Roberts | Mit dir auf der Insel des Glücks | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 140 Seiten

Reihe: Romana

Roberts Mit dir auf der Insel des Glücks


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-2035-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 140 Seiten

Reihe: Romana

ISBN: 978-3-7515-2035-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zu zweit im Paradies: Nach einem Orkan strandet Ellie mit einem Fremden auf einer Insel. Jake hat etwas an sich, das sie gleich Vertrauen fassen lässt. Doch kaum beginnt sie, in seinen Armen den Glauben an die Liebe wiederzufinden, werden sie gerettet - und er lässt sie allein ...



Alison wurde in Dunedin, Neuseeland, geboren. Doch die Schule besuchte sie in London, weil ihr Vater, ein Arzt, aus beruflichen Gründen nach England ging. Später zogen sie nach Washington. Nach längerer Zeit im Ausland kehrte die Familie zurück nach Dunedin, wo Alison dann zur Grundschullehrerin ausgebildet wurde. Sie fand eine Stelle als Lehrerin im Norden des Landes, wo sie ihren Traummann kennenlernte, der einen Wirbelsturm aus romantischen Gefühlen in ihr auslöste. Der Sturm gipfelte in der Hochzeit mit dem jungen Doktor und jetzigen Professor Mark. Es folgten zwei Jahre in Glasgow, Schottland. In dieser Zeit vollendete sie ihren ersten Roman - einen Medizinthriller mit einer ordentlichen Portion Romantik. Mit der Rückkehr nach Neuseeland begann ein neues turbulentes Kapitel in ihrem Leben, in dem sich alles darum drehte, sich um ihre kleine Tochter zu kümmern, ein altes Farmhaus zu renovieren, einen großzügigen Garten zu gestalten und ihre kleine Menagerie - Esel, Schafe, Hühner, Hunde und Katzen - zu versorgen. Neben ihrem Zuhause, der Familie und dem Schreiben engagiert sich Alison leidenschaftlich beim Rettungsdienst. Bei dieser Arbeit erhält sie viele Anregungen für ihre Arztromane. Die aufregenden Stunden im Einsatz und die Rettung von Patienten bilden den perfekten Ausgleich für die einsamen Stunden des Schreibens.

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2. KAPITEL

Diese Welle gab ihr den Rest, und Eleanor Sutton glaubte für einen Moment, sie würde ertrinken.

In den letzten Stunden hatte sie einen Adrenalinschub nach dem anderen verspürt. Zusammen mit der Hubschraubercrew versuchte sie, die Schiffbrüchigen aus der tosenden See zu bergen. Sie hatten zwei Menschen aus einer Rettungsinsel und einen Mann gerettet, der dank seiner Schwimmweste auf den Wellen trieb.

Außerdem hatten sie einen Segler von einer Jacht geborgen, der durch einen gebrochenen Mast schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Der Hubschrauber war total überladen, mit der Folge, dass Ellie immer noch am Seil hing.

Da sie sich ganz dicht über der Wasseroberfläche befand, hatte sie die beiden zuerst entdeckt. Auf dem dunklen Meer war die orangefarbene Rettungsinsel sehr gut auszumachen gewesen, und mittels ihres Mikrofons konnte Ellie sich trotz des Getöses um sie her gut mit dem Piloten Dave und ihrem Kollegen, dem Rettungssanitäter Mike, verständigen.

„Rettungsinsel mit zwei Personen auf neun Uhr.“

„Wir können niemanden mehr aufnehmen“, erwiderte Dave. „Wir sind schon überladen, und der Sturm nimmt noch zu.“

Obwohl er das ruhig sagte, bemerkte sie sehr wohl den warnenden Unterton in seiner Stimme. Dave war ein brillanter Pilot und betrachtete es immer als Herausforderung, unter Bedingungen wie diesen zu fliegen. Doch er ging kein unnötiges Risiko ein.

Trotzdem konnten sie die beiden Männer nicht ihrem Schicksal überlassen. Der Zyklon würde zwar erst in einigen Stunden seine volle Stärke erreichen, aber sie hätten schon jetzt nicht mehr in der Luft sein dürfen. Vermutlich würden sie ohnehin als Letzte landen. Es war sehr unwahrscheinlich, dass diese Rettungsinsel von anderen Schiffen entdeckt werden würde, und selbst dann könnte man die Insassen vermutlich nicht retten.

