E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten
Reihe: Lake Starlight
Rayne The Trouble With Runaway Brides
25001. Auflage 2025
ISBN: 978-3-95818-829-7
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Eine Small-Town-Romance zum Wohlfühlen!
E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten
Reihe: Lake Starlight
ISBN: 978-3-95818-829-7
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
PIPER RAYNE ist das Pseudonym zweier USA Today-Bestsellerautorinnen. Mehr als alles andere lieben sie sexy Helden, unkonventionelle Protagonistinnen, die sie zum Lachen bringen, und viel heiße Action. Und sie hoffen, du liebst das auch!
Weitere Infos & Material
Eins
LANCE
Ich schlafe friedlich in meinem Bett, bis ich von einem riesigen Haarbüschel geweckt werde, das in meinen Mund gesaugt wird. Ich ringe nach Luft, dann versuche ich, es mit meinen Händen herauszubekommen.
Blond.
Sie sind fast immer blond, wenn ich es einrichten kann. Hauptsache, das größtmögliche Gegenteil zu Kenzies dunklem Haar, das von ihrer philippinischen Herkunft zeugt.
»Autsch!«, ruft jemand neben mir.
Ach ja, ich habe ganz vergessen, dass die Frau von gestern Abend darauf bestanden hat, hier zu übernachten.
Sie setzt sich auf und starrt mich an, als ob ich ein Monster wäre. Zu ihrer Verteidigung: Ich habe sie gerade wie ein Kind an den Haaren gezogen.
»Tut mir leid«, murmle ich. »Du musst aufpassen, wo du deine Haare hinwirfst, wenn du mit jemand anderem im Bett liegst.«
»Dein Bett ist so ungemütlich. Ich habe mich die ganze Nacht hin und her gewälzt.«
Ich beiße mir auf die Zunge, um sie nicht daran zu erinnern, dass sie die Möglichkeit hatte, nach Hause zu gehen. Ich war bereit, ihr ein Auto zu rufen, um dafür zu sorgen, dass sie sicher ankommt, aber sie ist eine der vielen Frauen, die sich einen festen Platz in meinem Bett sichern wollen, und ließ sich nicht umstimmen.
Ich schiebe die Decke von mir herunter, setze mich mit den Füßen auf dem Boden auf die Bettkante und reibe mir den Kopf, bevor ich aufstehe.
Sie schmiegt sich an meinen Rücken, ihre weichen Brüste drücken gegen mich. »Komm zurück ins Bett. Wir können etwas zu essen bestellen und ein kleines Frühstückspicknick machen.«
Ich schnappe mir mein Handy vom Nachttisch und stehe auf. Ihr Körper fällt nach vorne, ihre Arme hängen von der Matratze. »Ich muss zur Arbeit.«
Glaubt sie etwa, dass das Geld, das mir diese beeindruckende Eigentumswohnung verschafft hat, nicht das Produkt harter Arbeit ist? Nun, ehrlich gesagt habe ich sie mit meinem Treuhandfonds gekauft – ich hatte das Glück, in eine sehr wohlhabende Familie hineingeboren zu werden. Mein Großvater hat das Imperium aufgebaut, von dem ich jetzt profitiere. Aber das bedeutet nicht, dass ich das Geld einfach verprasse und nichts aus meinem Leben mache.
So bin ich auf dieser blöden Liste eines New Yorker Magazins über »Die begehrtesten Junggesellen, die noch zu haben sind« gelandet, die inzwischen viral gegangen ist. Heutzutage kann ich kaum noch ausgehen, ohne dass mich eine Frau anspricht und so tut, als wüsste sie nicht, wer ich bin.
Das größere Problem ist vielleicht, dass ich das ausgenutzt habe. Ich komme mir deswegen wie ein richtiges Arschloch vor. Aber ich bin ein Mann und ich bin Single, also warum sollte ich mich nicht amüsieren? Es ist ja nicht so, dass ich diese Frauen glauben lasse, ich sei auf der Suche nach einer Beziehung.
Ich stelle die Dusche an und schließe die Badezimmertür ab, denn ich traue es Lizzie, der Anwältin, zu, mich zu überraschen, indem sie sich zu mir unter die Dusche stellt.
Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich gedacht, dass ich einmal einer dieser Typen sein würde, die fast jede Nacht mit einer anderen Frau verbringen. Es gab eine Zeit, in der alles, was ich wollte, eine Frau und Kinder, Haustiere, ein Haus und Sicherheit waren. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.
Nach der schnellsten Dusche aller Zeiten habe ich noch nicht einmal das Handtuch um die Hüfte gewickelt, als sich die Badezimmertür schleichend öffnet. Lizzies langes blondes Haar leuchtet durch den Spalt, bevor ich ihr Gesicht sehe.
»Mein Gott.«
Sie kichert und hält eine Haarnadel hoch. »Du kannst mich nicht aussperren, Dummerchen.« Sie lacht, geht noch immer nackt auf die Toilette und pinkelt.
Ist das nicht eines dieser Dinge, die man bis zum sechsten Monat einer Beziehung unterlässt oder so? Ich habe diese Frau erst gestern Abend kennengelernt.
»Also, erzähl mal«, sagt sie und nimmt einen Streifen Toilettenpapier von der Rolle. »Wie kann ein Typ, der sein Leben im Anzug verbringt, so einen Körper haben?«
Ich betrachte mich im Spiegel, als hätte ich vergessen, wie ich aussehe. »Durch das Fitnessstudio.«
»Woher nimmst du die Zeit? Bist du nicht ein Workaholic?«
Eine weitere Unterstellung.
