E-Book, Deutsch, Band 1, 171 Seiten
Reihe: Single Bells
Reeve Single Bells: Ein Boss zum Verlieben
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-2384-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebesroman
E-Book, Deutsch, Band 1, 171 Seiten
Reihe: Single Bells
ISBN: 978-3-7554-2384-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
New York ... kurz vor Weihnachten. Die angehende Innenarchitektin Bailey Wilson könnte mit ihrem Praktikumsplatz bei der renommiertesten Architektenfirma New Yorks Wright & Turner nicht glücklicher sein. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat, ist ihr Stellenwechsel weg vom freundlichen Mr. Turner hin zum unsympathischen Mr. Wright, der sie kurzerhand als seine persönliche Assistentin in Beschlag nimmt. Denn eines steht fest: Sie kann diesen arroganten Kerl nicht ausstehen. Wesley Wright lebt ausschließlich für seine Firma und nach zwei simplen Regeln: Schlafe niemals mit Kundinnen und lass dich niemals auf Mitarbeiterinnen ein. Doch bei Bailey gerät die letzte Regel dummerweise ins Wanken. Anstatt sich von seiner Assistentin fernzuhalten, nimmt er sie auf eine Geschäftsreise in die Karibik mit. Ein Fehler, wie sich herausstellt, denn die Spannungen zwischen ihnen steigen dadurch ins Unermessliche. Dies ist der 1. Band der 'Single Bells'-Reihe. Die vier Bände der »Single Bells«-Reihe spielen zeitgleich in New York während der Weihnachtszeit. In jedem Band geht es um ein anderes Pärchen, sie können also unabhängig voneinander gelesen werden, es gibt aber wiederkehrende Figuren.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Bailey Ich werde ihn kaltmachen. Langsam und qualvoll. Mir fielen ganz viele Varianten ein, wie ich meinem Boss Schmerzen zufügen, ihn am besten loswerden konnte. Von Überfahren bis Aufhängen war alles dabei. Am liebsten würde ich ihm nachts – wenn er schlief – mit einer Flasche auf den Kopf schlagen, ihn in Folie einwickeln und anschließend in eine Tiefkühltruhe legen. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden war ein menschlicher Körper eingefroren, das wusste ich aus einer Crime-Dokumentation. Daraufhin würde ich mit der Leiche zu dem See fahren, an dem mein Chef so gerne angelte, wo natürlich bereits ein Häcksler wartete. Liebevoll würde ich ihn durch den Schredder jagen und zu Fischfutter verarbeiten. Da der Körper gefroren war, würde es auch keine Sauerei geben. Eine wunderbare Vorstellung. Mutiere ich gerade zur Psychopathin? Vielleicht! Zugegeben, Wesley Wright war ein überaus gut aussehender Mann, was er dummerweise ganz genau wusste. Wahrscheinlich brauchte er morgens länger im Bad als jede Frau. Wenn er im Büro auftauchte, sah er grundsätzlich aus, als käme er geradewegs von einem Fotoshooting für ein Modemagazin. Sein hellbraunes kurzes Haar war mit Gel modern nach hinten frisiert und die dunklen Augen wirkten geheimnisvoll; der im Fitnessstudio perfekt trainierte Körper strahlte bei seiner Größe von circa ein Meter fünfundachtzig Dominanz aus. Montags bis donnerstags trug er einen Dreiteiler. Maßangefertigt, versteht sich. Freitags jedoch kam er bekleidet mit Jeans, Hemd und gelegentlich Sneakers. Warum dem so war, konnte ich nicht mit Gewissheit sagen. Was ich jedoch wusste, war: was er wann aß, trank, welche Restaurants er besuchte, wer seine neueste Eroberung war … Um es auf den Punkt zu bringen: Dieser Kerl war für mich ein offenes Lexikon. Warum mir all das geläufig war? Weil ich nicht nur seine Assistentin, sondern seine leibeigene