Rider | Kiss me in Rome | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 288 Seiten

Reihe: Kiss Me-Reihe

Rider Kiss me in Rome

A Winter Romance
Deutsche Erstausgabe
ISBN: 978-3-641-23559-8
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

A Winter Romance

E-Book, Deutsch, Band 4, 288 Seiten

Reihe: Kiss Me-Reihe

ISBN: 978-3-641-23559-8
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eat, kiss, love – Amore in Rom!

Anna kann es nicht fassen: Stephen macht ihr im Flieger nach Rom einen Heiratsantrag! Da bleibt ihr nichts anderes übrig, als abzulehnen, schließlich ist Anna erst 19 und noch nicht bereit, sich zu binden. Eigentlich sind sie auf dem Weg zu einer Hochzeit und um sich bei der Brautfamilie zu revanchieren, macht Anna sich auf die Suche nach einem bestimmten Gebäck, das die Eltern des Bräutigams gerne hätten. Matteo hat gerade sein wichtigstes Football-Qualifizierungsspiel versenkt. Als er in einer Bäckerei Anna bemerkt, die versucht, ohne ein Wort Italienisch die Struffoli zu finden, bietet er ihr seine Hilfe an. Gemeinsam begeben sie sich auf eine verrückte Suche quer durch die Stadt der Liebe …

Stephanie Elliot und James Noble sind die beiden Autoren hinter dem Pseudonym Catherine Rider. Stephanie Elliot arbeitet als Lektorin in New York und lebt mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter in Brooklyn. Sie ist fest davon überzeugt, dass Bialys besser schmecken als Bagels, normale Taxis den Uber-Taxis vorzuziehen sind und man Pizza niemals mit Besteck essen sollte. Sie reist unheimlich gern nach London, wo die Leute so höflich sind. James Noble ist Lektor und hat bereits mehrere Romane unter verschiedenen Pseudonymen verfasst. Als waschechter Londoner arbeitet er heute in einem Londoner Verlag. James liebt Pie & Mash und achtet beim Aussteigen in der U-Bahn immer auf die Ansage: »Mind the gap!«. Trotzdem verschwendet er viel zu viel Zeit auf den Gedanken, wie es wohl wäre, in New York zu leben.
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1

Anna


Dienstag, 17. Dezember


21:41 Uhr

Ob es wohl sehr abgefahren wäre, wenn ich bei den Flugbegleiterinnen nachfrage, ob sie einen Fallschirm dabeihaben, den ich mir ausborgen könnte?

Vielleicht hätte ich nicht bei meinem Freund in der Tasche kramen sollen, während er auf der Toilette war. Aber meine Ohren ploppten wie Chinaböller und Stephen musste die Lutschbonbons ja unbedingt in seinem Gepäck unterbringen. Ich hatte also gar keine andere Wahl. In seiner Tasche hätte ich nun alles Mögliche erwartet (todlangweilige Autozeitschriften – check; seinen uralten, fast schon historischen iPod Nano, den er aus unerfindlichen Gründen immer noch benutzt – check; Trockenfleisch – igitt, check), aber ganz bestimmt Verlobungsring.

Denn gibt es einen Ort, um herauszufinden, dass der eigene Freund einen Heiratsantrag plant, als an Bord eines Flugzeugs, zehntausend Meter über dem Atlantik?

Erstens sind wir beide gerade mal neunzehn, also viel zu jung für eine Verlobung, und zweitens habe ich in letzter Zeit so meine … Zweifel. Also, ich liebe Stephen. Wir sind zusammen, seit wir dreizehn waren, er ist mein bester Freund, mein bester Computerspiel-Partner, der Erste, dem ich irgendwelche Erlebnisse aus der U-Bahn erzähle, und der Letzte, den ich vor dem Schlafengehen anrufe. Aber nach sechs Jahren Beziehung – fast ein Drittel unseres Lebens – sind wir mittlerweile so weit, dass wir jederzeit die Sätze des anderen beenden können. Was vor allem daran liegt, dass wir sie schon gehört haben.

Im vergangenen Jahr ist mir aufgefallen, dass wir uns allmählich voneinander entfernen. Ich habe mein Wunschstudium an der in Manhattan angefangen, und er arbeitet in der Autowerkstatt seiner Eltern in Bensonhurst, Brooklyn, wo wir beide aufgewachsen sind. Wenn wir zusammen sind, finden wir kaum noch gemeinsame Gesprächsthemen. Wenn er von irgendwelchen Autos erzählt, langweile ich mich fast zu Tode. Und ihm geht es genauso mit den Geschichten von meinen Mitstudenten und unseren neuesten kulinarischen Entdeckungen.

