E-Book, Deutsch, Band 352, 512 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
Roberts / Marsh / Harper Romana Exklusiv Band 352
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1081-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 352, 512 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
ISBN: 978-3-7515-1081-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
SCHICKSALSTAGE IN MONACO von PENNY ROBERTS
Adrienne fühlt sich stark zu ihrem attraktiven Boss Lucien Dupont hingezogen. Aber sie darf sich keine zärtlichen Gefühle für ihn erlauben. Denn der skrupellose Geschäftsmann aus Monaco hat offenbar nichts Geringeres im Sinn, als ihre Familie zu ruinieren!
INSEL DER ZÄRTLICHEN VERSUCHUNG von NICOLA MARSH
Als Kristi sich für die Reality-Show bewirbt, ahnt sie nicht, dass auch ihr Ex-Verlobter dabei sein wird. Sieben Tage mit Jared auf einer einsamen Insel - das bedeutet sieben Nächte mit dem Mann, dem sie noch nie widerstehen konnte. Worauf hat sie sich da nur eingelassen?
RAUE KÜSTE, ZARTE KÜSSE von FIONA HARPER
Er soll sich mit der eigenwilligen Zoe eine Segeljacht teilen? Unternehmer Damien Stone ist entsetzt. Notgedrungen schließt er mit Zoe Frieden, dann Freundschaft. Nur ins Herz schließen darf er sie nicht - trotz ihrer zarten Küsse vor Cornwalls felsiger Küste ...
Hinter Penny Roberts steht eigentlich ein Ehepaar, das eines ganz gewiss gemeinsam hat: die Liebe zum Schreiben. Schon früh hatten beide immer nur Bücher im Kopf, und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Und auch wenn der Pfad nicht immer ohne Stolpersteine und Hindernisse war - bereut haben beide ihre Entscheidung, das Hobby zum Beruf zu machen, nie. Denn was kann es Schöneres geben, als mit der Kraft der eigenen Fantasie immer wieder neue Geschichten zu erzählen?
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Ich habe es Ihnen doch schon gesagt, Monsieur Dupont hat keine Zeit für eine Unterhaltung.“ Die blonde, perfekt gestylte Frau hinter dem Empfangstresen der Reederei schüttelte seufzend den Kopf und deutete nach links. Dort saß auf einer langen Reihe von Stühlen gut ein halbes Dutzend elegant gekleideter Männer und Frauen wie die Hühner auf der Stange. „Heute finden Vorstellungsgespräche statt. Sehen Sie, all diese Bewerber warten darauf, dass Monsieur Dupont sie in sein Büro bittet. Wenn Sie also nicht zufällig Rechtsanwältin mit erstklassigen Referenzen und auf der Suche nach einer Anstellung sind, kann ich leider …“
„Das bin ich!“, stieß Adrienne Diderot aufgeregt hervor. „Ich … ich habe Jura studiert. In London. Und ich habe derzeit keine feste Anstellung.“
Die Blonde kniff die Augen zusammen. „Aber Sie sagten doch eben, Sie wollten Monsieur Dupont in einer dringenden persönlichen Angelegenheit sprechen.“
„Ich wollte halt ein bisschen aus der Masse hervorstechen.“ Adrienne zwinkerte. „Sie verstehen?“
„Und deshalb rufen Sie schon seit Tagen an und bitten immer wieder um einen Termin bei Monsieur Dupont?“
„Genau.“
„Und Ihre Bewerbungsunterlagen? Haben Sie die auch dabei?“
Adrienne reagierte gedankenschnell und hob ihre Laptoptasche hoch. „Natürlich. Ist alles da drauf.“
„Dennoch …“ Die Empfangsdame schüttelte den Kopf. „Ich muss mich an den Ablauf halten und …“
In dem Moment wurde die breite Tür neben dem Tresen aufgerissen, und eine ältere, perfekt gekleidete Frau stürzte aus dem dahinterliegenden Raum – hastig und in Tränen aufgelöst. Orientierungslos blickte sie sich um, fand den Ausgang und stürmte darauf zu. Die anderen Bewerber starrten ihr nach. Einige wirkten erschrocken, andere mitleidsvoll, und wieder andere konnten eine gehörige Portion Schadenfreude nicht verbergen.
Aufgeregtes Getuschel entbrannte.
