Redmerski | Du und ich bis ans Ende der Welt | E-Book | www.sack.de
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Redmerski Du und ich bis ans Ende der Welt

Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-641-16728-8
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Roman

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ISBN: 978-3-641-16728-8
Verlag: Blanvalet
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Wenn alles zerbricht, bleibt noch immer die Liebe ...

Camryn Bennett war noch nie glücklicher. Vor einem halben Jahr hat sie in einem Greyhound-Bus ihre große Liebe Andrew Parrish getroffen. Sie kann es kaum erwarten, den Rest ihres Lebens mit ihm zu verbringen – bis ein tragisches Ereignis ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Andrew versteht nicht, warum gerade Camryn und ihm das Schicksal so übel mitspielt. Er fürchtet, dass seine Freundin an ihrem Schmerz zu zerbrechen droht – und fasst einen Entschluss. Er wird für die Liebe seines Lebens kämpfen. Doch um die Hoffnung und Leidenschaft wiederzufinden, müssen die beiden auf eine Reise dorthin, wo alles begann …

Jessica Redmerski lebt mit ihren drei Kindern in North Little Rock, Arkansas. Sie liebt Bücher und Fernsehen, vor allem die Serie "The Walking Dead".
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1

Als ich vor ein paar Monaten in diesem Krankenhausbett lag, hätte ich nie im Leben geglaubt, dass ich heute noch am Leben sein würde, und schon gar nicht, dass ich bald Vater werden und mit einem Engel mit dreckigem Mundwerk verlobt sein könnte. Aber seht mich an. Seht uns an, Camryn und ich, wir nehmen es mit der ganzen Welt auf … wenn auch anders als gedacht. Die Dinge haben sich nicht ganz so entwickelt wie geplant, aber andererseits tun sie das fast nie. Und selbst wenn wir es könnten, würden wir beide nichts daran ändern wollen, wie sie sich entwickelt haben.

Ich liebe diesen Sessel. Es war der Lieblingssessel meines Vaters und ist das einzige Stück aus seiner Hinterlassenschaft, an dem mein Herz hängt. Klar, er hat mir auch einen fetten Scheck hinterlassen, der Camryn und mich eine ganze Weile über Wasser halten wird, und natürlich habe ich die Chevelle bekommen, aber der Sessel bedeutet mir genauso viel. Camryn hasst ihn, aber das sagt sie nicht, weil er meinem Dad gehört hat. Ich kann sie verstehen; das Ding ist alt, es stinkt, und im Polster ist ein Loch, das noch aus den Rauchertagen meines Dads stammt. Ich habe ihr versprochen, dass ich jemanden kommen lassen werde, der ihn reinigt. Und das werde ich auch tun. Sobald sie sich darüber klar geworden ist, ob wir in Galveston bleiben oder nach North Carolina ziehen sollen. Mir ist beides recht, aber irgendwas sagt mir, dass sie aus Rücksicht auf mich nicht ausspricht, was sie wirklich will.

Ich höre das Wasser in der Dusche ausgehen, und Sekunden später hallt ein lauter Rums durch die Wand. Ich springe aus dem Sessel auf, die Fernbedienung fällt auf den Boden, und ich renne zum Bad, wobei mir die Kante des Couchtischs übelst gegen das Schienbein stößt.

Ich reiße die Badezimmertür auf.

»Was ist passiert?«

Camryn lächelt mich kopfschüttelnd an und bückt sich, um den Fön vom Boden neben dem Klo aufzuheben.

Ich atme erleichtert auf.

»Du bist noch paranoider als ich«, lacht sie.

Sie schaut auf mein Bein, das ich mit den Fingerspitzen massiere. Dann legt sie den Fön wieder auf die Ablage, kommt auf mich zu und küsst mich auf den Mundwinkel. »Wenn du mich fragst, sollte nicht ich mir Sorgen machen, dass ich zu tollpatschig sein könnte.« Sie schmunzelt.

Ich fasse sie an beiden Schultern und ziehe sie zu mir, dann lasse ich eine Hand auf ihren kleinen, rundlichen Bauch sinken. Man spürt kaum, dass sie schwanger ist. Ich hätte gedacht, im fünften Monat würde sie durch die Wohnung walzen wie ein Babynilpferd, aber was verstehe ich schon davon?

