Reaves / Perry | Star Wars. MedStar 1. Unter Feuer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Die MedStar-Reihe

Reaves / Perry Star Wars. MedStar 1. Unter Feuer


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-07821-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Die MedStar-Reihe

ISBN: 978-3-641-07821-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Tödliche Kämpfe und lebensgefährliche medizinische Operationen: Mehr Spannung geht nicht!

Auf dem Sumpfplaneten Drongar tobt einer der blutigsten Kriege der Republik. Die Jedi-Schülerin Barriss Offee wird ausgesandt, um die Ärzte mit Hilfe der Macht dabei zu unterstützen, die Leben der Klonsoldaten zu retten. Doch während ihre Ideale mit der Wirklichkeit konfrontiert werden, kommt es zu einem Verrat an höchster Stelle. Plötzlich kämpfen sie nicht mehr nur um die Leben der Klone – jetzt steht ihr eigenes Überleben auf dem Spiel.

Michael Reaves erhielt für seine Drehbücher der Fernsehserie „Batman“ einen Emmy Award. Er arbeitet für Steven Spielberg und ist Autor mehrerer erfolgreicher Fantasy-Romane und Science-Fiction-Thriller, die häufig das Übernatürliche thematisieren. Reaves lebt in Los Angeles.
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1. Kapitel

FLEHR-7

Die Jasserak-Tiefebene von Tanlassa, nahe der Kondrus-See

Planet Drongar

Jahr 2 nach der Schlacht von Geonosis

Blut schoss hervor, das im Schein des Antisepsisfelds beinahe schwarz wirkte, und spritzte heiß gegen Jos’ von einem Handschuh geschützte Finger. Er fluchte.

»Hey, ich hätte da eine Idee: Wäre vielleicht irgendjemand, der gerade nichts Besseres zu tun hat, so freundlich, diese Blutung mit einem Druckfeld zu stillen?«

»Der Druckgenerator ist mal wieder kaputt, Doc.«

Der republikanische Militärchirurg Jos Vondar wandte den Blick von dem blutigen Operationsfeld ab, das die offene Brust des Klonsoldaten darstellte, und schaute zu Tolk, seiner OP-Schwester, hinüber. »Natürlich ist er das«, meinte er. »Was ist, hat unser Medidroide vielleicht Urlaub? Wie soll ich diese Rankgraspaffer ohne funktionstüchtige medizinische Ausrüstung wieder zusammenflicken?«

Tolk le Trene, eine Lorrdianerin, die seine Laune mit derselben Leichtigkeit zu lesen vermochte wie die meisten empfindungsfähigen Lebewesen eine Karte, sagte nichts laut, doch ihr spitzer Blick war deutlich genug: Hey, ich hab ihn nicht kaputt gemacht!

Mit einiger Mühe zügelte Jos sein Temperament. »In Ordnung. Verpassen Sie ihm eine Aderklemme! Wir haben doch noch Hämostate, oder?«

Doch sie war schneller als er, schloss die Stahlklammer bereits um das gerissene Blutgefäß und benutzte einen Hämoschwamm, um das Blut aufzusaugen und das Blickfeld zu säubern. Die Soldaten dieser Einheit waren zu dicht an einer Granate gewesen, als diese explodiert war, und die Brust des Trupplers war von einer vollen Ladung Schrapnell zerfetzt worden. Das jüngste Gefecht im Knallbaumwald war übel gewesen – vor Ende der Nacht würden die Medibergetransporter mit Sicherheit noch mehr Verwundete herbringen, zusätzlich zu denen, die bereits hier waren.

»Ist es hier drin so heiß, oder liegt das bloß an mir?«

Eine der im Kreis umhergehenden Schwestern wischte Jos die Stirn ab, um zu verhindern, dass ihm der Schweiß in die Augen lief. »Die Luftkühler sind schon wieder außer Betrieb«, sagte sie. Jos antwortete nicht. Auf einem zivilisierten Planeten hätte er sich Schweißstopper ins Gesicht gesprüht, bevor er zu operieren begann, doch wie an allem anderen – einschließlich ruhiger Gemüter – herrschte hier auf Drongar auch daran ein akuter Mangel. Selbst jetzt, gegen Mitternacht, war die Temperatur draußen noch immer etwa so hoch wie die menschliche Körpertemperatur – morgen würde sie höher sein als die eines wollüstigen H’nemthe. Die Luft würde feuchter sein und noch ärger stinken. Schon zu den besten Zeiten war dies bereits eine wirklich hässliche Welt. Jetzt, wo hier ein Krieg tobte, war es noch viel schlimmer. Nicht zum ersten Mal fragte sich Jos, welcher hochrangige republikanische Beamte so nachlässig beschlossen hatte, sein Leben zu ruinieren, indem er befahl, ihn zu einem Planeten zu verschiffen, der, so weit das Auge reichte, bloß aus Schimmel, Moder und pilzartiger Vegetation zu bestehen schien.