Sklavin war. Jedenfalls nahm er das an. Mr. Wright – oder auch Satan, wie ich ihn im Geiste nannte – scheuchte mich nicht nur im Büro hin und her oder befahl mir, irgendwelche privaten Dinge für ihn zu erledigen, nein, er rief mich sogar nachts an. Eigentlich klingelte mein Telefon pausenlos, wenn ich mal nicht im Büro war. Urlaub? Privatleben? Was war das? Aber egal, wie oft ich ihn erschießen, erschlagen oder erwürgen wollte, niemals würde ich die Flinte ins Korn werfen. Nein, dafür hatte ich zu lange durchgehalten, zu hart gearbeitet. Dieser Penner würde mich nicht kleinkriegen. »Sollten Sie Fragen haben, können Sie mich im Fitnessstudio erreichen«, sagte er in seiner gewohnt arroganten Art und verließ das Büro. Schnaubend wandte ich mich ab, stampfte auf meinen Arbeitsplatz zu und knallte die Unterschriftenmappe auf meinen Schreibtisch, bevor ich mich in den Sessel fallen ließ. »So schlimm?«, fragte Daniel, der als Assistent für Mr. Caden Turner, den zweiten Geschäftsführer des Unternehmens, tätig war. »Schlimmer«, meinte ich und ließ meinen Kopf in den Nacken fallen. Caden und Wesley hatten sich vor fünf Jahren selbstständig gemacht. Da waren sie gerade mal vierundzwanzig gewesen. Sich in New York als junge und darüber hinaus unbekannte Architekten zu behaupten, war nicht ganz einfach, doch meine Bosse hatten es tatsächlich hinbekommen. Mittlerweile gehörte ihr Unternehmen zu den führenden New Yorks, vor allem in der Welt der Reichen hatten sie sich breitgemacht. Und da die Geschäfte bestens liefen, erweiterten sie ihr Portfolio und boten zusätzlich die Gestaltung der Inneneinrichtung an. Bevor ich bei ihnen anfing, hatte ich mich auf mehrere Praktikumsplätze für den Bereich Innenarchitektur beworben, erhielt sogar einige Zusagen; aber als ich die Stellenanzeige von Wright & Turner entdeckte, mit einem – für meine Verhältnisse – üppigen Gehalt, war das meine Chance, endlich den Job als Kellnerin im Desaster zu kündigen. Zwar fand ich den Club und die Arbeit super, vor allem der Inhaber, Jeffrey, war ein fantastischer Chef, nur leider war der Verdienst nicht sonderlich gut. Meine Rechnungen konnte ich jeden Monat bezahlen, nur für mich blieb nicht mehr besonders viel übrig, weshalb ich meine Bewerbung bei Wright & Turner einreichte. Derzeit studierte ich im letzten Jahr an der Columbia University Innenarchitektur und war Mitglied in der Studentenverbindung Amor Sorority. Na, jedenfalls wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und eingestellt. Offensichtlich, immerhin saß ich hier. Die ersten Monate waren echt toll, ich konnte das Praktikum sogar als Anerkennungsjahr angeben, was mich unglaublich glücklich machte. Mein Vorgesetzter, Mr. Turner, war ein feiner und fairer Boss, der darüber hinaus auch noch nett war. Meiner Meinung nach hatte er rein gar nichts mit Satan gemeinsam. Doch nach einem halben Jahr kam Wesley Wright auf mich zu und verkündete, dass ich vorübergehend als seine persönliche Assistentin arbeiten sollte, da er seiner gekündigt hatte. Da ich den Job nicht verlieren wollte, stimmte ich widerwillig zu, denn ich mochte den Kerl von Beginn an nicht. Seit nunmehr elf Monaten, fünf Tagen und drei Stunden arbeitete ich für diesen Terroristen als persönliche Assistentin. Und vor elf Monaten, fünf Tagen und zwei Stunden fing ich bereits an, ihn zu hassen. Er war ein Monster, ein Sklaventreiber, ein Chauvinist, ein Kerl mit einem viel zu ausgeprägten Ego und der größte Aufreißer, den New York jemals zu sehen bekommen