E-Book, Deutsch, 381 Seiten
Reichwald / Krcmar / Schlichter Community Services: Lifestyle
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-89936-403-3
Verlag: Josef Eul Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, 381 Seiten
ISBN: 978-3-89936-403-3
Verlag: Josef Eul Verlag
Format: PDF
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Das Leben vollzieht sich in der Gemeinschaft von Menschen. Von Kindesbeinen an besitzt der Mensch eine natürliche Neigung zur sozialen Zugehörigkeit in Gruppen und anderen Gemeinschaften. War die Bildung dieser Gruppen früher an Raum und Zeit gebunden, so lösen sich diese Restriktionen durch die globalen Kommunikationsmöglichkeiten des Internets zunehmend auf. Analog zur realen Welt organisieren sich Menschen mit gleichen Interessen in virtuellen Gruppen bzw. Gemeinschaften, den sog. "virtuellen Communities". Mit dem Aufkommen breitbandiger Mobilfunktechnologien steht nun die nächste Evolutionsstufe an: mobile Communities. Diese stellen die Grundlage für die Vision des Forschungsprojektes Community Online Services and MObile Solutions (COSMOS, http://www.cosmos-community.org), in dessen Rahmen die zwei Buchbände Community Services Lifestyle & Community Services Healthcare entstanden sind.
Der vorliegende Band präsentiert die Ergebnisse des Forschungsprojekts Community Online Services and MObile Solutions - Lifestyle (COSMOS Lifestyle). Das Projekt COSMOS Lifestyle wurde in Kooperation mit den Praxispartnern O2 Germany und jetzt.de durchgeführt. Das Buch legt die Ergebnisse einer spannenden Forschungsarbeit zur Realität, zur Entwicklung und zur zukünftigen Gestaltung von virtuellen Communities im Bereich Lifestyle vor. Im Zentrum dieses Bandes steht der Erkenntnisgewinn über den Aufbau, den Betrieb und das Management virtueller und mobiler Communities aus betriebswirtschaftlicher Sicht sowie die Analyse der technischen Grundlagen und Plattformkonzepte. Der Bericht umfasst die folgenden Ergebnisschwerpunkte:
- Bestandsaufnahme der unterschiedlichen Typen von virtuellen Communities in der Praxis,
- Identifikation erfolgreicher Methoden für den Aufbau und das Management von virtuellen Communities,
- Identifikation von Geschäftsmodellen und Aufzeigen von Marktpotenzialen virtueller und mobiler Communities,
- Aufzeigen der Chancen und Barrieren mobiler Community-Dienste für virtuelle Communities sowie
- Analyse der technischen Grundlagen und Plattformkonzepte für die Realisierung virtueller Communities.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;8
2;Das Forschungsprojekt COSMOS Lifestyle;12
2.1;Inhaltsverzeichnis;14
2.2;Das Projekt COSMOS Lifestyle;16
2.2.1;Zielsetzungen und Fragestellungen;16
2.2.2;Inhaltsschwerpunkte und interdisziplinärer Forschungsansatz;20
2.2.3;Adressaten der Ergebnisse;21
2.3;Veränderte Rahmenbedingungen und die Auswirkungen auf die Projektschwerpunkte;23
2.3.1;Der Hype-Cycle für virtuelle Communities;23
2.3.2;Veränderte Rahmenbedingungen verlagern Forschungsschwerpunkte;25
2.4;Was ist eine virtuelle Community? - Begriff und Betrachtungsebenen;26
2.4.1;Begriffsvielfalt und Systematisierung;26
2.4.2;Das Drei-Ebenen-Modell von virtuellen Communities;28
2.5;Die Projektergebnisse im Überblick;32
2.5.1;Literaturverzeichnis;37
3;Management kommerzieller Lifestyle-Communities;40
3.1;Inhaltsverzeichnis;42
3.2;Erfolgsfaktorenforschung bei (mobilen) Online- Communities;44
3.2.1;Defizit an Empirie;44
3.2.2;Die drei Betrachtungsebenen;46
3.2.3;20 Fallstudien als empirische Basis;48
3.3;Methode und Vorgehen;49
3.3.1;Fallstudienanalyse;49
3.3.2;Durchführung und Analyse der einzelnen Fallstudien;51
3.4;Kriterien erfolgreichen Community-Managements in der Literatur;54
3.4.1;Anwerbung von Mitgliedern / Erreichen einer kritischen Masse;55
3.4.2;Bindung der Mitglieder an die Community;56
3.4.3;Integration der Mitglieder in das Community-Management;61
3.4.4;Kosten des Community-Betriebs;64
3.4.5;Erlöse des Community-Betriebs;65
3.4.6;Community-Controlling;67
3.5;Die Kriterien erfolgreichen Community-Managements am Beispiel von 20 Lifestyle-Communities;69
3.5.1;Unterschiedliche Typen von Lifestyle-Communities.;69
3.5.2;Produkt- und Marken-Communities;70
3.5.3;Print- und Medienmarken-Communities;83
3.5.4;Hobbyzentrierte Communities;94
3.5.5;Kommunikationszentrierte Communities;107
3.6;Diskussion und Empfehlungen;118
3.7;Zusammenfassung und Ausblick;134
3.7.1;Literaturverzeichnis;137
4;Erlöspotenziale mobiler Communities;148
4.1;Inhaltsverzeichnis;150
4.2;Einleitung;152
