Robards | My Hot Ranger - Sehnsucht in der Wildnis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 423 Seiten

Robards My Hot Ranger - Sehnsucht in der Wildnis

Roman: Ein prickelnder Liebesroman zwischen Leidenschaft und Gefahr
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-985-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman: Ein prickelnder Liebesroman zwischen Leidenschaft und Gefahr

E-Book, Deutsch, 423 Seiten

ISBN: 978-3-98952-985-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein heißer Guide. Ein gefährlicher Trip. Und eine unwiderstehliche Anziehung, die tödlich enden könnte... Eigentlich wollte Emma Hart nur ihre Tochter zurückgewinnen - doch der Abenteuerurlaub in der Wildnis ist eigentlich so gar nichts für die erfolgreiche Moderatorin, die weder Natur noch Nähe erträgt. Schon gar nicht, wenn der Trekkingführer aussieht wie die Sünde auf zwei Beinen: Nate ist wortkarg, unverschämt sexy - und viel zu nah. Und Emma hasst ihn dafür, dass sie nachts an ihn denkt und tagsüber kaum den Blick von ihm abwenden kann. Als ein Felssturz sie, ihre Tochter und Nate von der Gruppe trennt, beginnt ein gefährlicher Überlebenskampf - gemischt mit kaum zu verbergender Begierde. Denn in der Einsamkeit wächst nicht nur die Angst, sondern auch die wilde Versuchung...  Spicy Romance im Western-Setting für Fans von Linda Howard und Sylvia Day

Karen Robards ist die New York Times-, USA Today- und Publishers Weekly-Bestsellerautorin von mehr als fünfzig Büchern. Sie veröffentlichte ihren ersten Roman im Alter von 24 Jahren und wurde im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen Preisen bedacht, unter anderem mit sechs Silver Pens, die sie als beliebteste Autorin auszeichnen. Sie brilliert in der Spannung ebenso sehr wie im Liebesroman. Die Website der Autorin: karenrobards.com/ Die Autorin bei Facebook: facebook.com/AuthorKarenRobards/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin die Thriller »Keiner wird dir helfen«, »Und niemand hört dein Rufen« und »Rette mich vor dem Dunkel«, die historischen Liebesromane »Die Rose von Irland«, »Die Liebe der englischen Rose«, »Die Gefangene des Piraten« und »Die Geliebte des Piraten« sowie die Exotikromane »Im Land der Zimtbäume« und »Unter der heißen Sonne Afrikas« und die Hot-Romance-Romane »My FBI Agent - Geheime Sehnsucht«, »My Hot Ranger - Sehnsucht in der Wildnis«, »My Bad Boy - Verstecktes Verlangen«.
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Kapitel 2


Juni 1996
17 Uhr

Ihr Hinterteil tat weh.

Lynn Nelson unterdrückte ein Stöhnen und rieb sich die schmerzende Stelle mit beiden Händen. Nicht, daß die improvisierte Massage ihr sehr geholfen hätte. Der Schmerz ließ nicht nach.

Als Lynn merkte, wie komisch ihre Tätigkeit wirken mußte, ließ sie die Hände sinken, wobei sie verlegen um sich blickte, um festzustellen, ob irgendjemand sie beobachtete.

Ihre Mitreisenden – eine Gruppe von zwanzig 14- und 15-jährigen Mädchen, zwei Lehrern und zwei weiteren aufsichtführenden Müttern wie sie selbst – schienen allesamt fröhlich mit dem Aufbau des Nachtlagers beschäftigt zu sein. Keine Beobachter in Sicht. Und auch kein weiterer Hinternreiber.

Hatten sie alle Hinterteile aus Stahl?

Offensichtlich. Niemand sonst schien herumzulaufen, als ob ihm ein Maiskolben an der Stelle säße, wo die Sonne nie hinscheint. Keiner außer ihr, der auch nur hinkte.

»Haben Sie schon herausgefunden, was ihn gestört hat?« Der Sprecher war ein drahtiger Pony-Cowboy Mitte Zwanzig, dessen Name, so glaubte Lynn, Tim war. In Jeans und Stiefeln, den Cowboyhut tief über seine kurzen blonden Locken gezogen, sah Tim hundertprozentig so aus, als sei er im Freien auf der Weide zu Hause. Was – darauf war Lynn schon gekommen – wohl auch beabsichtigt war.

»Noch nicht.« Lynn blickte voller Abscheu den Grund ihres Elends an, ein zottiges Gebirgspony namens Hero. Dann nahm sie den Metallstab wieder vom Boden auf, wohin sie ihn vor kurzem gelegt hatte, als sie sich für ein dringenderes Bedürfnis zurückgezogen hatte. Sie packte das Tier am Vorderbein, wie Tim es ihr gezeigt hatte, und versuchte einen schlammigen Huf vom Boden hochzuzerren.

