Rice | Midnight Fever - Verhängnisvolle Nähe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 03, 300 Seiten

Reihe: Midnight Serie

Rice Midnight Fever - Verhängnisvolle Nähe


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8025-9350-5
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 03, 300 Seiten

Reihe: Midnight Serie

ISBN: 978-3-8025-9350-5
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach einer schweren Krankheit ist Claire Parks endlich wieder auf den Beinen und bereit, das Leben zu genießen. In einem Dance Club lernt sie den gut aussehenden Bud kennen und verbringt eine heiße Liebesnacht mit ihm. Was sie nicht weiß: Bud ist in Wahrheit ein Polizist im Undercover-Einsatz. Als Claire in Schwierigkeiten gerät, ist Bud ihre einige Hoffnung ... Band 2 der romantisch-spannenden Midnight-Serie von Lisa Marie Rice.

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Sie sah aus wie eine Prinzessin, die sich im Wald verlaufen hatte und den Rückweg zum Schloss suchte.

Was machte so eine im ?

Lieutenant Tyler »Bud« Morrison vom Morddezernat Portland kippte widerwillig sein Bier und schaute wieder nach rechts zu der jungen Frau, die er schon den ganzen Abend beobachtete.

Sie saß seitlich zu ihm auf der anderen Seite der hufeisenförmigen Theke, sah den Leuten beim Tanzen zu und unterhielt sich mit einer Freundin mit wilden roten Haaren.

Von der hatte sich Bud schon ein Bild gemacht. Er observierte sie bereits die dritte Nacht. Im , dem zügellosesten Tanzschuppen von Portland, verkehrte eine Mischung aus trendigen Unternehmertypen und Leuten aus der Unterschicht, die jeweils die Gegenwart des anderen Milieus genossen, auf der Tanzfläche abhoben und in den Toiletten high wurden. Die Freundin der Prinzessin arbeitete in einem Bürohochhaus und kam ins , um Stress abzubauen und Spaß zu haben.

Er kannte die Sorte, und die Prinzessin gehörte nicht dazu. Sie gehörte ganz woandershin.

Bud gehörte auch woandershin, aber er war dienstlich hier. In seiner Abteilung war er für internationale Verbrecherorganisationen zuständig. Und für Mord. Das war eine interessante, mitunter brisante Kombination.

Er war im , weil er auf Jewgeni Belusow wartete, einen Informanten, der sich bisher nicht blicken ließ. Belusow war der Schwager von Wiktor Kusin, dem angeblichen Kopf der sibirischen Mafia. Die hatte sich nach Portland verlegt und baute ihr Geschäft an der Westküste auf. Belusows Schwester Tatjana, die Frau Kusins, war vor einer Woche mit etlichen Blutergüssen im Portland General Hospital gelandet. Auf eine Eingebung hin hatte Bud sich bei allen Kliniken im Umkreis von hundert Meilen die Patientenanmeldungen angesehen und war auf eine Russin gestoßen, auf die Tatjanas Beschreibung passte und die mehrfach wegen Verletzungen behandelt worden war. Kusin war nicht nur eine große Nummer im internationalen Verbrechen, sondern offenbar auch groß darin, seine Frau zu schlagen.

Belusow hatte zugesagt, Informationen über Wiktor Kusin und seine amerikanische Sturmspitze Paul Carson zu verraten, wenn er und seine Schwester dafür ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen würden. Treffpunkt für die Verhandlungen hatte das sein sollen, wo niemand auf sie achten würde.

Bud hatte seit Jahren nicht mehr verdeckt ermittelt, die Sache aber übernommen, weil Kusin im Verdacht stand, drei Informanten ermordet zu haben. Kusin und Carson, der Aufräumer der russischen Mafia an der Westküste, standen ganz oben auf seiner Liste von Drecksäcken, die er schnappen wollte.

Auf den Namen Carson war er zum ersten Mal in Verbindung mit dem Tod einer Prostituierten in Beaverton gestoßen. Sie war in einem fensterlosen Raum mit zugenagelter Tür verhungert. Auf dem Rücken hatte sie Peitschenstriemen gehabt, einige davon waren Jahre alt, wie der Gerichtsmediziner sagte. Sie hatte sich kurz vor dem Tod mit einem rostigen Nagel den Namen Paul Carson in den Arm geritzt.