4.3;Mobile Communities;153
4.3.1;Zusatznutzen durch Erweiterung von virtuellen Communities mit mobilen Diensten;153
4.3.2;Von der virtuellen zur mobilen Community;155
4.4;Erlöspotenziale von mobilen Communities;158
4.4.1;Systematisierung von Erlöspotenzialen;159
4.4.2;Erlöspotenziale aus dem Bereich „Commerce“ für Betreiber von mobilen Communities;162
4.4.3;Erlöspotenziale aus dem Bereich „Content“ für Betreiber von mobilen Communities;168
4.4.4;Erlöspotenziale aus dem Bereich „Connection“ für Betreiber von mobilen Communities;171
4.5;Zusammenfassung und Schlussfolgerungen;173
4.5.1;Literaturverzeichnis;176
5;Pilotierung mobiler Community-Dienste am Beispiel der Community jetzt.de;188
5.1;Inhaltsverzeichnis;190
5.2;Einleitung;192
5.3;Das Feldexperiment als Methode zur frühzeitigen Erfassung von Akzeptanzkriterien;192
5.3.1;Forschungstheoretische Einordnung des Feldexperiments;193
5.3.2;Beurteilung von Feldexperimenten;195
5.3.3;Prozess der Pilotierung bei jetzt.de;198
5.4;Das Pilotfeld – Aufbau und Einführung;201
5.4.1;Die virtuelle Community jetzt.de;203
5.4.2;Die mobilen Community-Dienste;205
5.4.3;Die User;211
5.5;Determinanten der Akzeptanz und Nutzung;219
5.5.1;Attraktivität und Nutzung;220
5.5.2;Usability;231
5.5.3;Datenschutz und Schutz der Privatsphäre;239
5.5.4;Nutzungssituation und Kommunikationsformen;245
5.5.5;Zahlungsbereitschaft;250
5.6;Empfehlendes Fazit;257
5.6.1;Die empirische Materialbasis;263
5.6.2;Literaturverzeichnis;264
6;Location Based (Community) Services & terminalbasierte Positionsbestimmung;270
6.1;Inhaltsverzeichnis;272
6.2;Einführung und Motivation;274
6.3;Positionsbestimmung in GSM Netzwerken;275
6.3.1;Verfahren zur Positionsbestimmung;276
6.3.2;Arten der Positionsbestimmung;277
6.3.3;Stand der Technik;279
6.4;Location Based Services und Location Based Community Services;280
6.4.1;Definition Location Based Services (LBS);281
6.4.2;Modell von LBS Diensten;282
6.4.3;Definition Location Based Community Services (LBCS);283
6.4.4;Klassifikation von LBS Diensten;284
6.4.5;Dienstaktivierung;287
6.4.6;Ort des Datenbestandes;287
6.4.7;Genauigkeitsklassifikation von LB(C)S Diensten;288
6.4.8;Zusammenfassung;290
6.5;Die Umsetzung von Location-Based-Community- Services im Forschungsprojekt COSMOS;291
6.5.1;Client;294
6.5.2;Mobilkommunikation;294
6.5.3;Server;295
6.5.4;Die COSMOS Plattform;295
6.6;Ausblick auf terminalbasierte Positionsbestimmung auf Basis von Feldstärken in Mobilfunknetzwerken;301
6.6.1;Weitere Messungen zur Positionsbestimmung;304
6.6.2;Providerübergreifende Positionsbestimmung;307
6.6.3;Zusammenfassung Positionsbestimmung;309
6.7;Zusammenfassung und Ausblick;309
6.7.1;Literaturverzeichnis;312
7;Technische und konzeptuelle Modelle für (mobile) Communities;318
7.1;Inhaltsverzeichnis;320
7.2;Einleitung;322
7.3;Generelle Charakterisierung des Begriffs „ Community“;323
7.4;Virtuelle Communities;325
7.4.1;Computer-vermittelte Kommunikation;326
7.4.2;Computer-vermittelte Kommunikation in virtuellen Communities;328
7.4.3;Was virtuelle Gemeinschaften nicht sind;330
7.4.4;Zusammenfassende Charakterisierung;334
7.5;Community-Unterstützung;335
7.5.1;Software für Community-Unterstützung;336
7.5.2;Anforderungen an Community Unterstützung;338
7.5.3;Kollaborative Informations- und Wissensräume und das Web;340
7.5.4;Elemente eines kollaborativen Informations- und Wissensraumes;341
7.6;Mobilität und Kontext;345
7.6.1;Kontext;347
7.6.2;Detektion von Kontext;349
7.6.3;Kontexte nutzen: Context-Aware Computing;352
7.6.4;Mobile Communities;355
7.6.5;Die Studiosity-Community im COSMOS Projekt;357
7.6.6;Studiosity: Web-Interface und mobiles Interface;365
7.7;Zusammenfassung;374
7.8;Literaturverzeichnis;376
8;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0
Pilotierung mobiler Community-Dienste am Beispiel der Community jetzt.de (S. 181-182)
Oliver Brakel, Michael Ney, Ralf Reichwald
1. Einleitung
Der vorliegende Beitrag widmet sich der Pilotierung mobiler Community-Dienste. Im Rahmen des Forschungsprojekts COSMOS wurde der Frage nachgegangen, ob und inwiefern virtuelle Communities mit mobilen Diensten unterstützt bzw. erweitert werden können. Dazu wurde ein Feldversuch durchgeführt. In diesem einjährigen wissenschaftlichen Begleitprozess sollten Barrieren und Nutzen von mobilen Community- Diensten herausgearbeitet werden. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen dabei die Attraktivität, Nutzung und Usability der entwickelten Dienste sowie Fragen zu Nutzungssituationen und Kommunikationsformen.
