Ritter | Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 630 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 64 Seiten

Reihe: Bastei Lübbe

Ritter Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 630

Nur eine Liebesheirat
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-4092-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Nur eine Liebesheirat

E-Book, Deutsch, 64 Seiten

Reihe: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-7517-4092-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Während Dr. Brandulf von Halberstedt nachdenklich die bildschöne Medizinstudentin betrachtet, die in seiner Praxis eine Arbeit für die Semesterferien sucht, kommt ihm plötzlich eine Idee. Er braucht zwar keine zusätzliche Kraft, bietet ihr aber dennoch eine gut bezahlte Beschäftigung an: Birte soll zum Schein seine Ehefrau spielen. Brandulf erhofft sich dadurch, seiner Mutter die fixe Idee auszutreiben, ihn unbedingt mit einem ungeliebten Mädchen, der Tochter des berühmten Professors Wiedenhofen, zu verkuppeln, nur weil das seiner Karriere förderlich sein könnte.
Nach kurzem Zögern stimmt Birte der Scheinehe zu. Brandulf gratuliert sich zu seinem klugen Schachzug, doch der entpuppt sich bald als größter Fehler seines Lebens ...

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Nur eine Liebesheirat

Ein herzbewegender Schicksalsroman für glückliche Stunden

Während Dr. Brandulf von Halberstedt nachdenklich die bildschöne Medizinstudentin betrachtet, die in seiner Praxis eine Arbeit für die Semesterferien sucht, kommt ihm plötzlich eine Idee. Er braucht zwar keine zusätzliche Kraft, bietet ihr aber dennoch eine gut bezahlte Beschäftigung an: Birte soll zum Schein seine Ehefrau spielen. Brandulf erhofft sich dadurch, seiner Mutter die fixe Idee auszutreiben, ihn unbedingt mit einem ungeliebten Mädchen, der Tochter des berühmten Professors Wiedenhofen, zu verkuppeln, nur weil das seiner Karriere förderlich sein könnte.

Nach kurzem Zögern stimmt Birte der Scheinehe zu. Brandulf gratuliert sich zu seinem klugen Schachzug, doch der entpuppt sich bald als größter Fehler seines Lebens ...

»Endlich«, stieß Frau Judith seufzend hervor und nickte ihrem eintretenden Sohn zu. »Du kommst ja wieder spät. Was hast du denn die ganze Zeit gemacht?«

»Gearbeitet!« Dr. Brandulf von Halberstedt zuckte die Achseln. »Es war heute besonders viel zu tun. Jetzt freue ich mich auf ein gemütliches Abendstündchen mit dir.«

»Renate ist da. Sie wartet auf dich.«

»Schon wieder?«, fragte Brandulf und zog die Brauen zusammen. »Was will sie denn?«

Seine Mutter warf einen anklagenden Blick gegen die Decke.

»Mit dir sprechen natürlich. Was dachtest du denn? Renate liebt dich doch.«

»So«, sagte Brandulf trocken.

»Und das lässt dich völlig kalt?«

Frau Judith nahm den jungen Mann beim Arm und zog ihn in die Küche. Es war nicht nötig, dass die Besucherin etwas von ihrer Unterhaltung mithörte.

»Ja, Renate kommt deinetwegen«, wiederholte sie, und ihre Stimme klang ein wenig ungehalten. »Und wenn du nur ein bisschen Verstand hättest, Junge, dann wüsstest du, was du zu tun hast. Ich bin mir mit Renate jedenfalls völlig einig.«

»Großartig«, bemerkte der Arzt sarkastisch. »Und ich werde weiter nicht gefragt. Habt ihr etwa auch schon den Hochzeitstermin festgelegt?«

»Ich meine es doch nur gut mit dir«, versicherte Frau Judith. Sie war eine zierliche Frau mit einem jugendlichen Gesicht.

»Ich möchte mir meine Frau selbst aussuchen«, knurrte Brandulf.

