Rider | Kiss me in Paris | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 256 Seiten

Reihe: Kiss Me-Reihe

Rider Kiss me in Paris

A Winter Romance
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-641-20146-3
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

A Winter Romance

E-Book, Deutsch, Band 2, 256 Seiten

Reihe: Kiss Me-Reihe

ISBN: 978-3-641-20146-3
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Je t’aime« klingt schöner in Paris!

New Yorkerin Serena Fuentes hatte es sich alles so schön vorgestellt: Paris, die Stadt der Liebe, 21. Dezember, auf den Spuren der Hochzeitsreise ihrer Eltern, gemeinsam mit der Schwester – Romantik pur! Doch die Schwester düst mit ihrer neuesten Flamme nach Madrid ab, während Serena bei einem komplett Fremden unterkommen muss. Quelle horreur! Jean-Luc Thayer ist nur mäßig begeistert von der Aussicht, eine amerikanische Touristin babysitten zu müssen. Umso irritierter ist er, als Serena ihn auf eine von A bis Z durchgeplante Tour durch die Stadt mitzerrt. Jean-Luc improvisiert lieber, vorzugsweise mit der Kamera. Aber irgendwann auf dem langen Spaziergang durch Paris merken Serena und Jean-Luc, dass Gegensätze sich anziehen …

Stephanie Elliot und James Noble sind die beiden Autoren hinter dem Pseudonym Catherine Rider. Stephanie Elliot arbeitet als Lektorin in New York und lebt mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter in Brooklyn. Sie ist fest davon überzeugt, dass Bialys besser schmecken als Bagels, normale Taxis den Uber-Taxis vorzuziehen sind und man Pizza niemals mit Besteck essen sollte. Sie reist unheimlich gern nach London, wo die Leute so höflich sind. James Noble ist Lektor und hat bereits mehrere Romane unter verschiedenen Pseudonymen verfasst. Als waschechter Londoner arbeitet er heute in einem Londoner Verlag. James liebt Pie & Mash und achtet beim Aussteigen in der U-Bahn immer auf die Ansage: »Mind the gap!«. Trotzdem verschwendet er viel zu viel Zeit auf den Gedanken, wie es wohl wäre, in New York zu leben.
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1

Serena

Freitag, 21. Dezember

09:15 Uhr

So muss es sich anfühlen, wenn man tot ist!

Obwohl ich auf meinem Nachtflug aus New York ein bisschen schlafen konnte, kommt mir die Straße (oder auch Rue) im 7. Pariser Arrondissement, in der meine große Schwester Lara wohnt, wie eine verblasste Kopie ihrer selbst vor. Aber das kann auch an meinem Jetlag liegen. Oder am Dezembernebel, der so dicht ist, dass ich keine von den ganzen Sehenswürdigkeiten erkennen konnte, die mir Google Maps im Taxi angezeigt hat – nicht mal den Eiffelturm, nach dem ich mir nun wirklich den Kopf verrenkt habe!

Ich stolpere aus dem Taxi und muss aufpassen, dass ich nicht der Länge nach hinfalle. Das wäre natürlich ein ziemlich peinlicher Auftakt dieser Reise, zu der auch das Projekt Romantik gehören sollte, ein zweitägiges Familienevent. Leider musste Mom in letzter Minute einen Rückzieher machen, und Lara ignorierte – verpeilt wie immer – sämtliche Mailanfragen von mir, ob sie mich vom Flughafen abholen kann. Somit fühlte sich unser »Familienausflug« für den Anfang eher wie das genaue Gegenteil an.

Ich schaue nach links und rechts (mein steifer Nacken protestiert gegen die schnellen Bewegungen) und versuche so viel wie möglich von der Straße zu erkennen. Oder zumindest so viel, wie der Nebel zulässt. Eine Straße mit Kopfsteinpflaster schlängelt sich dahin. Die schwarze Markise eines Cafés hängt über dem Nebel wie ein Schmutzfleck.

Dann betrachte ich das Haus. Über die gesamte Fassade ziehen sich die Kabel der Weihnachtsbeleuchtung. Eingeschaltet ist das bestimmt wunderschön, aber bei Tageslicht wirkt es wie abgestorbener Efeu. Alles sieht hier irgendwie anders aus. Das Ziegelmauerwerk macht einen altertümlichen Eindruck, ist aber mit den Reihenhäusern in Brooklyn nicht zu vergleichen.

Die in den Nebel emporstrebenden schmiedeeisernen Gitter der Balkone kommen mir so … fremd vor. Mir wird klar, dass ich wirklich sehr weit weg von zu Hause bin. Die Haustür ist schwarz und mit einem silbernen Kranz geschmückt – was mich beunruhigt, denn Lara hatte gesagt, sie sei rot mit einem Stechpalmen-Kranz. Hoffentlich habe ich das Taxi nicht versehentlich zur falschen Adresse geschickt. Instinktiv greife ich nach meinem Handy, um sie noch einmal auf Google Maps zu kontrollieren (natürlich habe ich Daten-Roaming extra dazugebucht), doch das Telefon steckt in meiner linken Jackentasche, die gerade durch meinen Shopper verdeckt ist. Um an das Handy heranzukommen, müsste ich extra mein Gepäck absetzen – aber dazu bin ich gerade viel zu geschafft.