Adrienne runzelte die Stirn. Einen Moment lang kam sie sich vor wie in einem schlechten Film. Dass eine Bewerberin weinend aus dem Büro des Stellenanbieters gerannt kam, war ihr bisher auch noch nicht untergekommen. Gleichzeitig wunderte es sie gar nicht mal so sehr. Im Grunde hatte sie nichts anderes von Lucien Dupont erwartet.
Dem Mann, wegen dem sie hier war.
Dem Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ihre Familie in den Ruin zu stürzen.
Sie kniff die Augen zusammen, als Wut in ihr aufstieg. Sie dachte an den Anruf, den sie vor einer Woche bekommen hatte. Ihr Vater hatte ihr mitgeteilt, dass ihre Mutter schwer erkrankt war. Adrienne hatte alles stehen und liegen lassen und war mit der letzten Maschine des Tages von Heathrow aus nach Monaco geflogen.
In das Fürstentum an der Mittelmeerküste, in dem sie aufgewachsen war.
Und welches sie mit achtzehn fluchtartig und in der festen Absicht, nie mehr für länger als zwei oder drei Tage zurückzukehren, verlassen hatte. Seitdem war in ihrem Leben viel passiert. Sie hatte in London Jura studiert und nebenbei in dem Callcenter gejobbt, in dem sie auch heute noch arbeitete. Als Anwältin verdiente sie bisher nämlich noch kein Geld, was nicht an mangelnden Fähigkeiten lag. Ganz im Gegenteil sogar. Sie hatte schon zahlreiche Verhandlungen zu einem positiven Abschluss bringen können. Nur, dass sie eben nicht für zahlende Klienten tätig war.
Im Augenblick arbeitete sie für Good Deeds, eine Organisation, die sich für den Schutz und die Rechte von Mensch und Tier einsetzte. Adriennes letzter Erfolg war gewesen, dass sie die Verantwortlichen von Superstore, einer großen Drogeriekette, davon überzeugt hatte, die Zusammenarbeit mit dem Kosmetikhersteller B & B einzustellen, der nach wie vor auf Tierversuche setzte.
Sie war stolz auf das, was sie machte. Vor allem, weil es sie von ihrem früheren Leben abgrenzte. Und von ihrer Familie.
Trotzdem hatte sie keine Sekunde gezögert, sich auf den Weg zu machen, als sie von der Krankheit ihrer Mutter erfuhr.
Der Flug hierher war die Hölle für Adrienne gewesen. Die Sorge um ihre Mutter hatte sie nicht zur Ruhe kommen lassen. Dabei war ihre Beziehung zueinander alles andere als gut, doch Adrienne konnte einfach nicht aus ihrer Haut.
Als sie ihr Zuhause dann schließlich nach zwei Stunden Flugzeit erreicht hatte, war sie noch nicht davon ausgegangen, dass die plötzliche Erkrankung ihrer Mutter nicht die einzige Katastrophe war, die sich in der letzten Zeit in ihrem Elternhaus ereignet hatte. Doch da hatte sie den Namen Lucien Dupont ja auch noch nicht gekannt …
Plötzlich verstummten die Bewerber schlagartig, und die aufgekommene Stille riss Adrienne aus ihren Gedanken. Sie spürte, dass sich etwas verändert hatte. Langsam drehte sie sich wieder zum Empfangstresen um – und erstarrte. Ein Mann war aus dem Büro getreten, aus dem die Frau eben gerannt war. Er war groß und imposant, mit dunklem, kurzem Haar und durchdringenden blauen Augen. Sein Gesicht wies markante Züge auf, und er hatte eine sportlich durchtrainierte Statur.
Adrienne wusste sofort, wen sie vor sich hatte. Sie hatte sein Foto in den letzten Tagen oft genug in den Zeitungen gesehen.
Lucien Dupont.
Der Teufel in Menschengestalt.
Und er war Gerald so auffallend aus dem Gesicht geschnitten, dass sich Adriennes Magen schmerzhaft zusammenzog.
Gerald … Die Sache zwischen ihnen lag nun schon so lange zurück, und eigentlich war sie bisher auch davon überzeugt gewesen, über ihn hinweg zu sein. Umso mehr überraschte es sie, dass Lucien Duponts Anblick sie wie ein Stich ins Herz traf.
Sie beobachtete, wie er der Empfangsdame etwas ins Ohr flüsterte, woraufhin die Blondine hastig nickte.