Dabei musste ich feststellen, dass wir uns zwar in- und auswendig kennen, aber eigentlich total verschieden sind. Ich fühle mich besonders lebendig, wenn ich Leute um mich herum habe, die mich inspirieren (zum Beispiel meine Freunde vom Studium), oder wenn ich neue Sachen erkunde und die Welt entdecke. Stephen ist dagegen immer noch mit denselben Leuten befreundet, die er schon aus dem Sandkasten kennt. Er ist zufrieden damit, niemals aus seinem überschaubaren Kiez in Bensonhurst herauszukommen.

Auch als wir vorhin am John-F.-Kennedy-Flughafen bei Shake Shack Burger aßen, verfielen wir wieder in unser übliches Muster: alberne Witze reißen, um den anderen zum Lachen zu bringen. Bisher dachte ich immer, dass wir uns voreinander so zum Affen machen können, weil wir uns total vertrauen. Aber langsam habe ich den Verdacht, dass wir uns eigentlich gar nichts zu haben.

Tja, deshalb finde ich es jetzt ein bisschen unheimlich, dass er diese Routine vielleicht noch sechzig Jahre fortsetzen will.

O Gott, jetzt kommt er von der Toilette zurück und wie ein Golden Retriever, der ganz aus dem Häuschen ist, weil sein Besitzer gerade zur Tür hereinkommt. Ich greife nach der Spucktüte in der Sitztasche vor mir, was nicht nur damit zu tun hat, dass Stephen manchmal zum Erbrechen nett ist.

Es ist zu befürchten, dass ich tatsächlich verlobt sein werde, wenn wir in Rom landen. Denn ich war noch nie besonders gut darin, Nein zu sagen, wenn er mich mit seinen großen braunen Augen ansieht, erwartungsvoll wie immer. Und wenn Stephen mich dazu überreden kann, die schriftlichen Arbeiten für meine Zwischenprüfung eine Woche vor dem Abgabetermin fertig zu bekommen, damit ich auf diese Reise mitkommen kann, dann fürchte ich, dass er auch in diesem Fall ein »Ja« von mir hören wird.

Wir sind unterwegs zu einer Hochzeit in der Toskana. Cortona heißt der Ort. Anthony, der Bräutigam, ist ein Freund seiner Familie. Aber er will doch hoffentlich nicht Braut und Bräutigam in den Schatten stellen, indem wir als frisch verlobtes Paar in der Hotelanlage auftauchen? Außerdem befinden wir uns gerade mit ungefähr dreihundert anderen Leuten in einem Flugzeug, sodass die ganze Sache einigermaßen öffentlich wäre, und Öffentlichkeit ist nun wirklich nicht Stephens Ding.

Meine Atmung verlangsamt sich ein wenig und ich lege die Spucktüte auf meinem Schoß ab. Wahrscheinlich wartet er ab, bis die Hochzeit vorbei ist und wir über Weihnachten seine italienischen Verwandten besuchen. Vermutlich wird er mich schrecklich in Verlegenheit bringen – vor seinen und wahrscheinlich während eines fabelhaften gemeinsamen Essens, das mir mit ziemlicher Sicherheit wieder hochkommen würde, sodass die italienische Küche für den Rest meines Lebens zum Albtraum wird. Was wirklich jammerschade ist, da ich das Kochen nicht nur zu meinem Beruf machen will, sondern obendrein aus einer italienischen Familie stamme. Wie dem auch sei, er wird mich sicher nicht fragen.

Das heißt also, ich habe noch ein paar Tage Zeit, um mir zu überlegen, was ich tun soll. Zum Beispiel meinen eigenen Tod zu simulieren oder etwas in dieser Art.

»Alles okay mit dir?«, erkundigt er sich und mustert die Tüte auf meinem Schoß, während er sich an einem Geschäftsmann auf dem Platz am Gang vorbeischiebt, der sich schon vor dem Start in sein vertieft hat.

Ich nicke, und Stephen setzt sich auf den mittleren Platz, wobei die Tüte laut raschelt. Mir ist bewusst, dass zwischen mir und dem Gang jetzt zwei Leute sitzen.

»Dir wird doch sonst nie schlecht auf Reisen«, sagt er und streicht mir sanft die langen Haare aus dem Gesicht. Warum sieht er mich denn so aufmerksam an? Ich zucke nur die Schultern, weil ich vor lauter Angst kein Wort herausbringe. Gut möglich, dass ich sonst meine ganzen Fragen auf einen Schlag herauswürge: Ist er wirklich glücklich mit unserer Beziehung? Sind wir nicht viel zu jung? Hat er vergessen, dass ich versuchen will, nächstes Jahr ein Semester an einer Gastronomieschule außerhalb von New York zu verbringen? Dass ich mir vorgenommen habe, aus Bensonhurst herauszukommen, wenigstens eine Zeit lang? Glaubt er, dass unsere Beziehung es aushalten wird, wenn er in unserer Heimatstadt zurückbleibt und weiter in der Autowerkstatt seiner Familie arbeitet? Oder vielmehr »die Werkstatt praktisch leitet«. (Dabei korrigiert er mich

Die nächsten Flugmeilen schwanke ich zwischen »alles bestens« und »O mein Gott, gleich muss ich kotzen«. Stephen versichert mir dass ich mir wegen des Flugzeugs keine Gedanken machen muss, denn »es ja fliegen« – was auch immer das bedeuten soll. Als der Getränkewagen vorbeikommt, bestellt er für uns beide Rotwein. Doch als er mir meinen Becher reichen will, bekomme ich einen Schreck und stoße gegen seinen Ellbogen, wodurch ein halbes Glas Pinot noir auf seinem Knie landet. Zum Glück trägt er schwarze Jeans.