»Nein.«
Sie wischt sich ab, spült und wäscht sich Gott sei Dank die Hände, bevor sie sich auf die neue Marmorplatte meines Waschtisches setzt und mich anstarrt. Ich beobachte sie aus den Augenwinkeln.
»Ich muss bald ins Büro«, sage ich und hoffe, dass sie den Hinweis versteht. Dann entsperre ich mein Smartphone mit meinem Passwort und sehe, dass Josh, mein Assistent, mir eine detaillierte Übersicht über meinen Tag hinterlassen hat.
Sie winkt ab. »Was bringt es, so viel Geld zu haben, wenn du immer arbeitest?«
Ich lasse sie im Bad zurück und betrete meinen begehbaren Kleiderschrank, um einen Anzug für heute auszusuchen.
»Wow. Du hast wohl einen Ordnungsfimmel.«
Mir fällt die Kinnlade herunter. Natürlich ist sie mir gefolgt. Ich beobachte, wie sie mit der Hand an den Anzügen entlangfährt, die nach Farben sortiert auf denselben Bügeln und in gleichem Abstand aufgehängt sind.
Ich bin ein höflicher Kerl und wurde mein ganzes Leben für meine Geduld gelobt, aber ich glaube, das liegt vielleicht daran, dass mein bester Freund und Cousin Easton eher ein Hitzkopf ist. Im Vergleich dazu sehe ich aus wie der Schutzheilige der Geduld. Nichtsdestotrotz entzieht Lizzie die Anwältin mir die Geduld wie ein Siphon.
Ich wähle meinen Anzug aus und schiebe mich an ihr vorbei zurück in mein Schlafzimmer, dann ziehe ich mit dem Rücken zu ihr meine Boxershorts an. »Du bist doch sicherlich nicht Anwältin geworden, ohne viel zu arbeiten.«
Sie gesellt sich zu mir ins Schlafzimmer und zuckt mit den Schultern. »Genau genommen bin ich noch im Jurastudium.«
Mein Kopf wirbelt herum. »Wie alt bist du?«
Sie lacht und lässt sich auf das Bett fallen – immer noch nackt. »Mach dir keine Sorgen. Ich habe nach meinem Grundstudium ein paar Jahre Pause gemacht. Wir sind uns altersmäßig näher, als man vermuten würde.«
Ich habe ihr nie gesagt, wie alt ich bin, was ein weiterer Hinweis von vielen ist, dass sie wusste, wer ich war, bevor sie mich gestern Abend in der Bar ansprach.
»Hör mal …« Ich habe vor, ihr zu sagen, dass sie gehen muss, aber ihre Arme schlackern und sie springt auf.
»Lass mich. Lass mich. Ich wollte das schon immer tun.« Ihre Hände greifen nach mir, und sie packt die Enden meiner Krawatte.
»Wie bitte?« Meine Stirn legt sich in Falten.
»Meinen Mann zurechtmachen.«
Ihre Hände arbeiten an meiner Krawatte, während sie vor sich hin summt und unsere Blicke sich ein paarmal treffen. Als sie fertig ist, schaue ich in den Spiegel meiner Kommode und sehe, dass sie ihre Sache wirklich gut gemacht hat.
»Ich habe jahrelang geübt. Ich kenne alle gängigen – Windsor, Doppel-Windsor, Vierspänner, Pratt, Nicky –«
»Danke«, unterbreche ich sie. »Ich gehe Kaffee kochen, während du dich anziehst.«
»Okay, Spielverderber.« Ihre Stimme wechselt die Oktaven, als wäre sie I-Aah, der Esel aus .
Ich sage nichts und wage mich in meine Küche, wo ich zufrieden feststelle, dass eine volle Kanne Kaffee auf mich wartet. Wenigstens habe ich gestern Abend eine Sache richtig gemacht, nämlich den Timer eingestellt. Ich schnappe mir zwei Becher und Deckel zum Mitnehmen und befülle sie.
Lizzie kommt eine Minute später zu mir, sie trägt den Rock und die freizügige Bluse, die sie gestern Abend anhatte. Ihr blondes Haar ist bestenfalls leicht gekämmt, und sie scheint den Walk of Shame nicht zu scheuen.
»Ich trinke ihn mit Milch. Hast du Milch?« Sie lehnt sich gegen meinen Tresen, holt ihr Handy heraus und gibt einen aufgeregten Schrei von sich.
Ich verdrehe die Augen und knalle den Kühlschrank zu, die Flaschen darin klappern.
»Ich hatte völlig vergessen, dass heute Morgen eine neue Folge von veröffentlicht wurde.«
Ich lege meine Hand auf ihr Handy. »Bitte nicht.«
Ihre Augen treten hervor, und ihr Mund steht offen. »Warum nicht? Das ist aktuell der angesagteste Podcast. Besonders für uns Singles.« Sie stupst mich in den Bauch, als wäre ich das »Knack&Back«-Teigmännchen.
Das letzte bisschen Geduld ist endgültig aufgebraucht. »Nun, er gefällt mir nicht.«
»Was gibt es da nicht zu mögen?« Sie drückt auf Play, bevor ich sie erneut aufhalten kann, und ich muss das Musik-Jingle-Intro hören, bevor …
»Kenzie Gavino und ihr bester Freund, Blake Allen, sind hier, um über Liebe, Ehe, und wo sie zu finden sind, zu sprechen. In dieser Folge geht es um -«
Ich nehme ihr das Handy aus der Hand und drücke auf Stopp.
»Meine Güte, warum so empfindlich?« Sie sieht mich finster an.




