E-Book, Deutsch, 310 Seiten
Reeve Demons Hell MC: Devil
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96204-462-6
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
E-Book, Deutsch, 310 Seiten
ISBN: 978-3-96204-462-6
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Ein Abend reichte aus, um das Leben von Shaileen Sullivan von Grund auf zu zerstören. Um zu überleben, muss sie sterben. Offiziell zumindest! Ihr bleibt nichts anderes übrig als ihre Heimatstadt zu verlassen und eine neue Identität anzunehmen, damit ihr altes Ich für alle Welt beerdigt bleibt. Dass die junge Frau Jahre später unter ihrem neuen Namen Blake Crawford ausgerechnet auf den Vize des berühmt berüchtigten Motorradclubs Demons Hell trifft, war nicht geplant. Devil, der alles verkörpert, von dem sie theoretisch Abstand nehmen müsste, taucht plötzlich überall dort auf, wo auch sie sich aufhält. Zufall oder Absicht? Eigentlich kann Devil nichts mit kleinen Püppchen anfangen. Doch schon bald muss er feststellen, dass Blake alles andere als eine dieser naiven und oberflächlichen Studentinnen ist. Wollte er sie anfangs noch loswerden, ist er schon bald bereit sie um jeden Preis zu schützen. Auch wenn er dabei sein eigenes Leben riskiert. Bevor sie sich versehen, stecken die beiden mitsamt des MC mitten in einem Bandenkrieg, bei dem Blakes blutige Vergangenheit eine größere Rolle spielt, als alle Beteiligten anfangs ahnen.
Kimmy Reeve schreibt erotisch-düstere Geschichten. Seit einigen Jahren begeistert Kimmy nun ihre stetig wachsende Leserschaft mit romantischen Thrillern und Liebesromanen die sinnlich und spannend unter die Haut gehen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Shaileen »Sie ist wach«, hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. Warum meine Augen mir nicht gehorchen wollten, konnte ich mir nicht erklären, aber es fiel mir unglaublich schwer, die Lider zu öffnen. Das alles hier fühlte sich falsch an. Dann dieses piepende Geräusch um mich herum, dass mich fast in den Wahnsinn trieb. Es sollte aufhören, denn ich wollte den Stimmen horchen, die sich in meiner unmittelbaren Nähe befanden. Doch sie verstummten, niemand sagte mehr ein Wort, aber sie waren nicht verschwunden. Ich hörte, wie jemand atmete. Krampfhaft versuchte ich, etwas sehen zu können, was die schwerste Aufgabe in meinem Leben zu sein schien, doch dann kam ein Lichtstrahl. Nach einigen Anläufen, klappte es dann endlich. Mir brannten die Augen, dennoch wehrte ich mich dagegen, sie wieder zu schließen. Mehrmals blinzelte ich, bis sich der Nebelschleier langsam verzog. Ich machte Umrisse aus, konnte aber noch nichts Deutliches erkennen. »Lassen Sie sich Zeit, Ms. Sullivan«, vernahm ich wieder diese fremde männliche Stimme. Allerdings hörte sie sich warm an, fast schon lieblich und ich verspürte keine Angst. Nach und nach nahmen die Bilder vor mir Farbe an und nach wenigen Minuten konnte ich alles klar erblicken. Rechts neben mir stand ein Mann in einem weißen Kittel. Er war älter, hatte graue Haare, blaue Augen und ein freundliches Gesicht. Wer war das? Er sah aus wie ein Arzt! Verwirrt betrachtete ich ihn, nicht wissend, was hier los war. Der Doc lächelte mich an, und machte einen Schritt auf mich zu. Derweil schaute ich an mir herunter und erkannte, dass ich mich in einem Krankenhausbett befand. Was zum Teufel ging hier vor? »Mein Name ist Dr. Todd Henney«, stellte sich der Mediziner vor. »Sie befinden sich im Tucson Hospital. Wie fühlen Sie sich?« »Ich weiß nicht«, flüsterte ich wahrheitsgemäß, denn es stimmte, ich war völlig verwirrt. »Haben Sie Schmerzen?«, wollte er wissen. »Nein!