„Ich werde der Dame ein Entschuldigungsschreiben zukommen lassen, Monsieur Dupont“, erwiderte sie pflichtbesessen.
„Wenn Sie Ihre Bewerberinnen mit Respekt behandeln und nicht zum Weinen bringen würden, kämen Sie nicht in die Verlegenheit, sich hinterher entschuldigen zu müssen.“
Erst als die Worte vollständig verklungen waren, wurde Adrienne klar, dass sie selbst es gewesen war, die sie ausgesprochen hatte.
Erschrocken biss sie sich auf die Unterlippe. Was war bloß in sie gefahren? So unbeherrscht war sie doch sonst nicht.
Sofort spürte sie, wie sich alle Blicke auf sie richteten. Gleichzeitig hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so still war es mit einem Mal.
„Wie war das?“
Obwohl er eigentlich leise sprach, war Lucien Duponts Stimme doch so kraftvoll, dass sie durch den Raum hallte. Adrienne hatte das Gefühl, förmlich in sich zusammenzuschrumpfen, als er sie innerhalb weniger Sekunden von oben bis unten musterte. Aus seinem Blick sprach Verärgerung und Unglauben, aber auch so etwas wie Respekt. Oder war das bloß Wunschdenken ihrerseits?
Sie räusperte sich. „Ich … also … ich wollte lediglich sagen, dass ich es nicht tolerieren kann, wenn Frauen …“
„Sie sagt, sie wolle sich für die ausgeschriebene Stelle bewerben“, erklärte die Empfangsdame hastig, wohl um zu verhindern, dass Adrienne weitersprach.
„Sie sind Juristin?“, hakte Lucien Dupont nach und fixierte Adrienne jetzt noch schärfer. Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte er sich um und ging zügigen Schrittes zurück in sein Büro. „Kommen Sie!“, rief er im Gehen. „Herein mit Ihnen!“
Adrienne riss die Augen auf und starrte erst ihm hinterher, dann die Empfangsdame fragend an. „Ich soll …?“
Die blonde Frau hob die Schultern und nickte anschließend. Adrienne wusste nicht, wie ihr geschah. Sollte sie wirklich dort hineingehen und …
Natürlich sollst du das, dafür bist du schließlich hergekommen, oder nicht? Seit Tagen versuchst du, mit Lucien Dupont einen Termin auszumachen, um mit ihm über die Reederei seines Vaters zu sprechen. Und jetzt, wo du so knapp davorstehst, ihm alles sagen zu können, was du dir zurechtgelegt hast, willst du kneifen?
Nein, das wollte sie natürlich nicht. Allerdings hatte sie mit ihrer unbedachten Äußerung eben und der Tatsache, dass sie vorgab, auf Stellensuche zu sein, einen mehr als unglücklichen Start für eine sachliche Unterhaltung hingelegt. Trotzdem – jetzt, wo sie einmal so weit gekommen war, durfte sie sich diese Chance auf keinen Fall entgehen lassen. Sie würde auf der Stelle in dieses Büro gehen und ganz sie selbst sein. Ohne dabei allerdings auch nur eine Sekunde lang zu vergessen, mit wem sie es zu tun hatte: mit Lucien Dupont, einem Mann, für den nur der Gewinn zählte. Der bereit war, alles und jeden zu verkaufen, wenn er sich nur genug davon versprach.
Den Kopf hocherhoben und in aufrechter Haltung setzte sie sich unter den teils neugierigen, teils neidischen Blicken der echten Bewerber in Bewegung. Auf der Schwelle zu Lucien Duponts Büro fühlten sich ihre Knie plötzlich weich wie Butter an und drohten, nachzugeben. Adrienne musste sich ein paar Sekunden lang am Türrahmen festhalten. Dann schloss sie kurz die Augen, holte tief Luft und ging wieder.
„Schließen Sie die Tür hinter sich“, vernahm sie die Stimme des Unternehmers.
Adrienne tat, wie ihr geheißen, ging anschließend weiter in den Raum – und atmete scharf ein. Es war nicht einmal die Größe des Raums, die ihr den Atem raubte. Keine Frage, das Büro war riesig. So riesig, dass das Apartment von Bella und ihr in London gut und gerne viermal hineingepasst hätte. Aber mit Größe und einem gewissen Maß an Luxus war...




