E-Book, Deutsch, 100 Seiten
Raven First Time, First Love. Erotischer Liebesroman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95573-460-2
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 100 Seiten
ISBN: 978-3-95573-460-2
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Im Wiener Prater lernt Shayla mit 19 Jahren den charismatischen Nevio kennen, ihre erste große Liebe. Es passt alles, obwohl er wie ein Bad Boy aussieht, ist er ein richtig Netter, kein Macho-Typ, sondern aufmerksam und fürsorglich. Doch wegen einer Nichtigkeit gibt sie ihm den Laufpass. 6 Jahre später trifft sie ihn wieder und sofort sind beide wie magisch voneinander angezogen. Aber er ist inzwischen in einer festen Beziehung. Verstand und Herz kämpfen in ihrem Inneren, aber ihre Körper geben ihre eigenen Signale, sie können nicht voneinander lassen und es fühlt sich so richtig an. Wird er seine Freundin wegen ihr verlassen? Will er das überhaupt oder spielt er nur mit ihr? Shayla ist verzweifelt, wie soll es weitergehen?
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Widmung
1.
Shayla
„Shayla! Oh. Mein. Gott! Das war der absolute Hammer!“, Andra kreischt neben mir wie eine Verrückte. Ich lache, kichere und halte mir die Hand vor den Mund. Adrenalin rauscht durch meine Blutbahn. Ich bin noch immer wie berauscht von der Fahrt. Kichernd hüpfen wir beide durch die Menschenmenge. Hin und wieder rempeln wir auch einige an, wofür wir uns, noch mehr lachend, entschuldigen.
„Das müssen wir unbedingt noch einmal machen!“
Ich schüttle den Kopf und kichere. „Nie und nimmer! Ich bin von dem einen Mal schon fix und fertig.“ Wenn ich an die grässlichen Fratzen denke, die da drinnen um unsere Köpfe gekreist sind, bekomme ich sofort eine Gänsehaut.
„Du bist so ein Schisser, Shayla!“, das ‚so‘ zieht sie extra in die Länge. Andra versucht mich zu ärgern, denn sie weiß, dass ich das nicht ausstehen kann und dann meistens nachgebe und wieder mitmache. Doch diesmal irrt sie sich, es hat mich das eine Mal schon einiges an Überwindung gekostet. Ich fahre da sicher nicht mehr mit. Diese Geisterbahn war der absolute Horror für mich. Obwohl ich hier kichernd und lachend stehe, weiß ich, dass mich die Gesichter in der Nacht wieder verfolgen werden. Nennt mich ein Weichei, mir egal, aber ich bin eben kein Horrorjunkie. Ich bin eher zartbesaitet und glaube an das Übernatürliche. Viele meiner Mitschüler lachen mich deswegen aus. Nur Andra ist das egal. Wir kennen uns seit dem Kindergarten. Andra ist die Taffe und ich eher die Schüchterne. Doch das hindert uns nicht an unserer Freundschaft. Sie wird immer hinter mir stehen. Freunde für immer. In guten und schlechten Zeiten. Klingt kitschig, ist aber so.
Ich muss kichern und drehe mich zu Andra um. Rückwärtsgehend gestikuliere ich wie wild mit meinen Armen und erzähle ihr noch einmal alles von der Bahn. Sie saß zwar neben mir, aber sie hatte genauso oft ihre Augen zu wie ich, was sie aber niemals zugeben würde. Als ich sie darauf anspreche, lacht sie genauso laut wie ich und versucht sich zu verteidigen. Plötzlich pralle ich mit meinem Rücken gegen etwas Hartes und falle nach vorne. Mit meinen Händen kann ich mich gerade noch abfangen, sonst wäre ich mit dem Gesicht auf dem Kies des Jahrmarktes gelandet.
„Shayla!“, kreischt Andra, bleibt abrupt stehen und sieht mich mit großen Augen an. Ich hebe den Kopf und blicke mich um, gegen was ich da gerade gelaufen bin in meiner Schusseligkeit. Lange muss ich nicht suchen, denn in mein Sichtfeld schieben sich plötzlich dunkle Stiefel. Ich kneife die Augen zu, denn ich ahne Schlimmes.
„Alles okay?“, fragt eine dunkle und rauchige Stimme, die mir durch Mark und Bein geht. Ich hebe ganz langsam meinen Kopf, noch immer knie ich auf dem Kies, lasse meinen Blick hochwandern und sehe in die blausten Augen. Sofort bin ich in ihren Bann gezogen. Schnell senke ich den Kopf wieder, kneife meine Augen zusammen und muss mich räuspern. Mir hat es glatt die Sprache verschlagen. Nur ein kurzes Nicken kommt von mir, für mehr bin ich nicht zu gebrauchen. Da ich nicht antworte, kniet er sich neben mich, somit ist er in meiner Augenhöhe. Noch immer halte ich meinen Kopf gesenkt. Es ist so peinlich und ich will ihn nicht ansehen. Langsam lasse ich mich zurücksinken auf meine Beine, immer darauf bedacht ihn nicht zu beachten, und wische mir den Schmutz des Kiesweges von meinen Händen an meiner Jeans ab. Erfolglos.
Es ist mir unsagbar peinlich, dass ich ihn einfach angerempelt habe und ich auch noch hingefallen bin. Vor ihm! Auf alle viere. Peinlicher geht’s kaum. .
„Hey, ich bin Nevio.“ Er stellt sich freundlich vor und hält mir seine Hand direkt unter die Nase, damit ich sie nicht übersehen kann. Ich muss plötzlich kindisch kichern und reiche ihm meine noch immer verschmutzte Hand. !