Bud stattete Carson daraufhin im Büro seines Penthouses im vierzigsten Stock einen Besuch ab und war danach von dessen Schuld überzeugt, ohne den kleinsten Beweis in der Hand zu haben. Der Wille, Kusin und Carson zu kassieren, trieb ihn morgens aus dem Bett und ließ ihn drei Nächte bei mieser, lauter Musik und verwässertem Bier verbringen. Ein kleines Opfer, wenn man zwei sehr große Fische an Land ziehen wollte.

Doch Belusow war noch nicht aufgekreuzt.

Na ja, das war durchaus verständlich. Kusin zu verpfeifen war gefährlich. Der hatte die Angewohnheit, Verräter an einem Fleischerhaken aufzuhängen und zuzusehen, wie sie verbluteten. Belusow kauerte jetzt entweder in einem Versteck oder hing an einem Haken. Jedenfalls kam er nicht. Nicht in dieser Nacht. Vielleicht gar nicht mehr.

Es war Zeit zu gehen.

Bud hatte im Kofferraum eine gepackte Reisetasche. Er würde übers Wochenende ans Meer fahren, nach Astoria vielleicht. Sich in einem Motel einquartieren. Sex haben. Wahrscheinlich mit der Kellnerin aus dem Diner, das er an einem Wochenende entdeckt hatte. Nancy. Nancy … Soundso.

Nette Frau, heiß im Bett, hatte aber nicht viel auf dem Kasten. Zum Glück wollte sie selten reden. Dreimal waren sie bisher zusammen gewesen und hatten gerammelt wie die Kaninchen, nur zwischendurch mal was gegessen, um die verbrannten Kalorien wieder reinzuholen.

Ja, genau das würde er tun. Nach Astoria fahren und das Wochenende durchvögeln.

Doch er rührte sich nicht vom Fleck, sondern schaute wieder hinüber. Er betrachtete sie und fragte sich, was sie dachte. Ihre Aufmerksamkeit war auf ein Pärchen am Rand der Tanzfläche gerichtet.

Er sah genau, wann sie begriff, dass die beiden in aller Öffentlichkeit fickten. Ihre hübschen, vollen Lippen formten ein O, und sie drehte den Kopf weg.

Mann, sah die klasse aus. Sie hatte glänzende dunkle Haare, die auf dem Kopf aufgetürmt und mit zwei komischen Stäbchen festgesteckt waren, makellose helle Haut und ein vornehmes Profil. Dem Anschein nach war sie ungeschminkt.

Er erinnerte sich an ein Bild, das er mal in der Bibliothek gesehen hatte. Während seiner Jugend war er häufig dort gewesen, hatte lange Nachmittage dort verbracht, um den Fäusten seines betrunkenen Vaters zu entgehen. Zum Lesen hatte er keine Lust gehabt, sondern hatte in Bildbänden geblättert. Darunter war einer über New York während der Jahrhundertwende gewesen und darin die Abbildung einer schönen jungen Frau mit feinen Gesichtszügen und dunklen Haaren, die auch so hochgesteckt gewesen waren. »Gibson-Girl« hatte daruntergestanden.

Was tat also ein Gibson-Girl im ?

Drei Abende lang hatte er ihre Freundin beobachtet, die in der Toilette sniffte und jede Nacht mit einem anderen Mann wegging. Die Sorte kannte er gut. Aber was hatte die Prinzessin mit so einer zu tun?

Er schnaubte. Was für komische Gedanken hatte er denn im Kopf? Nach einem Schluck Bier blickte er widerstrebend wieder zu ihr hinüber.

Er sah ihr Profil und den langen schlanken Hals. Noch immer beobachtete sie die Leute. Sie hatte von ihrem Weißwein nur ein paar Schlucke getrunken. Sie sah so unschuldig aus, so unglaublich jung …

Zu jung.

Er fing einen Blick des Barkeepers auf, der daraufhin zu ihm geschlendert kam. Teddy nannte er sich. Ein großer Kerl, mehr Mumm als Muskeln, mehr Pose als Haltung. Stachelig gegelte Haare, Hawaiihemd, Röhrenhose, gelangweilter Ausdruck. Er dealte nebenbei, und Bud hatte auch schon die Kollegen von der Drogenfahndung informiert. Nächste Woche um die Zeit würde der gute alte Teddy im Zeugenstand sitzen und singen wie eine Nachtigall.

