Revolution von 1848/49 in Hessen | Buch | 978-3-7374-0496-9 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 264 Seiten, Format (B × H): 147 mm x 211 mm, Gewicht: 462 g

Revolution von 1848/49 in Hessen

Die hessischen Staaten, Nassau, Waldeck und Frankfurt
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7374-0496-9
Verlag: Kramer, Waldemar Verlag

Die hessischen Staaten, Nassau, Waldeck und Frankfurt

Buch, Deutsch, 264 Seiten, Format (B × H): 147 mm x 211 mm, Gewicht: 462 g

ISBN: 978-3-7374-0496-9
Verlag: Kramer, Waldemar Verlag


Die Revolution von 1848/49 bildete eine grundlegende historische Weichenstellung in der deutschen und europäischen Geschichte. Die Ereignisse auf dem Gebiet des heutigen Hessen spielten dabei eine herausragende Rolle. Hier fasste die revolutionäre Bewegung besonders früh Fuß und fand viele Anhänger, hier ereigneten sich überregional bedeutende Zusammenkünfte, und in der Frankfurter Paulskirche trat das erste deutsche Parlament zusammen, das erstmals Grundrechte für alle Deutschen in Kraft setzte. 1848/49 ist von zentraler Bedeutung für die Geschichte von Demokratie und Freiheit auch in Hessen, dessen Einheit als Land damals gefordert wurde. Das Buch informiert über die Vorgänge und den Revolutionsalltag in Hessen während der Ereignisse von 1848/49, über demokratische Traditionen sowie Akteurinnen und Akteure. Es verdeutlicht, wie wichtig die Revolution trotz ihres Scheiterns bis heute für unsere demokratisch verfasste Gesellschaftsordnung und ein Leben in Freiheit ist.

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Weitere Infos & Material


Vorwort; Einleitung; 1 Vorgeschichte der Revolution; Wirtschaftlicher Wandel und Verkehrsbeschleunigung; Soziale und wirtschaftliche Krisen; Anfänge politischer Bewegungen und Auswirkungen der Julirevolution 1830; Politische Opposition im Vormärz; 2 Der Beginn der Revolution (Februar – Mai 1848); Einführung: Die Märzrevolution in den Städten; Vorparlament und Wahlen zur Nationalversammlung; Revolution auf dem Land; Reformpolitik und Verfassungsdiskussionen; Bürgerwehren und Volksbewaffnung; Soziale Proteste und »Exzesse« in den Städten; 3 Alltag in der Revolution und Revolutionswende (Mai – Dezember 1848); Einführung: Von den Mainzer Unruhen zum Frankfurter Septemberaufstand; Revolutionäre Öffentlichkeit: Volksversammlungen, Presse und Petitionen; Hessische Frauen in der Revolution von 1848/49; Arbeitskämpfe, Handwerker und gewerkschaftliche Bestrebungen; Polarisierung in politischen Vereinen und Turnvereinen; Demokratische Partei und demokratische Basis; Arbeiterbewegung und Arbeitervereine; Liberale und Konservative im konstitutionellen Vereinswesen; Politischer Katholizismus; 4 Der Kampf um die Errungenschaften der Revolution (Januar – Juni 1849); Reichsverfassungskampagne im hessischen Raum; Reaktion und Revolutionserinnerung; 5 Literaturverzeichnis (Auswahl); Abbildungsverzeichnis


Die Revolution von 1848/49 gehört zu den zentralen Ereignissen der Geschichte der deutschen Demokratie. Zu Recht wird immer wieder das freiheitliche und demokratische Potenzial von 1848/49 betont, das beispielsweise in revolutionären Volksbewegungen, in der Herausbildung demokratischer Parteien, erweiterten Partizipationsmöglichkeiten, einem freien Pressewesen und in der Verfassungsschöpfung der Nationalversammlung zum Ausdruck kam. Durch das Werk der revolutionären Nationalversammlung wurde in Deutschland der Anfang eines verfassungsrechtlichen Wegs beschritten, der letztlich trotz Zäsuren und Umwegen bis zu dem im Grundgesetz verfassten, demokratischen Verfassungsstaat mit garantierten Grundrechten und föderalem Staatsaufbau führte. 1848/49 markierte auch eine Zäsur in der europäischen Geschichte, bei der deutlich wurde, wie sehr der Kontinent vernetzt war und die Akteure miteinander kommunizierten. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bildete sie den letzten Versuch einer revolutionären Veränderung von Staat und Gesellschaft in Deutschland. Angetrieben durch soziale Nöte und das Verlangen nach politischer Mitsprache und nationaler Selbstbestimmung zwangen revolutionäre Bewegungen im Frühjahr 1848 die Regierungen vieler Länder zum Rücktritt, so auch in den deutschen Staaten, wo die Nachrichten über den Umsturz in Paris Auslöser der Unruhen waren. Mehrere Revolutionsbewegungen mit unterschiedlichen Zielen, Trägerschichten und Aktionsformen kamen hier zusammen: Die nationale und liberale Einigungs- und Verfassungsbewegung des Bürgertums, die agrarische Protestbewegung der Landbevölkerung und die soziale Protestbewegung städtischer Handwerker und Unterschichten. Zu den Ergebnissen der neueren Forschung zählen die Einsicht in die gesamteuropäische Dimension von 1848/49, aber auch das vertiefte Verständnis für die Komplexität und die regionalen Besonderheiten von 1848/49, sodass eher von »Revolutionen« als von einem singulären Ereignis zu sprechen ist. Die Revolutionszeit war demnach aus erfahrungsgeschichtlicher Perspektive ein Lernprozess, der neue Möglichkeiten der politischen Partizipation eröffnete. Die Komplexität der Krisensituation von 1848, die besonders in Deutschland durch vielfältige soziale Probleme, die Herausforderung einer deutschen Nationalstaatsbildung und differierende Vorstellungen bei der Schaffung einer freiheitlichen Verfassung gekennzeichnet war, trug allerdings auch wesentlich zum Wiedererstarken von Militär und Monarchen und schließlich zum Scheitern der Revolution bei.



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