E-Book, Deutsch, Band 2559, 144 Seiten
Reihe: Julia
Rice 1001 sinnliche Nacht mit dir?
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0990-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2559, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-0990-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Pure Leidenschaft erwacht in Jamilla, als sie Dane nackt beim Bad in der entlegenen Oase überrascht. Der Anblick lässt die junge Frau von sinnlichen Nächten mit dem sexy Prinzen träumen. Dabei ist es die Aufgabe der ehrgeizigen Diplomatin, den Halbbruder des Scheichs von Zafar auf seine royalen Pflichten vorzubereiten. Als Dane darauf besteht, dass Jamilla ihn zu einem Ball begleitet, wird die Sehnsucht übermächtig in ihr. Doch der Abend, der so prickelnd beginnt, endet in einem Skandal! Verliert Jamilla alles - ihre Karriere und ihr Herz?
Heidi Rice wurde in London geboren, wo sie auch heute lebt - mit ihren beiden Söhnen, die sich gern mal streiten, und ihrem glücklicherweise sehr geduldigen Ehemann, der sie unterstützt, wo er kann. Heidi liebt zwar England, verbringt aber auch alle zwei Jahre ein paar Wochen in den Staaten: Sie und ihre beste Freundin lassen dann Männer und Kinder zu Hause und fahren quer durch die nordamerikanische Landschaft. Besonders oft haben sie schon das Monument Valley, den Nantahala Forest, einen riesigen Nationalpark in North Carolina, die Hafenstadt St. Michaels in Maryland und New Orleans besucht. Heidi sieht gerne Filme (am liebsten isst sie dabei Schokolade); sie war auch zehn Jahre lang Filmkritikerin. Vor zwei Jahren beschloss sie allerdings, Romances zu schreiben und dadurch noch mehr Spannung in ihr Leben zu bringen. Irgendwann möchte sie noch lernen, wirklich gut französisch zu sprechen, immerhin hat die Familie ihres Ehemanns französische Wurzeln.
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1. KAPITEL
Eine Mischung aus Nervosität, Erschöpfung durch die Hitze und Angespanntheit zog Jamilla Omar Roussel den Magen zusammen, als sie zusah, wie der königliche Jet von Zafar auf der Landebahn in der Wüste aufsetzte.
Zum gefühlt tausendsten Mal an diesem Nachmittag schaute sie auf die Uhr.
Du bist eine Stunde zu spät, du …
Sie verkniff sich das Schimpfwort, das ihr für Dane Jones auf der Zunge lag. Den Mann, den sie hier auf Geheiß ihres Arbeitgebers Scheich Karim Jamal Amari Khan begrüßen sollte.
Sie würde sich nicht auf das Niveau des Playboys aus Manhattan herablassen, der eingeflogen wurde, um ihren Boss zu vertreten.
Jones war Karim Khans Halbbruder – das Ergebnis von König Abdullas turbulenter Ehe mit seiner vierten Frau, der amerikanischen Salonlöwin Kitty Jones. Dane Jones benutzte weder den Nachnamen seines Vaters noch seinen königlichen Titel, und er hatte sein Heimatland seit seinem fünften Lebensjahr nicht mehr besucht. Dennoch war er der Einzige, den Zafars eher traditioneller Regierungsrat als Stellvertreter von Karim während dessen Abwesenheit akzeptierte. Die wichtige Handelskonferenz mit den Europäern sollte nächste Woche beginnen, aber da Karim und Orla aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen waren, die Geburt der Zwillinge zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn Hasan in ihrem Haus in Irland zu erwarten, war Karims Halbbruder auf den Plan zu rufen, die einzige Möglichkeit gewesen, um die Gespräche nicht absagen zu müssen.
Die Sorge um ihre Freundin Orla brannte in Jamilla.
Du kannst das, Milla.
Mit gerade einmal vierundzwanzig Jahren war sie erst vor Kurzem zur diplomatischen Gesandten ernannt worden. Sie sprach sechs Sprachen fließend, dazu vier der örtlichen Dialekte. An der Universität des Nachbarlandes Narabia hatte sie ihren Abschluss in Politikwissenschaften gemacht und sich von der persönlichen Assistentin der Königin nach und nach zu Karims und Orlas rechter Hand emporgearbeitet. Orlas seit einigen Tagen dramatisch erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft hatte zu Jamillas überraschender Beförderung geführt. Und auch wenn sie diesen Posten gerne anderen Umständen verdanken würde, bot er ihr die Gelegenheit, ihre Position am königlichen Hof zu festigen und endlich andere Länder zu bereisen.