»Ist hier eigentlich alles im Eimer?«, fragte er ganz allgemein in die Runde.

»Anscheinend alles, abgesehen von deiner Klappe«, entgegnete Zan freundlich, ohne von dem Truppler aufzuschauen, den er gerade versorgte.

Jos verwendete eine Wundzange, um ein Metallstück von der Größe seines Daumens aus dem linken Lungenflügel seines Patienten zu graben. Er ließ den scharfkantigen Metallsplitter in eine Pfanne fallen – es schepperte. »Verpassen Sie ihm einen Klebeflicken!«

Die OP-Schwester platzierte das sich selbst auflösende Klebepflaster fachmännisch auf der verletzten Lunge. Das Pflaster, das aus geklontem Zellgewebe und einem Klebstoff bestand, der aus einer talusianischen Muschel gewonnen wurde, versiegelte unverzüglich die Verletzung. Zumindest davon hatten sie noch jede Menge, sagte Jos sich. Andernfalls würde er auf Wundklammern oder Nadel und Faden zurückgreifen müssen, wie die Medidroiden es für gewöhnlich taten, und wäre das dann nicht ein Spaß und netter Zeitvertreib?

Er schaute auf den Patienten hinunter, entdeckte im hellen Schein des OP-Strahlers einen weiteren glänzenden Schrapnellsplitter und packte ihn sanft mit der Wundzange, um ihn langsam herauszuwackeln. Der Splitter hatte die Aorta knapp verfehlt. »In diesem Typen steckt genügend Altmetall, um zwei Kampfdroiden zu bauen«, murmelte er, »und dann hätte man immer noch jede Menge für Ersatzteile übrig.« Er ließ das Metall mit einem neuerlichen Klirren in die Stahlschale fallen. »Ich weiß nicht, warum sie sich überhaupt die Mühe machen, sie in Rüstungen zu stecken.«

»Da hast du recht«, meinte Zan. »Dieses Zeug hält nichts ab, das mehr Durchschlagskraft besitzt als eine Kinder-Luftpistole.«

Jos legte zwei weitere Granatsplitter in die Schale, ehe er sich aufrichtete und spürte, wie die Muskeln in seinem Kreuz gegen die Haltung protestierten, die er den ganzen Tag lang innegehabt hatte. »Scannen Sie ihn!«, verlangte er.

Tolk fuhr mit einem Handbioscanner über den Klon. »Er ist sauber«, sagte sie. »Ich denke, Sie haben alles erwischt.«

»Das werden wir wissen, wenn er anfängt, beim Gehen zu klappern.« Ein Pfleger rollte die Trage rüber zu den beiden FX-7-Medidroiden, die das Zusammenflicken erledigten. »Der Nächste!«, rief Jos müde. Er gähnte hinter seinem Mundschutz, und bevor er damit fertig war, lag ein weiterer Soldat vor ihm auf dem Rücken.

»Offene Brustverletzung«, berichtete Tolk. »Könnte sein, dass er eine neue Lunge braucht.«

»Er hat Glück, da haben wir diese Woche gerade ein Sonderangebot.« Jos führte den ersten Einschnitt mit dem Laserskalpell durch. Klonkrieger zu operieren – oder, wie die Belegschaft von Flehr Sieben das zu nennen pflegte, am »Fließband« arbeiten –, war in vielerlei Hinsicht einfacher, als an gewöhnlichen Individuen herumzuschnippeln. Da sie alle dasselbe Genom besaßen, waren ihre Organe im wahrsten Sinne des Wortes austauschbar, ohne dass man sich Sorgen um Abstoßungsprobleme zu machen brauchte.

