E-Book, Deutsch, 303 Seiten
Reihe: Rheinwerk Computing
Rippel E-Autos
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-367-11405-4
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Das Handbuch für den Umstieg
E-Book, Deutsch, 303 Seiten
Reihe: Rheinwerk Computing
ISBN: 978-3-367-11405-4
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Leiten Sie Ihre persönliche Mobilitätswende ein und profitieren Sie von den vielen Vorteilen von E-Autos: komfortables Fahren, günstiges Laden an der eigenen Wallbox, saubere Mobilität ohne das Verbrennen fossiler Rohstoffe. Jörg Rippel bespricht in diesem Ratgeber alles, was Sie vor dem Kauf und auf den ersten Fahrten wissen müssen : vom Laden an der Autobahn bis zum Batteriemanagement, von der Ökobilanz bis zur effizienten Fahrweise im Alltag. So erfahren Sie auch, wie Sie mögliche Probleme mit der Reichweite lösen, und wie sich die höheren Anschaffungskosten schnell bezahlt machen.
- Von der Modellauswahl bis zur Wallbox: sauber und günstig im Alltag unterwegs
- Antriebs- und Ladetechnik verstehen
- Batteriemanagement und Pflege, Reichweite, Kosten und Ökobilanz
Aus dem Inhalt:
- Laden leicht gemacht: Die ersten Schritte
- Batterie und Antrieb
- Ladetechnik- und Infrastruktur
- Marktüberblick und Kaufberatung
- Sparsam fahren
- Ladekarten, Netze und Roaming
- Ökobilanz und erneuerbare Energie
- Checkliste für den Kauf eines E-Autos
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einleitung: Warum dieses Buch? ... 14
I. Grundlagen der Elektromobilität ... 18
1. Mythen und Fakten rund um E-Autos ... 20
1.1 ... E-Autos schaden der Umwelt - Wahrheit und Legende ... 20
1.2 ... Unzuverlässigkeit und Reparaturprobleme - was stimmt wirklich? ... 22
1.3 ... Brandgefahr bei E-Autos: Fakten statt Panikmache ... 22
1.4 ... Stromnetz-Kollaps durch E-Autos ... 23
1.5 ... Mehr Feinstaub durch E-Autos ... 24
1.6 ... »Hybrids are winning!« - die Realität hinter den Schlagzeilen ... 24
1.7 ... Das Problem mit der Reichweite: berechtigt oder übertrieben? ... 25
1.8 ... Mit dem Verbrenner war alles einfacher! ... 26
2. Laden leicht gemacht - Ihre ersten Schritte ... 32
2.1 ... Ladesäulen finden und bedienen ... 32
2.2 ... Bezahlung und Abrechnung einfach erklärt ... 36
2.3 ... Ladekarten, Apps und Plug & Charge ... 37
2.4 ... Ad-hoc-Laden ... 37
2.5 ... Ihre erste Ladung - Schritt für Schritt ... 39
2.6 ... Ladeetikette und typische Anfängerfehler ... 41
2.7 ... Was tun bei Problemen an der Ladesäule? ... 42
