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Roberts / McArthur / Kingsley | Bianca Arztroman Band 62 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 62, 384 Seiten

Reihe: Bianca Arztroman

Roberts / McArthur / Kingsley Bianca Arztroman Band 62

Dir gehört mein Herz / Dr. Rainfords große Liebe / Ein Rivale für Dr. Brooke /
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86494-433-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Dir gehört mein Herz / Dr. Rainfords große Liebe / Ein Rivale für Dr. Brooke /

E-Book, Deutsch, Band 62, 384 Seiten

Reihe: Bianca Arztroman

ISBN: 978-3-86494-433-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dir gehört mein Herz von Roberts, Alison
Schwester Jessica lebt nur für ihren kleinen Sohn Ricky - sie hat keine Augen für ihren verliebten Kollegen Joe. Erst als der Rettungssanitäter sein Leben riskiert, um ihren Jungen aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes zu befreien, merkt sie, wie viel auch er ihr bedeutet... Zu spät?
Dr. Rainfords große Liebe von McArthur, Fiona
Im Gladstone Hospital begegnet die Hebamme Bella ihrer Jugendliebe Dr. Scott Rainford. Als sie zusammen mit dem gut aussehenden Arzt auf der Entbindungsstation arbeitet, fühlt sie sich sofort wieder zu ihm hingezogen. Bekommt ihre Liebe womöglich eine zweite Chance?
Ein Rivale für Dr. Brooke von Kingsley, Maggie
Obwohl Dr. Tom Brooke und seine Frau Helen, ebenfalls Ärztin, wenig Zeit füreinander haben, führen sie auch nach zehn Jahren eine harmonische Ehe - glaubt Tom. Bis er annehmen muss, dass es einen anderen Mann in Helens Leben gibt. Oder für wen hat sie dieses betörende Negligé gekauft, das er zufällig entdeckt?



Alison wurde in Dunedin, Neuseeland, geboren. Doch die Schule besuchte sie in London, weil ihr Vater, ein Arzt, aus beruflichen Gründen nach England ging. Später zogen sie nach Washington. Nach längerer Zeit im Ausland kehrte die Familie zurück nach Dunedin, wo Alison dann zur Grundschullehrerin ausgebildet wurde. Sie fand eine Stelle als Lehrerin im Norden des Landes, wo sie ihren Traummann kennenlernte, der einen Wirbelsturm aus romantischen Gefühlen in ihr auslöste. Der Sturm gipfelte in der Hochzeit mit dem jungen Doktor und jetzigen Professor Mark. Es folgten zwei Jahre in Glasgow, Schottland. In dieser Zeit vollendete sie ihren ersten Roman - einen Medizinthriller mit einer ordentlichen Portion Romantik. Mit der Rückkehr nach Neuseeland begann ein neues turbulentes Kapitel in ihrem Leben, in dem sich alles darum drehte, sich um ihre kleine Tochter zu kümmern, ein altes Farmhaus zu renovieren, einen großzügigen Garten zu gestalten und ihre kleine Menagerie - Esel, Schafe, Hühner, Hunde und Katzen - zu versorgen. Neben ihrem Zuhause, der Familie und dem Schreiben engagiert sich Alison leidenschaftlich beim Rettungsdienst. Bei dieser Arbeit erhält sie viele Anregungen für ihre Arztromane. Die aufregenden Stunden im Einsatz und die Rettung von Patienten bilden den perfekten Ausgleich für die einsamen Stunden des Schreibens.

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2. KAPITEL

Es war der reinste Wahnsinn.

Was in aller Welt hat mich dazu bewogen, wieder an einen so gefährlichen Ort zurückzugehen? Schon vor dem USAR-Kurs hatte sich Joe die wichtigsten Sicherheitsregeln durch seine Arbeit als Rettungssanitäter längst tief eingeprägt. Die persönliche Sicherheit stand immer an erster Stelle. Wie konnte man denn sonst irgendjemandem nützen, wenn man selbst verletzt oder gar getötet wurde? Aber zur Umkehr war es bereits in dem Augenblick zu spät gewesen, als er seinen impulsiven Entschluss gefasst hatte.

Als er in das Loch im Boden geschaut hatte, war sich Joe des unmittelbar bevorstehenden Einsturzes um ihn herum bewusst gewesen. An dem Stahlträger herunterzurutschen und dann in die Tiefgarage hineinzuspringen war seine einzige Möglichkeit gewesen. Und nun rannte er um sein Leben durch fallende Betontrümmer, von denen einige groß genug waren, dass sie seinen Schutzhelm ohne weiteres hätten zerschmettern können.