„Shayla“, antworte ich leise und schüttle ihm zaghaft die Hand. Da ich ihn noch immer nicht ansehe, lässt er meine Hand los und legt seinen Zeigefinger unter mein Kinn, damit ich meinen Kopf anhebe.
„Schön dich kennenzulernen, Shayla“, sagt er mit rauchiger Stimme und schiebt mir eine blonde, lose Haarsträhne hinters Ohr. Wir blicken uns tief in die Augen und die Welt scheint still zu stehen. Lange Zeit passiert nichts. Wir sehen uns einfach an und noch immer ruht seine Hand auf mir. Meine Haut darunter fühlt sich wohlig warm an. Ich genieße die Berührung. Ein Räuspern neben uns lässt den Moment zerplatzen und wir blicken beide gleichzeitig hoch.
„Hi, ich bin Andra.“ Andra strahlt ihn an und hält ihm herausfordernd die Hand hin. Nevio grüßt sie freundlich, streckt ihr seine Hand hin, somit unterbricht er den Körperkontakt zu mir, und Andra ergreift sie lächelnd. Andra lässt, für meinen Geschmack, seine Hand viel zu spät los. Sie steht also auf ihn. Leichte Wut steigt in mir hoch und ich erhebe mich schnell. Beide sehen mich an, als wäre ich leicht verwirrt. Doch so klar war ich noch nie in meinem Kopf!
„Tut mir leid, wegen dem…“, ich suche noch nach dem richtigen Wort, während ich mir die Jeanshose abklopfe und sie somit vom Staub befreien will.
„Anrempeln? Anstoßen? Oder Anstupsen?“, frech zwinkert mir Nevio mit einem Auge zu. Andra kichert und ich ziehe sie genervt in die andere Richtung.
„Ja, genau“, sage ich leicht gereizt und drehe mich weg. Über meine Schulter winke ich ihm noch entschuldigend zu. Doch kurz bevor ich mich wegdrehe, habe ich ihn mir noch einmal angesehen. Nevio trägt Stiefel, eine locker sitzende Hose und dazu einen sehr enganliegenden Pullover. Und das alles in schwarz! Wie kann ein Mann nur in schwarzen Sachen so heiß aussehen?! Seine kurzen Haare, die ebenfalls schwarz sind, hat er gekonnt in Szene gesetzt. Jetzt weiß ich auch, warum Andra gleich so von ihm angetan war. Er ist genau das, was sie immer haben will. Ein gut aussehender Bad Boy. Ob er wirklich einer ist, weiß ich nicht. Das kann man auch nach diesem kurzen Zusammentreffen nicht sagen. Aber er sieht, verdammt noch mal, so aus. Kurz gesagt, er ist verdammt heiß. An so einem verbrennt man sich immer die Finger.
„Was machst du?“, flüstert mir Andra zu und will mich zum Stoppen bringen. „Der Typ ist heiß! Er hat, und tut es noch immer, wie ich bemerken will, nur Augen für dich.“ Bei diesem Satz bleibe ich abrupt stehen und blicke noch einmal unschuldig über meine Schulter. Nevio steht noch immer an dem gleichen Platz wie vorhin als ich ihn angerempelt habe, nur ein Freund steht nun neben ihm. Er scheint Nevio anscheinend irgendetwas zu erzählen, doch Nevio sieht ihn nicht an, sondern blickt in meine Richtung. Sofort ziehen Schmetterlinge in meinen Bauch ein und beginnen darin wie wild herumzufliegen.
„Sag ich doch.“ Ich drehe meinen Kopf wieder in Andras Richtung und sie sieht mich glücklich und stolz an. „Lass uns zurückgehen und sie fragen, ob sie vielleicht Lust hätten mit uns eine Fahrt zu machen.“ Sie schüttelt meine Hand ab, mit der ich sie gepackt hatte, dreht sich um und stolziert wieder in ihre Richtung.
Am liebsten würde ich sie zurückpfeifen oder nach ihr rufen. Doch dann würden mich alle hier für ein verrücktes, Leute anrempelndes und laut kreischendes neunzehnjähriges Mädchen halten.
Genervt blicke ich Andra noch eine Weile nach, doch als sie schon fast wieder bei den Jungs ist, komme ich auch endlich in die Gänge. Nervös, beschämt und auch gereizt trotte ich zu ihnen hinüber. Andras Lachen dringt in meine Ohren. Sie hat die Hand auf Nevios Unterarm gelegt und lacht schallend. Keine Ahnung, was sie so witzig finden. Nein, das würde Andra niemals tun. Sie ist meine Freundin, meine beste Freundin. Kein Junge oder Mann kann unsere Freundschaft zerstören.
Da bin ich mir ganz sicher.
„Shayla, wo bleibst du?“, Andra sieht mich an als wäre ich ein Spätzünder oder so. Ich glaube, die Geisterbahn hat ihre Gehirnzellen etwas durcheinandergewürfelt.
„Ich habe gerade mit den beiden hier ausgemacht, dass sie noch einmal mit uns in der Geisterbahn fahren. Zusammen!“ Freudig klatscht Andra in die Hände. Ich kenne ihre Gedanken. Das schreit förmlich nach ! Ängstliche hübsche Frau fährt mit starkem, großem und durchaus attraktivem Mann in der Geisterbahn. Es ist dunkel und sie kuschelt sich an ihn, damit er sie beschützen kann. Ja, vor was eigentlich? Ein Mörder oder so wird nicht da drinnen warten. Nein, Puppen!
Genervt stoße ich die angehaltene...