3. Von der Verbrennung zum Elektromotor ... 44
3.1 ... Verschiedene Antriebsarten im Vergleich (BEV, PHEV, FCEV) ... 46
3.2 ... Elektromobilität im Vergleich zu Wasserstoffantrieb und Biotreibstoffen ... 49
3.3 ... Effizienzvorteile der Elektromobilität ... 52
4. Die Batterie - das Herzstück des Elektroautos ... 56
4.1 ... Batterietechnologien und ihre Eigenschaften ... 57
4.2 ... Energiedichte und Reichweite ... 58
4.3 ... Lebensdauer und Alterung ... 60
4.4 ... Batterietypen von heute und morgen ... 61
4.5 ... Lohnt sich das Warten auf die Wunderbatterie? ... 62
4.6 ... Recycling und Rohstoffgewinnung ... 62
II. Technik im Detail ... 66
5. Antriebstechnik ... 68
5.1 ... Motortypen und Leistungsklassen ... 68
5.2 ... Ein-, Zwei- und Mehrmotorenkonzepte ... 72
5.3 ... Getriebe bei Elektrofahrzeugen ... 75
5.4 ... Thermalmanagement und Wärmepumpe ... 79
5.5 ... Angemessener Verbrauch in kWh/100 km ... 83
5.6 ... E-Autos im Nahverkehr ... 87
5.7 ... 400 V vs. 800 V und neue 1-kV-Systeme ... 89
6. Das Batterie-Management-System (BMS) und das Thermalmanagement ... 94
6.1 ... Warum die Temperaturkontrolle bei Elektroautos so wichtig ist ... 94
6.2 ... Das Batterie-Management-System - die Schaltzentrale der Batterie ... 95
6.3 ... Thermalmanagement-Systeme im Detail ... 97
6.4 ... Das Zusammenspiel - wie BMS und Thermalmanagement kooperieren ... 99
6.5 ... Praxisbeispiele - was passiert wirklich? ... 100
6.6 ... Unterschiede zwischen Herstellern ... 101
7. Ladetechnik und -infrastruktur ... 104
7.1 ... Ladestandards und Steckertypen (CCS, Typ2 usw.) ... 104
7.2 ... AC- und DC-Laden im Vergleich ... 106
7.3 ... Schnellladetechnologien ... 108
7.4 ... Das öffentliche Ladenetz in Deutschland und Europa ... 108
7.5 ... Payment und Abrechnung an Ladesäulen ... 110
7.6 ... Plug & Charge vs. Ad-hoc-Laden ... 110
8. Intelligente Systeme ... 112
8.1 ... Vernetzung und Software-Updates ... 112
8.2 ... Autonomes Fahren und Assistenzsysteme ... 114
8.3 ... Sensoren ... 115
III. Kaufberatung ... 116
9. Marktüberblick nach Fahrzeugklassen ... 118
9.1 ... Vollelektrisch oder Hybrid? ... 118
9.2 ... Kleinwagen ... 123
9.3 ... Limousinen und Kombis ... 123
9.4 ... SUVs und Crossover ... 124
9.5 ... Transporter ... 125
9.6 ... Vor- und Nachteile verschiedener Bauformen ... 127
9.7 ... Welches Auto passt zu meinem Nutzungsprofil? ... 128
10. Das richtige E-Auto für Ihren Bedarf ... 130
10.1 ... Ihr Weg zum richtigen E-Auto ... 130
