Rimmer | Der Cowboy mit den blauen Augen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

Rimmer Der Cowboy mit den blauen Augen


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3634-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-7515-3634-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vom Stetson bis zu den Westernstiefeln ist Logan Crawford ein gefährlich attraktiver Cowboy. Als er sie mit funkelnden Augen anschaut, ist Sarah gewarnt. Denn eine Affäre kommt für die Single Mom nicht infrage - und sie ist davon überzeugt, dass Logan nicht zu mehr bereit ist!



Christine Rimmers Romances sind für ihre liebenswerten, manchmal recht unkonventionellen Hauptfiguren und die spannungsgeladene Atmosphäre bekannt, die dafür sorgen, dass man ihre Bücher nicht aus der Hand legen kann. Ihr erster Liebesroman wurde 1987 veröffentlicht, und seitdem sind 35 weitere zeitgenössische Romances erschienen, die regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten landen. Diese vielfach ausgezeichnete Autorin stammt ursprünglich aus Kalifornien und wollte unbedingt Schauspielerin werden, weshalb sie nach New York ging. Doch nicht als Schauspielerin, sondern als Autorin machte sie sich einen Namen, als sie wieder zurück nach Südkalifornien kam und Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke verfasste. 1984 begann sie, ihre erste Romance zu schreiben, und stellte fest, dass es ihr fast so viel Spaß machte wie einen Liebesroman zu lesen. Sie ist fest entschlossen, die nächsten Jahrzehnte dabei zu bleiben! Christine Rimmer lebt mit ihrem Mann und ihrem jüngsten Sohn im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma.

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1. KAPITEL


Als Sarah Turner aus dem winzigen Büro im hinteren Bereich des ehemaligen Bahndepots trat, blickte Vivienne Dalton sie erwartungsvoll an.

„Und?“

Sarah bemühte sich um einen heiteren Ton. „Also ich bin das Ganze nochmal gründlich durchgegangen …“

„Bitte sag, dass du eine Lösung gefunden hast.“

Schön wär’s, dachte Sarah.

„Wir kriegen das hin, oder?“, fragte Viviennes Geschäftspartnerin Caroline Clifton hoffnungsvoll. Die beiden Frauen saßen an dem riesigem Werktisch, der mit Stoffen, offenen Musterbüchern und Projektmappen vollgepackt war.

Wenn Sarah eins an ihrem Job hasste, dann war es, Klienten sagen zu müssen, dass es schlecht um ihre Firma bestellt war. Das war in Chicago so gewesen, wo sie bei einem renommierten Wirtschaftsprüfer gearbeitet hatte, und jetzt in Rust Creek Falls, Montana, nur dass es in dieser Kleinstadt, wo alle sich kannten, noch unangenehmer war. Und Sarah mochte diese beiden Powerfrauen, die vor Kurzem sogar eine zweite Filiale in Thunder Canyon eröffnet hatten.

Dabei lief das Geschäft der beiden Hochzeitsplanerinnen sehr gut. Nur leider war das alte Bahndepot nicht in bestem Zustand, genauso wenig wie das angrenzende Backsteinlagerhaus, wo die meisten Hochzeitsfeiern ausgerichtet wurden. Beide Gebäude brauchten neue Dächer, und zwar nicht nur neue Schindeln – der komplette Dachstuhl war marode. Auch an den Gebäuden selbst gab es noch einiges zu renovieren. Leider hatten Viv und Caroline ihr Kreditlimit bereits ausgeschöpft, woher also das Geld nehmen?

Sarah versuchte, es den beiden möglichst schonend beizubringen. „Tut mir leid“, sagte sie. „So wie es aussieht, müsst ihr entweder einen neuen Kredit beantragen oder euch einen Investor suchen.“

Viv schüttelte den Kopf. „Unmöglich, die Bank gibt uns keinen Kredit mehr. Und ich will auf keinen Fall meine Schwiegereltern um Geld bitten.“ Viv war mit Cole Dalton verheiratet, und die Daltons waren reiche Grundbesitzer. „Sarah, du weißt, unser Geschäft läuft gut, wenn es auch auf schwachen Füßen steht. Aber da müssen wir durch. Jedenfalls habe ich mich nicht selbstständig gemacht, um mir von einem Investor vorschreiben zu lassen, wie ich meinen Laden zu führen habe.“ Vivs grüne Augen funkelten kampflustig.