»Gefällt Renate dir denn nicht?«

»Ich finde sie sehr nett.«

»Dann ist ja alles in Ordnung, Junge.« Frau Judith strahlte. »Wann wollt ihr euch verloben?«

»Überhaupt nicht!«, erwiderte Brandulf gereizt. »Ich mag Renate wirklich gern, aber ein ganzes Leben möchte ich sie nicht an meiner Seite haben.«

»Und bedenkst du gar nicht, wer ihr Vater ist?« Frau Judith gab nicht so schnell auf. »Er ist Professor, und er hat ein gewichtiges Wort mitzureden, wenn es einmal darum geht, seinen Nachfolger zu bestimmen. Wenn du Renate heiratest, wirst du bald ...«

»Aber ich will nicht durch Protektion Karriere machen«, fiel ihr Brandulf ins Wort.

»Ohne Protektion macht heute niemand eine wissenschaftliche Karriere.«

»Woher nimmst du nur deine Zähigkeit, Mutter?«

»Für dich kommt nur eine Liebesheirat infrage, nicht wahr? Glaub mir, Brandulf, Renate liebt dich, und sie wird alles tun, um dich glücklich zu machen.«

»Aber ich will nicht!«, erklärte Brandulf lautstark.

»Beruhige dich«, bat seine Mutter. »Und dann komm mit zu Renate hinein.«

Brandulf atmete tief durch, ehe er seiner Mutter die Küchentür öffnete und ihr ins Wohnzimmer folgte.

Renate hatte in einer Zeitschrift geblättert und legte sie schnell aus der Hand, als sie hereinkamen.

Höflich beugte Brandulf sich über ihre Hand und versicherte, dass er sich freue, sie zu sehen.

»Er hat in der Küche regelrecht von dir geschwärmt«, log Frau Judith. »Bestreite es nicht, Brandulf, du bist doch sonst nicht so schüchtern. Nur dir gegenüber ist er so steif, Renatchen.«

Wie kann ich meiner Mutter nur klarmachen, dass ich mir meine Frau selbst aussuchen will?, fragte der junge Mann sich.

Frau Judith war sehr klug und lebenstüchtig. Von ihrem Standpunkt aus gesehen war es tatsächlich das Beste, was er tun konnte, Renate Wiedenhofen zu heiraten.

Ihr Vater war Professor an der hiesigen Universitätsklinik. Seinem Nachfolger würde eine große Karriere offenstehen, wenn er das Zeug dazu hatte.

Und Brandulf traute es sich schon zu, Professor Wiedenhofens Werk einmal fortzusetzen.

Renate schaute ihn von der Seite an.

»Ich finde es nett von dir, dass du mich für Sonntag zu einem Ausflug einlädst«, sagte sie. »Ich weiß ja, wie wenig Zeit du hast.«

»Du hast mir doch gesagt, dass du mit Renate am Sonntag in die Heide fahren willst«, schaltete sich Frau Judith schnell ein, als sie die ratlose Miene ihres Sohnes sah. »Oder hätte ich es Renatchen noch nicht verraten dürfen? Du wolltest es ihr selbst sagen, nicht wahr? Ich bin eine schreckliche Klatschtante.«

Seine Mutter war keine Klatschtante, sondern eine geborene Intrigantin, fand Brandulf.

»Ich gebe euch einen Picknickkorb mit, und ihr macht euch einen schönen Tag«, sagte Frau Judith. »Es wird auch allerhöchste Zeit, dass du einmal herauskommst, Brandulf. Du arbeitest zu viel.«

Brandulf sah keine Möglichkeit, diese Verabredung noch rückgängig zu machen.

Höflich wie er war, hatte er Renate schon bald in ein angeregtes Gespräch verwickelt.

Sie studierte Medizin, weniger aus Neigung als aus Langeweile. Für sie stand es ja wie für Frau Judith fest, dass sie einmal heiraten würde, und zwar schon bald. Ihr Studium würde sie nicht beenden. Wozu auch?

