E-Book, Deutsch, 220 Seiten
Reeve Demons Hell MC: Steel
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96204-463-3
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
E-Book, Deutsch, 220 Seiten
ISBN: 978-3-96204-463-3
Verlag: Written Dreams Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Mercedes Jenkins ist jung, schön und als Clubmädchen ein Teil des Demons Hell MCs. Obwohl die junge Frau nach außen hin tough wirkt, sieht es in ihrem Inneren ganz anders aus, denn sie leidet bereits seit ihrer Kindheit an schrecklichen Albträumen. Und als ob das noch nicht genug wäre, muss sie ständig einen Blick über ihre Schultern werfen, in der Angst, dass ihre Vergangenheit sie einholt. Einzig Steel, dem Vize der Demons Hell, hat sie sich seinerzeit anvertraut, nachdem er einen Überfall auf sie vereitelt hat. Dieser Mann lässt Mercedes' Herz schneller schlagen, doch zu ihrem Bedauern geht er ihr konsequent aus dem Weg. Nachdem Mercedes ins Visier eines brutalen Attentäters gerät, ist Steel gezwungen, sie zu schützen, was ihm gehörig gegen den Strich geht, da die Kleine Gefühle in ihm weckt, die er unter gar keinen Umständen zulassen darf. Doch Befehl ist Befehl, ganz besonders in der Welt der Biker, sodass Steel mit einer immer größer werdenden Sehnsucht nach Mercedes konfrontiert wird. Bevor sie sich versehen, finden sich beide in einem Strudel aus Lügen, Intrigen und Blut wieder und Mercedes erkennt schnell, dass ihre Albträume plötzlich zur grausamen Realität werden.
Kimmy Reeve schreibt erotisch-düstere Geschichten. Seit einigen Jahren begeistert Kimmy nun ihre stetig wachsende Leserschaft mit romantischen Thrillern und Liebesromanen die sinnlich und spannend unter die Haut gehen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Mercedes Schweißgebadet wachte ich auf. Die Tränen liefen mir über die Wangen. Erst als ich realisierte, dass ich mich in meiner Wohnung befand, fing ich an, mich allmählich zu beruhigen. Mit zittrigen Fingern fuhr ich mir über das nasse Gesicht. Wie in vielen Nächten zuvor, suchte mich dieser beschissene Traum heim. Ein Traum, mit dem ich einfach nichts anfangen konnte. Es handelte sich um eine Zeit, als ich noch ganz klein gewesen war. Höchstens drei oder vier Jahre alt. Das Haus, in dem sich diese ganzen Szenen abspielten, war nicht das, in dem ich aufgewachsen war, sondern das von meiner Grandma. Hinzukam, dass ich nie daraus schlau wurde, wer die verdammte vierte Person sein sollte, dessen Gesicht ich nie erkannte und die mich anscheinend tot sehen wollte. Das Einzige, was der Wahrheit entsprach, war, dass meine Mutter uns in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen hatte. Seit Jahren hatte ich nichts mehr von ihr gehört. Ich wusste nicht mal, ob sie noch lebte oder schon längst tot war. Im Prinzip interessierte mich das auch nicht, denn sie wollte anscheinend keine Familie, sondern ihr eigenes Leben leben, ohne Kind und Kegel. Mit so einer Person wollte ich nichts zu tun haben. Als meine Albträume anfingen – ich weiß nicht mal mehr, wann genau das war – hatte ich meinen Vater darauf angesprochen. Er hatte gemeint, dass es nur ein Traum sei und nichts mit der Realität zu tun hatte. Gut, das glaubte ich ihm, obwohl mein Unterbewusstsein mir etwas anderes sagte. Nur wusste ich nicht genau, was. Immer noch am ganzen Leib zitternd schob ich mich aus dem Bett und drückte den Knopf meines Weckers. Es war fünf Uhr in der Früh und normalerweise hätte ich noch gut eine halbe Stunde schlafen können. Sehr ärgerlich. Ich ging direkt in die Küche und stellte die Kaffeemaschine an, die ich abends vor dem Zubettgehen immer vorbereitete. Anschließend begab ich mich ins Bad, wo ich mich auszog und unter die Dusche stellte. Nachdem ich fertig war, putzte ich mir die Zähne und fing an, mich zu schminken. Heute war nicht nur Samstag, sondern auch mein erster von einundzwanzig Urlaubstagen. