Reumann | Selbstheilung mit Yoga und Osteopathie | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reumann Selbstheilung mit Yoga und Osteopathie

Mit osteopathischen Techniken in der Yogapraxis Beschwerden behandeln und Schmerzen lindern
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7453-1296-6
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mit osteopathischen Techniken in der Yogapraxis Beschwerden behandeln und Schmerzen lindern

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7453-1296-6
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Stehst du unter Stress oder schläfst du schlecht? Sind deine Muskeln verspannt? Ist deine Atmung flach oder unregelmäßig und hast du oft das Gefühl, dein Brustkorb würde dich einengen? Leidest du unter Verdauungsstörungen oder Kopfschmerzen? Dann heile dich selbst mit Yoga und Osteopathie. Die Osteopathin, Physiotherapeutin und Yogalehrerin Friederike Reumann hat die besten Methoden und Übungen beider Behandlungstherapien zu einem einzigartigen Konzept zusammengeführt, mit dem du deine Selbstheilungskräfte aktivieren kannst. Meditationen und Atemtechniken beruhigen zunächst Körper und Geist und helfen dir dann, Blockaden aufzuspüren. Denn nur in einem entspannten Zustand sind wir fähig, Beschwerden aus eigener Kraft zu lindern. In vier Schritten, die sich am Schema einer Osteopathiebehandlung orientieren, zeigt die Autorin, wie du bei einfachen Yogahaltungen einen osteopathischen Impuls setzt, um das Fließsystem anzuregen, Nebenstrukturen zu entlasten, Regulationskräfte zu wecken und zu regenerieren. So gibst du mit diesem ganzheitlichen Programm, das keinerlei Vorkenntnisse erfordert, deinem Körper die Energie zurück, die er benötigt, um deine Beschwerden nachhaltig zu verbessern.

Friederike Reumann ist Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin mit eigener Praxis und Yogastudio. Sie hat unter anderem Ausbildungen in traditioneller chinesischer Medizin, ayurvedischer Medizin und Yoga absolviert und ist Herausgeberin einer eigenen Gesundheitszeitung. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und schreibt für Gesundheitsmagazine.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


KAPITEL 1


Yoga UND OstheopathieDIE GRUNDLAGEN


Yoga und Osteopathie haben vor allem eine Gemeinsamkeit: In beiden Philosophien steht der Mensch als Ganzheit und als individuelles Wesen im Mittelpunkt. Dabei wird berücksichtigt, dass der Mensch in seinem Leben einem ständigen Wandel unterliegt, der von verschiedensten Faktoren, wie zum Beispiel von Bewegung, der Ernährung oder der geistig-seelischen Verfassung, abhängig ist. In beiden Philosophien wird vorausgesetzt, dass der Körper die Fähigkeit besitzt, sich durch Selbstheilungskräfte gesund zu erhalten.

Yoga – körperliche und mentale Balance


Wahrscheinlich bist du an Yoga interessiert, denn du hältst dieses Buch in den Händen. Vielleicht hast du sogar schon einmal an einem Yogakurs teilgenommen oder übst für dich zu Hause. In der modernen Welt kommt körperbetontes Yoga gut an. Mit den Yogahaltungen (Asanas) werden die Muskeln gekräftigt und geformt. Schöne, schlanke Muskeln und atemberaubende Yogaposen werden gern auf Instagram gezeigt und geliked. Doch Yoga ist viel mehr als nur ein Fitnessprogramm, um schön geformte Muskeln aufzubauen. Yoga tut einfach gut, beruhigt einen angespannten Geist und ist sogar therapeutisch wirksam.

Die Yogahaltungen und die Atemtechniken sind ursprünglich dafür gedacht, Körper und Geist auf das Sitzen in der Meditation vorzubereiten.

Ursprünglich ist Yoga eine uralte indische Philosophie, die erstmals um das 2. Jahrhundert nach Christus von Patanjali in den Yoga Sutras niedergeschrieben wurde. In den Yoga Sutras wird deutlich, dass Bewegungs- und Atemübungen eigentlich nur ein Hilfsmittel darstellen sollen, um den Geist zu beruhigen und zu zentrieren. Im klassischen Yoga nach Patanjali liegt der Fokus demnach auf der Kontrolle des Geistes. Erst in der Tantra-Bewegung (etwa 500 nach Christus) wurden Yogahaltungen in die Praxis miteinbezogen. Es waren fast ausschließlich Sitzhaltungen.

