Rimmer | Hat unser Glück eine Chance? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1683, 160 Seiten

Reihe: Bianca

Rimmer Hat unser Glück eine Chance?


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-362-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1683, 160 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86295-362-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Anblick ist atemberaubend: Langsam gleitet die bildhübsche junge Frau im Evaskostüm in das kühle Wasser. Hingerissen beobachtet Grant das faszinierende Schauspiel. Ist das wirklich Stephanie? Früher war sie die freche Kleine von nebenan, inzwischen leitet sie Grants Ranch, die er an diesem Tag seit Jahren zum ersten Mal wieder besucht. Stephanies Zauber nimmt ihn sofort gefangen. Stundenlang könnte Grant ihren Plänen lauschen, will sie küssen, umarmen - und vergisst beinahe, weshalb er gekommen ist: Die Ranch soll verkauft werden. Hat ihr Glück überhaupt eine Chance?



Christine Rimmers Romances sind für ihre liebenswerten, manchmal recht unkonventionellen Hauptfiguren und die spannungsgeladene Atmosphäre bekannt, die dafür sorgen, dass man ihre Bücher nicht aus der Hand legen kann. Ihr erster Liebesroman wurde 1987 veröffentlicht, und seitdem sind 35 weitere zeitgenössische Romances erschienen, die regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten landen. Diese vielfach ausgezeichnete Autorin stammt ursprünglich aus Kalifornien und wollte unbedingt Schauspielerin werden, weshalb sie nach New York ging. Doch nicht als Schauspielerin, sondern als Autorin machte sie sich einen Namen, als sie wieder zurück nach Südkalifornien kam und Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke verfasste. 1984 begann sie, ihre erste Romance zu schreiben, und stellte fest, dass es ihr fast so viel Spaß machte wie einen Liebesroman zu lesen. Sie ist fest entschlossen, die nächsten Jahrzehnte dabei zu bleiben! Christine Rimmer lebt mit ihrem Mann und ihrem jüngsten Sohn im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma.

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1. KAPITEL

Grant Clifton hatte an diesem sonnigen Sonntagnachmittag nur die besten Absichten im Sinn. Er war fest entschlossen, Stephanie Julen und ihre Mutter Marie rechtzeitig in seine Pläne über den Ranchverkauf einzuweihen, damit sie sich an den Gedanken gewöhnen konnten. Und er wusste schon genau, wie er es ihnen so schonend wie möglich beibringen würde: Zunächst würde er sie daran erinnern, dass man sich nicht ewig an die Vergangenheit klammern konnte. Dass man manchmal einfach loslassen musste, um sich weiterzuentwickeln und um erfolgreich sein zu können.

Er selbst hielt sich an diese Devise, und es ging ihm wunderbar dabei. Er würde Steph und Marie zeigen, dass es auch für sie das Beste war.

Die Sonne stand hoch am Himmel, und es war ein wunderschöner Tag. Da ihm vor der Aussprache noch Zeit blieb, rief er im Stall an und ließ sich von einem der Stallburschen seinen Wallach Titan satteln. In letzter Zeit war er nicht oft zum Ausreiten gekommen – schließlich hatte er jetzt einen Schreibtischjob. Seine Tage als Rancher waren vorbei. Mittlerweile wohnte er in einer komfortablen Privatsuite im Hotelgebäude des Thunder Canyon Resorts.

Als er in Jeans, Stiefeln und einem blauen Baumwollhemd in den Stall kam, stand Titan schon bereit. Der schwarze Wallach wieherte freudig und warf den Kopf hin und her, als könne er es gar nicht abwarten. Grant lieh sich vom Stallburschen einen Cowboyhut und saß auf.

Sein Vater wäre sehr entrüstet gewesen, dass er überhaupt ohne Hut im Stall erschienen war – früher war der Cowboyhut aus Stroh ein Erkennungszeichen der Clifton-Männer gewesen. Aber sein Vater hätte gegen seinen neuen Lebensstil sowieso eine Menge einzuwenden gehabt. Pech für ihn. Grant zog sich den Hut tiefer ins Gesicht und lenkte Titan vom Hof. Als sie das Hotelgelände verließen, galoppierte das Pferd sofort los.

Er ritt querfeldein. In der Ferne glitzerten auf den Berggipfeln noch Schneefelder, und das Gras auf den sanft gewellten Hügeln leuchtete frisch und grün. Wie immer in Montana wehte ein leichter Wind, der die Sommerhitze erträglich machte.