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich mir etwas Freizeit gegönnt hatte, es musste mehr als ein Jahr her gewesen sein. Meinem Job als Assistentin einer renommierten Anwaltskanzlei ging ich gerne nach, er machte mir sehr viel Spaß. Dad war absolut nicht einverstanden mit meinem Werdegang – seiner Meinung hätte ich mein Jura-Studium weiterführen, anstatt abbrechen sollen –, dennoch war ihm schnell klargeworden, dass ich meine eigenen Entscheidungen traf. Natürlich war das alles andere als schlau von mir gewesen, die Uni abzubrechen, nur leider war das jetzt nicht mehr zu ändern. Hinzu kam, dass mein Dad sowieso von mir enttäuscht war, egal, ob ich nun einen Uni-Abschluss in der Tasche hätte, oder nicht. Er wurde auch nicht müde, mir immer und ständig zu verstehen zu geben, wie anmaßend er meinen Lebensstil fand. Im Großen und Ganzen hatten Dad und ich ein gutes Verhältnis. Also irgendwie. Wie jeden Samstag würde ich auch heute wieder zu ihm fahren, um pünktlich um acht mit ihm zu frühstücken. Das taten wir schon seit Jahren und niemals kam etwas dazwischen. Das würde Lieutenant Jenkins auch nicht zulassen. Allerdings hatte ich mittlerweile keine große Lust mehr, zu den Treffen zu erscheinen, weil er einfach nicht aufhören könnte, mir ständig zu sagen, wie wenig ich aus meinem Leben gemacht hatte. Mich schmerzten seine Worte jedes Mal aufs Neue, aber ihm schien das nicht wirklich etwas auszumachen. Seit dem Fortgang meiner Mutter vor so vielen Jahren hatte Dad sich verändert. Er war frustriert, ließ kaum jemanden an sich heran, schon gar nicht mich. Was der Grund für sein Verhalten war, konnte ich nicht sagen, schließlich sprach er nie mit mir über das, was ihn beschäftigte. Im Schlafzimmer hüllte ich meinen Körper in beigefarbene Spitzenunterwäsche, stieg anschließend in enge schwarze Jeans, sowie in ein rotes ärmelloses Top. Dann schlüpfte ich in passende High Heels. Meine dunkelbraunen Haare föhnte ich mir glatt und ließ sie über meinen Rücken wallen. Mittlerweile reichten sie mir bis zu meinem Hintern. Als ich fertig war, goss ich mir in der Küche eine Tasse Kaffee ein, nahm am Tisch Platz und checkte im Handy die eingehenden Nachrichten. Gegen halb acht machte ich mich dann auf den Weg zu meinem Audi, der auf seinem Parkplatz stand und nur auf mich wartete. Ich liebte meinen Wagen, weil ich lange für ihn gespart hatte, damit ich ihn mir kaufen konnte. Einen schwarzen Audi R8. Ein Traum, den ich mir vor einem Jahr erfüllte. Ich stieg ein, startete den Motor und gab Gas. Geschwindigkeit war genau das, was ich nach so einer Nacht brauchte. Es war ein Gefühl von Freiheit. Und das war ich. *** »Weißt du, was mich am meisten schockiert, Mercedes?« Mein Vater war heute dermaßen verletzend, dass mir meine Augen brannten. Das geschah so gut wie nie, aber jetzt hatte ich das Bedürfnis, loszuheulen. Gerade war noch alles gut gewesen. Wir hatten gefrühstückt, uns über Politik und das unterhalten, was derzeit in der Welt geschah, als er anfing, sich auf mich zu konzentrieren. Mir war überhaupt nicht klar, wie wir von dem Raubüberfall in Eugene auf mich gekommen waren. »Ich habe alles für deine Zukunft getan. Geld in deine Ausbildung gesteckt, versucht, dich von allem und jedem fernzuhalten, der dir gefährlich werden könnte. Mir hat es damals nicht gefallen, als du mit den Demons Hell verkehrt hast, aber das geht heute für mich in Ordnung. Was mir jedoch sauer aufstößt, ist, dass du da die Nutte geben musst.« Der letzte Satz verfehlte seine Wirkung nicht. Ich zuckte zusammen. Was hatte mein Vater soeben gesagt? »Nennst du mich tatsächlich eine Nutte?