E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten
Reihe: Star Wars: Coruscant Nights
Reaves Star Wars: Straße der Schatten - Coruscant Nights 2
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3124-7
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten
Reihe: Star Wars: Coruscant Nights
ISBN: 978-3-8332-3124-7
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jax Pavan ist einer der wenigen Jedi, die Imperator Palpatines folgenschwere Order 66 überlebt haben. Weit unten in den ewig düsteren Abgründen des Stadtplaneten Corsuscant verdingt sich Pavan nun als Privatdetektiv. Bei der Untersuchung eines heimtückischen Mordes an einem Künstler geraten Jax und seine Helfer in tödliche Gefahr und werden zu allem Überfluss von einer Attentäterin Darth Vaders gejagt: Aurra Sing!
Autoren/Hrsg.
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1. Kapitel
„Wir können wohl davon ausgehen“, sagte der Droide, „dass wir in eine Falle gelockt wurden.“
Wie um seine Worte zu unterstreichen, prasselte von der anderen Seite des Raumes ein Hagel aus Blasterfeuer auf den gewaltigen Hyperkondensator ein, hinter dem die fünfköpfige Gruppe sich versteckt hatte. Fürs Erste waren sie hier geschützt, das wusste Jax, aber wenn die Schüsse sich weiter in die Einheit brannten, würde das Gehäuse früher oder später überhitzen, und das wiederum würde das ultragekühlte Tibanna-Kondensat in seinem Inneren destabilisieren. Sollte das geschehen, so hatte I-Fünf soeben einen Explosivfaktor von 7,5 berechnet, was ausreichen würde, das gesamte Gebäude und einen nicht unbeträchtlichen Teil der umliegenden Stadtlandschaft in Staub und Asche zu verwandeln.
„Das ist aber nur eine grobe Schätzung“, schob der Droide nun nach. „Es gibt zu viele Variablen, als dass ich eine genauere …“
„Sieben Komma fünf reicht mir vollkommen“, versicherte ihm Jax. „Den?“
„Ich kann damit leben“, stimmte der kleine Sullustaner zu, der neben I-Fünf kniete und den Kopf tief zwischen die Schultern gezogen hatte. „Du hast jedenfalls nicht verlernt, wie man Leute motiviert“, fügte er, an den Droiden gewandt, hinzu.
„Redet weniger und schießt mehr“, schnappte Laranth. Die Twi’lek, eine Jedi-Paladin, kauerte an der anderen Ecke des Kondensators, in jeder Hand einen Blaster. „Ich schlage vor, wir verschwinden – jetzt sofort.“
An ihrer Logik gab es nichts auszusetzen. Je länger sie sich hier festnageln ließen, desto geringer wurden ihre Überlebenschancen, ebenso wie die ihres Kunden – ganz zu schweigen von den vielen Hunderttausend Wesen, die sterben würden, falls I-Fünfs 7,5-Szenario in unmittelbarer Zukunft Realität werden wollte. Nicht, dass Jax daran zweifelte. Der Droide hatte die enervierende Eigenschaft, mit so ziemlich allem, was er sagte, richtigzuliegen.
„Also gut“, rief er. „Laranth, du übernimmst die rechte Seite. I-Fünf, du kümmerst dich um die linke Seite. Auf mein Signal …“
„He, was ist mit mir?“, fragte Den.
