E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara Exklusiv
Rawlins Komm zu mir, komm in mein Bett!
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-3551-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara Exklusiv
ISBN: 978-3-7515-3551-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hilfe kann Annie wirklich dringend gebrauchen! Und als der gut aussehende Cowboy Luke McCall ihr anbietet, sie auf der Ranch zu unterstützen, sagt sie sofort Ja. Denn sie spürt: Sie will diesen Mann - auf dem Feld, im Haus und ... im Bett!
Endlich daheim - so fühlt Debbi Rawlins sich, seit sie mit ihrem Mann in Las Vegas, Nevada, lebt. Nach viel zu vielen Umzügen beabsichtigt sie nicht, noch ein einziges Mal den Wohnort zu wechseln. Debbie Rawlins stammt ursprünglich aus Hawaii, heiratete in Maui und lebte danach u.a. in Cincinnati, Chicago, Tulsa, Houston, Detroit und Durham, North Carolina. Selbst wenn sie aus Las Vegas wegziehen wollte, wäre es unmöglich: Ihre vielen Freunde würden es nicht zulassen! Das Gästezimmer steht selten leer, denn ihre Freundinnen - darunter viele Autorinnen - sind äußerst gesellig und lieben Las Vegas. Eine sehr gute Freundin kam vor einem Jahr mit ihren drei Katzen zu Besuch und wohnt noch immer bei Debbi Rawlins!
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1. KAPITEL
Ein weiterer sonniger Tag in Brooklyn. Hochsaison für Ganoven. Seufzend starrte Annie Corrigan aus dem schmalen Fenster ihres Büros, das sie sich mit drei weiteren Polizisten teilte. Noch einen Bericht schreiben, und dann würde sie wieder da draußen sein und sich mit ihrem Kollegen über die passende Einstellung der Klimaanlage im Streifenwagen in die Haare kriegen.
Ihr Telefon klingelte. Sie unterdrückte ein Gähnen, während sie den Hörer abnahm. „Sergeant Corrigan.“
„Hi, Baby, ich bin’s.“
Sie schloss die Augen. Ihre Kehle war plötzlich wie zugeschnürt. „Was willst du?“
„Spricht man so mit seinem …“
„Erzähl mir bloß nicht …“ Unwillkürlich wurde ihre Stimme lauter. Dann fuhr sie leiser fort: „… sie haben dich wieder festgenommen.“
„Hör zu, Annie, ich wollte letzte Woche anrufen und dich zum Abendessen einladen, aber ich hatte so viel zu tun. Du weißt doch, wie das ist.“
Es hatte sich nichts geändert. Niemals würde sich etwas ändern. Glaubte er wirklich, dass sie noch länger auf seine Lügen hereinfallen würde? „Du sollst mich doch nicht während der Arbeit anrufen.“
„Ich bin da in so eine Sache reingerutscht, Kleines. Aber diesmal war es wirklich nicht meine Schuld, das schwöre ich dir.“
Resigniert schüttelte Annie den Kopf. Es war nie seine Schuld. „Ich habe jetzt keine Zeit.“
„Aber, Baby, du wirst mich doch nicht übers Wochenende im Knast schmoren lassen.“
„Bis bald, Pop“, sagte sie und legte auf.
Lange starrte sie auf das Telefon. Innerlich kochte sie vor Wut, und das nagende Schuldgefühl ließ sie nur noch wütender werden. Wie oft hatte sie schon eine Kaution für ihn bezahlt? Ihr schwer verdientes Geld für ihn eingesetzt? Ein gutes Wort für ihn eingelegt? War er jemals für sie da gewesen? Er hatte ihr immer nur Lügen erzählt. Über Annies Mutter. Über alles.