11. Der Neuwagenkauf ... 146
11.1 ... Vorüberlegungen zum Kauf ... 146
11.2 ... Wichtige Kaufkriterien im Überblick ... 147
11.3 ... Probefahrt ... 147
11.4 ... Garantieleistungen ... 148
11.5 ... Versicherungskosten ... 148
11.6 ... Laufende Kosten ... 149
12. Der Gebrauchtwagenkauf ... 152
12.1 ... Gewährleistung und Garantie bei Gebrauchten ... 152
12.2 ... Wichtige Kaufkriterien im Überblick ... 154
12.3 ... Probefahrt und Fahrzeugcheck ... 157
12.4 ... Die Traktionsbatterie überprüfen ... 160
13. Kosten und Wirtschaftlichkeit ... 164
13.1 ... Anschaffungskosten ... 164
13.2 ... Staatliche Förderung und steuerliche Vorteile ... 165
13.3 ... Laufende Kosten: Strom, Wartung, Versicherung ... 168
13.4 ... Wertentwicklung und Wiederverkaufswert ... 171
13.5 ... Kostenvergleich mit Verbrennerfahrzeugen ... 172
IV. Praxis und Alltag ... 174
14. Effizientes Fahren ... 176
14.1 ... Sparsames Fahren steigert die Reichweite ... 176
14.2 ... Fahrstil und Effizienz ... 177
14.3 ... Umstellung von Gewohnheiten und der Fahrweise ... 178
14.4 ... Die alltäglichen Basics ... 181
15. Batterie-Management und Pflege ... 184
15.1 ... Wie Sie für eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen ... 184
15.2 ... Winterbetrieb und Wintermodus ... 188
15.3 ... Besonderheiten der Elektroautowartung ... 189
15.4 ... Typische Verschleißteile ... 191
15.5 ... Brand bei Elektroautos - was Sie wissen sollten ... 192
16. Das Elektroauto im Alltag ... 198
16.1 ... Reichweitenplanung und -optimierung ... 199
16.2 ... Was tun, wenn der Saft auszugehen droht? ... 200
16.3 ... Wenn Sie wirklich einmal liegen bleiben ... 201
16.4 ... Laden unterwegs und Ladestrategien ... 205
16.5 ... Reisen mit dem Elektroauto (ins Ausland) ... 206
17. Ladekarten, Netze und Roaming ... 208
17.1 ... Wie Ladenetze funktionieren ... 208
17.2 ... Ladekarten-Vergleich ... 209
17.3 ... Wann lohnt sich welche Karte? ... 211
17.4 ... Roaming-Kosten verstehen ... 212
17.5 ... Laden in Europa: Länder-Guide ... 213
17.6 ... Praktische Reisetipps ... 215
18. Die eigene Ladeinfrastruktur ... 218
18.1 ... Wallbox-Varianten und ihre Funktionen ... 218
18.2 ... Smart vs. einfache Wallboxen - was braucht man wirklich? ... 219
18.3 ... Installation, Kosten und Förderung ... 220
18.4 ... Anschluss der Wallbox ans Hausnetz ... 221
18.5 ... Meldepflicht beim Netzbetreiber ... 222
18.6 ... Die 3,6-kW-Wallbox ... 223
18.7 ... Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle in Wallboxen ... 224
