E-Book, Deutsch, 413 Seiten
Robards My FBI Agent - Geheime Sehnsucht
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96898-322-6
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Roman
E-Book, Deutsch, 413 Seiten
ISBN: 978-3-96898-322-6
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Karen Robards ist die New York Times-, USA Today- und Publishers Weekly-Bestsellerautorin von mehr als fünfzig Büchern. Sie veröffentlichte ihren ersten Roman im Alter von 24 Jahren und wurde im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen Preisen bedacht, unter anderem mit sechs Silver Pens, die sie als beliebteste Autorin auszeichnen. Sie brilliert in der Spannung ebenso sehr wie im Liebesroman. Die Website der Autorin: karenrobards.com/ Die Autorin bei Facebook: facebook.com/AuthorKarenRobards/ Bei venusbooks veröffentlichte die Autorin die historischen Liebesromane »Die Gefangene des Piraten« und »Die Geliebte des Piraten« sowie die Hot-Romance-Romane »My FBI Agent - Geheime Sehnsucht«, »My Hot Ranger - Sehnsucht in der Wildnis«, »My Bad Boy - Verstecktes Verlangen«.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 2
In der Mitte des Picknicktisches, der in der ärmlich ausgestatteten Küche als Familientreffpunkt diente, nahm der Sack einen Ehrenplatz ein. Jedes Mal, wenn Mollys Blick darauffiel, überkam sie ein mulmiges Gefühl. Sie hatte aus dem Sattelraum von Stall 15 fünftausend Dollar gestohlen. Ob schon jemand das Geld vermißte?
Dumme Frage. Es war kurz nach zwölf Uhr mittags, und sie hatte die Scheune gegen vier Uhr morgens verlassen. Natürlich vermißte inzwischen jemand das Geld!
Die entscheidende Frage war, ob auch schon jemand die Polizei benachrichtigt hatte.
Wenn sie gefaßt würde, könnte das mehrere Jahre Gefängnis bedeuten.
Und es könnte sogar noch schlimmer kommen.
Denn wenn jemand so eine Menge Geld in einem Futtersack mitten in der Nacht in der Ecke eines verlassenen Sattelraums abstellte, dann ganz sicher nicht als Spareinlage. Höchstwahrscheinlich stammte das Geld aus illegalen Geschäften. Seit Monaten gingen in den Ställen Gerüchte um, daß irgendetwas Unrechtmäßiges passierte. Aber was? Ging es um Drogen? Um Glücksspiel? Oder um manipulierte Rennen? Molly wußte es nicht, und sie wollte es auch gar nicht wissen.
Wenn aber das Geld aus derartigen Geschäften stammte, dann würde sein Besitzer auch nicht die Polizei rufen. Das paßte nicht zusammen. Was aber würde er stattdessen tun, um das Geld zurückzubekommen? Beim Gedanken an bezahlte Killer, die man womöglich auf sie angesetzt hatte, lief es Molly kalt den Rücken herunter.
Aber es wußte ja niemand, daß sie das Geld hatte. Sie arbeitete nicht einmal mehr für Wyland Farm. Vor vier Tagen hatte sie spontan gekündigt, als ihr aufbrausendes Temperament wieder einmal über ihre Vernunft triumphiert hatte. Erst fünfzehn Minuten später war ihr bewußt geworden, daß sie und ihre Familie sich das einfach nicht leisten konnten; auch wenn Thornton Wyland, der widerwärtige Enkel des Stalleigentümers, ihren Po angefaßt hatte.
Gestern nacht – oder besser heute morgen – war sie zu der Scheune gegangen, um ihren letzten Scheck abzuholen. Don Simpson würde ihn nicht ohne Drängen herausrücken, das war ihr klar. Zwar stand ihr noch die Bezahlung für zwei Wochen zu, aber er hatte sich sehr über ihre Kündigung geärgert, und er war ein nachtragender und rachsüchtiger Mensch.
Molly hatte sogar erwogen, allen Mut zusammenzunehmen und ihn zu fragen, ob sie nicht einfach bei ihm Weiterarbeiten könnte. Aber wahrscheinlich wäre das sinnlos. Denn wie Don Simpson gerne betonte, gehörte es nicht zu seinen Prinzipien, jemandem eine zweite Chance zu geben.
