E-Book, Deutsch, 413 Seiten
Robards My FBI Agent - Geheime Sehnsucht
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-794-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, 413 Seiten
ISBN: 978-3-98952-794-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Karen Robards ist die New York Times-, USA Today- und Publishers Weekly-Bestsellerautorin von mehr als fünfzig Büchern. Sie veröffentlichte ihren ersten Roman im Alter von 24 Jahren und wurde im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen Preisen bedacht, unter anderem mit sechs Silver Pens, die sie als beliebteste Autorin auszeichnen. Sie brilliert in der Spannung ebenso sehr wie im Liebesroman. Die Website der Autorin: karenrobards.com/ Die Autorin bei Facebook: facebook.com/AuthorKarenRobards/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin die Thriller »Keiner wird dir helfen«, »Und niemand hört dein Rufen« und »Rette mich vor dem Dunkel«, die historischen Liebesromane »Die Rose von Irland«, »Die Liebe der englischen Rose«, »Die Gefangene des Piraten« und »Die Geliebte des Piraten« sowie die Exotikromane »Im Land der Zimtbäume« und »Unter der heißen Sonne Afrikas« und die Hot-Romance-Romane »My FBI Agent - Geheime Sehnsucht«, »My Hot Ranger - Sehnsucht in der Wildnis«, »My Bad Boy - Verstecktes Verlangen«.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
1819
»Aber Sophie, das kannst du doch nicht tun!«
»Ich tue, was mir gefällt!« antwortete das junge Mädchen.
Man konnte sich kaum vorstellen, daß es jemanden gab, der schöner war als sie. Mit ihren goldenen Locken, ihrer zarten weißen Haut und ihren vollkommenen Zügen war Sophie Studley zu einer Berühmtheit geworden, sobald die Dandys von St. James sie erblickt hatten.
Nach einem Monat in London wurde sie »Die Unvergleichliche« genannt, und nach zwei Monaten fand ihre Verlobung mit Julius Verton statt, der nach dem Tod seines Onkels der Duke of Yelverton sein würde.
Die Verlobung war in der »Gazette« bekannt gegeben worden, und schon trafen Hochzeitsgeschenke in dem Haus in Mayfair ein, das Lady Studley für die Londoner Saison gemietet hatte.
Aber nun, zwei Wochen vor der Hochzeit, hatte Sophie erklärt, sie beabsichtige, mit Lord Rothwyn zu fliehen.
»Es wird einen Riesenskandal geben«, wandte Amelia ein. »Warum willst du das nur tun?«
Der Unterschied zwischen den beiden nahezu gleichaltrigen Mädchen war erschreckend. Während Sophie dem herrschenden Schönheitsideal entsprach und einer englischen Rose glich, sah Amelia mitleiderregend aus. Nach einer langen Krankheit bestand sie – wie die Dienerschaft sagte – nur noch aus »Haut und Knochen«. Da sie Stunden damit zugebracht hatte, für ihre Stiefmutter zu nähen, ohne ausreichend Licht zu haben, waren ihre Augen nun entzündet und geschwollen. Das glatte Haar, das grau erschien, war straff zurückgekämmt und ließ ihre Stirn sehen, auf der Sorgenfalten standen. Beide Mädchen hatten etwa die gleiche Größe, doch während Sophie Gesundheit und Lebensfreude verkörperte, wirkte Amelia wie ein Schatten und dem Tode nah.
»Ich hätte gedacht«, antwortete Sophie in hartem Ton, »daß der Grund selbst für einen geistig minderbemittelten Menschen wie dich klar auf der Hand liegen würde.«
Da Amelia nicht antwortete, fuhr sie fort: »Julius wird einmal Duke – sonst hätte ich seinen Antrag nie angenommen -, die Frage ist nur, wann. Der Duke of Yelverton ist erst sechzig. Er kann noch zehn oder fünfzehn Jahre leben. Bis dahin bin ich zu alt, um meine Stellung als Duchess genießen zu können.«
»Du wirst auch dann noch schön sein«, sagte Amelia.