«, wollte ich wissen, in der Hoffnung, mich verhört zu haben. »Das bist du doch auch«, knurrte Dad. »Du bist auf jeder gottverdammten Party und machst für die Kerle deine Beine breit. Für mich bist du nicht besser als deine Mutter.« Abermals zuckte ich zusammen, weil er so etwas noch nie zuvor gesagt hatte. Im Normalfall redeten wir nicht über Mom, sondern schwiegen das Thema tot. Langsam erhob ich mich und betrachtete meinen Vater eingehend. »Da du anscheinend nichts von mir hältst, können wir das hier jetzt auch beenden, Dad. Du hast mich tief verletzt mit deinen Worten. Ich bin keine Nutte, denn Huren lassen sich für ihre Dienste bezahlen. Das mache ich nicht, sondern vögle freiwillig mit den Kerlen. Maß dir also nicht an, mich zu verurteilen, nur weil du kein Leben hast. Ich weiß nicht, was zwischen dir und meiner Mutter damals vorgefallen ist, es ist mir auch schlicht egal. Aber vergleich mich niemals mit dieser Frau, die uns einfach hinter sich gelassen hat, ohne ein Wort des Abschieds. Wir sind hier fertig.« Damit schloss ich meinen Mund, warf die Servierte auf den Tisch und wollte mich an ihm vorbeischieben. Aber er packte mich fest am Oberarm, womit er mich stoppte. Seine Augen funkelten vor Wut und Zorn. So kannte ich ihn nicht und er jagte mir eine Heidenangst ein. »Du bist meine Tochter, Mercedes«, sagte er mit einem warnenden Tonfall. »Wag es nicht, dermaßen respektlos mit mir zu sprechen. Ich habe dir lediglich vor Augen geführt, was du aus deinem Leben momentan machst. Dir standen sämtliche Türen auf, aber alles, was du beginnst, schmeißt du hin, bevor du es beendest. Ich habe nicht all meine damaligen Entscheidungen getroffen, nur damit du dich durch die Weltgeschichte vögeln kannst.« »Von welchen Gott verdammten Entscheidungen sprichst du?«, fuhr ich ihn sauer an. »Du hältst mir ständig Dinge vor, von denen ich keinen blassen Schimmer habe. Und ja, ich schlafe gerne mit Männern, weil ich Sex nun mal mag. Du beleidigst mich, weil ich nicht nur mit einem Typen in die Kiste springe, sondern wechselnde Liebhaber habe. Na, und? Nur, weil du dein Leben nicht lebst, muss ich auf meines nicht verzichten. Mag sein, dass du dir eine andere Tochter als mich gewünscht hast. Mir tut es leid, dass ich nicht die Frau geworden bin, die du dir erhofft hast. Aber ich musste mich all die Jahre nun mal selbst versorgen und erziehen. Immerhin warst du nicht da, sondern mehr bei Einsätzen, als bei mir. Also mach mir keine Vorwürfe für deine Entscheidungen. Ich will mein Leben nicht ändern, es gefällt mir nämlich. Vielleicht solltest du mal an deinem arbeiten, sonst wirst du dich eines Tages umsehen und bemerken, dass du ganz alleine dastehst. Vielleicht solltest du weniger frustriert sein und in Selbstmitleid baden, sondern besser…« Ein Klatschen unterbrach mich in meinem hysterischen Redeschwall. Augenblicklich setzte das Brennen auf meiner Wange ein. Mit aufgerissenen Augen betrachtete ich meinen Vater, der mir vor wenigen Sekunden eine schallende Ohrfeige verpasst hatte. Mein Dad hatte mich noch niemals zuvor geschlagen. Auch er schien über seine Handlung geschockt zu sein, denn er ließ mich umgehend los und machte kopfschüttelnd einen Schritt zurück. Wortlos wandte ich mich ab und machte mich auf den Weg zur Tür. »Mercedes«, rief er mir hinterher. »Ich hasse dich«, spie ich ihm entgegen. Daraufhin verließ ich sein Haus, rannte zu meinem Wagen, stieg ein, startete den Motor und gab Gas. Tränen trübten meine Sicht, immer wieder versuchte ich mir, die salzigen Perlen von der Haut zu wischen. Was war nur gerade geschehen? Wie war es soweit gekommen? Ich liebte meinen Vater, das hatte ich schon immer und tat es noch. Aber er hatte mich verletzt, tief verletzt und ich konnte nichts dagegen machen, auch ihm wehzutun. Hatte ich viele schreckliche Dinge geäußert? Ja, auf jeden Fall, aber das...