Molly machte sich große Vorwürfe; sie hätte nicht die Beherrschung verlieren dürfen. In ihrer Lage wäre es das Beste gewesen, einfach die Hand wegzuschlagen, die am Hinterteil ihrer Jeans herumfummelte, und über die ganze Sache zu lachen.
Stattdessen hatte sie den Enkel des Farmbesitzers in den Magen geboxt und ihm gedroht, weiter unten zuzuschlagen, wenn er sie noch einmal anfassen sollte.
Als dann auch noch ihr Boß den aufdringlichen Wyland-Enkel ignoriert und nur mit ihr geschimpft hatte, weil sie mit ihrem lauten Verhalten angeblich die Pferde erschreckte, war es mit ihrer Beherrschung vorbei. Wütend hatte sie ihn angefahren, er könne sich seinen Job sonstwohin stecken und war aus dem Stall gestürmt.
O ja, ihr aufbrausendes Temperament! Schon oft war sie deswegen in Schwierigkeiten geraten. Aber diesmal hätte sie wirklich an die Konsequenzen denken sollen, bevor sie Don Simpson anschrie.
Was sollte sie jetzt tun?
Außer den Pferden und einer Katze hatte sich niemand in der Scheune befunden. Simpson erschien immer um Punkt vier Uhr zur Arbeit, und Molly war eine gute halbe Stunde früher gekommen. Auch den für die Nachtschicht zuständigen Stallburschen hatte sie nirgends gesehen. Also konnte sie keiner beobachtet haben. Niemand wußte, daß sie in dem Stall gewesen war. Niemand wußte, daß sie das Geld hatte.
Sollte sie es zurückbringen?
Genau, tu das, forderte sie ihre innere Stimme auf. Warte einfach bis morgen früh um drei Uhr fünfundvierzig, schleich dich mit dem Geld in den Stall und bring es dorthin zurück, wo du es gefunden hat. Tu so, als hätte es bis jetzt niemand vermißt. Als würde überhaupt niemand bemerkt haben, daß es eine Zeitlang nicht da war.
Und wenn sie in dem Moment gefaßt werden würde? Molly schauderte bei dem Gedanken. Es wäre genauso schlimm, wie beim Stehlen des Sackes erwischt zu werden. Sie durfte gar nicht daran denken, was passieren würde.
Außerdem konnte sie das Geld gar nicht mehr zurückbringen; sie hatte schon einen der vielen Zwanzig-Dollar- Scheine ausgegeben. Auf dem Nachhauseweg war sie noch ganz außer sich vor Freude gewesen. Sie konnte kaum glauben, daß sich tatsächlich so viel echtes bares Geld in ihrem Besitz befand. In ihrer Euphorie hatte sie bei Dunkin’ Donuts in der Versailles Road gehalten, und als die Kinder aufwachten, standen frische Doughnuts und Milch auf dem Tisch. Was für ein Frühstück! Sogar der vierzehn Jahre alte Mike hatte gestrahlt, obwohl er ansonsten in letzter Zeit viel zu cool war, um noch für irgendetwas Begeisterung zu zeigen.
Was auch immer passieren würde, auch wenn sie schließlich ins Gefängnis käme – oder etwas noch Schlimmeres geschehen sollte –, Molly bereute nicht, daß sie die Doughnuts gekauft hatte.
Außerdem brauchten sie dieses Geld, gerade jetzt. Es war nicht richtig zu stehlen, aber es war immer noch besser, als zu verhungern. Wahrscheinlich würde man sie bald aus dem Haus jagen, denn es gehörte zur Wyland Farm. Weil sie dort gearbeitet hatte, brauchte sie nur eine reduzierte Miete von hundertfünfzig Dollar im Monat zu zahlen. Von ihrer Arbeit hingen sowohl ihr Dach über dem Kopf als auch das Essen auf dem Tisch ab – und diese Arbeit hatte sie nun nicht mehr.
Dafür besaß sie fünftausend Dollar.