Sophie wandte sich zum Spiegel um. Sie lächelte bei dem Anblick, der sich ihr dort bot. Zweifellos stand ihr das teure, blaßblaue Kleid mit dem modernen Ausschnitt ausgezeichnet. Das teure Korsett aus Paris ließ ihre Taille zierlich erscheinen, und dieser Effekt wurde noch unterstrichen durch die zahlreichen, mit Blumen und Tüllrüschen verzierten Röcke.
»Ja«, erwiderte sie langsam, »ich werde auch dann noch schön sein. Aber ich möchte sofort Duchess werden. Dann könnte ich zu der Parlamentseröffnung gehen, wo ich meine Adelskrone tragen würde, und könnte meine Rolle bei der Krönung spielen.« Nach einer Pause fügte sie hinzu: »Dieser langweilige alte König muß doch bald mal sterben.«
»Vielleicht läßt der Duke dich nicht lange warten«, meinte Amelia mit ihrer sanften, melodischen Stimme.
»Ich beabsichtige überhaupt nicht zu warten, weder kurze noch lange Zeit. Ich fliehe heute Nacht mit Lord Rothwyn! Es ist schon alles vorbereitet.«
»Glaubst du wirklich, daß das vernünftig ist?« fragte Amelia.
»Er ist sehr reich«, gab Sophie zurück, »einer der reichsten Männer Englands, und er ist ein Freund des Königs, was Julius nie werden wird.«
»Er ist älter als Mr. Verton. Außerdem glaube ich – ich habe ihn aber natürlich noch nie gesehen -, er ist etwas furchteinflößend.«
»Das ist richtig«, stimmte Sophie zu, »er ist dunkel, sehr ernst und zynisch. Das macht ihn unglaublich attraktiv!«
»Liebt er dich?« fragte Amelia leise.
»Er betet mich an! Beide tun das, aber, offen gesagt, wenn man beide Männer gegeneinander abwägt, glaube ich, ist Lord Rothwyn die bessere Partie.«
Einen Moment herrschte Stille, dann sagte Amelia: »Ich glaube, was du eigentlich bedenken solltest, Sophie, ist, mit wem du glücklicher sein würdest. Das ist es doch, was in einer Ehe wirklich wichtig ist.«
»Du hast schon wieder gelesen! Mama wäre furchtbar böse, wenn sie das wüßte. Liebe ist etwas für Bücher und Milchmädchen, nicht aber für Damen der Gesellschaft.«
»Kannst du dir wirklich eine Ehe ohne Liebe vorstellen?«
»Ich kann mir die Ehe mit jedem vorstellen, der mir als Frau Vorzüge zu bieten hat. Und ich bin sicher, Lord Rothwyn ist dazu in der Lage. Er ist reich! Er ist sogar sehr reich.«
Sie wandte sich vom Spiegel ab und trat an den Schrank, der mit teuren, auserlesenen Kleidern angefüllt war, deren Rechnungen – wie Amelia wußte – noch nicht bezahlt waren.
Aber sie waren die wesentlichen Waffen gewesen, die Sophie benötigt hatte, um die Aufmerksamkeit der Beau Monde auf sich zu lenken; eine Aufmerksamkeit, die ihr immerhin drei Anträge eingebracht hatte.
Einer kam von Julius Verton, dem zukünftigen Duke of Yelverton, der zweite unerwartet in der letzten Woche von Lord Rothwyn.
Der dritte, den sie jedoch unverzüglich abgelehnt hatte, wurde ihr von Sir Thomas Whernside gemacht, einem ältlichen, liederlichen Ritter, der – entgegen allen Erwartungen seiner Freunde, die ihn für einen erklärten Junggesellen hielten – schon auf den ersten Blick von Sophies Schönheit überwältigt worden war.
Natürlich hatte es auch andere gegeben, sie waren aber für Sophie absolut unwesentlich gewesen.
Als Julius Verton ihr die Ehe vorgeschlagen hatte, schien es, als würden all ihre Träume wahr.