Etwas Großes, Schweres krachte lärmend auf das Dach eines Wagens neben ihm. Joe hechtete nach links, rollte sich über die Kühlerhaube eines anderen Fahrzeugs und landete im Hocksitz zwischen einem Lieferwagen und einem Geländewagen mit Dachgepäckträger. Die Höhe des Lieferwagens war Joes Rettung. Sonst wäre er von dem Ende einer Längsstrebe aus Stahl getroffen worden, die gerade von der Decke fiel. Der Lieferwagen war zerstört, und falls Joe sich nicht flach auf den Boden geworfen hätte, wäre er von der Stahlstrebe erwischt worden. Joe merkte, dass sein Stiefel eingeklemmt war. Er drehte sich seitwärts und hielt schützend die Arme über den Kopf, während er versuchte, den Stiefel zu befreien. Das, was da oben vor sich ging, war noch nicht zu Ende. Joe hörte das grauenvolle Getöse einer Lawine der Zerstörung, das immer lauter wurde.

Das wars also. Das ist das Ende meines Lebens, schoss es ihm durch den Kopf. Wieso habe ich mir bloß einen derartig gefährlichen Beruf ausgesucht? Mit fünfunddreißig ist man doch noch viel zu jung zum Sterben. Doch statt dass sein Leben blitzschnell an seinem inneren Auge vorbeizog, tauchte lediglich Jessica McPhail vor ihm auf. Und Joe erinnerte sich wieder daran, weshalb er sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte. Niemand hatte ihn jemals so geliebt. Seine Mutter hätte niemals seinetwegen irgendetwas riskiert. Joe konnte sich nicht einmal vorstellen, wie es sein könnte, so geliebt zu werden. Und das würde er auch nie erfahren. Frauen blieben nicht lange bei ihm, sobald sie erfuhren, dass er weder an einer Ehe noch an Kindern interessiert war.

Der Lärm hatte aufgehört. Die dichte Staubwolke verhinderte jegliche Sicht, doch die Stille dauerte an. Keine unheimlichen Ächzgeräusche mehr, die vermuten ließen, dass das gesamte Gebäude auf die Tiefgarage herabstürzen würde. Offensichtlich hatte es sich um einen sekundären Einsturz eines kleinen Teils des Einkaufszentrums gehandelt, der nun vorüber zu sein schien. Und Joe war noch am Leben – eingeklemmt, aber am Leben.

Er konnte seinen Fuß in dem schweren Stiefel bewegen. Wenn ich den Reißverschluss aufkriege, kann ich meinen Fuß vielleicht befreien, dachte er bei sich. Mit seinen ein Meter neunzig und der kräftigen Statur eignete sich Joe allerdings nicht für akrobatische Verrenkungen dieser Art. Schwer atmend gelang es ihm dennoch schließlich, den Reißverschluss zu erreichen. Er zog ihn hinunter und öffnete den dicken Lederstiefel, so weit es irgend ging. Die Stahlkappe war zerquetscht, aber aus irgendeinem wundersamen Grund hatten seine Zehen nichts abbekommen. Doch selbst bei geöffnetem Reißverschluss war es keine leichte Aufgabe, den Fuß zu befreien. Als Joe es endlich schaffte, ihn herauszuziehen, fehlte ihm zwar auch seine Socke, aber es war ein tolles Gefühl, die Zehen zu bewegen. Er war frei.

Joe schob sich rückwärts, bis er genügend Raum hatte, sich auf die Knie zu setzen. Um ihn herum war es pechschwarz, der Staub war erstickend, und die einzigen Geräusche, die man hörte, waren gedämpft und zu weit entfernt, als dass sie eine Bedrohung darstellten. Joe hielt inne und dachte nach. Er hatte den Einsturz überlebt, war jedoch von jeder Hilfe abgeschnitten. Hoffnungsvoll tastete er nach dem Funkgerät, doch es hing nicht mehr an seinem Gürtel.

Und auch wenn er es noch gehabt hätte, wäre er nicht in der Lage gewesen zu sagen, wo er sich befand. Die Tiefgarage nahm fast das gesamte Untergeschoss des Einkaufszentrums ein. Er wusste, dass einer der Fußgängertunnel verschüttet war, denn dort hatte man Jessicas Mutter tot geborgen. Da fiel Joe auch wieder der Grund dafür ein, dass er sich dieser gefährlichen Situation ausgesetzt hatte. Er zog sich an der Stoßstange des Geländewagens empor, bis er stand.

„Ricky!“ Seine Stimme klang seltsam, ein isolierter Laut in einer düsteren, fremden Umgebung. „Ricky! Hörst du mich? Wo bist du?“

Lastende Stille umgab ihn. Der riesige Raum war von Staub erfüllt, und sonst nichts. Irgendwelche Aktivitäten der Rettungskräfte wären sicherlich zu hören gewesen, doch das Gebäude war vermutlich weiträumig evakuiert worden. Wie lange würde es wohl dauern, bis wieder jemand nahe genug herankäme, dass Joe sich bemerkbar machen könnte?

„Ricky!“ Dieses Mal wirkte Joes Ruf ein wenig halbherzig.