Darüber hinaus wurden auch Fragen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre thematisiert. Im Hinblick auf potenzielle Geschäftsmodelle war die Frage der Zahlungsbereitschaft für die getesteten mobilen Dienste von besonderem Interesse. Der nachfolgende Bericht legt die Ergebnisse des Projekts vor. Hierzu wird vor der Beschreibung des Pilotierungsfelds zunächst die Methode des Feldexperiments als Innovationstest in den Punkten 2.1 und 2.2 vorgestellt. Der kundige Leser sei auf Punkt 2.3 verwiesen, hier wird der Prozess der durchgeführten Pilotierung dargelegt. Im Weiteren werden die Ergebnisse der Pilotierung an Hand der einzelnen Forschungsfragen erörtert (4) und am Ende vor dem Hintergrund des Drei-Ebenen-Modells (s. einleitenden Beitrag von Reichwald/Ney in diesem Band) in einem empfehlenden Fazit zusammengefasst (5).
2. Das Feldexperiment als Methode zur frühzeitigen Erfassung von Akzeptanzkriterien
Bevor die Ergebnisse, die im Rahmen der Pilotierung von mobilen Community- Diensten im Forschungsprojekt COSMOS gewonnen werden konnten, aufgezeigt werden, erfolgten hierzu zunächst eine einführende Diskussion der forschungstheoretischen Verortung der Pilotierung im Rahmen des Feldexperiments und eine ausführliche Beschreibung des durchgeführten Pilotierungsprozesses. Dabei bezie- hen sich die nachfolgenden Ausführungen schwerpunktmäßig auf betriebswirtschaftlich relevante Aspekte. Ziel ist es, den Aufbau und die Vorgehensweise des Forschungsprojekts darzustellen. Mit der Pilotierung wird gleichzeitig eine mögliche Vorgehensweise erklärt, wie grundsätzlich im Rahmen eines Feldexperiments die Potenziale innovativer mobiler Dienste zur Erweiterung einer webbasierten virtuellen Community untersucht werden können.
2.1 Forschungstheoretische Einordnung des Feldexperiments
Pilotprojekte unter wissenschaftlicher Begleitung haben den Anspruch eines Feldexperiments1: Feldexperimente als Innovationstests haben eine langjährige Tradition in der Medien- bzw. Innovationspolitik. Sie thematisieren wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fragen. In Feldexperimenten sollen die wirtschaftlichen aber auch die politischen und gesellschaftlichen Folgen einer Innovation untersucht werden. Zahlreiche Feldversuche wurden in den letzten Jahren zur Pilotierung innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien durchgeführt.
Dabei wird weitgehend die Methodik der empirischen Feldforschung angewandt (vgl. Witte 1997). Feldexperimente als Innovationstests zeichnen sich durch folgende konstitutiven Elemente aus (vgl. Reichwald/Möslein et. al. 2000): die frühzeitige Pilotierung einer technisch-organisatorischen Innovation in ihrem natürlichen, sozialen Anwendungskontext, die gemeinsame Partizipation von Anwendern, Unternehmen und Anwendungsforschern am Prozess der Innovationserprobung und -weiterentwicklung sowie die wissenschaftliche Etablierung dieser praxisnahen Feldversuche durch die intensive Einbindung der anwendungsbegleitenden Forschung zur kontrollierten Durchführung sowie nachvollziehbaren und validen Evaluation der Experimentaleingriffe.