Wenn sie nichts unternahmen, bedeutete es das Todesurteil für zwei weitere Menschen, und bei diesem Jacht-Racing war ohnehin schon zu viel passiert. Ein Mensch war ums Leben gekommen, zahlreiche Segler waren schwer verletzt, und viele wurden noch vermisst.

„Wir könnten wenigstens einen aufnehmen“, schrie Ellie verzweifelt. „Er kann mit mir am Seil hängen. Dann setzen wir ihn ab und kehren zurück, um den anderen zu holen.“

Einen Moment lang herrschte Schweigen. Dann meldete Mike sich zu Wort. „Willst du das wirklich machen, Ellie?“

Wollte sie das? Trotz des Neoprenanzugs, den sie unter ihrem Fliegeroverall trug, war sie bereits unterkühlt und konnte die Finger kaum noch bewegen. Werde ich überhaupt die Karabiner öffnen und wieder einhaken können? überlegte sie. Außerdem war sie völlig erschöpft, und ihre alte Rückenverletzung machte sich bemerkbar. Womöglich geriet der Geborgene in Panik und schlug um sich, und dann wäre eine sichere Landung unmöglich.

Doch sie wussten alle, dass sie keine andere Wahl hatten.

„Wir können es wenigstens versuchen, oder?“, meinte Ellie.

Dave fiel es allerdings schwer, den Hubschrauber ruhig in der Luft zu halten, und kurz bevor sie die Rettungsinsel erreichten, schlug eine Welle über Ellie zusammen, und sie befand sich plötzlich unter Wasser und wurde wie ein Fisch an der Angelschnur durch das eisige Meer gezogen.

Obwohl es nicht lange dauerte, schien die Zeit stillzustehen, und unzählige Gedanken jagten ihr durch den Kopf und gipfelten schließlich in einer klaren Erkenntnis.

Sie, Eleanor Sutton, war zweiunddreißig, hatte Rückenprobleme, und ihr Leben verlief ganz anders, als sie es vor drei Jahren geplant hatte. Sie hätte eigentlich glücklich verheiratet sein und ein Baby haben wollen. Dann hätte sie Teilzeit gearbeitet und eines der Fächer unterrichtet, in denen sie so gut war: Luftrettung oder Katastrophenschutz vielleicht.

Adrenalinschübe wie diese hatten ihr über die letzten drei Jahre geholfen, nachdem ihr Lebensplan hoffnungslos gescheitert war. Sie hatte ihre persönlichen Ziele für die ultimative Herausforderung zurückgestellt, nämlich die, ihr Leben für andere Menschen zu riskieren.

Doch nun funktionierte es nicht mehr. Als Ellie durch das Wasser gezogen wurde und dann über der Rettungsinsel hing, wurde es ihr klar. Sie würde das hier zum letzten Mal tun.

In ihrem in den Helm integrierten Kopfhörer knackte es so laut, dass Ellie zusammenzuckte.

„Hörst du mich noch?“, erklang Daves Stimme.

„Ja.“ Sie streckte die Hand aus, damit die Rettungsinsel nicht gegen sie prallte. Eben noch hatte sie geglaubt, das Eintauchen hätte ihr den Rest gegeben, aber nun reichte es ihr wirklich. Sie riskierte hier alles, und dass die beiden Männer in dieser Situation miteinander stritten, machte alles umso gefährlicher. Plötzlich wurde sie wütend.

Wütend auf sich selbst, weil sie alle Hubschrauberinsassen in Gefahr brachte. Wütend auf diese beiden Männer, die nicht sich, sondern den jeweils anderen in Sicherheit bringen wollten. Wütend, weil sie wusste, dass sie jetzt nicht mehr vor der Realität flüchten konnte.

Wieder knisterte es laut in ihrem Kopfhörer. „Was ist da los?“, fragte Dave.

„Bleib in der Leitung“, erwiderte Ellie scharf. Sie war immer noch zornig. Doch nun stellte sie fest, dass der Mann, dem sie den Gurt hatte anlegen wollen, erstarrt war. Sie nutzte die Gelegenheit und schaffte es trotz ihrer klammen Finger, die Karabiner einzuhaken und sich zu vergewissern, dass er sicher am Drahtseil hing.

„Legen Sie die Arme um mich, und halten Sie sich an mir fest“, befahl sie Jake grimmig und wies Dave dann an: „Zieh uns hoch und lass uns von hier verschwinden.“

„Ben …“, schrie Jacob Logan verzweifelt, als er nach oben gezogen wurde und dabei heftig hin und her schwang, doch das Tosen des Sturms übertönte es.