« Nur meine Kehle brannte, sobald ich sprach. Es fühlte sich an, als würden meine Stimmbänder gleich zerreißen, aber ansonsten spürte ich einfach nichts. »Können Sie sich noch an irgendetwas erinnern, bevor sie hier aufgewacht sind?«, kam die nächste Frage. Zuerst schüttelte ich den Kopf, bis mir allmählich wieder einfiel, was passiert war. Zuerst waren es nur einzelne Fetzen, bis schließlich alle Ereignisse förmlich auf mich niederprasselten. Bei den Gedanken zuckte ich zusammen, riss meine Lider auf und fing an, am ganzen Leib zu zittern. Sofort spürte ich Hände auf meinen Schultern, denen ich mich zuwandte und ein weiteres männliches Gesicht erspähte, das jünger war als das des Arztes und mich freundlich anlächelte. Mit seiner Art beruhigte er mich irgendwie, keine Ahnung wie er das schaffte, denn am liebsten wäre ich aus dem Bett gesprungen und weggelaufen. »Ich bin Darrel«, begrüßte er mich. »Sie sind hier in Sicherheit. Wir werden uns um Sie kümmern, Shaileen.« Der Pfleger war groß, vielleicht um die ein Meter achtzig. Irgendwie erinnerte er mich an das Militär und der Gedanke, dass der Job als Pfleger überhaupt nicht zu ihm passte, ließ mich absolut nicht los. Dennoch konzentrierte ich mich auf seine Worte, die für mich glaubhaft waren, aber die Tränen, die unweigerlich über meine Wangen flossen, konnte ich nicht aufhalten. Wieder sah ich zu dem Doktor, der mich nun mit besorgter Miene betrachtete. »Meine Familie?«, krächzte ich. Darrel hielt mir sofort ein Gefäß mit Wasser vor, welches ich entgegennahm und langsam austrank. Dabei ließ ich den Arzt nicht aus den Augen. Bislang hatte er nicht auf meine Frage geantwortet, und warum auch immer, fürchtete ich mich vor seiner Antwort. »Ms. Sullivan«, fing er an. »Ich würde Ihnen gerne zwei Beamte vorstellen. Sie möchten mit Ihnen über die Geschehnisse sprechen. Fühlen Sie sich dazu in der Lage?« Aus unerfindlichen Gründen nickte ich, obwohl ich eigentlich überhaupt keine Lust verspürte, mit jemandem über die schrecklichen Dinge zu reden, die vorgefallen waren. Am liebsten wäre es mir gewesen, zu vergessen, nie wieder daran zu denken. Mir einreden, dass es meiner Familie gut ging und ich sie einfach nur nicht sehen konnte. Aber ich wusste, dass ich über kurz oder lang mit der Wahrheit konfrontiert werden würde. Dr. Henney schlenderte zur Tür und auch Darrel verließ den Raum, lächelte mich aber vorher noch mal an. Keine fünf Minuten später betraten zwei große, mit dunklen Anzügen bekleidete Männer das Zimmer. Sie waren muskulös, jagten mir für einen Moment Angst ein, doch ich wollte mich dem stellen, was nun unweigerlich auf mich zukommen würde. »Ich bin US Marshal Trent Hardy«, stellte sich der Größere von beiden vor und deutete dann auf seinen Kollegen, ehe sich beide auswiesen. »Das ist US Marshal Cliff Rooney. Wir sind vom United States Federal Zeugenschutzprogramm, Ms Sullivan. Wir müssen Ihnen einige Fragen stellen.« Zeugenschutzprogramm? »Was ist mit meiner Familie?«, wollte ich wissen, bevor ich über seine Worte weiter nachdenken konnte. Die beiden Männer sahen sich an, bevor sie sich mir wieder widmeten. Ihre Gesichtsausdrücke waren nicht von dieser Welt. Es bewegte sich nämlich kein einziger Muskel. »Leider müssen wir Ihnen mitteilen …«, antwortete Rooney und kam mit langsamen Schritten auf mich zu. »… dass Ihre Familie den Überfall nicht überlebt hat.« Erneut rannen die Tränen über meine Wange, innerlich wurde mir eiskalt, und ich hatte das Gefühl zu ersticken. »Keiner?«, flüsterte ich, obwohl ich die Antwort bereits kannte. »Es tut uns leid, Ms.