18.8 ... Sicherheit beim Laden (Gewitter, Überspannung) ... 225
19. Ihr Elektroauto und erneuerbare Energien ... 228
19.1 ... Kopplung von Wallbox mit PV-Anlage ... 228
19.2 ... Integration mit Heimspeichersystemen ... 229
19.3 ... Wirtschaftlichkeitsberechnung der Kombination ... 231
19.4 ... Technische Voraussetzungen und Steuerungsoptionen ... 232
19.5 ... Bidirektionales Laden (V2H, V2G, V2V) ... 234
19.6 ... Ihr Auto als Stromspeicher für Ihr Haus ... 235
19.7 ... Vor- und Nachteile verschiedener Setups ... 235
19.8 ... Das Stromnetz und die Elektromobilität ... 236
20. Die Nachteile eines E-Autos ... 240
20.1 ... Die echten Nachteile ... 240
20.2 ... Die vermeintlichen Nachteile ... 243
21. Ökobilanz und ethische Aspekte ... 246
21.1 ... CO2-Bilanz im Lebenszyklus ... 246
21.2 ... Die Herstellungsemissionen: Was wird wirklich berücksichtigt? ... 248
21.3 ... Stromproduktion und Erneuerbaren-Mix ... 249
21.4 ... Ressourcenverbrauch und kritische Rohstoffe ... 250
21.5 ... Umweltauswirkungen beim Rohstoffabbau ... 250
21.6 ... Soziale und ethische Aspekte der Rohstoffgewinnung ... 251
21.7 ... Der Rebound-Effekt und die Mobilitätswende ... 254
22. Die Zukunft der Elektromobilität ... 256
22.1 ... Kommende Batterietechnologien mit reduziertem Rohstoffbedarf ... 256
22.2 ... Entwicklung der Ladeinfrastruktur ... 256
22.3 ... Recycling und Kreislaufwirtschaft ... 257
22.4 ... Integration ins Stromnetz ... 257
22.5 ... Politische und gesellschaftliche Perspektiven ... 258
23. Gestern, heute, morgen ... 260
23.1 ... Die Zahlen: Eine stille Verschiebung ... 261
23.2 ... Die Informationslücke: Was Sie nicht erfahren sollen ... 261
23.3 ... Technologie im Praxistest: Was heute möglich ist ... 263
23.4 ... Können unseren hiesigen Autobauer weitermachen wie bisher? ... 267
23.5 ... Was das für Sie als deutschen Käufer bedeutet ... 268
24. Danke fürs Lesen ... 270
A. Glossar der Fachbegriffe ... 272
B. Weiterführende Studien und Quellen ... 280
C. Abbildungsverzeichnis ... 294
Index ... 296
1.8 Mit dem Verbrenner war alles einfacher!
Die Technik und die Theorie sind schön und gut, aber wie sieht es im Alltag mit den Unterschieden aus? Wie wäre es denn, wenn man von einem E-Auto zum Verbrenner wechseln würde und sich zum ersten Mal mit einer Tankstelle beschäftigen müsste?
Das zeigt wunderbar ein satirischer Text, der von Tibor Blomhäll aus dem Tesla Club Schweden geschrieben wurde und seitdem tausendfach kopiert und verbreitet wurde. In jedem E-Auto-Forum können Sie ihn finden, denn er beschreibt auf herrlich humorvolle Weise, was die Unterschiede sind:
Testfahrt mit einem Verbrenner
Wir haben so viel Gutes über benzinbetriebene Autos gehört, dass wir uns entschieden haben, eine Testfahrt zu machen. Es heißt, sie wären billig bei großer Reichweite und schneller Auflademöglichkeit. Eine Gewinnerformel auf dem Papier – aber wie machen sie sich im wirklichen Leben?
Wir setzten uns in einen Vorführwagen im Laden des Autoverkäufers. Die Hersteller verkaufen diese Autos nicht selbst, sondern nur über unabhängige Autowerkstätten als Zwischenhändler. Es klingt nach einem schlechten Omen, ein Auto in einer Werkstatt zu kaufen, die man so selten wie möglich aufsuchen möchte. Aber offenbar kann man das Auto nicht direkt vom Hersteller kaufen, sondern muss den Weg über solche Vermittler nehmen. Der Verkäufer war sehr penetrant und versuchte uns das Auto praktisch mit Gewalt aufzudrängen, aber das ist anderswo möglicherweise besser.
So saßen wir nun in dem Auto und drückten den START-Knopf. Der Verbrennungsmotor erwachte hustend und begann zu arbeiten. Man konnte das Motorgeräusch hören und das ganze Auto vibrierte, als ob etwas kaputt sei, aber der Verkäufer versicherte uns, dass alles so sei, wie es sein sollte. Das Auto hat sogar einen elektrischen Motor und eine mikroskopisch kleine Batterie; diese werden aber nur genutzt, um den Verbrennungsmotor zu starten – der Elektromotor treibt die Räder nicht an. Der Verbrennungsmotor benötigt einen Tank voll Benzin, eine fossile Flüssigkeit, um das Auto durch die Explosion kleiner Tröpfchen davon anzutreiben. Offenbar sind es diese kleinen Explosionen, die man hört und spürt, wenn der Motor läuft.
Der Verbrennungsmotor besteht aus buchstäblich Hunderten von beweglichen Teilen, die eine Passgenauigkeit von hundertstel Millimetern aufweisen müssen, um zu funktionieren. Wir begannen zu verstehen, warum es Werkstätten sind, die diese Autos verkaufen – sie hoffen vielleicht, dass etwas kaputt gehen wird, das sie dann flicken können?