Ihr sicherlich tausend Kilo schweres, schweißtriefendes, stinkendes Pferd lehnte sich freundschaftlich gegen sie. Sein Atem, der nach verfaultem Gras roch, strich heftig an ihrer Wange entlang.

Igitt. Lynn wußte, warum sie Pferde haßte.

»Laß mich, du«, murmelte sie, drückte das Tier mit der Schulter fort und wurde mit einem sanften Stüber belohnt.

Obwohl sie mit aller Kraft zog, bewegte sich der Huf keinen Zentimeter.

»Hier.« Grinsend kam Tim ihr zu Hilfe, nahm ohne die geringste Mühe den Huf auf und reichte ihn ihr.

»Danke.« Lynn konnte es nicht ändern, daß sie sauer klang. Sie fühlte sich sauer – und wund.

Fast bis zum Boden gebeugt, hielt sie ein haariges, schmutziges Tierbein hoch und stieß wieder ihren Stab in den schlammverkrusteten Huf, der zwischen ihren Knien steckte.

Hero lehnte sich gegen sie. Lynn erwog Pferdemord.

»Stoßen Sie noch etwas tiefer hinein, ich wette, Sie finden einen Stein«, sagte Tim.

Sie werden lernen, sich um Ihr eigenes Pferd zu kümmern, hatte der Werbeprospekt für diesen Ausflug versprochen.

Als Lynn sich daran erinnerte, dachte sie: Juchhe!

Sie bohrte noch mal, und der Klumpen brach aus dem Huf heraus. Ein Stein, wie angekündigt, der in einer dunklen Substanz steckte, die zu schrecklich roch, um nur Erdschlamm zu sein. Lecker.

»Gut gemacht.« Tim tätschelte ihr anerkennend die Schulter (oder vielleicht war »schlagen« das treffendere Wort). Lynn verlor das Gleichgewicht, taumelte zurück und ließ Huf und Stock fallen. Das Pony stampfte mit dem Fuß auf, schnaubte laut und wandte den Kopf zu ihr um. Wäre das Tier ein Mensch gewesen, Lynn hätte geschworen, es habe gekichert.

»Oh, Entschuldigung«, sagte Tim. Sein Spaß war allzu offensichtlich, als er den Stock aufhob. »Wir werden noch eine Pferdefrau aus Ihnen machen. Warten Sie nur ab.«

»Ich kann’s gar nicht erwarten.«

»Hier, geben Sie ihm das, und er wird Sie ewig lieben.«

»Hab’ ich ein Glück.« Unter Tims Aufsicht befestigte Lynn unbeholfen einen Futtersack um Heros Hals. Das Pony zuckte mit den Ohren zu ihr hin und fing an zu fressen.

»Nun streicheln Sie ihn«, wies Tim sie an. Streicheln war nicht unbedingt das, was Lynn mit dem zottigen Vieh am liebsten gemacht hätte, aber sie schluckte ihre weniger zivilisierten Impulse herunter und tat wie geheißen. Heros ungepflegtes Fell fühlte sich rauh an, als sie ihm einen pflichtgemäßen Klaps gab. Sie drehte ihre Hand um und blickte mit Abscheu auf die schmutzigen, rotbraunen Haare, die an ihren Fingern klebten.

»Gut gemacht.« Tim nickte und ging dann weiter, an der Reihe der angebundenen Ponys entlang.

Endlich in Ruhe gelassen, stieß Lynn ihre Faust heftig gegen die schmerzende Stelle an ihrem Rücken und versuchte nicht daran zu denken, daß dies erst der zweite Tag ihres zehntägigen Wildnis-»Urlaubs« war. Und sie versuchte auch, nicht mehr ihr Hinterteil zu massieren.

Welcher Dämon hatte sie nur getrieben, hierher zu kommen?

Rory, gestand sich Lynn ein, während sie auf eines der kleinen Lagerfeuer zuhumpelte, die Schutz – ha! – vor den Stechmücken bieten sollten. Ihre 14-jährige Tochter hatte sie nicht gebeten, an diesem Klassenausflug teilzunehmen. Ganz im Gegenteil hatte Rory aufgestöhnt, als Lynn ihr sagte, sie habe sich gemeldet. Aber Lynn war der Meinung, daß Rory sie brauchte. Und sie ihrerseits brauchte Zeit, um die Beziehung zu ihrer Tochter zu festigen, die in letzter Zeit zu bröckeln schien.