Er schaute zu einem der vier anderen Organärzte hinüber, die in dem dicht gedrängten OP-Saal arbeiteten. Zan Yant, ein Zabrak-Chirurg zwei Tische weiter, summte eine klassische Melodie, während er schnitt. Jos wusste, dass Zan viel lieber in der Wohneinheit gewesen wäre, die sie miteinander teilten, um auf seiner Quetarra zu spielen und sie perfekt so zu stimmen, dass das Instrument widerhallende Töne wie vom Gekreische irgendeines Zabrak-Wilden hervorbrachte. Die Musik, mit der sich Zan in letzter Zeit beschäftigte, klang, soweit es Jos betraf, wie zwei Kraytdrachen bei der Paarung, doch für einen Zabrak – und für viele andere empfindungsfähige Spezies in der Galaxis – war sie erbauend und bereichernd. Zan besaß die Hände und die Seele eines Musikers, doch er war außerdem ein anständiger Chirurg, weil die Republik Ärzte in diesen Tagen dringender brauchte als Entertainer – jedenfalls auf diesem Planeten.

Die übrigen sechs Chirurgen im Saal waren Droiden, und eigentlich hätten es zehn sein sollen. Zwei der anderen vier waren in der Reparatur, und zwei waren zwar angefordert, aber nie geliefert worden. Hin und wieder verwandte Jos seine Zeit auf das nutzlose Ritual, einen weiteren 22K97(MD)-Anforderungsantrag auszufüllen, der dann sogleich für alle Zeiten im Strudel computerisierter Ablagesysteme und der Bürokratie verschwand.

Er gelangte rasch zu dem Schluss, dass der Sergeant – auf den Überresten seiner Rüstung befanden sich noch die grünen Markierungen, die seinen Rang kennzeichneten – in der Tat eine neue Lunge benötigte. Tolk holte ein frisch geklontes Organ aus den Nährlösungsbehältern, während Jos mit der Pneumonektomie begann. Weniger als eine Stunde später hatte er das geschädigte Organ herausgeschnitten und die neue Lunge, die zusammen mit Dutzenden anderen identischen Organen aus kultivierten Stammzellen gezüchtet und für Notfälle wie diesen in einer kryogenetischen Stasis gehalten wurde, ruhte in der Pleurahöhle des Sergeants. Der Patient wurde zur Nahtversorgung rübergerollt, derweil Jos sich streckte und dabei spürte, wie sich seine Wirbelsäule streckte und die Gelenke knackten.

»Das war der Letzte«, meinte er, »fürs Erste.«

»Mach’s dir mal nicht zu gemütlich!«, sagte Leemoth, ein Duros-Chirurg, der auf amphibische und teilweise im Wasser lebende Spezies spezialisiert war. Er schaute von seinem gegenwärtigen Patienten auf – einem Otolla-Gungan-Beobachter von Naboo, dessen Mundhöhle nach einem Schallpistolentreffer am Vortag massiv varikös war. »Es geht das Gerücht, dass innerhalb der nächsten drei Stunden noch ein paar Mediberger von der Front hier eintreffen werden, wenn nicht schon eher.«

»Genügend Zeit, um einen Drink zu nehmen und eine weitere armselige Bitte um Versetzung einzureichen«, sagte Jos, als er auf die Desinfektionskammer zumarschierte und sich unterwegs die Hautschutzhandschuhe abstreifte. Er hatte schon vor langer Zeit gelernt, mit dem klarzukommen, was jetzt im Argen war, und sich erst dann Gedanken über künftige Probleme zu machen, wenn er musste. Das sei das mentale Äquivalent der Triage, hatte er Klo Merit erklärt, dem Equani-Mediziner, der außerdem der »hauseigene« Empath von Flehr Sieben war. Merit hatte mit seinen großen, braunen Augen geblinzelt, deren Tiefen so sonderbar beruhigend wirkten, und verkündet, dass Jos’ Einstellung gesund sei – bis zu einem gewissen...


Reaves, Michael
Michael Reaves erhielt für seine Drehbücher der Fernsehserie »Batman« einen Emmy Award. Er arbeitet für Steven Spielberg und ist Autor mehrerer erfolgreicher Fantasy-Romane und Science-Fiction-Thriller, die häufig das Übernatürliche thematisieren. Reaves lebt in Los Angeles.

Perry, Steve
Steve Perry verfasst ebenfalls Drehbücher für die Fernsehserie Batman und hat bereits über 50 Romane veröffentlicht. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Tochter tritt gerade in seine Fußstapfen als SF-Autorin.

Kasprzak, Andreas
Andreas Kasprzak, Jahrgang 1972, arbeitet seit dem Abschluss seiner Buchhändlerlehre als Autor und Übersetzer, u. a. von »Star Wars«, »Warcraft«, »Minecraft« und »Assassin´s Creed«.



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