E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
Rice Heiße Nacht, süße Folgen
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2956-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2956-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als Milliardär Alexi Galanti die schöne Belle in Monaco wiedertrifft, macht sie ihm ein schockierendes Geständnis: Ihre einzige Liebesnacht vor fünf Jahren hatte süße Folgen! Aber so sehr er Belle insgeheim noch begehrt, befürchtet Alexi, dass sie es auf sein Geld abgesehen hat!
Heidi Rice wurde in London geboren, wo sie auch heute lebt - mit ihren beiden Söhnen, die sich gern mal streiten, und ihrem glücklicherweise sehr geduldigen Ehemann, der sie unterstützt, wo er kann. Heidi liebt zwar England, verbringt aber auch alle zwei Jahre ein paar Wochen in den Staaten: Sie und ihre beste Freundin lassen dann Männer und Kinder zu Hause und fahren quer durch die nordamerikanische Landschaft. Besonders oft haben sie schon das Monument Valley, den Nantahala Forest, einen riesigen Nationalpark in North Carolina, die Hafenstadt St. Michaels in Maryland und New Orleans besucht. Heidi sieht gerne Filme (am liebsten isst sie dabei Schokolade); sie war auch zehn Jahre lang Filmkritikerin. Vor zwei Jahren beschloss sie allerdings, Romances zu schreiben und dadurch noch mehr Spannung in ihr Leben zu bringen. Irgendwann möchte sie noch lernen, wirklich gut französisch zu sprechen, immerhin hat die Familie ihres Ehemanns französische Wurzeln.
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PROLOG
Belle
Die Riviera-Sonne brannte heiß auf mich nieder, als ich auf das Grab meines besten Freundes Remy Galanti starrte. Doch ihre Wärme half nicht gegen das Frösteln, das mir seit über einer Woche in den Knochen saß – seit jenem Tag, als Remys Wagen auf der Teststrecke in Nizza in die Leitplanke gerast und in Flammen aufgegangen war. Erneut sah ich diese schrecklichen Augenblicke in quälender Zeitlupe vor mir, doch ich konnte nicht weinen – weder um Remy noch um mich oder seinen Bruder Alexi. Meine Gefühle fühlten sich ebenso betäubt an wie mein Körper.
Während der Priester irgendetwas auf Französisch herunterleierte, sah ich zu Alexi auf der anderen Seite des Grabes hin.
Er trug einen dunklen Leinenanzug und war von Würdenträgern, Promis und hohen Tieren umgeben, die gekommen waren, um einer der berühmtesten Familien Monacos – und des Rennsports – Respekt zu zollen, die ihren Zweitgeborenen verloren hatte. Doch mit seinem gesenkten Kopf und der steifen Körperhaltung wirkte Alexi wie immer einsam. Ein Muskel in seinem Kiefer zuckte, und sein dunkles Haar war zerzaust, als wäre er seit dem Tag, als wir beide mit ansehen mussten, wie Remy starb, tausend Mal mit den Fingern hindurchgefahren.
Seine Augen jedoch waren trocken, so wie meine eigenen.
Fühlte er sich auch so betäubt wie ich? Remy war mein bester Freund gewesen, seit ich zehn war und meine Mutter den Job der neuen Haushälterin auf dem Anwesen der Galantis an der Côte d’Azur angenommen hatte, nachdem die Mutter von Alexi und Remy mit einem ihrer Liebhaber über alle Berge war. Es fühlte sich an, als hätte man mir einen Teil meiner Seele aus dem Leib gerissen.
Doch Alexi hatte einen Bruder verloren – den einzigen Mensch, der ihm nach dem Verschwinden seiner Mutter nahegestanden hatte. Er musste mindestens so aufgewühlt sein wie ich. Oder mehr als ich.
Doch betäubt wirkte er nicht. Seine schönen Augen funkelten verächtlich, als er den Priester ansah.
Meine Haut prickelte bei der Erinnerung an die Nacht vor Remys Tod. Die Nacht, in der ich gedacht hatte, all meine Träume würden wahr. Die Nacht, in der ich zum ersten Mal mit Alexi geschlafen hatte. Ich erinnerte mich an den Geruch von Salz und Schweiß und Chlor, den Gefühlstaumel, Alexis starke Arme, so vertraut, so aufregend.