Aber natürlich wollte sie auch nicht ins Gefängnis kommen – ganz zu schweigen von Schlimmerem. Was würde dann mit den Kindern passieren?
Das Geräusch von Schritten auf der Veranda riß Molly aus ihren Gedanken. Sie hörten sich fest und bestimmt an und stammten nicht von einem der Kinder, das die Schule schwänzte. Auch nicht von einem Angestellten der öffentlichen Versorgungsbetriebe, der kam, um Schulden einzutreiben oder um ihnen den Strom oder das Gas abzustellen. Sie gehörten auch keinem Sozialarbeiter oder Polizisten, die wegen der Kinder häufig hier herumschnüffelten. Aus bitterer Erfahrung kannte Molly all diese Schritte und wußte sie zuzuordnen.
Sie sprang von der Bank auf, auf der sie gesessen und nervös auf den Beweis ihrer Schuld gestarrt hatte. Sie hatte gerade noch Zeit, den Sack in das Schränkchen unterm Spülbecken zu stopfen und das Gewehr zu holen, das neben dem Kühlschrank in der Ecke stand, bevor es klopfte.
Das Gewehr war nicht geladen. Wegen der Kinder hielt Molly die Patronen in ihrem Schlafzimmer in einem Loch in der Unterseite ihrer Matratze versteckt. Aber das konnte ihr Besucher ja nicht wissen. Ihre Absicht war nur, ihn einzuschüchtern, erschießen wollte sie niemanden.
Quietschende Sprungfedern und lautes Bellen verkündeten, daß Pork Chop das Klopfen auch gehört hatte. Der riesige Hund, halb Schäferhund, halb Wer-weiß-was, hatte ein dichtes, schwarzbraunes Fell, das noch einige Zentimeter Umfang zu seiner ohnehin schon eindrucksvollen Größe hinzufügte. Er sah wild genug aus, um selbst den Teufel zu erschrecken, war in Wirklichkeit jedoch harmlos wie ein Kätzchen.
Aber die Person vor der Tür würde das nicht wissen.
Pork Chops Pfoten verursachten ein klackerndes Geräusch, als er zur Tür raste und Molly dabei fast umriß.
Tollpatsch, schalt Molly ihn im stillen. Als sie die Holztür öffnete, hatte sie das Gewehr fest unter den Arm geklemmt. Pork Chop hielt sie am Halsband fest, als befürchtete sie, er könnte den Besucher auf der anderen Seite des noch geschlossenen Fliegengitters anfallen und verschlingen.
Der würzige Duft des Spätsommers wehte ihr entgegen. Normalerweise hätte die Schönheit dieses Tages ausgereicht, um sie allen Ärger vergessen zu lassen, so sehr liebte sie den Oktober. Das helle Sonnenlicht brachte den Teppich aus roten und goldenen Blättern im Garten zum Leuchten, die Temperatur war mild, und ein Geruch von Holzfeuer lag in der Luft. Im Moment war Molly jedoch so sehr von Angst und Sorge geplagt, daß sie die Schönheit des Tages kaum wahrnahm.
Ein Mann stand auf der anderen Seite des Fliegengitters. Pork Chop wollte sich auf das Hindernis aus feinem schwarzem Maschendraht stürzen, aber Molly hielt ihn zurück. Der Hund bleckte seine riesigen Fänge, als wollte er dem Besucher drohen. Dabei enthüllte er zwei Reihen Zähne, die einem Tyrannosaurus Rex alle Ehre gemacht hätten. Der Mann auf der Veranda trat einen Schritt zurück.
Ein Blick genügte Molly, um zu wissen, daß sie ihn nie zuvor gesehen hatte. Er war um die vierzig, mittelgroß und schlank und trug einen dunklen Anzug mit Krawatte. Das sehr kurzgeschnittene Haar war mittelblond, in dem gebräunten Gesicht leuchteten durchdringende blaue Augen, die sie grimmig ansahen. Ein Killer? Molly ließ Pork Chops Halsband los und richtete das Gewehr auf die Gürtelschnalle des Mannes. Der Hund bellte hysterisch.
»Was kann ich für...