„Das muss nicht unbedingt sein, es gibt auch Investoren, die nur stille Teilhaber sein wollen und …“

Die Türglocke bimmelte, und eine imposante Gestalt erschien im Türrahmen. „Guten Morgen, Ladys“, dröhnte eine tiefe männliche Stimme. Der Mann nahm seinen schwarzen Stetson vom Kopf und kam näher. „Ich bin Maximilian Crawford.“ Eine dichte silbergraue Mähne umrahmte sein markantes, freundliches Gesicht, und mit seinem gepflegten grauen Bart wirkte er wie ein Gentleman-Cowboy aus einem alten Western. „Ich bin auf der Suche nach Vivienne Dalton, der Hochzeitsplanerin“, verkündete er.

„Die bin ich.“ Vivienne erhob sich und wollte auf ihn zugehen, doch da stand der Mann schon vor ihr, ergriff ihre ausgestreckte Hand und beugte sich galant darüber. Dann wandte er sich an Caroline und Sarah und begrüßte sie auf die gleiche Weise.

Viv verbarg ihr Erstaunen über die ungewohnte Geste und stellte rasch die beiden anderen Frauen vor. „Das ist Caroline Clifton, meine Geschäftspartnerin, und Sarah Turner von Falls Mountain Accounting.“

„Freut mich, Sie alle kennenzulernen, und bitte nennen Sie mich Max. Meine Söhne und ich haben vor Kurzem die Ambling A Ranch nicht weit von hier erworben. Wir kommen aus Texas, aber wir haben Verwandte in Rust Creek Falls. Deshalb sind wir hergezogen.“

„Herzlich willkommen in der Stadt, Max.“ Viv lächelte ihn liebenswürdig an. „Was können wir für Sie tun?“

„Ich habe ein wichtiges Anliegen, und ich bin sicher, dass Sie dafür die Richtige sind, Vivienne.“

„Nun, falls es eine Hochzeit ist, sind Sie hier tatsächlich an der richtigen Adresse. Sind Sie der Bräutigam?“

Max warf seinen silbergrauen Kopf zurück und lachte dröhnend. „Nein, nicht ich, ich habe für alle Zeiten genug von der Ehe. Aber meinen Jungs muss ich ein bisschen auf die Sprünge helfen. Es sind sechs – gut aussehende, anständige Kerle, aber ein bisschen zögerlich in Liebesdingen. Das muss sich ändern. Wird Zeit, dass sie unter die Haube kommen.“

Caroline sah ihn halb erstaunt, halb amüsiert an. „Heißt das, es gibt schon Anwärterinnen?“

Max lachte bedauernd auf. „Leider nicht. Die entsprechenden Bräute müssen noch gefunden werden. Und genau deshalb bin ich hier. Viv und Caroline, ich möchte, dass Sie für meine Jungs passende Ehefrauen finden. Das Honorar spielt keine Rolle.“

Ein langes Schweigen folgte. Sarah hatte sich etwas abseits gestellt, um den Hochzeitsplanerinnen die Konversation zu überlassen. Sie fragte sich, ob das wirklich ein ernstzunehmender Auftrag war, es klang einfach zu unglaubwürdig. Vivs und Carolines Mienen drückten dieselbe Empfindung aus.

Andererseits könnten die beiden eine Finanzspritze gut gebrauchen. Dumm nur, dass Maximilian Crawford etwas verlangte, was sie nicht leisten konnten.

„Tut mir leid, Max“, sagte Viv mit ruhiger Stimme, „aber wir sind keine Heiratsvermittlung, wir planen Hochzeiten.“

„Gehört das nicht irgendwie zusammen?“, wandte Max ein. „Heiratsvermittlung ist ein Beruf wie jeder andere, und ein lukrativer dazu. Dann ist das eben Ihr erster Auftrag.“

Viv schüttelte den Kopf. „Tut mir wirklich leid, aber …“

Max schnitt ihr das Wort ab. „Eine Million.“

Die drei Frauen schnappten nach Luft. „Sie haben richtig gehört. Eine Million Dollar. Finden Sie Frauen für meine sechs Jungs, und das Geld gehört Ihnen.“

