Rivers | Little Stranger | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 300 Seiten

Reihe: Web of Silence Duet

Rivers Little Stranger

Gefangen in seiner Obsession
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98718-425-3
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gefangen in seiner Obsession

E-Book, Deutsch, Band 1, 300 Seiten

Reihe: Web of Silence Duet

ISBN: 978-3-98718-425-3
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie hat ihn verraten, jetzt will er sich an seiner Pflegeschwester rächen. Sie ist seine Obsession, seit er sie das erste Mal gesehen hat. Nachdem sie ihn für Jahre ins Gefängnis gebracht hat, ist er nun frei, und lässt sie nicht mehr aus den Augen.Ann Halloween kann er sich nicht länger in den Schatten verstecken. Alles, was ihm bleibt, ist ihr Herz, selbst wenn er es sich selbst nehmen muss.

Weiter Informationen finden auf unserer Website.
Rivers Little Stranger jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Mommy hält meine Hand, während ich in meinen glitzernden pinkfarbenen Ballerinas auf und ab hüpfe. Es ist total laut im Flughafen. Viele Leute laufen herum, die meisten schleppen Koffer mit sich. Und alle wollen in das große Flugzeug einsteigen!

»Ist er schon da?«, frage ich mit einem breiten Grinsen, ziehe an Mommys Hand und hüpfe weiter.

»Noch nicht, Schatz«, antwortet sie und schaut zu meinem Daddy. Er ist wohl nicht so aufgeregt wie Mommy und ich, aber ich habe sie heute Morgen reden hören, und er freut sich genauso sehr, ihn endlich kennenzulernen.

Meinen neuen Bruder. Er ist ein Jahr älter als ich, und meine Eltern haben gesagt, dass er misshandelt wurde. Das Wort haben sie auch benutzt, als sie mich adoptiert haben.

Daddy legt eine Hand auf meinen Kopf, um mich vom Hüpfen abzuhalten. Es gefällt ihm nicht, wenn ich das mache. Normalerweise schlägt er mir dann auf den Po und schickt mich in mein Zimmer.

»Sei nicht so aufgedreht. Versprichst du uns, dein bestes Benehmen an den Tag zu legen, Engelchen?«

Ich nicke begeistert und hebe grinsend meinen kleinen Finger. »Versprochen.«

Er hakt seinen kleinen Finger nicht bei mir ein, also lasse ich die Hand wieder sinken und schmolle.

Aber dann quiekt meine Mommy und beugt sich zu mir. »Schatz, da ist er! Dein neuer Bruder. Erinnerst du dich noch, als Daddy und ich dich von diesem bösen Ort gerettet haben? Jetzt haben wir ihn auch gerettet!«

Ein Junge kommt uns mit einer Plastiktüte entgegen – wo ist denn sein Koffer? Er ist viel größer als ich, hat schwarze Haare und strahlend blaue Augen – genau wie meine Lieblingspuppe.

Die Dame, die seine Hand hält, verdreht die Augen und formt: »Viel Glück!«, mit ihren Lippen, während sie Mommy und Daddy einige Papiere überreicht. »Unterschreiben Sie hier. Auf der letzten Seite geht es noch um den Therapeuten – bitte bewahren Sie die Unterlagen auf und scannen sie ein, sobald Sie alles gelesen haben und damit einverstanden sind, dass er alle Sitzungen besucht.«

Daddy schnaubt. »Bist du dir hierbei ganz sicher? Hast du seinen Bericht überhaupt gelesen?«

Er schaut zu Mommy, die ihn mit verengten Augen ansieht.

»Ja, Jamieson. Du warst doch derjenige, der mich auf seinen Fall aufmerksam gemacht hat. Also setz jetzt mal ein Lächeln auf, sonst mache ich das hier alleine.«

Daddy lächelt.

Ich zupfe an dem Tüll des Prinzessinnenkleids, das ich angezogen habe, um ihn zu überraschen. Ich will, dass er genauso glücklich ist wie ich, aber er grinst nicht und klatscht auch nicht in die Hände. Er sieht … traurig aus. Mommy sagte, dass ich sie immer fröhlich mache, wenn ich mit ihr spreche, also trete ich vor.