„Du bleibst mit dem Untersekretär hier.“ Pavan warf einen kurzen Blick auf die korpulente, am ganzen Leib zitternde Gestalt, die neben dem Sullustaner kauerte. Bevor das Imperium die Macht an sich gerissen hatte, war Varesk Bura’lya ein Regierungsbeamter im mittleren Dienst gewesen, der in der bothanischen Botschaft auf Coruscant arbeitete. Unmittelbar nach dem Untergang der Republik hatte er jedoch untertauchen müssen, um nicht gefangen genommen zu werden; ein Schicksal, das er mit Tausenden anderen Vertretern der unterschiedlichsten Spezies auf dem Stadtplaneten teilte. Es stimmte natürlich, dass nicht gezielt nach diesen Flüchtigen gefahndet wurde, und auf einem Planeten wie Coruscant, wo Billionen von Lebewesen auf engstem Raum hausten, konnte man den Rest seines Lebens (oder sein ganzes Leben oder eintausend Leben lang) unbemerkt bleiben, ohne auch nur ein einziges Mal mit seinem Feind in Berührung zu kommen. Doch eine der hervorstechendsten Eigenschaften der Bothaner war ihre Paranoia, und Bura’lya hatte eine besonders lebhafte Fantasie. Darum hatte er die coruscantische Widerstandsbewegung kontaktiert, die gemeinhin nur die Peitsche genannt wurde und schon viele Staatsfeinde sicher vom Stadtplaneten fortgebracht hatte. Dabei wurden die Flüchtlinge auf einer weitreichenden und nicht ganz ungefährlichen Route durch diverse Verstecke, private Wohnungen und andere geheime Orte zu den Raumhäfen geschleust und dort an Bord von Schiffen untergebracht, deren Besatzung mit dem Widerstand sympathisierte.
Jax Pavan, einer der letzten überlebenden Jedi und ein Mitglied der Peitsche, war mit der Aufgabe betraut worden, den bothanischen Würdenträger in Sicherheit zu bringen, und eigentlich war auch alles ganz glattgelaufen, bis sie die letzte Station auf ihrem Weg erreicht hatten: eine schwach beleuchtete Karbonit-Verarbeitungsanlage. Hier waren sie nicht von den Partisanen des Widerstands begrüßt worden, sondern von einer Einheit imperialer Sturmtruppen.
Eines musste Jax ihnen lassen: Dumm waren sie nicht. Sie hatten gewusst, dass sich ein Droide bei ihrer Gruppe befand, darum hatten sie ihren Hinterhalt in den Tiefen der Karbonit-Spaltanlage gelegt, wo die schwache Hintergrundstrahlung I-Fünfs Bio- und Energiesensoren einen entscheidenden Moment lang verwirren würde. Was sie jedoch nicht gewusst hatten, war, dass sie sich auch zwei Jedi gegenübersehen würden. Die Macht hatte Jax und Laranth vor der Falle gewarnt, weswegen vier Sturmtruppen nun tot auf dem Boden lagen, und Pavan war sicher: Wäre der Bothaner in seiner Panik nicht mitten ins Schussfeld gestürmt, dann wären inzwischen auch die anderen Soldaten ausgeschaltet. Und Varesk Bura’lya wäre inzwischen auf dem Weg zum Frachter Großer Coup, um zu einer unangenehmen Erinnerung zwischen den Sternen zu entschwinden. Stattdessen hatte er sich nun hinter der Hyperkondensatoreinheit zusammengerollt und beklagte wimmernd sein bevorstehendes Ende.
Der Bothaner blickte zu Jax auf, und die buschigen Fellsträhnen, die aus seinen Wangen sprossen, bebten vor Furcht. „Es war Ihre Aufgabe, mich zu beschützen!“, quiekte er, und seine Stimme war wie eine rostige Klinge, die über Pavans Nerven kratzte. „Sie sollten mir helfen, von diesem überbevölkerten Felsklumpen zu verschwinden! Ist das Ihre Vorstellung von einer Flucht?“
„Nun“, warf Den ein, „das hängt ganz davon ab, wie metaphysisch Sie Flucht definieren möchten …“
Eine weitere Salve von Laserstrahlen traf ihre Deckung, und die verbrannte Luft hinterließ einen unangenehmen Ozongeruch in Jax’ Nase. Ihnen blieb keine Zeit mehr, das war ihm klar; sie mussten jetzt handeln. Er öffnete sich der Macht, spürte, wie sie sein Bewusstsein erweiterte, wie sie sich, einer Vielzahl von Ranken gleich, in alle Richtungen ausbreitete. Sie ließ ihn um den gewaltigen Kondensatorblock herumsehen und vermittelte ihm ein akkurates „Bild“ von dem gewaltigen Raum einschließlich der Position der acht Sturmtruppen, die sie hinter ihrer Deckung hervor mit Blasterfeuer eindeckten.