Wie auch immer, der Werbeprospekt hatte diesen Ausflug als erzieherisch, vergnüglich und als Erfahrung fürs Leben dargestellt – alles inklusive.

Daher hatte sie sich zwei Wochen von der täglichen Schinderei der Fernsehsendungen freigenommen, ihr erster richtiger Urlaub seit drei Jahren, und hier war sie also gelandet, an einem gottverlassenen Gebirgshang in der abgeschiedenen Wildnis des Utah Uinta Range, und schleppte sich auf einer Teenager-Traumreise zu Pferde voran.

Die Frage war: Vergnügte sie sich schon?

Die Antwort lautete entschieden: Nein!

Lynn ließ sich auf einen Heuballen nahe beim Lagerfeuer fallen, der zu genau diesem Zweck dort abgelegt worden war, und versuchte das Leben von seiner positiven Seite zu sehen. Rorys Begeisterung für den Aufenthalt im Freien nachzugeben war zumindest besser, als mit ihrer eskalierenden Verrücktheit nach Jungs fertig zu werden. Dieser Ausflug – Rorys Belohnung dafür, daß sie es ein ganzes Jahr im Kollegiat ausgehalten hatte, einer exklusiven Akademie ausschließlich für Mädchen – hatte ein Vermögen gekostet, aber der Urlaub war zum Glück männerfrei.

Abgesehen von den Führern: sechs, allesamt männlich und – natürlich – alle attraktiv. So lief das nun mal im Leben. Sie hätte daran denken sollen.

Genauso wie sie es sich hätte denken können, daß ihre neuen Reitstiefel drücken, ihr Hinterteil schmerzen und die Sonne ihre Nase verbrennen würde, trotz der dicken Schicht Sonnenschutzcreme und des breitrandigen Hutes, den sie den ganzen Tag getragen hatte. Und sie hätte sich denken können, daß ihre Haut – sogar dort, wo sie gar nicht zu sehen war – sich anfühlen würde, als müßte sie ordentlich durchgeklopft werden, damit der Dreck abfiel.

Sie haßte Reiten.

Lynn veränderte ihre Lage, stöhnte auf und rieb die Knöchel ihrer Fäuste kräftig gegen die Schenkel. Es kam ihr so vor, als würde jeder Muskel unterhalb ihrer Hüfte steif.

»Das könnte helfen.« Der Mann, der sich neben sie kniete – ja, knien war das richtige Wort; Männer in Utah fielen wirklich auf die Knie –, hielt ihr eine flache goldene Dose hin.

Doc Grandview’s Pferdebalsam, war auf dem Deckel in schwarzen Buchstaben zu lesen. Ganz genau, dachte Lynn. Da sogar die Salbe, die man ihr anbot, aussah, als könnte sie Wyatt Earp gehört haben, war ihre Skepsis endgültig geweckt. Alles an diesem Ausflug, von den Veranstaltern selbst bis hin zu den Fliegen, die um die Pferdeohren summten, hätte vollkommen in den guten alten Wilden Westen gepaßt. Lynns Urteil war: Viel zu touristisch.

»War ich so deutlich?« Lynn bekam trotzdem ein Lächeln hin, als sie die Dose nahm und in ihrer Hand drehte. Owen Feldman und sein jüngerer Bruder waren die Inhaber von Adventure Inc., dem Unternehmen, das die Reise geplant hatte und nun durchführte. Owen war groß, breitschultrig und schmalhüftig, mit dichtem tabakbraunem Haar, einem kantigen Gesicht mit kräftigen Kieferknochen und strahlend blauen Augen, für die man sterben konnte. Vielleicht ein paar Jahre älter, als sie selbst mit ihren 35 Jahren war. Angeblich stammte er durch und durch aus Utah, war hier geboren und aufgewachsen und kannte die Uinta-Wildnis so gut wie kaum jemand sonst. Laut Prospekt war er ehrlich, kompetent und vollkommen zuverlässig – ein wirklicher Cowboy.

Bereits zwei Tage nach Reisebeginn hatte Lynn herausgefunden, daß sie Cowboys haßte. Besonders die Angeber. Jedes Mal, wenn sich die Feldmans und ihre Mannschaft in den Sattel schwangen, war sie halb darauf gefaßt, ein verstecktes Orchester die Titelmelodie von Bonanza spielen zu hören.

Rory war allerdings vollkommen hingerissen. Sie hatte schon darauf hingewiesen, daß Owen ein möglicher Gefährte für ihre Mom war. Sie selbst, sagte Rory, zog den jüngeren Bruder Jess vor.

Bei diesem Gedanken runzelte Lynn die Stirn. Wo war Rory eigentlich? Und wo war...



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