E-Book, Deutsch, 448 Seiten
Reilly Das eine unmögliche Labyrinth
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98676-084-7
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Thriller
E-Book, Deutsch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-98676-084-7
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Australier Matthew Reilly wurde 1974 in Sydney geboren. Seine Eltern waren Theaterschauspieler. Seinen ersten Roman schrieb er mit 19 Jahren. Da er von den Verlagen nur Absagen erhielt, ließ er 1000 Hardcover drucken und klapperte die Buchläden ab. So wurde der Verlag Pan Macmillan auf den jungen Autor aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Schon mit seinem nächsten Roman ?Ice Station? gelang ihm ein weltweiter Bestseller. Inzwischen sind seine Thriller in 20 Sprachen übersetzt und über 7 Millionen Mal verkauft worden. Reilly schreibt Action-Thriller mit fantastischen Elementen. Dazu Wikipedia: »Reilly ist bekannt für seinen Schreibstil, der sich, wie kaum ein anderer zuvor, auf Actionszenen im Stil von Hollywood konzentriert und dadurch Dramatik und die Entwicklung der Charaktere erst als zweite Priorität behandelt. Seine Kritiker verurteilen dies und verweisen darauf, dass er Bücher schreibt, die wie Filme zu lesen sind oder gar an die Beschreibung eines Action-Videospiels erinnern. Seine Fans sind der Meinung, dass dies der Grund ist, der seine Bücher so einzigartig und aufregend macht.«
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In dem Moment toste der Gleitstein hinter ihm aus dem Tunnel, sauste über die Kante und stürzte in den Abgrund.
Jack landete auf dem Bauch. Lily und Zoe zogen ihn auf die Beine.
»Jetzt gibt’s kein Zurück mehr«, sagte Lily.
»Richtig«, pflichtete Jack ihr bei.
Von seinem Platz am Ende der Halbbrücke aus ließ er den Blick durch die Höhle wandern.
Und entdeckte, wonach er suchte.
Den Ausgang.
Weit unter ihnen auf Höhe der Spitze des umgedrehten Wolkenkratzers erstreckte sich eine beeindruckende, ultralange Brücke, verziert mit einer Reihe von Obelisken.
Sie führte zum einzigen sichtbaren Ausgang der Höhle, einem hohen Zierbogen zu einem Tunnel, der in die Felswand verlief. Allerdings wies jene Brücke ein Problem auf.
Eine Lücke in der Mitte.
Jemand – wahrscheinlich Sphinx – hatte einen Teil herausgesprengt. Vermutlich um zu verhindern, dass später Eintreffende sie überqueren konnten.
Nur war die Strategie nicht ganz aufgegangen.
Denn Jack sah auf der Brücke mit den Obelisken etwas, das sich über den Spalt spannte.
Es handelte sich um eine militärische Überbrückung, eine lange, ausziehbare Planke aus Kohlefaser.
Dann beobachtete Jack, wie plötzlich eine Gruppe von acht winzigen Gestalten im Sprint aus der unteren Spitze des Wolkenkratzers auftauchte und über die Brücke und die Planke rannte.
Den Anführer erkannte Jack auf Anhieb. Was sich wegen der hünenhaften Statur des Mannes nicht schwierig gestaltete.
General Garthon Rastor.
Rastor.
Der wahnsinnige und doch brillante königliche General. Der Mann, der Jacks Mutter beim fallenden Tempel in Jerusalem ermordet hatte. Der Mann, der das Omega-Ereignis eintreten lassen und das Ende des Universums miterleben wollte.
Rastor und seine Truppen hatten das oberste Labyrinth kurz vor Jacks Team erreicht.
Während Jack draußen durch die Reihen der Bronzemänner gepflügt war, hatte Rastor das Labyrinth durch eine andere Pforte betreten, lag nun etwa zehn Minuten vor Jack und befand sich bereits am Ausgang.
Als hätte er Jacks Anwesenheit gespürt, drehte sich Rastor um und schaute zu ihm auf.
Er salutierte höhnisch in Jacks Richtung, bevor er die Planke mithilfe seiner Männer von der unterbrochenen Brücke in den Abgrund hievte.