« Ich schaute auf, direkt in die Augen von Hardy und glaubte ihm seine Worte. Aber das brachte mir nichts, denn meine Eltern, meine beiden Schwestern Kathy und Leslie sowie mein großer Bruder Scott, waren nicht mehr da. Sie waren mir einfach genommen worden. Bilder dieser schrecklichen Nacht kamen zurück, und ich sah mich unter das Bett kriechen, konnte mich schreien hören, als ich an den Beinen gezogen wurde, spürte diesen widerlichen Atem auf meiner Haut. Aber ich konnte die Einbrecher nicht erkennen. Im Prinzip wusste ich gar nichts, nur, dass es mehrere gewesen und sie groß und breit gebaut waren. Ich versuchte mich aufzusetzen, spürte aber Schmerzen. Mit meinen Fingern tastete ich an meinem Körper hinab, bemerkte Verbände um meinen Leib und weinte noch mehr. Meine Familie war tot und ich hatte überlebt. Warum? Warum tat Gott mir das an und ließ mich ohne die Menschen zurück, die ich über alles geliebt hatte? »Wir müssen Ihnen leider ein paar Fragen stellen«, hörte ich die Stimme von Rooney, konnte mich aber kaum auf sie konzentrieren. »Woran können Sie sich noch erinnern?« Ich konnte nur wispern, mein Hals brannte, meine Stimme war kaum noch vorhanden, weil ich versuchen wollte, nicht völlig die Fassung zu verlieren. Ich war noch nie der Typ Mensch gewesen, der vor anderen seine Gefühle preisgab, sondern litt lieber still und heimlich in meinem Kämmerchen. Das hatte ich von meinem Daddy geerbt. Aber hier und jetzt schaffte ich es einfach nicht, meine Tränen zu stoppen, egal, wie sehr ich es auch versuchte. »Ich erinnere mich, dass mehrere Männer im Haus waren«, sagte ich leise. »Aber ich weiß nicht, wer sie waren. Sie trugen Masken, schienen groß und breit, aber nicht dick.« Mein Gesicht legte ich in die Hände, konnte ein Schluchzen nicht verhindern und weinte um alles, was ich verloren hatte. »Wir werden Sie ins Zeugenschutzprogramm aufnehmen, Ms Sullivan«, teilte Hardy mir mit und ich sah ihn mit aufgerissenen Augen an, brachte jedoch kein Wort heraus. »Wir haben einen Verdacht, wer dahinterstecken könnte, aber leider keine Beweise, um die Täter dingfest zu machen.« »Und warum muss ich ins Zeugenschutzprogramm? Ich habe doch nichts gesehen.« Das verstand ich überhaupt nicht, und ich hatte auch nicht wirklich eine Ahnung, was das zu bedeuten hatte. Ja, aus dem Fernseher wusste ich ungefähr was das hieß, aber das hier war die Realität und ich gerade erst siebzehn Jahre alt. »Weil es sich dabei um sehr gefährliche Menschen handelt«, erklärte Rooney mir. »Drogen, Waffen, Prostitution, Mord. Die Presse hat offiziell bekannt gegeben, dass die Familie Sullivan bei einem Einbruch ums Leben kam. Das schließt Sie mit ein. Für die Öffentlichkeit sind Sie tot, Shaileen. Wir würden es gern dabei belassen.« Das war deutlich ausgedrückt. Mehr als ein Nicken bekam ich nicht zustande, wehrte mich auch nicht gegen die aufsteigende Übelkeit. Langsam legte ich mich zurück in die Kissen, schloss meine Augen und wünschte mich ganz weit weg. »Nehmen Sie sich etwas Zeit, Shaileen«, sagte Hardy. »Wir werden in den nächsten Tagen, die Einzelheiten besprechen und Sie auch noch mal befragen müssen. Aber jetzt sollten Sie sich erst einmal ausruhen und das Geschehene verarbeiten.« Auch dazu äußerte ich mich nicht. Als ich die Tür ins Schloss fallen hörte, überwältigte mich dieser alles umfassende Schmerz. Mein ganzer Körper schüttelte sich und ich weinte so lange, dass ich glaubte, nie wieder weinen zu können. Nichts war mehr, wie es noch vor einigen Tagen war. Mein Elternhaus existierte nicht mehr, meine Geschwister, sowie Mom und Dad auch nicht. Sie waren mir genommen worden und nun war ich ganz alleine auf dieser Welt. *** »Shaileen, wach auf.« Jemand rüttelte an meiner Schulter und riss mich aus dem Schlaf, aus dem ich nicht aufwachen wollte. Ich sah meine Familie in meinem Traum, und wollte sie nicht gehen lassen. Sie fehlten mir doch so sehr. Allerdings schien das den...