Tolle Idee, einen Nachtflug zu nehmen, Serena. Wirklich ganz, ganz clever.

Während der Taxifahrt vom Flughafen Charles de Gaulle hatte ich überhaupt keine Sorge, im falschen Arrondissement zu landen – so ausgefallen heißen in Paris übrigens die Stadtteile. Gut möglich, dass das 7. eins der ausgefallensten ist, denn laut Reiseführer befinden sich dort der Eiffelturm, das Musée d’Orsay, noch ein paar andere Musées und die letzte Ruhestätte von Napoleon. Es liegt ziemlich zentral links der Seine und würde normalerweise wahrscheinlich mein Budget total sprengen, aber Lara arbeitet hier als Au-pair-Mädchen bei einer Familie. Damit hat mir Lara zum ersten Mal seit Menschengedenken etwas erleichtert.

Die Treppe vom Fußweg zur Haustür besteht aus sechs Steinstufen, die ich nicht nur meine Tragetasche, sondern außerdem einen zwanzig Kilo schweren Koffer hinaufhieven muss. (Das Gewicht kenne ich deshalb so genau, weil das die Obergrenze für aufzugebendes Gepäck war und ich zu Hause zweimal nachgewogen habe, bevor ich zum Flughafen John F. Kennedy aufgebrochen bin.) Nach einem achtstündigen Nachtflug kommen mir diese zwanzig Kilo allerdings eher vor wie zweihundert und die sechs Stufen fühlen sich an wie der Mount Everest.

Jetzt krieg dich mal wieder ein, Serena Fuentes!, denke ich und versuche, mich zu motivieren. Du bist schon mehrere Halbmarathons gelaufen! Da wirst du doch wohl diese zwanzig Kilo ein paar Stufen nach oben tragen können.

Und außerdem … denk dran, warum du hier bist.

Ich schüttele meine Hände aus und versuche sie zu entkrampfen. Dann drücke ich die Tragetasche fester gegen meine Rippen, umfasse den Griff meines exakt zwanzig Kilo schweren Koffers, beiße die Zähne zusammen und stoße ein Ächzen aus, das mir vor lauter Müdigkeit nicht einmal peinlich ist – obwohl auf dieser Rue ohnehin kein Mensch unterwegs ist.

Als ich den Mount Everest bezwungen habe, drücke ich auf die Klingel für Wohnung Nummer 15. Die Stimme, die sich über die Sprechanlage meldet, klingt abgehackt und redet Französisch ohne Punkt und Komma. Ich verstehe kein Wort. Trotzdem würde ich diese Stimme jederzeit und überall erkennen.

»Lara, ich bin’s«, informiere ich meine Schwester.

»Serena?«

Ich frage mich, ob sie gerade erst aufgewacht ist, denn sie klingt total überrascht. Sie hat doch nicht etwa ernsthaft vergessen, dass das Projekt Romantik trotzdem stattfindet?

Lara sagt, ich soll die Treppe nach oben nehmen. Na toll. Also schleppe ich meinen exakt zwanzig Kilo schweren Koffer hinauf in die vierte Etage, in die ich laut meiner Schwester kommen soll – natürlich gibt es keinen Aufzug, und selbstverständlich denkt Lara gar nicht daran, mir zu helfen. Ich schaue auf die Wohnungsnummern: 10, 11, 12 Pro Etage sind es immer drei, Wohnung Nummer 15 ist eindeutig nicht dabei. Plötzlich fällt mir ein, dass das unterste Stockwerk hier nicht wie in Amerika erste Etage, sondern Erdgeschoss heißt, und mir wird klar, dass ich noch eine Treppe bewältigen muss.

Warum? Waaaruuum, ihr Europäer?

»Sag mal, wa… was machst du denn hier?« Lara steht in der Tür zu Wohnung Nummer 15 und erwartet mich. Normalerweise wäre ich erleichtert, sie zu sehen, wenn sie nicht so einen konfusen Eindruck machen würde. Sie trägt eine Jogginghose, und ihre Haare (sie hat eine prächtige Lockenmähne, während ich nur einen krausen Wuschelkopf abbekommen habe – schönen Dank auch, Genetik) sehen reichlich zerzaust aus, was meine Eben-erst-aufgewacht-Theorie bestätigt. Immerhin hat sie sich schon die Lippen geschminkt – wie immer in dem für sie typischen Knallrot. Ohne Lippenstift habe ich sie wahrscheinlich nicht mehr gesehen, seit sie auf die Highschool gekommen ist.