Prompt klaffte wieder eine fast fünf Meter breite Lücke in dem Übergang.
»Verdammt noch mal. Als wär’s nicht so schon schwer genug«, murmelte Jack.
»Ich glaube, es wird gleich noch schwerer«, sagte Zoe.
Sie deutete mit dem Kinn auf ihre Füße. Jack sah, wie ein Schwall fließenden Wassers über seine Stiefel schwappte und sich am Ende ihrer Zugangsbrücke zu sammeln begann.
Zuvor war es ihm nicht aufgefallen, aber die kniehohen Rinnen der Halbbrücke aus Metall erstreckten sich nicht nur an den Seiten entlang, sondern befanden sich auch an einem Ende. Im Grunde glich die gesamte, rund 100 Meter lange Brücke einem seichten Becken.
»Wasser?« Lily klang verwirrt.
»Nicht bloß Wasser«, entgegnete Jack. Er deutete mit dem Kopf zu der Brücke neben ihrer, wo der Omega-Mönch in einer flachen Schicht aus Graustein feststeckte und von den Vandalen gefressen wurde.
Dann schaute er gerade nach oben …
… und erblickte einige umgedrehte Minipyramiden, die direkt über ihrer Halbbrücke von der Decke ragten.
»Ich vermute mal, dass demnächst Grausteinkügelchen aus den kleinen Pyramiden da oben ins Wasser fallen und es verfestigen«, sagte er. »Wir müssen rechtzeitig davor an dem Silbermann vorbei, sonst enden wir wie der Mönch.«
Ihr Brückenbecken füllte sich schnell.
Das Wasser ergoss sich aus einem Auslass an seinem Ende über einem trapezförmigen Durchgang aus Stein in dem kopfüber hängenden Wolkenkratzer.
Der stetige Strom breitete sich über die Halbbrücke aus, vorbei an den Füßen des Silbermanns, bevor er sich um Jack und die anderen herum sammelte.
»Was sollen wir tun?«, fragte Lily. »Ich glaub kaum, dass der Silbermann uns einfach so vorbeilässt.«
Jack warf einen Blick hinüber zu dem Omega-Mönch, der von den Vandalen in Stücke gerissen wurde …
In dem Moment schaute einer der Vandalen von seiner Mahlzeit auf und entdeckte Jack und dessen Gruppe.
Der Vandale erstarrte … und grinste.
Blut und Fleischbrocken verschmierten seinen Mund.
»Aber hallo, hallo, hallo!«, rief er mit schriller Stimme.
»Frischfleisch«, quiekte der Zweite vor Freude, als auch er sie bemerkte.
Wie Hyänen, die neue Beute erspäht hatten, sprangen die beiden von dem Mönch weg. Geschickt hangelten sie sich außen an der Rinne die Brücke entlang und umgingen so den Silbermann darauf. Sie steuerten auf den Wolkenkratzer in der Mitte zu.
»O Scheiße«, entfuhr es Jack, als er sie verschwinden sah.
Wieder überschlugen sich seine Gedanken im Versuch, mit den Ereignissen mitzuhalten.
Er musste nicht nur die eigene Brücke überqueren – die sich mit Wasser füllte, das sich um die Füße seiner Gruppe herum zu Graustein verfestigen würde –, sondern auch vorbei an einem Silbermann.
Und nun befanden sich zudem zwei Vandalen auf dem Weg zu ihnen.
Bleib ruhig, dachte er. Bleib ruhig. Gliedere einfach jeden Schritt auf und erstell dann deinen Plan.
Okay.
Erster Schritt: vorbei an dem Silbermann.
Jack zog seine Pistole. In der Waffe befand sich noch ein Magazin mit Spezialmunition voller Raspeln des Schwerts Excalibur, die Easton in mühsamer Kleinarbeit daran angebracht hatte.
»Okay«, sagte Jack. »Zoe. Du, ich und die Blaumänner nehmen es mit dem Silbermann auf und lenken ihn ab. Inzwischen hangeln sich Lily und Easton an ihm vorbei, indem sie wie die Vandalen die Rinne am Rand der Brücke benutzen.«
»Aber Dad …«, setzte Lily zum Protestieren an.