Die ganze Wucht der Demütigung erfasste mich, als ich zu Alexi hinübersah. Seit jener Nacht ignorierte er mich. Ich hatte versucht, mit ihm zu reden, doch er war immer beschäftigt. Und jetzt meldete sich mein schlechtes Gewissen, weil mich sein Anblick selbst jetzt ins Schwitzen brachte, bei Remys Beerdigung.
Remy war immer für mich da gewesen, und jetzt wollte ich für Alexi da sein, denn ich wusste, Remy hätte es so gewollt. Als der Priester seine Grabrede beendete und die letzten Worte in der leichten, nach Meer und Bougainvillea duftenden Brise verklangen, fielen mir seine letzte Worte wieder ein.
„Mein Bruder braucht dich, bellissima. Alexi ist einsam. Immer gewesen. Du musst mir etwas versprechen, bellissima. Lass dich nicht von ihm abwimmeln. Okay?“
Das Versprechen, das ich Remy gegeben hatte, klang in mir nach, während Alexi eine Handvoll Erde auf den Sarg warf – seine Bewegungen steif und lethargisch, als lastete ihm ein schweres Gewicht auf den Schultern.
Während die anderen Trauergäste – von denen viele Remy kaum gekannt hatten – noch Schlange standen, um ebenfalls noch eine Handvoll auf den Sarg zu werfen, drehte Alexi sich um, ging zu der Reihe wartender Limousinen und ignorierte jeden, der ihm sein Beileid aussprechen wollte.
Mit einem letzten Blick auf den Sarg schickte ich Remy ein stilles Gebet und folgte Alexi zur Straße. Zum ersten Mal seit Remys Tod begann sich der Nebel der Betroffenheit und Bestürzung zu lichten, und das Adrenalin vertrieb die Kälte aus meinen Knochen.
Atemlos rief ich ihm nach, als er den ersten Wagen erreichte. „Alexi, warte, bitte. Können wir reden?“
Er drehte sich um und wartete, doch seine Haltung blieb steif. Und als ich näher kam, sah ich seinen kalten Blick.
„Belle, was willst du?“ Sein schneidender Tonfall erschreckte mich.
War er sauer auf mich? Ging er mir deshalb seit Remys Tod aus dem Weg? Doch ich verwarf den Gedanken gleich wieder. Sicher bildete ich mir das nur ein, und hier ging es schließlich nicht um mich oder darum, was wir getan hatten. Alexi war wütend über den sinnlosen Tod seines Bruders – und wahrscheinlich auf seinen Vater, der betrunken auf der Beerdigung aufgetaucht war.
Er machte sich einfach nichts aus mir. Er begehrte mich nicht. Das hatte er mehr als deutlich gemacht, nachdem wir vor einer Woche miteinander geschlafen hatten. Es war ein Fehler gewesen.
Doch das bedeutete ja nicht, dass wir nicht Freunde sein konnten. Ich konnte ihm in seiner Trauer beistehen, schließlich war ich die Einzige, die Remy ähnlich nahe gestanden hatte.
„Ich wollte mich nur vergewissern, dass es dir gut geht“, sagte ich.
„Natürlich nicht. Ich habe meinen Bruder umgebracht.“
„W…? Was?“ Die Kälte in seiner Stimme, in seinem Blick jagte mir trotz der Hitze einen Schauer über den Rücken. War das sein Ernst? Wie konnte er auch nur für einen Moment glauben, er wäre schuld an Remys Tod?
„Du hast mich sehr gut verstanden“, sagte er aufgebracht.
„Aber er wollte Rennfahrer sein, Alexi. Es war sein Traum, seine Leidenschaft. Du darfst dir nicht die Schuld geben.“
Alexi managte das Galanti-Team jetzt seit zwei Jahren – seit sein Vater Gustavo so schwer trank, dass sich das Ausmaß seiner Alkoholsucht nicht länger verbergen ließ. Alexi hatte Remy eine Chance als Testfahrer gegeben und ihn in dieser Saison zum ersten Mal Rennen fahren lassen. Gab er sich deshalb die Schuld an Remys Tod?