Wir legten den Gang ein und fuhren mit einem Ruck los. Dieser Ruck rührte nicht von extremer Beschleunigung her, sondern Verbrennungsmotoren können offenbar nicht so sanft angefahren werden wie Elektromotoren. Beschleunigung gab es praktisch überhaupt keine, weil wir das Auto nicht schneller bewegen konnten als 40 km/h! Dann heulte der Benzinmotor und das ganze Auto rüttelte wie wild. Wir hielten sofort an, davon überzeugt, dass etwas kaputt gegangen sein musste.
Der Verkäufer erklärte uns dann, dass man bei Verbrennungsmotoren regelmäßig »Gänge schalten« müsse. (…) Wie wir schnell lernten, ist es sehr wichtig, immer einen passenden Gang auszuwählen, sonst geht der Motor entweder aus oder er wird ernsthaft beschädigt! Man braucht eine Menge Übung, um zu lernen, den richtigen Gang zur richtigen Zeit einzulegen – es gibt aber auch Modelle mit automatischer Gangschaltung, die das selbsttätig tun. Mit der Handschaltung mussten wir jedoch ständig darauf achten, den Motor nicht zu beschädigen. Ziemlich stressig.
Wir fragten, ob das ständige Motorengeräusch – das uns praktisch daran hinderte, Radio zu hören – abgeschaltet werden könne. Nein, kann es nicht. Sehr störend.
Nachdem wir den Wagen durch kompliziertes Schalten der Gänge auf Tempo gebracht hatten, näherten wir uns einer Ampel. Vom Beschleunigungspedal zu gehen bewirkte keine nennenswerte Bremswirkung, wir mussten sehr stark auf das Bremspedal treten, um das Auto zu verlangsamen. Es überraschte uns, zu erfahren, dass die Bremsen rein mechanisch arbeiten! Das Einzige, was sie erzeugen, ist Hitze – zu bremsen bewirkt keine Regeneration von Benzin zurück in den Tank! Klingt nach enormer Verschwendung, aber es sollte noch schlimmer kommen.
Als wir anhielten, lief der Motor weiter und das Auto vibrierte – obwohl es stand! Der Motor verbrannte weiterhin Treibstoff, ohne das Auto zu bewegen. Kann das wirklich wahr sein? Ja, erklärte der Verkäufer, das sei so bei Verbrennern: Der Motor läuft immer und verbrennt Treibstoff – sogar, wenn der Wagen steht. Einige Modelle schalten allerdings den Motor bei roten Ampeln ab. Das ist auf jeden Fall sinnvoller.
Nach einer Weile kamen wir zu einer Tankstelle, an der wir das Auto aufladen konnten. Der Wagen behauptete, sein Tank wäre noch zur Hälfte voll, aber wir wollten das berühmte superschnelle Aufladen von Verbrennern ausprobieren.
Also fuhren wir zu der Tankstelle und öffneten die Tankklappe. Der Füllstutzen ähnelt dem eines Ladeanschlusses; allerdings kommen keine Elektronen heraus, sondern Benzin. Benzin ist eine hochgradig krebserregende, übelriechende und entzündliche Flüssigkeit, die von vor Millionen von Jahren ausgestorbenen Pflanzen und Tieren stammt. Es wird in einen Tank im Auto gepumpt, das dann mit ca. 50 Litern dieser gefährlichen Flüssigkeit darin herumfährt.
Wir steckten den Rüssel ins Auto, aber nichts passierte. Der Verkäufer erklärte uns, dass wir für das Betanken bezahlen müssten! Ungefähr so wie bei den extrem teuren Schnellladern, die einige Energieversorgungsunternehmen aufgestellt haben. Nachdem wir unsere Kreditkarte in das Lesegerät gesteckt hatten, konnten wir endlich tanken. Es war extrem schnell! In nur zwei Minuten füllten wir den Benzintank bis obenhin voll! Aber es gab zwei Zähler an der Pumpe: Einer zeigte die Anzahl Liter, die wir tankten, und der andere zeigte, wie viel es uns kostete. Und dieser andere Zähler drehte sich so schnell, dass wir kaum hinterhergucken konnten! Ja, wir füllten den Tank in zwei Minuten, aber es kostete uns unglaubliche 45 €! Eine volle Ladung würde uns das Doppelte kosten – kolossale 90 €! Wir verfluchten unser Pech, dass wir ausgerechnet an einer der teuersten Tankstellen gelandet waren, und fragten den Verkäufer, was für Alternativen es gebe? Wie viel kostet es, zu Hause zu tanken, und wie viele kostenlose Tankstellen gibt es?