»Nein, Kleines, hier müssen wir so vorgehen. Wenn wir von irgendwas aufgehalten werden, spielen Zoe, Easton und ich die Lockvögel für dich. Wir kümmern uns um die Fallen und Gegner, während du zum nächsten Abschnitt des Labyrinths weitergehst. Danach holen wir dich hoffentlich ein.«
»Und was, wenn nicht?«
Jack sah sie an. »Dann musst du allein weitergehen. Easton? Sobald wir uns dem Silberkerl nähern, wird er zum Leben erwachen und uns das Leben erfahrungsgemäß ziemlich schwer machen. Kannst du deinen Jungs befehlen, ihn anzugreifen?«
Easton zeigte auf drei seiner Blaumänner. »Ihr da. Wenn sich Silbermann bewegt, ihr greift ihn an.«
Insgeheim fragte sich Jack, warum Easton nicht alle vier Blaumänner damit beauftragte.
Dann wandte sich Easton an den vierten, den mit dem Kratzerlächeln im Metallgesicht – Smiley.
»Du«, sagte Easton leise, »beschützt ihn und sie.«
Easton zeigte auf Jack und Zoe.
Er hatte ihnen gerade einen Leibwächter verpasst.
Jack trat vor. Wie erwartet hob der Silbermann den Kopf und wurde lebendig. Die ersten drei Blaumänner griffen ihn an, und der Kampf ging los.
Kaum hatten sich die Blaumänner in Bewegung gesetzt, hob Jack seine Desert Eagle an und feuerte auf den Kopf des Silbermanns.
Der Schuss traf ihn direkt in die Stirn und ließ den Schädel kurz zurückschnellen.
Allerdings richtete er sich prompt wieder auf.
Als das augenlose Gesicht in seine Richtung starrte, sah er, dass der Einschlag gerade mal eine winzige Delle in der Metallstirn hinterlassen hatte.
»Verdammt.«
Jack wusste aus Erfahrung, dass seine Spezialmunition einen Bronzemann mit einem direkten Kopfschuss zu »töten« vermochte.
Diesmal jedoch hatte er es mit einem Silbermann zu tun, einer optimierten Version der Bronzemänner – besserer Kämpfer, härtere Haut, schwieriger auszuschalten. Eine Spezialkugel in den Kopf reichte dafür eindeutig nicht.
Auch Zoe gab mehrere Schüsse ab. Die Projektile prallten Funken sprühend vom silbrig glänzenden Schädel ab.
Sie durchschlugen ihn zwar nicht, trotzdem schleuderte ihr Sperrfeuer den Kopf zurück. So konnten die drei Blaumänner nahe an den Silbermann ran und sich auf ihn stürzen.
»Lily! Easton!«, rief Jack. »Los jetzt!«
Rasch kletterten Lily und Easton über den Rand der Brücke und hangelten sich an den Fingern hängend daran entlang, während die Blaumänner gegen den Silbermann kämpften.
Die drei Blaumänner packten den Silbermann an den Armen und rangen mit ihm, während Jack und Zoe weiterfeuerten und das Wasser die Brücke zunehmend füllte.
Lily und Easton arbeiteten sich den Rand entlang vor. Sobald sie die Stelle des Kampfs hinter sich gelassen hatten, schwangen sie sich wieder auf die Brücke und hatten nur noch 20 Meter zum Eingang im Wolkenkratzer vor sich.
Als sie sich wieder auf der Brücke befanden, schaute Lily zögerlich zu Jack.
»Weiter!«, sagte Jack. »Wir kommen nach!«
Mit einem widerwilligen Nicken rannten Lily und Easton in den Durchgang am Ende der Brücke, vorbei an zwei großen, menschenförmigen Steinstatuen zu beiden Seiten.
Jack und Zoe waren nach wie vor durch den Kampf vor ihnen von jenem Eingang abgeschnitten, als der Silbermann plötzlich einen der Blaumänner von der Brücke in die Tiefe schleuderte.
...