An dieser aufregenden Herausforderung zu scheitern, kam für sie nicht infrage. Nicht nur, weil es ihrer Karriere ungeahnten Aufschwung geben würde, wenn es ihr gelänge, aus dem Playboy einen Prinzen zu machen, sondern auch, weil Karim, Orla und das Königreich Zafar auf sie zählten.
Während der Jet langsam zum Stehen kam, tupfte sie sich den Schweiß von der Stirn und warf noch einmal einen Blick auf den detaillierten Plan für die nächste Woche. Sie hatte ihn in der vergangenen Nacht fertig gemacht und wollte ihm dem Stellvertreter von Karim auf der zweistündigen Fahrt zurück in den Palast vorstellen. Dem unerhört zu spät kommenden Stellvertreter.
Schnell wischte sie sich die schweißfeuchten Hände an ihrem knielangen Bleistiftrock ab, der sich inzwischen anfühlte wie eine Zwangsjacke. Am Morgen hatte sie sich für einen professionellen Businesslook entschieden anstatt für die traditionelle Tracht. Unglücklicherweise hatte sie dabei außer Acht gelassen, dass die weiten, fließenden Wüstenroben nicht nur den Körper einer Frau vor Blicken schützten, sondern auch halfen, die Körperwärme zu regulieren. Etwas, das ein maßgeschneidertes Designerkostüm mit High Heels nicht leisten konnte, wie sie nun feststellte.
Sie straffte die Schultern und versuchte, den beginnenden Kopfschmerz zu ignorieren, der sich hinter ihrer Stirn bildete. Sobald sie den amerikanischen Milliardär begrüßt und ihm der langen Reihe von Würdenträgern vorgestellt hatte, würde sie es sich vorne neben dem Fahrer der klimatisierten Limousine bequem machen und das Briefing ihres Schützlings auf später verschieben.
Im Moment war sie sowieso viel zu durcheinander, um klar denken zu können. Sicher, sie hatten nur acht Tage, bevor sie nach Europa fliegen würden, aber es wäre trotzdem sinnvoller, Jones langsam an seine Aufgabe heranzuführen. Morgen früh könnten sie gleich ihr erstes ordentliches Meeting abhalten, in dem Jamilla den richtigen Ton für ihre zukünftige Zusammenarbeit setzen könnte.
Die Tür des Jets ging auf, und heraus kam ein älterer Mann – der Leiter des Regierungsrats. Ihm folgten seine Mitarbeiter, die Kabinencrew, der Pilot und der Co-Pilot. Dann kam erst einmal nichts. Zwei Minuten. Drei. Vier …
Worauf wartet er? Hat er den Zeitplan nicht schon genug durcheinandergebracht?
Jamilla hätte weinen können; die Schweißflecken auf ihrem Kostüm waren inzwischen vermutlich vom Mond aus zu sehen. Da endlich erschien eine große, breitschultrige Gestalt an der Tür des Jets.
Er kam die Treppe hinunter.
Jamilla wischte sich noch einmal die Stirn ab, während ihr Herz anfing, schneller zu schlagen.
Meine Güte.
Sicher, sie hatte in den Klatschmagazinen Fotos von Dane Jones gesehen – die sie natürlich aus rein beruflichen Gründen las, schließlich musste sie ja wissen, wer gerade wer in der Welt der Reichen und Schönen war, denn die Khans feierten gerne große Festen in ihrem Palast. Und so wusste sie, dass er ein außergewöhnlich attraktiver Mann war. Doch jetzt, als er den Wüstenboden betrat, eine Ledertasche lässig über der Schulter, nahm sie jede Einzelheit von ihm in sich auf. Den fließenden, beinahe raubkatzenartigen Gang, die ausgeblichene Jeans, die locker auf seinen schmalen Hüften saß, das schwarze T-Shirt, das sich über seinen Brustmuskeln spannte, die Bartstoppeln auf seinem kantigen Kinn und die welligen, sonnengebleichten Haare, die etwas zu lang waren und unter seiner Baseballkappe der New York Yankees hervorschauten.