Mit der Hatha-Yoga-Bewegung (um das 12. Jahrhundert) rückte der Körper als wichtigstes yogisches Werkzeug in den Mittelpunkt. In den letzten Jahrzehnten entwickelten sich aus dem klassischen Hatha-Yoga viele moderne Yogastile. Hierzu zählen insbesondere Vinyasa-Yoga, Bikram-Yoga, Kundalini-Yoga oder therapeutisches Yoga.

Yoga ist demnach auch eine Erfahrungslehre, die Körper, Geist und Seele verbindet und sich an die Bedürfnisse des modernen Menschen anpasst. Bezogen auf den modernen Lebensalltag bietet dir Yoga eine Hilfestellung, um den Geist zu zentrieren und die Wahrnehmungsfähigkeit für das eigene Sein zu schärfen. Die drei wichtigsten Hilfestellungen, um dieses Ziel zu erreichen, sind die Meditation, Atemtechniken (Pranayama) und die Yogahaltungen (Asanas).

Meditation im modernen Zeitalter


Immer mehr Menschen – vielleicht gehörst auch du dazu – suchen nach Möglichkeiten, mit Entspannungstechniken wie der Meditation aus der belastenden Alltagsroutine herauszutreten. Den meisten ist es wichtig, dass Meditations- oder Entspannungstechniken keine zusätzlichen Stressfaktoren im vollgestopften Terminkalender werden. Um diese Bedürfnisse und Kriterien zu erfüllen, stelle ich in diesem Buch effektive Meditationstechniken vor, die zeitsparend, in jeden Alltag integrierbar, überall auszuführen und dennoch hocheffektiv und entspannungs-fördernd sind. Sie sind sowohl für den Einsteiger geeignet, der sich noch nicht mit Meditation beschäftigt hat, als auch für den Yogi mit Praxiserfahrung.

Ursprünglich ist Meditation in den alten indischen Lehren ein spiritueller Weg, um den Geist zu ordnen und letztlich die Erleuchtung zu erlangen. In der modernen westlichen Welt werden Meditationstechniken, getrennt von dem spirituellen Gedanken, hauptsächlich als mentales Training gegen Stress eingesetzt. Das hat einen einfachen Grund: Der Alltag hier ist anders. Er ist geprägt von Termindruck, Mehrfachbelastung und ständiger Erreichbarkeit. Kaum jemand kann sich die Zeit nehmen, stundenlang zu meditieren, wie es die traditionelle Yogalehre vorsieht. Doch aktuelle Studien belegen, dass nicht unbedingt die Dauer der Meditation entscheidend ist, um Stress abzubauen. Wer Widerstandskraft erlangen möchte, sollte vielmehr auf Beständigkeit und auf eine regelmäßige Meditationspraxis achten.

Meditieren ist überall möglich – selbst am Schreibtisch im Büro kann man einen Moment der Ruhe und Konzentration in sich selbst finden.

In der modernen Industriegesellschaft gibt es neben Zeitdruck und Stress noch ein weiteres Problem: Die Digitalisierung und Globalisierung bewirken eine weitreichende Vernetzung mit der Außenwelt. Über verschiedenste Social-Media-Kanäle, Internet, Handy und Co. bist du ständig und für jeden erreichbar. Doch die eigenen Bedürfnisse, der eigene Körper und die seelische Entfaltung rücken dabei immer mehr in den Hintergrund. Das Gefühl für sich selbst geht verloren.

Körpersignale werden vom Alltag verschluckt und gelangen meist nicht bis in das Bewusstsein. Doch wenn du deinen Körper gut spüren könntest, würden dir warnende Symptome sofort auffallen. Mit einer guten Körperwahrnehmung könntest du viele Beschwerden und beginnende Krankheiten abwenden und deinen Körper gesund und vital halten. Meditationstechniken für den modernen Menschen sollten deshalb neben Stressreduktion auch die Wahrnehmung für den eigenen Körper schulen.