Der Verkäufer guckte uns verwirrt an und erklärte, dass es nicht möglich sei, Verbrenner zu Hause zu betanken, und dass es keine kostenlosen Tankstellen gäbe. Wir versuchten, unsere Fragen anders zu stellen für den Fall, dass er uns missverstanden hätte, aber er bestand darauf, dass das nicht geht. Offenbar muss man etliche Male im Monat eine Tankstelle anfahren und Benzinautos zu Wucherpreisen wieder aufladen – es gibt keine Alternativen! Wir fanden es sehr seltsam, dass kein Verbrenner-Hersteller eigene kostenlose Tankstellen aufgestellt hat.
Es gibt auch keine Tankstellen, an denen man langsamer, aber zu geringeren Kosten tanken kann. Wir rechneten Preis gegen Verbrauch und kamen zu dem schockierenden Ergebnis, dass ein Benzinauto unvorstellbare 14 €/100 km kostet! Sicher können auch Elektroautos theoretisch für solch einen Preis geladen werden, wenn sie an einem der teuersten Schnelllader des Landes aufgeladen werden – aber für Benzinautos gibt es keine billigeren Alternativen! Während Elektroautos bequem über Nacht zu Hause für 4 €/100 km geladen werden können, müssen Verbrenner einige Male im Monat einen Umweg zu einer Tankstelle machen, um dort zu Wucherpreisen befüllt zu werden – ohne Ausnahme! Die monatlichen Kosten für einen Verbrenner können – nur allein für den Treibstoff – schnell 200 € überschreiten! Wir begannen zu begreifen, warum sie so billig zu kaufen sind – sie zu betreiben ist hingegen extrem teuer.
Wir begannen auch zu verstehen, warum es überall so viele Tankstellen geben muss, wenn alle Verbrenner diese immer aufsuchen müssen, um zu tanken. Man stelle sich vor, man könnte sein Elektroauto nur an den teuersten Schnellladern der Energieversorger aufladen – und nirgends sonst!
Mit all diesem im Hinterkopf gerieten wir in einen Stau und waren entsetzt, dass der Verbrennungsmotor immer weiter diese teuren Benzintröpfchen verbrannte, sogar wenn der Wagen stand oder sich nur sehr wenig bewegte. Mit Verbrennern gerät man leicht in Kostenangst – das Gefühl, dass das Auto buchstäblich Geld verbrennt! Keine billige Heimladung und beim Bremsen keine Regeneration von Treibstoff zurück in den Tank – das klingt nach ökonomischem Irrsinn, noch dazu, wo all das Benzin aus dem Ausland importiert werden muss.
Wir brachten das Auto zum Händler zurück, zogen die Handbremse an und stiegen aus. Der Benzinmotor lief weiter! Anscheinend muss man die Verbrennung der kostbaren Flüssigkeit manuell abschalten. Wir wollten noch einen Blick auf den Verbrennungsmotor werfen, also öffnete der Verkäufer die Haube. Der gesamte Vorderteil des Wagens war komplett vollgestopft mit Schläuchen, Teilen, Flüssigkeitsbehältern und zwischen all diesem saß ein riesiger zitternder gusseiserner Block, der anscheinend das Motorengehäuse darstellte. Es gab im Vorderteil des Autos keinen Platz für Gepäck!
Trotz seiner enormen Größe, dem Lärm und den...