»Huch«, ruft er erschrocken, während sich der Geschäftsmann am Gang mit seiner Zeitung gegen uns abschirmt. »Alles okay?« Da ich immer noch nicht sprechen kann, deute ich nur auf die Spucktüte. Er dreht sich nun vollständig zu mir um und sieht mich mit ganz großen, sehr braunen Augen an. »O Mann, dir geht’s richtig schlecht, oder? Hattest du das auf dem Flug nach Chicago auch, als du dir diese Kochschule angeschaut hast?«

Wenn ich mich nicht so darauf konzentrieren müsste, dass der Burger vom Flughafen meinen Magen nicht verlässt, würde ich ihn jetzt streng auffordern, Gastronomie-Institute keinesfalls als »Kochschulen« zu bezeichnen – aber er ist so besorgt um mich, dass mir klar wird: Ich habe keine andere Wahl, als ihm die zu sagen.

Aber erst … nachdem ich noch ein paar Mal tief durchgeatmet habe.

Als ich mir sicher bin, dass keine akute Gefahr mehr droht, lasse ich die Spucktüte sinken. »Es liegt nicht am Fliegen«, erkläre ich.

»Aber woran denn sonst?«

Er sieht mich mit seinen braunen Augen an, und ich weiß plötzlich genau, dass ich es nicht noch mehrere Tausend Kilometer aushalte. Ich kann Stephen einfach nicht anlügen. Und da er nicht lockerlassen wird, kann ich ihm auch einfach gleich die Wahrheit sagen. »Also, es ist so … Ich war auf der Suche nach ein paar Bonbons und dachte, dass du bestimmt welche in deiner Tasche hast. Deshalb hab ich  …«

Sein Blick fällt auf den Rucksack zu seinen Füßen, den ich so hastig unter den Sitz geschoben hatte, dass Autozeitschriften und die Packung Beef Jerky leicht herausgerutscht sind. Mit erstarrter Miene – halb lächelnd und halb entgeistert – sieht er mich an und reibt sich den Nacken. Das macht er immer, wenn er unsicher oder verlegen ist.

»Dann hast du ihn also gefunden?«, fragt er mit seltsam schrill klingender Stimme.

»Es tut mir leid«, antworte ich und muss mich extrem konzentrieren, um einen akuten Brechreiz zu unterdrücken. Ich habe seinen Plan ruiniert, mir in aller Form einen Heiratsantrag zu machen, deshalb ist das Mindeste, was ich jetzt noch tun kann, ihm weitere Peinlichkeiten zu ersparen....


Reinhart, Franka
Franka Reinhart, Jahrgang 1972, hat Übersetzung mit fachlichem Schwerpunkt Psychologie studiert und überträgt seit knapp 20 Jahren Sachbücher, Belletristik und Jugendliteratur aus dem Englischen ins Deutsche, darunter Jane Casey, Morgan Matson, Colleen McCullough, Catherine Rider, Paul Theroux und Ella Woodward/Mills. Außerdem organisiert sie Lesungen und Veranstaltungen rund um das Thema Literaturübersetzung, u.a. im Rahmen des Übersetzerzentrums der Leipziger Buchmesse. Nebenbei singt sie Sopran, liebt ihren Garten und lebt mit ihrer Familie in Leipzig.

Rider, Catherine
Stephanie Elliot und James Noble sind die beiden Autoren hinter dem Pseudonym Catherine Rider. Stephanie Elliot arbeitet als Lektorin in New York und lebt mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter in Brooklyn. Sie ist fest davon überzeugt, dass Bialys besser schmecken als Bagels, normale Taxis den Uber-Taxis vorzuziehen sind und man Pizza niemals mit Besteck essen sollte. Sie reist unheimlich gern nach London, wo die Leute so höflich sind. James Noble ist Lektor und hat bereits mehrere Romane unter verschiedenen Pseudonymen verfasst. Als waschechter Londoner arbeitet er heute in einem Londoner Verlag. James liebt Pie & Mash und achtet beim Aussteigen in der U-Bahn immer auf die Ansage: »Mind the gap!«. Trotzdem verschwendet er viel zu viel Zeit auf den Gedanken, wie es wohl wäre, in New York zu leben.



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