Während er es seinem Pferd überließ, den geeignetsten Weg zu suchen, überlegte er weiter, was er Steph und ihrer Mutter sagen wollte. Natürlich würden die beiden nicht begeistert sein, aber immerhin konnten sie sich auf ihn verlassen. Er würde dafür sorgen, dass sie außerhalb der Ranch Arbeit fanden.

Tief in Gedanken erreichte er das Gebiet der Clifton’s Pride Ranch. Er schlug mit Titan einen Feldweg ein und passierte nach einiger Zeit ein Viehgatter, das er sorgfältig wieder hinter sich schloss. Ein paar Kühe schauten ihn erwartungsvoll an. Er tippte an seinen geliehenen Hut und ritt weiter. Vor ihm lag der Cottonwood Creek, ein von Pappeln gesäumter Wasserlauf. Die Bäume kamen ihm höher und dichter vor als früher: Das Wasser war nicht mehr zu sehen. Grant schnalzte mit der Zunge und trieb Titan an. Er wollte die Sache schnellstens hinter sich bringen. Noch ein paar Minuten bis zum Ranchhaus, dann würde er Steph und ihrer Mutter die große Neuigkeit verkünden: dass er ein wunderbares Angebot bekommen hatte und die Clifton’s Pride Ranch verkaufen würde.

Über eine sanfte Steigung gelangten er und sein Pferd in das Pappelwäldchen. Auf dem weichen moosbedeckten Boden machten die Pferdehufe kein Geräusch. Einzig das leise Murmeln des Baches war zu hören. Als Titan den höchsten Punkt erreicht hatte, konnte Grant den kristallklaren Wasserlauf auch sehen.

Doch es war nicht der Anblick des Bachs, der ihm den Atem stocken ließ. Unwillkürlich zog er die Zügel an, und Titan blieb lautlos stehen.

Am Ufer stand eine Frau. Eine nackte Frau. Wassertropfen glitzerten auf ihrer gebräunten Haut. Aus ihrem feuchten Haar, das ihr auf die Schultern fiel, lief ein Rinnsal ihren schlanken Rücken hinunter.

Unfähig, sich zu rühren, beobachtete er sie. Als sie ihr Haar mit beiden Händen im Nacken zusammennahm, flossen weitere Rinnsale über ihren Rücken. Himmel! Je länger er den Anblick genoss, desto heißer wurde ihm. Wie erstarrt saß er im Sattel und spürte heftiges Verlangen in sich aufsteigen.

Was zum Teufel hatte eine nackte Frau allein am Cottonwood Creek zu suchen – noch dazu auf dem Land seiner Familie?

Nun ja, er würde sie sicher nicht fragen. Jedenfalls nicht gerade in diesem Augenblick. Aber das hieß nicht, dass er nicht herausfinden würde, wer diese badende Schönheit war. Er wollte sie unbedingt näher kennenlernen. Sehr nah sogar. Doch wenn er sich ihr ausgerechnet jetzt vorstellte, wäre sie wahrscheinlich nicht begeistert.

Ganz sacht legte er den linken Zügel an Titans Hals, um das Pferd zur Kehrtwendung zu bewegen. Titan wollte sofort reagieren, als die Frau zur selben Zeit die Arme über den Kopf hob und laut lachte. Es war ein wunderbarer Klang – frei und glücklich, völlig unbeschwert.

Grant zuckte zusammen. Dieses Lachen kannte er. So lachte nur Steph.

Verwirrt blinzelnd ließ er Titan erneut anhalten. Das war unmöglich. Diese atemberaubend schöne, nackte Frau sollte Steph sein?

Wie betäubt schüttelte er den Kopf. Stephanie Julen war praktisch noch ein Teenager und wie eine kleine Schwester für ihn. Schnell rechnete er nach. Sie war … einundzwanzig.

Verdammt. Nein, das war doch unmöglich!

Wieder lachte die Frau. Dann drehte sie sich ohne Vorwarnung um, erblickte ihn zu Pferd am Ufer – und bemerkte, dass er sie anstarrte. Ihre grünen Augen weiteten sich vor Schreck, und sie rief entsetzt: „Grant?“ Hektisch versuchte sie, mit den Händen ihre Blöße zu bedecken. „O Gott …“

Wenigstens war er nun so geistesgegenwärtig, das Pferd wirklich zu wenden. Mit dem Rücken zu Steph blieb er stehen. „Zieh dich an“, rief er ihr zu. Dabei gab er sich Mühe, seine Stimme ruhig und fest klingen zu lassen, was angesichts seiner Erregung gar nicht so einfach war. „Du kannst mit mir zum Haus zurückreiten.“

Sie stöhnte nur leise und antwortete nicht.