„Aber Max.“ Viv gab ein hilfloses Lachen von sich. „Das ist doch verrückt.“

„Ganz im Gegenteil. Mit sogenannten verrückten Ideen habe ich mein Geld gemacht. Meine Devise ist: Man kann alles erreichen, wenn man nur will.“

Sarah zog sich noch weiter zurück. Diese Ansicht teilte sie ganz und gar nicht. Für sie waren Regeln wichtig. Und sosehr sie Viv und Caroline einen lukrativen Auftrag wünschte, Schaumschlägern konnte man nicht trauen. Das wusste sie aus leidvoller Erfahrung.

Viv fiel ebenfalls nicht darauf herein. „Sie wollen also, dass wir sechs Ehen arrangieren? Nein, das machen wir definitiv nicht.“

„Wer spricht denn von arrangieren?“ Max schnaubte beleidigt. „Da würden meine Jungs niemals mitmachen. Sie werden ihre zukünftigen Ehefrauen selbst aussuchen. Alles, worum ich Sie bitte, ist, dass Sie heiratswillige Frauen finden.“

Viv lachte trocken auf. „Nichts leichter als das.“

„Liebe kann man doch nicht erzwingen“, mischte Caroline sich in ruhigem Ton ein. „Sie muss sich auf natürliche Weise entwickeln und …“

Max tätschelte ihre Schulter. „Meine Liebe, da bin ich ganz Ihrer Meinung. Sie brauchen wirklich nichts zu arrangieren. Ich habe viel von Rust Creek Falls gehört. Die Liebe soll hier ja förmlich in der Luft liegen, und nirgends soll der Anteil an hübschen Mädchen so hoch sein wie hier. Sie bringen einfach meine Jungs mit den Frauen zusammen, und sie werden sich verlieben. Da bin ich sicher.“

Sarah fühlte sich extrem unwohl bei dieser Vorstellung. Dem Kerl war doch nicht zu trauen. Einem, der seine eigenen Regeln aufstellte.

Als ob Max ihr Misstrauen spürte, drehte er sich zu ihr um. „Was halten Sie davon, meine Liebe?“

Sarah straffte die Schultern. „Meine Meinung ist hier unerheblich.“

„Vielleicht sind Sie ja auf der Suche nach dem Richtigen.“

Eine völlig abwegige Idee. „Wollen Sie mich etwa mit einem Ihrer Söhne verkuppeln?“

„Warum nicht?“ Max zwinkerte ihr zu. „Sie würden es nicht bereuen.“

„Tut mir leid, aber ich bin nicht … käuflich.“

„Bestimmt gibt es schon jemanden in Ihrem Leben.“

„Nein, aber ich habe nicht das geringste Interesse.“

Max seufzte theatralisch. „Das ist wirklich jammerschade. Sie sind eine schöne, intelligente Frau. Sie wären genau die Richtige für …“

„Dad, was machst du eigentlich hier?“

Der Klang einer zweiten männlichen Stimme ließ Sarah herumwirbeln.

„Ganz ruhig, Logan“, erwiderte Max. „Lass mir noch ein paar Minuten Zeit.“

„Was willst du bei einem Hochzeitsplaner? Willst du etwa heiraten? Xander und ich hocken die ganze Zeit im Auto und warten auf dich.“

Sarah gab sich Mühe, den Mann, der an der Tür stand, nicht zu auffällig anzustarren. Leicht war das nicht, denn er sah einfach umwerfend aus – groß und schlank, mit dichtem braunem Haar und einem Mund, der eine Frau von langen, heißen Küssen träumen ließ.

Hinter ihm erschien ein zweiter recht ansehnlicher Mann. „Was immer du vorhast, Dad, lass es.“

Max lachte nur. „Kommt her, Jungs. Wollt ihr nicht diese netten Damen begrüßen?“ Mit strahlendem Lächeln wandte er sich an die drei Frauen. „Ladys, darf ich vorstellen – mein ältester Sohn Logan und der Dritte in der Reihe, Xander.“ Dann stellte er seinen Söhnen zuerst Viv und Caroline vor, ehe er sich zu Sarah umwandte, die etwas abseits stand.

...



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