Meditation beruhigt die Gedanken und ordnet den Geist

Der Alltag ist voll von Situationen, die dich ins Wanken bringen. Doch oft ist es gar nicht die Situation, die dich zermürbt und fertigmacht, sondern die innere Einstellung dazu. Ein Beispiel: Du möchtest deinen Job kündigen. Er ist zwar gut bezahlt und gibt dir Sicherheiten, aber er tut dir gesundheitlich nicht gut. Bevor du kündigst, bist du die Szene im Kopf schon tausendmal durchgegangen. Was wäre, wenn …? Kann ich mein Haus in Zukunft weiterbezahlen? Finde ich einen neuen Job? Wie reagiert mein Chef? Was sagt meine Familie dazu? Das Gehirn vergleicht aktuelle Situationen mit Lösungen aus der Vergangenheit, analysiert, wirft Zweifel auf oder sucht nach alternativen Möglichkeiten. Die Gedanken kommen nicht zur Ruhe und lösen inneren Stress aus. Am Ende verwirfst du möglicherweise den Gedanken zu kündigen, obwohl du dir sicher warst, dass es richtig und wichtig für dich ist. Doch der Schritt aus der Komfortzone heraus erfordert Mut und Selbstvertrauen. Genau in solchen und ähnlichen Situationen kann dir Meditation helfen, deine Gedanken zu sortieren und den Geist zu beruhigen. Ist dir das gelungen, fällt es dir leichter, einen Weg aus der schwierigen Situation zu erkennen und den nächsten Schritt zu gehen.

Bevor ich dir weitere positive Wirkungen der Meditation näherbringe, empfehle ich dir, einmal selbst zu testen, wie beschäftigt dein Gehirn jetzt ist und wie oft deine Gedanken im Alltag immer wieder von dem abschweifen, was du gerade tust. Mit dem Test auf Seite 16 kannst du nachvollziehen, wie das Gehirn arbeitet, und du kannst dich motivieren, Meditationstechniken auszuprobieren.

Es ist nicht so einfach, die Gedanken in die Gegenwart zu locken und sie dort zu ordnen. Das Gehirn sucht ständig nach Lösungen, um dir den Alltag so leicht wie möglich zu machen. Deshalb schweifen die Gedanken häufig umher. Doch wenn die Gedanken auch nur für einen winzigen Moment zur Ruhe kommen, spürst du die entspannende und beruhigende Wirkung, die Meditation in deinem Körper auslöst. Mit etwas Übung halten diese Ruhemomente länger an. Dem Gehirn werden wertvolle Pausen zur Regeneration geschenkt.

Test: Wie oft schweifen deine Gedanken ab?

Schließe die Augen und versuche, an nichts zu denken. Wie viele Sekunden gelingt dir das? Hat dein Gehirn etwa mitgezählt? Dann hast du schon verloren. Wenn du den Test zum ersten Mal machst, ist es kaum möglich, an nichts zu denken: Du wirst wahrscheinlich Geräusche wahrnehmen, die dich ablenken, oder du zählst automatisch mit oder wirst unruhig. Für den Anfang sind 5 bis 10 Sekunden schon ein gutes Ergebnis. Wiederhole den Test und folge nun deinen Gedanken. Wohin führen sie dich? Zu einem bestimmten Ereignis in deiner Vergangenheit? Oder führen dich deine Gedanken zu Ängsten, Sorgen oder Geschehnissen, die in der Zukunft verborgen liegen? Wie lange können sie sich im gegenwärtigen Moment verankern?

Meditationstechniken helfen, den Geist zu ordnen, damit du neue Lösungen erkennen kannst und im Leben weiterkommst. Meditation hilft auch, zurück in den eigenen Rhythmus zu finden und durch Widerstandskräfte Stress abzubauen.

Neben Stressreduktion und einer bewussteren Körperwahrnehmung bewirkt Meditation laut aktuellen Studien sogar eine Linderung von Schmerzen. Die Intensität von Schmerzen soll bei regelmäßiger...


Friederike Reumann ist Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin mit eigener Praxis und Yogastudio. Sie hat unter anderem Ausbildungen in traditioneller chinesischer Medizin, ayurvedischer Medizin und Yoga absolviert und ist Herausgeberin einer eigenen Gesundheitszeitung. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und schreibt für Gesundheitsmagazine.



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