„Auf mein Zeichen“, sagte er. „Los!“
Laranth wirbelte hinter der Ecke der Kondensatoreinheit hervor und begann mit beiden Waffen um sich zu schießen, ihre Augen so kalt und hart wie Kometeneis. I-Fünf stakste auf der linken Seite nach vorne, und aus den Lasern in seinen Zeigefingern zuckten Blitze glühenden Lichts durch den Raum, ihren Widersachern entgegen. Jax stieß sich vom Boden ab und ließ sich von der Macht in die Höhe tragen, über den gewaltigen Maschinenblock hinweg, der ihnen als Deckung gedient hatte. Sein Vibroschwert parierte die feindlichen Schüsse, als er landete, und lenkte sie zurück auf die verwirrten Sturmtruppen. Das war jedoch viel schwieriger, als es aussah. Die Durastahlklinge war mit Kortosis durchwoben, einem Mineral, stark genug, um Energiestrahlen zu widerstehen. Aber da endeten die Ähnlichkeiten mit einem Lichtschwert auch schon. Ein blutroter Blasterschuss traf das untere Ende der Klinge, was vermutlich mehr auf Glück und weniger auf genaues Zielen zurückzuführen war, und der Vibrogenerator erlitt einen Kurzschluss. Selbst durch die isolierende Beschichtung hindurch spürte Jax den schmerzhaften Stromstoß, und im selben Moment, als er erkannte, was geschehen war, konnten auch die Imperialen sehen, wie die verschwommene Hochgeschwindigkeitsbewegung am Rand der Klinge erstarb. Pavan ließ die Waffe fallen und streckte beide Arme aus, die Handflächen nach vorne gerichtet. Der Machtstoß schleuderte drei Sturmtruppen in einem hohen Bogen nach hinten gegen die Wand, aber noch währenddessen spürte der Jedi, wie ein weiterer Soldat auf ihn anlegte.
Da tauchte Laranth am Rande seines Blickfelds auf und feuerte einen ihrer Blaster ab. Der Strahl traf den Laserschuss, der für Jax bestimmt gewesen war, und die Luft brutzelte, als die verschiedenfarbigen Geschosse aus ionisierter Energie dicht vor dem Jedi aufeinanderprallten. Zuckendes Elmsfeuer flackerte über seine Arme und bildete einen Moment lang einen Kranz um seinen Kopf, und in seinen Ohren dröhnte ein Geräusch, als wären eintausend Feuerwespennester gleichzeitig aufgebrochen worden.
Einen Herzschlag lang wurden seine Augen durch den Lichtblitz geblendet. I-Fünfs Fotorezeptoren waren glücklicherweise gegen solche Überreizungen gefeit. Der Droide setzte den unglaublich präzisen Beschuss mit seinen Fingerlasern fort, und ein paar Sekunden später war alles vorüber. Die acht Sturmtruppen lagen auf dem Boden oder über Abflussröhren, Kontrollkonsolen und Industriemaschinen zusammengesunken, ihre Körper in unnatürlichen, unbequem aussehenden Positionen verrenkt. Die drei Gestalten, die noch auf ihren Füßen standen, zögerten einen Moment und hielten nach Anzeichen eines weiteren Hinterhalts Ausschau. Schließlich sagte Jax: „Das war’s. Ihr könnt die Waffen wieder wegstecken.“
Laranth nickte und schob ihre Blaster in die Holster. Als Mitglied der Grauen Paladine war sie ebenso eng mit der Macht verbunden wie er, und sie spürte, dass die unmittelbare Bedrohung vorüber war. Fast gleichzeitig ließ auch der Droide die Arme sinken. Er konnte zwar nicht auf die Macht zurückgreifen, aber Jax war sicher, dass er den Raum mit seinen Sensoren nach Lebenszeichen und Sprengfallen abgesucht hatte – augenscheinlich ohne etwas Verdächtiges zu finden.
„Das war aufregend“, kommentierte I-Fünf. „Habe ich...