»Ich freue mich auf Sonntag«, sagte sie, als sie sich später verabschiedete.

Brandulf hatte sie zur Tür gebracht und öffnete ihr jetzt höflich die Tür ihres Wagens.

»Du bist überhaupt sehr nett, Brandulf.« Ihr Gesicht hob sich ihm sehnsüchtig entgegen, ihre Lippen waren geöffnet und warteten darauf, geküsst zu werden.

Das Mondlicht übergoss ihre Züge mit silbernem Schein und ließ das Mädchen noch schöner erscheinen, als es ohnehin war. Und es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre Brandulf der Versuchung erlegen, doch das geschah nicht.

Er straffte seine schlanke, hochgewachsene Gestalt, und irgendwie wirkte sein Gesicht plötzlich kühl und abweisend.

»Schlaf gut, Brandulf.« Renate Wiedenhofen strich mit den Fingerspitzen über seine Wangen. »Freust du dich auch so auf Sonntag? Dann sind wir einen ganzen Tag allein. Hoffentlich hält sich das Wetter.«

»Hoffentlich!« Brandulf machte eine ungeduldige Bewegung, und Renate kletterte gehorsam in ihr Auto. Sie winkte, als sie anfuhr, und Brandulf winkte zurück.

»Nein!«, murmelte er und krauste die Stirn. »Ich lasse mich nicht verheiraten!«

???

Brandulf von Halberstedt strich sich mit dem Handrücken über die Stirn. Ein arbeitsreicher Vormittag lag hinter ihm, und er war froh, gleich eine Stunde Mittagspause zu haben.

»Ein Fräulein Schubert möchte Sie noch sprechen.« Seine Sprechstundenhilfe lächelte, um Entschuldigung bittend. »Keine Patientin«, fügte sie noch schnell hinzu. »Es ist privat, hat sie gesagt. Soll ich sie hereinlassen?«

»Meinetwegen.« Brandulf warf einen Blick auf seine Uhr. »Nach drei Minuten rufen Sie mich raus, bitte.«

Die Sprechstundenhilfe nickte verständnisvoll. Solche Aufträge kannte sie, sie bekam sie nicht zum ersten Mal.

Der Mann stand höflich auf, als dieses Fräulein Schubert eintrat.

Er gab ihr die Hand, bat sie, Platz zu nehmen, und setzte sich selbst hinter seinen Schreibtisch.

»Was kann ich für Sie tun, Fräulein Schubert?«, fragte er.

»Ich bin Medizinstudentin im achten Semester«, erklärte die junge Dame. »Ich suche in den Semesterferien eine Beschäftigung. Durch Zufall hörte ich, dass Ihre Sprechstundenhilfe heiraten will, und dachte, dass Sie vielleicht eine Vertretung brauchen. Ich bin selbstverständlich mit allen vorkommenden Arbeiten vertraut.«

»Man hat Sie falsch informiert, Fräulein Schubert. Fräulein Echterding wird nicht heiraten. Es tut mir leid.«

»Mir auch«, bekannte Birte. »Wissen Sie vielleicht irgendeinen Kollegen, der eine Hilfe braucht? Es macht mir auch nichts aus, im Haushalt zu arbeiten oder Kinder zu beaufsichtigen oder den Garten in Ordnung zu bringen. Das alles habe ich schon gemacht.«

»Da bin ich leider überfragt«, antwortete Brandulf.

»Frau Gieseke hat angerufen, Sie möchten sofort kommen, Herr Doktor, sie hat einen schweren Anfall«, unterbrach die Sprechstundenhilfe ihr Gespräch.

Diese Frau Gieseke gab es nicht, sie diente nur als Vorwand, Brandulf von lästigen Besuchern zu befreien.

»Danke, schon gut, ich fahre nachher hin. Ich habe noch zu tun,...



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