»Hi!«, sage ich mit einem riesigen Grinsen. »Mein Name ist Olivia. Ich bin sieben!« Ich halte sieben Finger hoch. »Findest du, ich sehe aus wie eine Prinzessin?« Ich deute auf mein Kleid.

Der Junge starrt mich an und kommt einen Schritt näher, sodass ich zu ihm aufschauen muss. Er ist wie der Feuerwehrmann, der mich aus dem brennenden Haus geholt hat – ein großer, wandelnder Menschenturm!

Warum sagt er denn nicht Hallo? Gefällt ihm mein Kleid nicht?

Anstatt zu sprechen, neigt er den Kopf ein wenig – und sieht mich fest an.

Mein Lächeln verblasst. »Gefällt dir mein Kleid nicht?« Es ist pink und glitzert, damit es zu den Schleifen in meinem Haar passt. Mommy hat mich sogar etwas von dem fruchtigen Lipgloss auftragen lassen, der meine Lippen wie Sterne funkeln lässt.

Er macht etwas mit seinen Händen, die ich mit verengten Augen beobachte, bevor ich mich an Mommy wende. Sie unterhält sich noch mit der Dame, und mein Daddy ist gerade dabei, die Papiere zu unterschreiben. Als ich mich dem Jungen zuwende, macht er wieder diese Sache mit seinen Händen.

»War es gruselig im Flugzeug? Ich muss immer weinen, wenn es erst ganz schnell wird und dann in den Himmel steigt! Daddy will immer, dass wir fliegen. Er ist jetzt auch dein Daddy!«

Er starrt mich einfach nur an, dann hebt er die Hand zu seinem Nacken und spielt mit seinen schwarzen Locken.

Ich will mich meinen Eltern zuwenden und schnappe nach Luft, als der Junge mein Handgelenk greift und meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zieht. Er bewegt die Hände und ich blinzle ihn an.

Verwirrt neige ich den Kopf, genau wie er es vor einer Minute getan hat, wodurch mir die braunen Haare in die Augen fallen.

Er zeigt auf die Drehtüren und bietet mir seine Hand an. Mommy und Daddy reden immer noch mit der Dame, also lasse ich zu, dass er mich an die Hand nimmt, und gemeinsam rennen wir auf die Tür zu. Vielleicht will er Verstecken spielen? Ich bin wirklich gut im Finden und entdecke selbst immer großartige Verstecke. Ich kichere, während meine Ballerinas über den Boden klackern und meine Haare wie wild herumfliegen.

Als ich in dem anderen Haus war, haben die Mädchen und Jungen auch immer Spiele gespielt – die Jungs haben uns gejagt, und wenn wir erwischt wurden, mussten wir ins Gefängnis. Wir waren so viele. Ich hatte ganz viele Freunde! Aber dann haben Mommy und Daddy mich entdeckt und mich in ihr Zuhause gebracht.

Es ist so groß, und meine Mommy sagte, dass ich einen Hund zum Geburtstag bekommen könnte, wenn ich mich benehme. Das wird mein erster Geburtstag bei ihnen, und ich kann es kaum erwarten, mein allererstes Geschenk überhaupt zu bekommen.

»Wohin gehen wir?«, frage ich, als er mich weiter durch den Flughafen zieht und wir mit Leuten zusammenstoßen, die viel größer sind als wir. Meine Füße verheddern sich und ich quietsche, als ich nach vorn stolpere, aber der Junge fängt mich auf und zieht mich zurück auf die Beine.

Wir laufen weiter, und ich muss wieder laut lachen. Bei einer Tür bleibt der Junge stehen und schaut sich um, dann zieht er mich an seine Seite. Ich schnappe nach Luft und will zurückweichen, als ich sehe, dass wir in einer Toilette voller Jungs sind.

Er greift nach mir, damit ich ihn ansehe, und macht wieder diese Bewegungen mit den Händen, bevor er auf sich selbst zeigt. Als ich immer noch keine Ahnung habe, was er macht, zeigt er auf seinen Mund und schüttelt den Kopf – dann zeigt er auf meinen Mund und nickt.