Selbst ein normales Kind hätte wahrscheinlich zu viel Angst, um sich auf den Ruf eines Unbekannten zu melden, und Jessicas Sohn war kein normales Kind. Es wäre hilfreich, wenn ich genauer wüsste, was für ein Problem er hat, dachte Joe. Vielleicht hätte ich nicht so sehr darauf achten sollen, jedes persönliche Gespräch mit Jessica im Kurs zu vermeiden.

Außerdem wäre es auch hilfreich, wenn ich etwas sehen könnte. Er konnte kaum die Umrisse des Fahrzeugs erkennen, an dem er sich noch immer abstützte. Seine Kopflampe hatte in dem Moment ihren Geist aufgegeben, als er Deckung gesucht hatte. Oder habe ich sie womöglich auch verloren? fragte sich Joe. Er zog den rechten Lederhandschuh aus und fasste an seinen Helm. Doch, die Lampe war noch da, aber der Schalter funktionierte nicht. Also zog Joe auch den anderen Handschuh aus, legte beide über den Dachgepäckträger neben sich und nahm den Helm ab. Kein Wunder, dass die Lampe nicht funktionierte. Die gesamte Konstruktion hatte sich gelockert.

Halb sehend, halb tastend schraubte Joe alles wieder fest. Mit angehaltenem Atem betätigte er dann den Schalter und atmete erleichtert auf, als der Lichtstrahl einen Kreis auf dem Boden erhellte.

Joe setzte den Helm wieder auf. Jetzt fühlte er sich schon wesentlich zuversichtlicher. Er konnte losgehen und versuchen, einen Ausweg zu finden. Vielleicht würde es ihm sogar gelingen, das Kind zu finden, damit dieser schlecht beratene Alleingang sich zumindest gelohnt hatte.

„Ricky!“ Joe wandte den Kopf hin und her, um mit dem Lichtstrahl einen Halbkreis zu beschreiben. „Wo bist du, Kumpel? Lass uns zusammen einen Weg hier raus finden, okay?“

Dass außer ihm noch jemand anderes hier unten eingeschlossen war, war irgendwie tröstlich. Und der Klang seiner eigenen Stimme war immer noch besser als die unheimliche, stickige Stille. Deshalb rief Joe immer wieder, während er sich an einer Autoreihe entlang voranbewegte. Irgendwann würde er so auf eine Wand stoßen, und wenn er dieser folgte, würde er sicher einen Ausgang finden. Es musste Ausgänge geben, die nicht verschüttet waren, sonst wären eine Menge Leute hier unten eingeschlossen. Leider flackerte Joes Kopflampe so häufig, dass es ihm Sorgen bereitete.

„Hey, Ricky!“ Allmählich gewöhnte sich Joe daran, mit seinem stummen, unsichtbaren Leidensgenossen zu reden. „Ich nähere mich jetzt hier einer Wand. Ich wette, wenn ich in diese Richtung weitergehe, finde ich die Rampe, wo die Autos rausfahren, und dann kommen wir hier auch raus. Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, Kumpel, aber ich habe einen Bärenhunger!“

Das Kind musste mittlerweile hungrig sein, und vor allem sehr durstig. Das Unglück hatte vor über zwölf Stunden stattgefunden. Der Gedanke, dass Ricky sich schon so lange hier in der Tiefgarage aufhielt und trotzdem noch keinen Ausgang gefunden hatte, war beunruhigend. Joe blieb stehen und versuchte, mit seiner Kopflampe die Dunkelheit weiter vorne zu durchdringen, um einen möglichen Ausgang ausfindig zu machen. Sobald er in seinen Bewegungen nachließ, breitete sich erneut tiefe Stille aus. Und da hörte Joe es.

Jemand hatte gehustet.

Ein kleiner Jemand. Und das Husten war nicht weit entfernt.

„Ricky!“ Joe grinste breit unter seiner Staubmaske. „Wo bist du, mein Freund? Ich kann dich nicht sehen. Ist mit dir alles in Ordnung?“

Keine Antwort. Joe seufzte. Er musste das Kind finden, und wenn der Kleine es darauf anlegte, nicht gefunden zu werden, könnte das schwierig werden. Das neuerliche Husten, das Joe hörte, wurde abgeschnitten durch das Geräusch von etwas Herabfallendem – möglicherweise ein Betonstück. Es war zwar weit genug entfernt, um keine Gefahr darzustellen, aber doch so nahe, dass es Joe an die Lage erinnerte, in der er und der Junge sich befanden. Ricky hatte noch nicht einmal den Schutz eines Helms. Ich muss ihn finden, sagte Joe sich, und zwar schnell.

„Deine Mum hat mich geschickt, um dich zu suchen, Ricky. Was hältst du davon, wenn wir beide zusehen, dass wir hier rauskommen und ich dich zu deiner Mum zurückbringe?“

Noch immer keine Reaktion. Verflixt, vielleicht kann der Kleine nicht mal sprechen. Oder er versteht nicht, was ich sage, dachte Joe. Nach dem Husten zu urteilen, musste der Junge ganz in der Nähe sein. Aber es gab viele Möglichkeiten, wo er sich verstecken konnte. Hier waren jede Menge...



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