Er starrte mich ausdruckslos an, dann presste er die Lippen aufeinander. „Spiel nicht die Unschuldige. Ein zweites Mal funktioniert das nicht.“
„Ich … Ich verstehe nicht …“, stammelte ich, und der Zynismus in seinem Blick ließ mich frösteln.
Ich hatte nicht geblutet, als ich mit Alexi geschlafen hatte, obwohl er mein Erster gewesen war. Ich hatte den stechenden Schmerz gespürt, das leichte Ziehen, als er tief in mich eindrang, aber der Schmerz war so flüchtig gewesen und das Gefühl der Lust gleich darauf so überwältigend, dass er wahrscheinlich nicht mitbekommen hatte, dass ich noch Jungfrau gewesen war. Zu dem Zeitpunkt war ich ganz froh darüber gewesen, weil ich nicht wollte, dass er mich für ein Kind hielt. Doch als er jetzt fortfuhr, war ich nicht mehr froh.
„Hör auf, die Unschuldige zu spielen. Remy wusste, was wir getan haben. Er hat so getan, als würde es ihm nichts ausmachen, hat einen Witz darüber gemacht, bevor er rausging. Aber du warst immer sein Mädchen. Ich hätte dich nie anrühren dürfen. Deshalb war er abgelenkt und hat die Kurve zu schnell genommen.“
„Aber ich … Ich war nie Remys Mädchen, nicht so. Wir waren nur Freunde“, sagte ich und verstand auf einmal, woher sein schlechtes Gewissen rührte.
Der Muskel in seinem Kinn zuckte wieder, und er verzog spöttisch den Mund.
„Warst du das?“, zischte er. „Hast du ihm gesagt, dass wir Sex hatten, obwohl ich dich gebeten hatte, es nicht zu tun?“
„Ja“, gestand ich.
Ich hätte lügen können, um Alexi zu besänftigen, doch ich schämte mich nicht für das, was wir getan hatten. Und Remy war erfreut über die Möglichkeit gewesen, dass aus uns ein Paar werden könnte, nicht verärgert.
Doch Alexi verstand meine Freundschaft mit Remy nicht, weil er nicht wusste, dass sein kleiner Bruder schwul gewesen war.
Hätte ich ihm das doch nur sagen können. Die Wahrheit lag mir auf der Zunge, doch ich brachte es nicht fertig, weil ich den Schmerz hinter dem Zorn in seinen Augen sah.
Es hätte ihn nur noch mehr geschmerzt zu erfahren, dass Remy sich ihm nicht anvertraut hatte. Und wenn Remy gewollt hätte, dass Alexi es wusste: Hätte er es ihm dann nicht selbst gesagt? Ich durfte Remys Vertrauen nicht missbrauchen, nur um mich vor dem Zorn seines Bruders zu schützen.
„Warum hast du es ihm gesagt?“, fragte er anklagend.
„Weil …“ Ich verstummte.
Weil Remy schwul war, weil wir Freunde waren, weil er wusste, dass ich dich schon immer geliebt habe. Und er sich gewünscht hat, dass wir ein Paar werden.
Doch die Worte blieben mir im Hals stecken, als ich den Ekel auf Alexis Gesicht sah.
„Spar dir die Antwort“, sagte er, bevor ich etwas herausbekam. „Ich glaube, wir wissen beide, warum du es ihm gesagt hast. Weil du dachtest, ich bin die bessere Partie, stimmt’s?“
Ich war so bestürzt über seine Anschuldigungen, dass ich nicht einmal versuchte, mich zu verteidigen.
„Du kleine Nutte. Ich wusste, ich hätte die Finger von dir lassen sollen.“
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag. Wie hatte ich je glauben können, dass er sich etwas aus mir machte, dass er mich überhaupt kannte, wenn er mir so etwas zutraute?
„Ich will, dass du verschwindest“, sagte er knapp. „Dass du aus dem Haus meines Vaters verschwindest. Noch heute.“
„Aber …“ Ich konnte nicht sprechen, konnte mich nicht wehren, und die Ruhe in seiner Stimme war fast so schlimm wie sein ausdrucksloser Blick.
„Meine Anwälte zahlen dir eine Abfindung. Ich will dich nie...