Bud interessierte das nicht. Die Drogenfahnder kümmerten sich um die Dealer, er kümmerte sich um die Mörder. Zurzeit war er den Scheißkerlen auf der Spur, die in Moldawien zehn kleine Mädchen entführt und per Schiff um die halbe Welt verschickt hatten, um sie als Jungfrauen an den Meistbietenden zu verkaufen, der sie dann als Prostituierte verpachtete. Der zahlte hunderttausend Dollar für ein Mädchen, das ihm eine coole Million pro Jahr einbrachte. Die Mädchen waren dazu bestimmt gewesen, gnadenlos ausgebeutet zu werden und früh zu sterben. Die meisten hätten das achtzehnte Lebensjahr nicht erreicht, sondern wären an einer Krankheit oder durch Selbstmord oder von der Hand eines Freiers gestorben, der Gewalt zum Aufgeilen brauchte.

Jedoch waren die Mädchen beim Transport im Frachtraum des Schiffes erstickt. Das fuhr unter panamaischer Flagge für eine Reederei, die Carson gehörte, die Frachtpapiere waren jedoch durch fünf Länder gegangen und die Verbindung zu Carson unmöglich herzustellen. Da wären Finanzsachverständige nötig, um bei Gericht die Inhaberschaft zu beweisen.

Drogenhandel war schlimm. Kleine Mädchen zu verkaufen und sexuell auszubeuten, bis sie dabei draufgingen, war in Buds Augen schlimmer.

Er erinnerte sich an jeden Augenblick der nächtlichen Razzia an Bord. An den Gestank, den der Kapitän zu überdecken versuchte, an das brennende Mitleid, mit dem er und seine Kollegen auf die zehn kleinen Mädchen blickten, an diese entsetzlich jungen Gesichter, an die verzweifelt gekrümmten Finger, die nach einem Luftloch getastet hatten. Bud hatte auf die Leichen gestarrt und seine Wut in sich eingebrannt. Er würde dafür sorgen, dass die Familien vom Schicksal ihrer Töchter erfuhren, und hatte geschworen, die Schuldigen zu Fall zu bringen.

Paul Carson und Wiktor Kusin waren Menschenhändler übelster Sorte. Kusin war russischer Staatsbürger und darum Sache von Interpol. Aber Carson war Amerikaner und gehörte Bud. Ganz allein. Carson würde zu Boden gehen. Hart. Dafür würde Bud persönlich sorgen.

»Ja?« Teddy neigte sich auf einen Ellbogen gestützt herüber, damit sie sich bei der lauten Musik verständigen konnten, und blickte auf Buds halb leeres Glas. »Sie wünschen?«

Bud hakte den Zeigefinger in den Kragen des Hawaiihemds und zog Teddy und seine Hibiskusblüten näher heran. »Die Dunkelhaarige am anderen Ende der Theke, blaues Kleid, die Hübsche neben der Rothaarigen.«

Teddy sah kurz hin und wandte sich wieder Bud zu, die Langeweile in Person. »Und? Wollen Sie ihr einen ausgeben? Mit ihr tanzen? Sie...


Rice, Lisa Marie
Lisa Marie Rice bleibt ewig 30 und wird nie älter. Sie ist groß, gertenschlank und wunderschön. Männer liegen ihr scharenweise zu Füßen. Sie hat alle wichtigen Buchpreise der Welt gewonnen, ist stolze Besitzerin eines schwarzen Gürtels und hat einen Doktor in Archäologie, Kernphysik und der tibetischen Literatur. Außerdem ist sie eine gefeierte Konzertpianistin. Habe ich den Nobelpreis erwähnt? Lisa Marie Rice ist natürlich eine virtuelle Frau und existiert nur am Computer, wenn sie Liebesromane schreibt. Sie verschwindet, wenn der Bildschirm erlischt.

Lisa Marie Rice bleibt ewig 30 und wird nie älter. Sie ist groß, gertenschlank und wunderschön. Männer liegen ihr scharenweise zu Füßen. Sie hat alle wichtigen Buchpreise der Welt gewonnen, ist stolze Besitzerin eines schwarzen Gürtels und hat einen Doktor in Archäologie, Kernphysik und der tibetischen Literatur. Außerdem ist sie eine gefeierte Konzertpianistin. Habe ich den Nobelpreis erwähnt? Lisa Marie Rice ist natürlich eine virtuelle Frau und existiert nur am Computer, wenn sie Liebesromane schreibt. Sie verschwindet, wenn der Bildschirm erlischt.



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