Da es zu schmerzhaft war, die Augen offen zu halten, kniff Jake sie zusammen und klammerte sich an seine Retterin. So seltsam es sich auch anfühlte, er hatte keine andere Wahl, als diesem Menschen zu vertrauen.

Doch er hatte Angst. Schreckliche Angst, vor allem als er merkte, wie der Hubschrauber sich vorwärtsbewegte und sie dabei infolge der heftigen Turbulenzen hin und her schlingerten.

Und er war wütend. Nicht nur, weil er sich nicht gegen Ben durchgesetzt hatte, sondern einfach auf alles. Auf den- oder diejenigen, die die dämliche Idee gehabt hatten, andere für die Aussicht auf einen prestigeträchtigen Preis mit ihren teuren Luxusjachten in gefährliche Gewässer zu schicken. Auf das Universum, weil es genau zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort einen Zyklon entfesselte. Auf das Schicksal, weil es ihn brutal von seinem Zwillingsbruder, seiner anderen Hälfte, getrennt hatte.

Aber vielleicht war er auch wütend auf Ben. Warum hatte dieser derart schreckliche Dinge über ihre Mutter gesagt? Etwas so Unfassbares, dass es eine Kluft zwischen sie zu treiben drohte. Falls Ben die Wahrheit gesagt hatte, könnte es das Band zertrennen, das seit ihrer Geburt zwischen ihnen bestand.

Würde das Leben, so, wie er es kannte, enden, egal, ob er diesen furchtbaren Tag überlebte oder nicht?

Und da war noch etwas, das ihn an seine Kindheit erinnerte und das er verdrängen musste. Inzwischen ging er ganz selbstverständlich damit um, dank seines Talents, das ihn zu einem internationalen Star gemacht hatte. Dank der Fähigkeit nämlich, sich vorstellen zu können, wie ein anderer mit der Situation umgehen würde, sodass schließlich alles gut werden würde. Dank der Fähigkeit, sich in diesen Menschen zu verwandeln, solange es nötig war.

Also stellte Jake sich vor, er würde einen Film drehen. Er hatte nicht Schiffbruch erlitten, sondern war ein Fallschirmjäger. Nicht er wurde gerettet, sondern eine Frau. Eine sehr schöne Frau.

Es war ihm immer leichtgefallen, sich etwas vorzugaukeln und so der Realität zu entfliehen. Diesmal fiel es ihm allerdings schwer, aber er strengte sich an. Falls es ihm gelang, war es dann nicht auch eine Art Realität?

Er sollte die Welt retten. Der Hubschrauber würde irgendwo landen und er, Jake, die Frau aus ihrem Gurt befreien. Natürlich wollte er dann bei ihr bleiben, weil er in sie verliebt war, doch er musste sich wieder in das Unwetter wagen und sein Leben riskieren, um … nicht um seinen Zwillingsbruder zu retten, das wäre zu abgedroschen, sondern vielleicht seinen Feind, weil er, Jake, der Held schlechthin war.

Doch plötzlich funktionierte das Ganze nicht mehr, obwohl er sich in solche Vorstellungen geflüchtet hatte, seit Jake sich erinnern konnte.

Vielleicht war Ben jetzt der Feind.

Und auch wenn sie nicht erfolgreich war, half diese Taktik Jake dabei, sich abzulenken. Dieser albtraumhafte Flug konnte nicht länger als einige Minuten gedauert haben, doch es kam ihm wie eine Ewigkeit vor.

Er hörte, wie seine Retterin sich mit dem Piloten zu verständigen versuchte. Da der Wind immer noch heulte, musste sie schreien, und selbst aus der Nähe konnte er nicht alles verstehen.

Sie sagte etwas von einem Licht. Einem Mond.

Ging seine Fantasie jetzt mit ihm durch?

„Der Leuchtturm“, rief Ellie. „Auf fünf Uhr. Das ist Half Moon Island.“

„Roger.“ Daves Stimme klang gequält. „Wir fliegen nach Südwesten.“

„Nein. Zum Strand …“

„Zu welchem Strand?“

„Zu dem gegenüber von Half Moon Island, am Ende der Landzunge. Setz uns dort ab.“

„Was? Mitten im Nirgendwo.“

„Ich weiß. Da ist ein Haus …“

Es war schwer, sich bei der Lautstärke des...



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