»Du kannst nicht sprechen?«

Wieder schüttelt er den Kopf, und meine Augen werden groß. »Das ist okay. Ich konnte auch ganz, ganz lange nicht sprechen! Ich bringe es dir bei.«

Genervt verdreht er die Augen. Wie unhöflich!

Er zeigt auf mich, dann legt er seine Hand auf seine Brust, und in seinen Augen liegt etwas Gruseliges, als er näher auf mich zukommt; ich will zurück zu unseren Eltern. Aber bevor ich fragen kann, was er da macht, oder wirklich laut schreien kann, stößt Daddy die Tür auf und Mommy hebt mich in ihre Arme.

»Ich hab dir doch gesagt, du sollst brav sein!«, schreit Daddy mich an.

Ich schließe die Augen und warte darauf, dass er noch weiter schreit, doch das tut er nicht.

»Und du«, zischt er dem Jungen zu. »Das war dein erster Fehltritt, junger Mann. Noch zwei, und dein Arsch wandert direkt in das neue Zuhause. Du bist jetzt Malachi Vize, und die Vizes tanzen nicht aus der Reihe, also gewöhn dich lieber daran.«

Meine Lippen kräuseln sich zu einem Lächeln. Ich bin auch eine Vize. Wir haben vor nichts Angst.

Außer vor Spinnen – die finde ich echt gruselig.

Der Junge lässt den Kopf hängen und seine Faust vor der Brust kreisen.

»Er sagt, dass es ihm leidtut, Schatz«, flüstert Mommy mir zu. »Er kommuniziert über Gebärdensprache.«

»Was ist das? Das will ich auch können!«

Sie kichert und gibt mir einen Kuss auf die Stirn. »Ich bringe es dir bei. Wir werden es allen im Haus beibringen.«

»Auch dem Personal?«

Sie nickt und steckt eine Strähne hinter mein Ohr. »Ja. Wir sorgen dafür, dass die Köche, Dienstmädchen und das Sicherheitspersonal Gebärdensprache verstehen. Malachi soll sich bei uns zu Hause wohlfühlen. Er ist jetzt einer von uns.«

Meine neue Mommy ist nett. Sie schreit mich nie an oder macht mir Angst, so wie Daddy. Sie flechtet mir immer die Haare und bemalt meine Nägel mit Nagellack und singt mit mir, wenn wir Auto fahren.

Ich mag meine Mommy.

Im Auto sitzt Malachi neben mir und starrt mich die gesamte Fahrt über an. Er ist ein bisschen seltsam und macht mich auch ein bisschen nervös. Trotzdem lächle ich ihn an, aber er neigt nur den Kopf, als würde er mich studieren. Immer wieder schaut er auf meine Haare. Vielleicht gefallen ihm meine Schleifen?

Als wir mein Zimmer erreichen – das Zimmer, das wir uns jetzt teilen, weil Mommy denkt, es wäre der beste Weg, eine Bindung aufzubauen –, setzt er sich auf das Bett gegenüber von meinem und beobachtet mich, während ich ihm mein neues Puppenhaus zeige. Er lacht nicht, als ich einen Scherz mache oder meine Barbie mit ihm sprechen lasse, und als ich ihm eine von meinen Puppen gebe, damit er mit ihr spielen kann, zieht er ihr den Kopf ab. Meine Augen werden groß.

»Nein!«, rufe ich und entreiße sie ihm. »Das darfst du nicht machen, Malachi!«

Er zeigt auf mich, dann legt er die flache Hand an seine Brust.

»Was bedeutet das?«, frage ich, stecke der Puppe den Kopf wieder auf und verstecke sie im Holzhaus. »Kannst du mir das beibringen?«

Er schmunzelt nur, dann greift er nach einer Strähne von meinem Haar und reibt es zwischen den Fingern.

»Riech mal dran. Es duftet nach Erdbeeren!«

Er führt die Strähne an seine Nase und atmet mit geschlossenen Augen tief ein. Dann zieht er mich plötzlich in eine Umarmung, und ich erstarre. Es ist eine feste Umarmung. Er hält meinen Hinterkopf, drückt mich an seine Brust und schnuppert weiter...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.