„Montag ist Anmeldeschluss, und du hast dich immer noch nicht gerührt.“ Lisa zog einen Stuhl an Annies überquellenden grauen Metallschreibtisch heran und rückte ihr Holster und ihre Waffe zurecht, ehe sie sich Annie gegenübersetzte. „Was ist denn nun damit?“
„Nicht jetzt, okay?“
Besorgt sah Lisa sie mit ihren blauen Augen an. „Was ist los?“
Annie wusste nur zu gut, dass Lisa sich nicht mit einem Kopfschütteln abspeisen lassen würde. Sie war ihre beste Freundin, die Schwester, die sie nie gehabt hatte – und eine unglaubliche Nervensäge. „Es war Larry.“
„Sitzt er wieder?“
„Ja.“
„Vergiss ihn.“
Annie seufzte. „Ja.“
„Und wag es ja nicht, dich schuldig zu fühlen.“
„Ich? Wie kommst du denn darauf? Ich bin doch nicht seine Mutter. Er ist derjenige, der alles vermasselt hat.“ Trotzdem fühlte sie sich schuldig, denn sie hasste ihn ebenso sehr, wie sie ihn liebte. Den Hass empfand sie vor allem, weil sie sich nach einer Familie sehnte und nach Fürsorge, die sie niemals erlebt hatte. „Reden wir über etwas anderes.“
Lisa zögerte. Es war offensichtlich, dass sie gern weiter darüber gesprochen hätte. Doch dann hellte sich ihr Gesicht auf. „Zum Beispiel über die Polizeiprüfung?“
Gereizt blickte Annie ihre Freundin an. Noch so ein heikles Thema. „Ich habe mich noch nicht entschieden.“
„Warum nicht? Du würdest sie doch mit links schaffen.“
„Ich möchte nicht auf die coole Uniform verzichten.“
Lisa lachte. „Ja, die Kerle halten uns für scharf.“
Annie lächelte säuerlich. Entweder standen die Männer auf Uniformen, oder sie nahmen vor ihnen Reißaus. Dazwischen gab es nicht viel. Deshalb ging Annie meistens freitagabends mit Lisa ins Kino und spielte samstags mit ihren Freunden im Stadtpark Softball.
„Mir gefällt es hier.“ Bequem. Vertraut. Sicher. Alles, was Annie im Leben wollte. „Was soll das überhaupt bringen?“
„Warte, lass mich mal überlegen … Was klingt besser: Sergeant Corrigan oder Detective Corrigan? Ganz zu schweigen von einer beträchtlichen Gehaltserhöhung.“
„Warum machst du eigentlich nicht die Prüfung?“, konterte Annie.
„Und blamiere wieder meinen Vater? Nein, danke. Ich habe ja kaum den Sergeant geschafft. Selbst da bin ich beim ersten Mal durchgefallen.“
Das alte Argument. Dagegen kam sie nicht an. Annie hatte nie verstanden, warum Lisa so wenig Selbstvertrauen hatte. Ihr Vater war zwar ein hochdekorierter Police Captain, aber er und Mrs. O’Brien hatten sie immer unterstützt und viel Verständnis gezeigt – Eltern, von denen jedes Kind träumt. Annie hatte es mit eigenen Augen gesehen, denn die Hälfte ihrer Teenagerzeit hatte sie bei ihnen gelebt.
Natürlich war Annies Großtante Marjorie immer für sie da gewesen. Bei ihr hatte sie sich anlehnen können, sie hatte ihr immer zugehört, nie Vorwürfe gemacht. Meistens hatten sie nur telefoniert. Leider. Sie lebte auf einer kleinen Farm in Texas, wo Annie als Kind manchen Sommer verbracht hatte.
„Ehrlich, Annie, du wärst verrückt, wenn du es nicht versuchst. Selbst Sanders und Jankowski machen die Prüfung.“ Lisa gab sich keine Mühe, die Stimme zu senken, als sie hinzufügte: „Dabei können diese Schwachköpfe kaum ihren Namen buchstabieren. Du hast doch ihre Beurteilungen gesehen. Denen können sogar Erstklässler aus der Highschool das Wasser reichen.“
„Lisa!“ Verstohlen schaute Annie sich um. Hoffentlich hatte niemand im Raum das mitbekommen. Obwohl alle genauso über die beiden dachten. „Du bist doch auch gern auf Streife. Wieso willst du dann nicht verstehen, dass mir das auch Spaß macht?“
„Weil ich es besser weiß.“
Vielsagend sah Annie auf ihre Uhr. „Deine Schicht hat vor drei Minuten angefangen.“
Lisa raffte ihr dunkelblondes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen und band es fest, während sie aufstand. „Wer kümmert sich ums Essen?“
„Warum fragst du das immer, wenn du an der Reihe bist?“
Lisa grinste. „Für den Fall, dass du es mal vergisst.“
„Wir sind hier nicht im Wellness-Hotel.“
Rick Thomas, Lisas Partner, winkte ihr ungeduldig zu. Lisa reagierte mit einer nicht sehr höflichen Geste. Dann wandte sie sich noch einmal an Annie. „Ich bringe uns heute Abend etwas aus dem Schnellimbiss mit.“
„Aber bitte nicht wieder Cheeseburger.“
„In Ordnung.“
Annie blickte Lisa hinterher. Sie sah in ihrer blauen Uniform wirklich toll aus. Lisa gehörte zu jenen Frauen, die alles essen konnten, ohne jemals ein Gramm zuzunehmen. Es war nicht leicht, mit ihr das Zimmer zu teilen, da sie ständig ungesunde Fertiggerichte mit nach Hause brachte, denen man nur schwer widerstehen konnte.