»Vielleicht hast du recht«, sage ich und hoffe, dass sie nicht sieht, wie rot ich geworden bin. »Wahrscheinlich hast du das mit Absicht gemacht, weil du mal sehen wolltest, wie schnell ich bei dir bin.«

Sie küsst mich auf den anderen Mundwinkel, dann holt sie zum Vernichtungsschlag aus und küsst mich richtig, mit Zunge, und dabei presst sie ihren nassen, nackten Körper an meinen. Ich stöhne automatisch auf und schlinge die Arme um sie.

Aber dann gehe ich auf Abstand, bevor ich in ihre Falle tappen kann. »Verflucht, Weib, das muss aufhören.«

Sie grinst mich an.

»Willst du wirklich, dass ich aufhöre?« Und dabei zeigt sie ihr typisches Nichts-als-Blödsinn-im-Sinn-Lächeln.

Sie macht mir damit regelmäßig eine Scheißangst. Einmal zeigte sie bei einem Gespräch genau dieses Lächeln und wollte danach drei volle Tage keinen Sex haben. Die schlimmsten drei Tage meines Lebens.

»Nein, natürlich nicht«, sage ich nervös. »Ich meine nur jetzt. Wir haben noch genau dreißig Minuten, dann müssen wir in der Praxis sein.«

Ich hoffe bloß, dass sie die ganze Schwangerschaft hindurch so rollig ist. Ich habe Horrorstorys von Frauen gehört, die anfangs alle fünf Minuten Sex wollen, aber wenn sie dann richtig rund sind, sich in feuerspeiende Furien verwandeln, sobald du sie nur anrührst.

Dreißig Minuten. Fuck. Ich könnte sie kurz über den Tisch beugen … 

Camryn lächelt zuckersüß, zieht das Handtuch von der Duschstange und beginnt sich abzutrocknen. »In zehn Minuten bin ich fertig«, sagt sie und schickt mich raus. »Hast du deine Schlüssel gefunden?«

»Noch nicht«, sage ich, schon halb aus der Tür, aber dann bleibe ich stehen und ergänze mit einem erotischen Blick: »Ähm, wir könnten doch …«

Sie drückt mir die Tür vor der Nase zu. Ich ziehe lachend ab.

Ich laufe durch die Wohnung, suche unter den Polstern und an den unmöglichsten Stellen nach meinen Schlüsseln und finde sie schließlich unter einem Stapel Werbepost auf der Küchentheke. Ganz kurz halte ich inne und greife nach einem der Briefe. Camryn erlaubt mir nicht, ihn wegzuwerfen, weil sie an dem Morgen, als ich den Anfall hatte, davon meine Adresse ablas, während sie mit der Notrufzentrale telefonierte. Ich schätze, für sie ist es so, als hätte mir dieses Papier das Leben gerettet, dabei hat es ihr in Wahrheit geholfen, endlich zu verstehen, was mit mir los war. Der Anfall war harmlos. Ich hatte schon eine ganze Reihe davon. Scheiße, ich hatte einen, als wir in New Orleans im Hotel waren und noch getrennte Zimmer hatten. Versteht sich, dass sie gar nicht glücklich war, als ich ihr das später erzählte.

Sie macht sich ständig Sorgen, dass der Tumor wieder auftauchen könnte. Ich glaube, sie macht sich mehr Sorgen als ich.

Wenn er wiederkommt, dann kommt er eben wieder. Dann stehen wir das zusammen durch. Wir werden immer alles zusammen durchstehen.

»Zeit zu gehen, Babe!«, rufe ich vom Wohnzimmer aus.

Sie kommt in einer ziemlich engen Jeans und einem genauso engen T-Shirt aus dem Schlafzimmer. Und in High Heels. Echt jetzt? High-Heels?

»Du wirst ihr in diesen Jeans das Köpfchen zerquetschen«, sage ich.

»Unsinn, ich werde weder ihr noch ihm den Kopf zerquetschen«, widerspricht sie, und dabei greift sie sich die Handtasche von der Couch und hängt sie sich um. »Du tust so überzeugt, aber wir werden schon sehen.« Sie nimmt meine Hand, ich führe sie aus der Wohnung und ziehe die Tür hinter uns ins Schloss.