„Na komm schon.“ Er zwang sich eisern, nach vorn zu schauen. „Ist doch nicht so schlimm. Tut mir leid, dass ich dich überrascht habe.“

Schließlich nahm er wahr, wie sie sich hastig anzog. Er nutzte die Gelegenheit, um ein paar Mal tief durchzuatmen. Wenn er sich beherrscht und unbeeindruckt gab, würde sie am schnellsten über diese Peinlichkeit hinwegkommen.

Fragte sich nur, ob er das auch schaffte.

Nach ein paar Minuten, die ihm wie eine Ewigkeit vorkamen, hörte er hinter sich ein Pferd schnauben. Steph gesellte sich auf dem Rücken ihrer Lieblingsstute Trixiebelle zu ihm.

Einfach unglaublich. Er hatte die nackte Frau so intensiv angestarrt und darüber nachgedacht, wie er sie verführen konnte, dass er das Pferd etwas weiter oben am Ufer völlig übersehen hatte.

Während die beiden Pferde sich begrüßten, lächelte Grant Steph gelassen an. Doch allein ihr Anblick ließ sofort wieder das Verlangen in ihm aufsteigen.

Ihre Kleider waren ebenso nass wie sie selbst. Das Hemd klebte an ihrem Oberkörper und betonte ihre wunderbaren Kurven. Kurven, die er bis vor ein paar Augenblicken nie bemerkt hatte – und die er so bald nicht wieder vergessen würde.

Aber davon zu träumen, Steph zu verführen? Das ging nun wirklich nicht. War das nicht sogar illegal? Zumindest war es höchst unmoralisch. Oder?

Das nasse Haar umrahmte ihr süßes Gesicht, das jetzt flammend rot war. „Wie lange hast du …“ Sie schluckte, bevor sie fortfuhr: „… mich beobachtet?“

„Gar nicht“, schwindelte er und lächelte weiter. „Ich war gerade oben angekommen und wollte wieder umdrehen, als du mich gesehen hast.“

Ein weiteres Mal wendete er das Pferd und ritt zum Bachbett hinunter. Steph folgte ihm. Doch da er sicher war, dass sie die beste Stelle zum Überqueren kannte, ließ er sie am Ufer an sich vorbei. Er bedeutete ihr, die Führung zu übernehmen.

Steph war sich des Mannes hinter sich nur allzu bewusst, als sie Trixiebelle ins flache Wasser lenkte und den Bach durchquerte. Auf der anderen Seite nahmen sie die Steigung am Ufer und gelangten durch das Pappelwäldchen auf das offene Weideland. Grant schloss zu ihr auf und ritt neben ihr.

Sie blickte ihn nicht an. Im Moment brachte sie es einfach nicht fertig, ihm in die Augen zu schauen. Wenn sie wenigstens nicht noch immer deutlich spüren würde, dass sie knallrot war. So schlimm war die ganze Situation auch wieder nicht gewesen.

Na ja, aber eben peinlich. Nie im Leben hätte sie damit gerechnet, dass Grant ausgerechnet dann auftauchen würde, wenn sie sich gerade ein kurzes Bad gönnte. Schließlich kam er mittlerweile selten zur Ranch. Seit er ihr vor sechs Monaten die Leitung übertragen hatte, war dies das erste Mal. Und vorher war er stets mit seinem schwarzen Geländewagen vorgefahren.

Seit er im Hotel arbeitete, hatte Grant eben keine Zeit mehr für die Ranch. Innerhalb von zwei Jahren war er vom Vertriebsassistenten zum Teilhaber aufgestiegen. Und er genoss seine Freizeit genauso wie seine Arbeit. Die meisten Abende verbrachte er in Gesellschaft der wechselnden Schönheiten, die im Hotel Urlaub machten. Die Frauen lagen ihm zu Füßen. Immerhin war er zweiunddreißig, Single und verdiente gut.

Steph warf ihm einen Seitenblick zu, doch er starrte weiterhin geradeaus. Zu allem Überfluss sah er verboten gut aus, wie ihr erneut auffiel, als sie versonnen sein Profil betrachtete – die ebenmäßig geformte Nase, der sinnliche Mund, das markante Kinn … Außerdem war...



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