Selbst Sophies kühnste Gedanken waren von der Tatsache übertroffen worden, daß sie Duchess werden sollte. Aber obwohl sie seinen Antrag entzückt angenommen hatte, gab es doch Nachteile, die bedacht werden mußten. Am schlimmsten war, daß Julius Verton kaum Geld besaß. Er erhielt monatlich einen geringen Betrag von seinem Onkel, da er der Erbe des Dukedom war. Aber diese Summe würde es ihnen nur erlauben, ein ruhiges, wenn auch verhältnismäßig komfortables Leben zu führen, bis er die Yelverton-Ländereien erben würde.
Trotzdem konnte man eine solch vorteilhafte gesellschaftliche Bindung natürlich nicht ablehnen.
Lady Studley hatte sehr schnell die Anzeige in der »Gazette« aufgegeben, und die Hochzeit sollte vor der Abreise des Königs nach Brighton in St. George, am Hanover Square, stattfinden.
Sophies Tage waren angefüllt mit Anproben bei der Schneiderin, mit der Durchsicht der Geschenke, die täglich in dem Haus in der Hill Street eintrafen, und mit der Entgegennahme von Glückwünschen seitens ihrer Bekannten; Freunde hatte sie in London noch nicht gefunden. Studley war vielleicht ein bekannter Name auf dem Lande, wo sie herkamen, aber Sophies Erfolg in der Beau Monde beruhte nur auf ihrer Schönheit.
Alles schien ruhig zu verlaufen – bis plötzlich Lord Rothwyn auftauchte.
Sophie hatte ihn auf einem der zahlreichen Bälle getroffen, zu denen sie und Julius Verton Nacht für Nacht eingeladen waren. Lord Rothwyn war vorher nicht in London gewesen und hatte sie deshalb noch nicht kennengelernt.
Unter einem schimmernden Kerzenhalter stehend, dessen Kerzen goldene Flammen in ihrem Haar entzündeten und das zauberhafte Weiß ihrer Haut enthüllten, war Sophie in der Lage, auch dem stärksten Mann den Kopf zu verdrehen, wenn sie dazu noch verführerisch nach allen Seiten lächelte.
»Wer zum Teufel ist das?« hörte sie eine Stimme ausrufen und erblickte einen dunklen, zynisch wirkenden Mann, der sie vom anderen Ende des Saales aus anstarrte.
Das überraschte sie nicht, denn sie war daran gewöhnt, daß die Männer von ihrem Anblick überwältigt waren, und so gelang es ihr, zur Seite zu blicken und auf diese Weise ihr vollkommenes Profil zur Geltung zu bringen.
»Wer ist der Herr, der gerade den Saal betreten hat?« fragte sie leise.
»Das ist Lord Rothwyn. Kennen Sie ihn noch nicht?« antwortete der Herr, den sie angesprochen hatte.
»Ich habe ihn nie zuvor gesehen.«
»Er ist ein seltsamer Kerl mit teuflischem Temperament, aber ein Krösus. Und der König konsultiert ihn immer, wenn er eines seiner verrückten Gebäude plant.«
»Oh, wenn er dem Pavillon in Brighton zugestimmt hat, muß er verrückt sein. Ich hörte gestern jemanden sagen, er sei der Alptraum eines Hindus«, bemerkte Sophie.
»Das ist sicher eine gute Beschreibung. – Wie ich sehe, ist Lord Rothwyn entschlossen, Ihre Bekanntschaft zu machen.«
Offensichtlich hatte Lord Rothwyn darum gebeten, Sophie vorgestellt zu werden, und nun kam ein gemeinsamer Bekannter auf sie zu.
»Miss Studley«, sagte er, »darf ich Ihnen Lord Rothwyn vorstellen?«
Sophie lächelte verführerisch, als sich Lord Rothwyn mit einer Eleganz, die sie nicht von ihm erwartet hatte, vor ihr verbeugte, und sie versank graziös in einen tiefen Knicks.
»Ich war einige Zeit nicht in London und muß nun bei meiner Rückkehr feststellen, daß ein Meteor auf die Stadt niedergegangen ist, der mit seiner göttlichen Kraft über Nacht alles verändert hat.«
Dies war der...