Es fiel ihr schwer, den Kloß in ihrer Kehle zu ignorieren. Mühsam schluckte sie um ihn herum. Und wieso war ihr auf einmal so schwindelig? Das musste an der Hitze liegen.
Dane Jones kam auf sie zu und hob den Kopf so, dass sie direkt in seine Pilotensonnenbrille sehen konnte. Dann bewegte er den Kopf langsam wieder nach unten, als würde er seinen Blick über Jamillas Körper gleiten lassen. Sie spürte ihn wie eine Berührung, und ihre Körpertemperatur schoss noch einmal in die Höhe.
„Hey“, sagte er mir rauer Stimme, als wäre er gerade erst aufgewacht. Was er vielleicht auch war.
Man hatte ihr gesagt, dass die Delegation von Zafar ihn in seinem Penthouse hatte wecken müssen, als er nicht wie verabredet am Flughafen aufgetaucht war.
Vermutlich musste er in den Armen einer seiner vielen Freundinnen seinen Kater ausschlafen.
Jamilla schob den Gedanken schnell beiseite, der in ihr sofort Bilder von Dane Jones in all seiner nackten Pracht hervorgerufen hatte.
„Dane Jones“, sagte er nun, während sie ihn sprachlos anstarrte. „Wenn Sie das Willkommenskomitee sind, dann lassen Sie uns fahren. Das ist hier ja wie in einem verdammten Ofen.“
„Eure … Eure Hoheit“, brachte sie schließlich heraus. „Ich bin Jamilla Omar Roussel …“ Sie leierte die Ansprache herunter, die sie zu ihrer Vorstellung und ihrer Rolle eingeübt hatte.
„Eure was?“, unterbrach er sie.
„Wie bitte?“
„Wie haben Sie mich gerade genannt?“
„Eure Hoheit … Eure Hoheit“, erwiderte sie.
Seufzend zog er sich die Kappe vom Kopf und strich sich durch die zerzausten Haare. „Ja, das dachte ich mir. Tun Sie das nicht.“
„Was soll ich nicht tun, Eure Hoheit?“ Unter der Woge an Missfallen, die von ihm ausstrahlte, hatte sie den Faden verloren.
„Nennen Sie mich nicht so“, sagte er und murmelte dann etwas, das bestimmt nicht höflich war. „Ich bin Amerikaner. Ich reagiere auf meinen Namen. Also nennen Sie mich Dane oder Jones oder gar nichts …“
„Aber, Eure Hoheit, Sie sind ein direkter Blutsverwandter des Hauses Al Amari Khan und Zweiter in der Thronfolge nach Kronprinz Hasan …“, begann sie.
„Ja, das verstehe ich“, unterbrach er sie erneut. „Sonst wäre ich wohl kaum achttausend Meilen geflogen, um in diesem gottverlassenen …“ Er verstummte, doch sie hatte seine Gereiztheit gehört. Was ihre eigene Gereiztheit anstachelte.
Warum war er so genervt? Worum man ihn bat, war eine Ehre höchster Güte. Und Zafar war nicht gottverlassen. Im Gegenteil, es war gesegnet. Vor allem, seitdem Karim vor fünf Jahren den Thron bestiegen und angefangen hatte, das Land nach der katastrophalen Führung seines Vaters in eine konstitutionelle Monarchie und die Infrastruktur ins 21. Jahrhundert zu führen.
„Ich mache das hier nur für meinen Bruder und seine Frau“, unterbrach er ihre Gedanken. „Er hat mich darum gebeten, und deshalb bin ich hier“, ergänzte er und klang dabei nicht allzu glücklich. „Auch wenn es für mich und meine Geschäfte äußerst ungelegen kommt. Hoffen wir nur, dass Karim und seine süße Frau bald zwei weitere gesunde Kinde haben und ich so weit hinten in der Thronfolge stehe, dass mich niemals wieder jemand um so einen Gefallen bitten wird. Denn ich sage Ihnen gleich: Ich bin hierüber nicht glücklich. Ich bin nicht adelig, und dieses Land und seine Zukunft sind mir vollkommen egal. Mein Leben ist in New York. Wenn Sie mich Eure Hoheit nennen, macht mich das nur noch wütender, also tun Sie es besser nicht. Sie werden mich nicht mögen, wenn ich sauer bin.“
„Ich mag Sie jetzt schon nicht sonderlich.“
...



