellen Musizierens. Eine Einordnung des künstlerischen Profils rundet die fundierten Darstellungen ab.

Die Autorinnen und Autoren der Reihe sind auf ihrem jeweiligen Gebiet ausgewiesene Fachleute und kommen aus Forschung und Praxis.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Vorwort und Dank

I Kunst – Macht – Politik
Von den Schwierigkeiten einer Karajan-Biografie Das Gewicht der Geschichte Phänomen und Phantom Charisma und Entzauberung

II 1908–1934: Der Aufstieg (Salzburg I, Wien I, Ulm)
Salzburg und Wien Faszination der Technik Ulm Exkurs I: Partei- oder Karteimitglied? Karajans Mitgliedschaft in der NSDAP

III 1934–1942: Die erste Karrierestation (Aachen)
Aachen als Musikstadt Karajans Start Bekenntnis zum Nationalsozialismus Die Grenzland-Ideologie Einsatz für die Zeitgenossen Deutsche Seele und Expansionsdrang Künstlerische Partner in Aachen Karajan als Opernregisseur Die erste Ehe

IV 1938–1945: Im Zentrum der politischen Macht (Berlin I und Linz)
Die Eroberung Berlins Im Schatten Furtwänglers Karajan und Tietjen Gustaf Gründgens Von der Nülls Karajan-Deutung Mythos und Wirklichkeit: Die "Meistersinger"-Aufführung 1939 Erfolge in Rom und Paris Die zweite Ehe Der (angebliche) Parteiaustritt Goebbels und Karajan Verteidigungsstrategien I Bruckner-Pflege in Linz Kriegsende Exkurs II: Das Entnazifizierungsverfahren

V 1946–1970: Zwischenstationen
Partnerschaft mit Walter Legge Fantasie und Selbstzucht Die Wiener Symphoniker Karajan und Harnoncourt Die Internationalen Musikfestwochen Luzern Italien: Die Mailänder Scala Ein kurzes Gastspiel auf dem Grünen Hügel Ein zweites Mal Paris Exkurs III: Karajan und die zeitgenössische Musik

VI 1947–1989: Karajans Bayreuth (Salzburg II)
Historische Kontexte Ante portas Vertragsverhandlungen Am Ziel Die Osterfestspiele Die Kehrseite des Erfolgs Kunstreligion und Kommerz

VII 1957–1989: Ein moderner Renaissancefürst (Wien II)
Krisen und Rücktritte Kunstwirtschaft und Kartell Jenseits und nach der Staatsoper

VIII 1956–1989: Macht und Ohnmacht (Berlin II)
Eine schwierige Beziehung "… für unbestimmte Zeit" Ein "fait accompli" Eine filmreife Szene Proteste in den USA Verteidigungsstrategien II Das magische Plus Ein unvergessliches Konzert Berliner Erfolge Respekt vor dem Gesetz

Exkurs IV: Karajans Musikfilme

IX Was bleibt?
Sachlichkeit und Metaphysik Zwischen Weltanschauung und Technokratie In allen Sätteln reiten Domestizierte Wildheit und rhythmische Differenziertheit Vom Umgang mit der musikalischen Zeit Karajans Wagner Schicksal statt Politik Perfektionierung der Aufnahmetechnik Stiftungen und Initiativen "Le roi est mort! Vive le roi?"

Anhang
Karajans Opern-Inszenierungen 1940–1982
Karajans Opern- und Konzertfilme 1962–1985
Archivalische und bibliografische Ressourcen
Zeittafel
Bildnachweis
Personenregister



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