»Ich weiß genau, dass es ein Mädchen wird«, behaupte ich fest.

»Willst du wetten?« Sie sieht mich an und schmunzelt.

Wir treten in die milde Novemberluft, gehen zum Wagen, und ich öffne ihr die Autotür. »Worum denn?«, frage ich. »Für eine Wette bin ich immer zu haben, das weißt du doch.«

Camryn setzt sich auf den Beifahrersitz, ich jogge um das Auto und steige auf meiner Seite ein. Die Hände oben auf dem Lenkrad, sehe ich sie an und warte ab.

Sie grinst und nagt eine Sekunde gedankenverloren an ihrer Unterlippe. Die langen blonden Haare fallen ihr über beide Schultern, und ihre blauen Augen leuchten übermütig.

»Du bist hier derjenige, der sich seiner Sache so sicher ist«, sagt sie schließlich. »Also musst du den Wetteinsatz nennen, und ich kann einschlagen oder auch nicht.« Sie verstummt plötzlich und zeigt streng mit dem Zeigefinger auf mich. »Aber nichts mit Sex. Ich glaube, das Gebiet hast du so ziemlich abgedeckt. Denk dir was anderes aus, was …«, sie wirbelt mit der Hand in der Luft, »was weiß ich … was Spannendes oder was mit Bedeutung.«

Hm, ich bin offiziell sprachlos. Ich schiebe den Schlüssel ins Zündschloss und denke kurz nach, bevor ich den Motor anlasse.

»Okay, wenn es ein Mädchen wird, darf ich den Namen aussuchen«, erkläre ich mit einem liebevollen, stolzen Lächeln.

Ihre Brauen zucken leicht, und sie reckt das Kinn vor. »Das ist eine beknackte Wette. Den Namen sollten wir doch gemeinsam aussuchen, meinst du nicht?«

»Schon klar, aber vertraust du mir nicht?«

Sie zögert. »Klar vertraue ich dir, aber …«

»Aber nicht so weit, dass ich den Namen bestimmen darf.« Ich werfe ihr einen kritischen Blick zu, aber eigentlich treibe ich nur Psychospielchen mit ihr.

Sie kann mir nicht mehr in die Augen sehen und sitzt verlegen da.

»Und?«, bohre ich nach.

Camryn verschränkt die Arme und sagt: »Und welcher Name schwebt dir dabei vor?«

»Wie kommst du darauf, dass ich schon einen ausgesucht habe?« Ich drehe den Schlüssel, und die Chevelle erwacht schnurrend zum Leben.

Sie sieht mich an und legt schmunzelnd den Kopf schief. »Also bitte. Ganz offensichtlich hast du dir schon einen ausgesucht, sonst wärst du nicht so sicher, dass es ein Mädchen wird, und würdest mit mir Wetten abschließen, während wir gerade zum Ultraschall fahren.«

Ich lege den Rückwärtsgang ein und drehe grinsend den Kopf nach hinten.

»Lily«, sage ich und fange aus dem Augenwinkel Camryns Blick auf, während wir aus der Parklücke setzen. »Lily Marybeth Parrish.«

Ein kleines Lächeln spielt um ihre Mundwinkel.

»Gar nicht so übel«, sagt sie, und ihr Lächeln wird dabei immer breiter. »Ich muss zugeben, ich hatte ein bisschen Schiss – warum Lily?«

»Ohne Grund. Der Name gefällt mir einfach.«

Das überzeugt sie nicht. Sie kneift spöttisch die Augen zusammen und sieht mich an.

»Ehrlich!« Ich lache kurz. »Einen Tag, nachdem du es mir gesagt hast, habe ich angefangen, mir heimlich Namen zu überlegen.«

Camryns Blick wird wärmer, und wenn ich nicht so ein Macho wäre, würde ich mich einfach gehen lassen und rot anlaufen wie ein kleines Mädchen.

»Du hast dir die ganze...


Redmerski, Jessica
Jessica Redmerski lebt mit ihren drei Kindern in North Little Rock, Arkansas. Sie liebt Bücher und Fernsehen, vor allem die Serie "The Walking Dead".



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