Annie stand auf und bahnte sich einen Weg zwischen den Schreibtischen hindurch, um sich noch einen Kaffee zu holen. Sie unterdrückte ein Gähnen, als sie an Captain Hansens Büro vorbeikam. Nachdem sie seit mehr als fünf Jahren nachts gearbeitet hatte, fiel es ihr schwer, sich an die Tagschicht zu gewöhnen. Aber sie hatte den Dienst wegen der Abendschule tauschen müssen, die sie unbedingt besuchen wollte. Leider gehörte der Unterricht zu den Höhepunkten ihrer Freizeit.
Ärgerlich stellte sie fest, dass jemand die Kanne geleert hatte, ohne neuen Kaffee aufzusetzen. Sie schüttete Pulver in den Filter und füllte die Karaffe mit Wasser. Während sie wartete, bis der Kaffee fertig war, betrachtete sie den Kalender an der Wand.
Das Datum vom Montag war eingekreist – letzter Termin für die Prüfung zum Detective. Als ob sie diese Erinnerung nötig gehabt hätte. Außer Lisa, die ihr damit ständig in den Ohren lag, redete Mr. O’Brien ebenfalls dauernd davon, und ihr vorgesetzter Captain hatte ihr eingeschärft, nur ja nicht so dumm zu sein, sich diese Karrierechance entgehen zu lassen.
Nun gut, den ersten Prüfungstermin hatte sie verpasst. Nicht absichtlich. Damals hatte sie kurz vor der Abschlussprüfung des Colleges gestanden und sich auf die letzten Klausuren vorbereiten müssen. Außerdem – warum sorgten sich alle so sehr um ihre Karriere? Es ging sie doch gar nichts an. Wenn sie bleiben wollte, wo sie war, dann war das allein ihre Entscheidung.
„Corrigan!“
Sie steckte den Kopf aus der Kaffeeküche. Lieutenant Potter stand vor ihrem Schreibtisch, den Telefonhörer in der Hand.
„Anruf für dich“, sagte er und legte den Hörer auf die Tischplatte.
Ärgerlich nahm sie ihren leeren Becher und eilte ans Telefon. Hoffentlich war es nicht noch ein Privatgespräch, vor allem nicht ihr Vater, obwohl jeder im Revier inzwischen wusste, dass er ein Nichtsnutz war. Über Steve Witherspoon wussten sie auch Bescheid – und wie dieser Winkeladvokat sie über den Tisch gezogen hatte. Diese Demütigung machte ihr mehr zu schaffen als alles andere.
Verdammt, ihre Kollegen schienen tatsächlich alles voneinander zu wissen. Das Revier war die reinste Klatschbörse. Deshalb hielt sie sich von den anderen meistens fern oder unternahm etwas allein mit Lisa.
Sie griff zum Hörer und bellte ihren Namen in die Sprechmuschel.
„Annie?“ Die Stimme klang unsicher, war aber unverkennbar.
„Tante Marjorie?“
„Grundgütiger, Mädchen! Meldest du dich immer so?“
Annie sank auf ihren Stuhl. Plötzlich hatte sie einen Eisklumpen im Magen. In Texas war es kurz nach sechs Uhr morgens. „Ist alles in Ordnung?“
„Natürlich.“ Ihre Tante zögerte. „Abgesehen von einer Kleinigkeit … sag, Liebes, hast du noch Urlaubstage übrig?“
„Was ist denn los, Tante...