hatte. Letzteres war nur meine persönliche Ansicht. Mr. Wright repräsentierte alles, was ich an einem Mann verabscheute. Und obwohl ich ihm am liebsten meine Kündigung in sein schönes Gesicht getackert hätte, musste ich mich zusammenreißen. Die Jobs wuchsen nicht auf Bäumen, und ich brauchte nicht nur dringend die Kohle, sondern auch die Bescheinigung für meine Uni, schließlich steckte ich mitten in den letzten Prüfungen. Und an meiner Bachelorarbeit saß ich auch noch. Außerdem war ich nie ein Mädchen, das aufgab. Mochte sein, dass ich nur aus einer kleinen Stadt in Iowa stammte, doch ich war die Tochter meines Vaters, Mitchell Wilson. Eines knallharten Bauarbeiters, der viel im Leben bewältigen musste, aber niemals den Kopf in den Sand gesteckt hatte. Ich war ihm sehr ähnlich. »Bailey?« Daniel holte mich aus meiner Trance. »Hast du gehört, was ich gesagt habe?« »Sorry, ich war in Gedanken«, murmelte ich. »Was wolltest du?« »Ich fragte, ob du jetzt Feierabend machst?«, erkundigte er sich. »Nein, Satan hat mir noch eine Analyse aufs Auge gedrückt«, moserte ich. »Wie sieht es bei dir aus?« »Turner hat sich vorgenommen, Überstunden zu machen«, antwortete mein Kollege und schnaubte. »Ich glaube, der hat Stress mit seiner Frau.« »Wie kommst du darauf?«, hakte ich neugierig nach. »Mrs. Turner hat heute mehrfach angerufen, aber ich durfte sie nicht durchstellen«, informierte Daniel mich. »Dann würde ich sagen, mein lieber Freund, das wird für dich eine lange Nacht werden«, meinte ich und grinste. Jetzt durfte er auch mal die Schattenseiten eines Assistenten kennenlernen. Willkommen in meiner Welt, dachte ich. Im Gegensatz zu ihm wohnte ich praktisch schon in diesem Gebäude. »Ich höre Sarkasmus aus deiner Stimme, Schwester«, erwiderte er. »Glaub mir, Daniel, du hast es noch gut getroffen«, entgegnete ich. »Turner lässt dich an den Wochenenden in Ruhe und ruft dich nicht an, wenn du gerade unter der Dusche stehst, schläfst, isst oder auf einer Party bist.« Wenn ich könnte, würde ich gerne mit Daniel den Job tauschen. Eine Woche für Mr. Turner zu arbeiten wäre für mich womöglich so was wie Urlaub. »Leicht hast du es wirklich nicht, Kleines.« Daniel sah mich mitfühlend an, einiges hatte er schon hautnah mitbekommen, vor allem, wie herablassend Satan manches Mal mit mir umsprang. »Es ist acht Uhr an einem Freitagabend. Wright kommt heute eh nicht mehr rein. Nimm die Arbeit mit nach Hause und mach sie dort fertig. Du solltest mal wieder mit deinen Ladys feiern gehen.« Sein Vorschlag hörte sich sehr gut an. Es war schon ewig her, seit ich das letzte Mal mit meinen Mädels unterwegs war. Dummerweise hatten meine drei besten Freundinnen derzeit genauso wenig Zeit zum Ausgehen wie ich. Bald würden die Semesterferien beginnen, jedenfalls für mich, denn meine Klausurphase war ab Dienstag vorbei, das hieß, ab Mittwoch würde meine unifreie Zeit beginnen. Was meine Verbindungsschwestern im Einzelnen vorhatten, wusste ich nicht, darüber hatten wir uns noch nicht im Detail unterhalten. Das musste ich in Kürze unbedingt herausfinden. Im Gegensatz zu einigen Kommilitonen würde ich nicht nach Hause zu meinem Dad fliegen. Egal, wie ich es drehte oder wendete, ich konnte mir das Flugticket einfach nicht leisten. Meinen Vater um Geld zu bitten, kam für mich nicht in Betracht, auch er hatte die Kohle nicht locker sitzen. Aus diesem Grund hatte ich ihm gestern in unserem Donnerstags-Telefonat-Date mitgeteilt, dass ich in New York bliebe, um mich auf meine Abschlussarbeiten zu...