Ich ignoriere sie erst einmal, befördere meinen Koffer in die Wohnung und marschiere schnurstracks in das helle, geräumige Wohnzimmer. Dort stelle ich den Koffer neben einem Sofa ab. »Ich brauch erst mal ’ne Minute«, sage ich, dann zeige ich auf eine der Türen, die vom Wohnzimmer abgehen. »Bad?«

»Ja«, antwortet sie. Sie macht den Eindruck, als ob sie sich wie in einem wirren Traum fühlt und darauf wartet, jeden Moment aufzuwachen.

Als ich aus dem Bad komme, gehe ich auf sie zu und lasse mich auf das hellbraune Sofa fallen. Es ist so weich und federnd, dass ich beinahe wieder hochschnelle. In der Ecke bemerke ich einen kleinen Weihnachtsbaum. Er ist mit schwarzen und goldenen Schleifen geschmückt. Sehr chic, sehr französisch. Ich reiße mich zusammen und schaue Lara vorwurfsvoll an. »Aaaaalso … Was ist los bei dir? Hast du vergessen, dein Handy auf Mails von deiner Schwester zu checken? Ist dir unser Plan entfallen, die Hochzeitsreise unserer Eltern nachzuvollziehen? Erinnerst du dich nicht mehr an das Projekt Romantik?«

»Natürlich erinnere ich mich …« Sie setzt sich auf die Armlehne des Sofas und sieht mich an, als ob ich die Verpeilte wäre. »Aber, ich meine … als Mom zu dieser Konferenz beordert wurde, bin ich halt davon ausgegangen, dass wir diese Paris-Sache abblasen und einfach getrennt nach London fliegen und uns dann Heiligabend mit Mom treffen.«

Offenbar hat der Jetlag nicht nur meinen Blick getrübt, sondern mir auch noch das Hirn vernebelt. Nur so kann ich mir erklären, wie ich auf die Idee komme, dass meine Schwester unseren sorgfältig ausgearbeiteten Plan vergessen hat – er besteht darin, alle Orte in Paris aufzusuchen, die unsere Eltern vor fünfundzwanzig Jahren in ihren Flitterwochen besucht haben. In die Vorbereitung dafür habe ich ein ganzes Wochenende gesteckt, obwohl ich die Zeit dringend zum Lernen für meine Abschlussprüfungen hätte brauchen können – die sind an der Columbia nämlich echt kein Spaß. Den genauen Ablauf hatte ich Lara gemailt und sie gefragt, was sie davon hält. Nicht dass ich je eine Antwort bekommen hätte.

O mein Gott. Langsam ergibt alles einen grausamen Sinn.

Ich starre sie immer noch an und hoffe, sie mit Fakten zu überzeugen. »Einspruch. Ich hab dir geschrieben, dass ich trotzdem nach Paris komme.«

»Wirklich? Wann denn?«

Ich richte mich kerzengerade auf, was gar nicht ganz einfach ist, denn das Sofa verschluckt mich förmlich, und ich bin so müde, dass ich mich nur schwer dagegen wehren kann. »In jeder Mail, die du diese Woche von mir bekommen hast. Dreimal hab ich dir mitgeteilt, wie sehr ich mich drauf freue, dich in Paris zu sehen. Ich hab dir die Flugnummer und meine genaue Ankunftszeit durchgegeben … und außerdem, wie viel Geld du für Verpflegung und Metrotickets einplanen...


Reinhart, Franka
Franka Reinhart, Jahrgang 1972, hat Übersetzung mit fachlichem Schwerpunkt Psychologie studiert und überträgt seit knapp 20 Jahren Sachbücher, Belletristik und Jugendliteratur aus dem Englischen ins Deutsche, darunter Jane Casey, Morgan Matson, Colleen McCullough, Catherine Rider, Paul Theroux und Ella Woodward/Mills. Außerdem organisiert sie Lesungen und Veranstaltungen rund um das Thema Literaturübersetzung, u.a. im Rahmen des Übersetzerzentrums der Leipziger Buchmesse. Nebenbei singt sie Sopran, liebt ihren Garten und lebt mit ihrer Familie in Leipzig.

Rider, Catherine
Stephanie Elliot und James Noble sind die beiden Autoren hinter dem Pseudonym Catherine Rider. Stephanie Elliot arbeitet als Lektorin in New York und lebt mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter in Brooklyn. Sie ist fest davon überzeugt, dass Bialys besser schmecken als Bagels, normale Taxis den Uber-Taxis vorzuziehen sind und man Pizza niemals mit Besteck essen sollte. Sie reist unheimlich gern nach London, wo die Leute so höflich sind. James Noble ist Lektor und hat bereits mehrere Romane unter verschiedenen Pseudonymen verfasst. Als waschechter Londoner arbeitet er heute in einem Londoner Verlag. James liebt Pie & Mash und achtet beim Aussteigen in der U-Bahn immer auf die Ansage: »Mind the gap!«. Trotzdem verschwendet er viel zu viel Zeit auf den Gedanken, wie es wohl wäre, in New York zu leben.



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