E-Book, Deutsch, 272 Seiten
Reineke Eros und Tod
1. Auflage 2003
ISBN: 978-3-95899-169-9
Verlag: VDG Weimar - Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Zur Bildlichkeit von Feminität in den halbfigurigen "Judith"-Darstellungen im Venedig des 16. Jahrhunderts
E-Book, Deutsch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-95899-169-9
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Venezianische Gemälde des Cinquecento mit dem Sujet der biblischen Gestalt Judith stehen als Werkgruppe im Mittelpunkt der Untersuchung, die als Beitrag zur kunsthistorischen gender-Forschung zu verstehen ist. Im Gegensatz zu älteren Darstellungen stellen die Maler statt der bislang gültigen allegorischen Implikationen den weiblichen Körper der Heldin Judith, die mit dem Mord an dem Heerführer Holofernes ihre Heimatstadt befreit, in den Vordergrund. Die Analyse der Kompositionen belegt die absichtsvolle Marginalisierung der traditionellen ikonographischen Attribute der Judith, die dazu beiträgt, den Körper als das wirkungsmächtigste Instrument in der Ausübung der Tat zu fokussieren. In der Folge wird der Kopf des Holofernes zur Metapher für die Ohnmächtigkeit des männlichen Feindes, der so in der Wahrnehmung des Malers wie auch des Rezipienten zu einem Opfer mutiert. In diesem Zusammenhang sind die Verbindungen mit der Salome - Ikonographie und der Darstellung Judiths in den Zyklen zum Weiber-macht-Topos weitere Indizien für die Umdeutung der jüdischen Heldin Judith im venezianischen Cinquecento. Die in den Bildern visualisierten Konzepte von Weiblichkeit werden mithilfe gattungsspezifischer, ikonographischer und motivgeschichtlicher Untersuchungen in Verbindung mit dem soziokulturellen Kontext analysiert. In Opposition zur bisherigen unzureichenden Forschung, die die Bilder einerseits als Nebenprodukt der Kompositionsform der venezianischen Bella-Darstellungen kategorisiert oder andererseits einer vermeintlich bedeutenderen, weil plakativ negativen bildlichen Umdeutung der Heldin in den folgenden Jahrhunderten unterordnet, gibt diese Untersuchung den halbfigurigen Gemälden der Judith des venezianischen Cinquecento ihre Bedeutung innerhalb ihrer Entstehungszeit zurück.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;COVER
;1
2;IMPRESSUM
;5
3;DANKSAGUNG;6
4;INHALTSVERZEICHNIS;8
5;I. EINLEITUNG;10
6;II. KRITISCHE ANMERKUNGEN ZUM FORSCHUNGSSTAND;12
7;III. ÜBERLEGUNGEN ZUR BILDGATTUNG;20
7.1;1. Kompositionsformen der Judith-Darstellung;20
7.2;2. Die halbfigurigen Darstellungen der Judith als Werkgruppe;23
7.2.1;2.1 Lorenzo Lotto;23
7.2.2;2.2 Paolo Veronese;24
7.2.3;2.3 Tiziano Vecellio;25
7.2.4;2.4 Giovanni Cariani;27
7.2.5;2.5 Giovan Antonio Pordenone;29
7.2.6;2.6 Palma Vecchio;31
7.2.7;2.7 Vincenzo Catena;32
7.2.8;2.8 Sebastiano del Piombo;33
7.3;3. Problematisierung der Gattungszugehörigkeit;35
7.3.1;3.1 Die Bildgattung Porträt und ihre Bedeutung für die Werkgruppe;35
7.3.2;3.2 Zur Entwicklung des Bildformats der Halbfigur und der Darstellung weiblicher Gestalten;37
7.3.3;3.3 Judith als sinnliche Bella-Darstellung?;44
7.4;4. Analyse der Kompositionen der halbfigurigen Judith-Gemälde;51
7.4.1;4.1 Innerbildliche Einfassung;51
7.4.2;4.2 Aufteilung des Bildfeldes;54
7.4.3;4.3 Synthese mehrerer Gestaltungsprinzipien;56
7.4.4;4.4 Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse;60
7.5;5. Historisch-systematische Untersuchung des Gattungsbegriffs Porträt;61
7.5.1;5.1 Die Bildgattung Porträt in der Forschungsliteratur im Spannungsfeld von Individualität und Typisierung;61
7.5.2;5.2 Diskussion des Porträtbegriffs im Cinquecento;68
7.5.3;5.3 Anwendung des Begriffs ritratto auf die halbfigurigen Judith-Gemälde;76
7.5.4;5.4. Die ästhetische Struktur der Bilder – Gestaltungselemente als nichtsprachliche Komponenten des ästhetischen Diskurses;83
7.5.4.1;5.4.1 Funktionen des parapetto;83
7.5.4.2;5.4.2 Das Bild als Präsentation des Schönen;88
7.5.4.3;5.4.3 Das Bild der Judith als schönes Kunstwerk;97
7.6;6. Zusammenfassung der Diskussion der Gattungsproblematik;99
8;IV. TEXTLICHE URSPRÜNGE UND TRADITIONEN DER JUDITH-IKONOGRAPHIE;102
8.1;1. Textgeschichte und Rezeption des Buches Judith;102
8.2;2. Die sprachliche Konzeption der Titelgestalt Judith und ihre Rezeption;107
8.3;3. Die bildliche Allegorisierung Judiths – ein Vergleich unterschiedlicher Darstellungsweisen;125
8.3.1;3.1 Darstellungen in übergeordneten sakralen Zusammenhängen;125
8.3.2;3.2 Judith als singuläre Tugendpersonifikation in sakralem Kontext;132
8.3.3;3.3 Skulpturale Gestaltung im sakralen und öffentlichen Raum;137
8.3.4;3.4 Judith als Justitia in der politischen Ikonographie Venedigs;142
8.3.5;3.5 Die Gemälde der Judith – Vorläufer der venezianischen halbfigurigen Einzeldarstellungen;147
9;V. FEMINITÄT IM BILD;156
9.1;1. Funktionen des Bildvokabulars in den venezianischen Einzeldarstellungen;156
9.1.1;1.1 Die Präsentation des Holofernes-Kopfes;158
9.1.2;1.2 Funktionen der Magd;169
9.1.3;1.3 Darstellung und Funktion der Tatwaffe;176
9.1.4;1.4 Darstellung und Funktionen der bildlichen Gestaltung des weiblichen Körpers;180
9.2;2. Verknüpfung der Judith/Salome-Ikonographie;190
9.3;3. Die Konstruktion des femininen gender in den ritratti der Judith;206
10;VI. KULTURELLER KONTEXT;212
10.1;1. Judith im Kontext des Weibermacht-Topos;212
10.2;2. Judith als Einzelfigur in der Malerei nördlich der Alpen;217
10.3;3. Der sprachliche Kontext;220
11;VII. SCHLUSSBEMERKUNGEN;234
12;VIII. BIBLIOGRAPHIE;242
12.1;1. Primärtexte;242
12.2;2. Nachschlagewerke und Handbücher;244
12.3;3. Sammlungs- und Ausstellungskataloge;244
12.4;4. Weiterführende Literatur;246
13;IX. ABBILDUNGSVERZEICHNIS UND -NACHWEIS;258
14;ABBILDUNGEN;260




