Roberts | Skull-Ranch 58 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 58, 64 Seiten

Reihe: Skull Ranch

Roberts Skull-Ranch 58

Landpiraten
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-1831-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Landpiraten

E-Book, Deutsch, Band 58, 64 Seiten

Reihe: Skull Ranch

ISBN: 978-3-7517-1831-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Angst und Schrecken verbreiten sich unter den Farmern und Kleinranchern von Glenwood Springs, seit ein einziger Mann mit einem Rudel kaltblütiger Revolverschwinger die kleine Stadt beherrscht. Die Siedler, die in Colorado eine neue Heimat finden wollten, stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. John Hinsdale, der als Bankier die verschuldeten Einwanderer in der Hand hat, ist von maßloser Geldgier getrieben. Bis auf den letzten Cent quetscht er die Siedler aus und raubt ihnen noch die letzte Habe: ihr Land.
Doch dann kommen die Männer von der Skull-Ranch nach Glenwood Springs ...

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Landpiraten

von Dan Roberts

Angst und Schrecken verbreiten sich unter den Farmern und Kleinranchern von Glenwood Springs, seit ein einziger Mann mit einem Rudel kaltblütiger Revolverschwinger die kleine Stadt beherrscht. Die Siedler, die in Colorado eine neue Heimat finden wollten, stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

John Hinsdale, der als Bankier die verschuldeten Einwanderer in der Hand hat, ist von maßloser Geldgier getrieben. Bis auf den letzten Cent quetscht er die Siedler aus und raubt ihnen noch die letzte Habe: ihr Land.

Doch dann kommen die Männer von der Skull-Ranch nach Glenwood Springs...

Es ist mächtig heiß. Die Sonne steht hoch am Himmel und brennt erbarmungslos herab.

Die achtzig Rinder trotten müde dahin. Drei Männer treiben diese gehörnten Biester nach Nordwesten. Und diese Männer sind erfahrene Cowboys. Sie kennen die Witterung des Landes, aber heute verspüren die Weidereiter Unruhe in sich.

Und dann erstirbt jedes Geräusch. Der Wind, der eben noch durch die Blätter der Bäume fächelte, legt sich. Fahlgelb zuckt es am Horizont auf.

Auf einmal überzieht sich der bisher strahlend blaue Himmel mit einer schmutzig wirkenden Farbe. Und die Haare der Cowboys richten sich auf. Es knistert, und bläulich schimmernde Funken tanzen über die Köpfe der Reiter.

Vier, fünf Longhorns brüllen verzweifelt.

Ein blauer, kopfgroßer, schillernder Ball taumelt plötzlich über die Rücken der Biester, und es stinkt nach verbranntem Fell.

Trockengewitter!

Die Männer blicken zum Himmel, schauen sich um, starren auf die Berge, die Bäume und reißen sich zusammen.

»Los, sie müssen laufen, rennen!«, brüllt der mächtige Mann, der an der Spitze reitet.

Brazos ist ein guter Cowboy. Er weiß, was ein Trockengewitter bedeutet. Und er weiß auch, dass sie in eine Schlucht, einen Canyon gelangen müssen, um ungeschoren davonzukommen.

Shorty reitet auf der linken Seite der kleinen Herde. Sofort reagiert der kleine Mann.

Er löst das Wurfseil vom Sattelhorn, fasst es kurz und schlägt mit dem Seilende immer wieder auf die Rücken der Longhorns ein. Und seine Stimme, die in den letzten Tagen jeden Abend die nervösen Tanten in den Schlaf sang, klingt auf einmal schrill.

»Los, lauft, ihr Mistviecher, lauft schon!«, schreit Shorty und spürt gar nicht, wie sein Gaul nervös wird.

Rosinante ist ein traurig aussehendes Pferd. Ein unerfahrener Mann hält dieses Tier sicherlich für einen müden Klepper, der keine hundert Yard mehr durchhält. Aber da täuscht er sich, denn Rosinante ist ein Klassepferd. Shorty bekam den dürren, ausgemergelten Gaul einst von Big Nose, dem Kiowa-Häuptling geschenkt, als er dem Indianer einen Gefallen tat. Und das Tier ist indianisch abgerichtet, und das heißt, dass sein Willen ungebrochen ist. Trotzdem gehorcht es jedem Zügeldruck, jedem Befehl des Reiters.

Aber jetzt wird auch dieses Pferd etwas verrückt. Es spürt besser als sein Herr, dass sich ein höllisches Gewitter zusammenbraut, und es drängt in Sicherheit.

Jimmy Twodance, der junge Cowboy reitet am Schluss. Ihm fällt auf, dass sich seine Kameraden seltsam verhalten. Aber er ist unbekümmert und wundert sich darüber, dass Brazos und Shorty auf einmal wie die Verrückten auf die Longhorns einschlagen.

Doch wie von selbst werden die gehörnten Biester vor Jimmy schneller.

Sie fallen in Trab und jagen nach wenigen Sekunden im Galopp dahin. Die Schwänze der Longhorn-Tanten sind steil aufgerichtet. Die Tiere stehen kurz vor einer Stampede.

»Heeeee, seid ihr verrückt geworden?«, brüllt Jimmy.

Er gibt seinem Pferd einen Schlag auf den Hals, und das Tier läuft los.

Immer schneller jagen die Rinder dahin.

Und dann knistert es in der Luft.

Jimmy erkennt den kleinen Shorty halblinks von sich und sieht, wie sich der erfahrene Cowboy dreht und windet. Es scheint, als führe Shorty im Sattel einen wilden Tanz auf.

Aber der Kleine zerrt sich nur den Revolvergurt von den Hüften und schnallt ihn hinter dem Sattel fest.

Und dann zucken die ersten Funken von den Hornspitzen der Rinder. Die weit ausladenden, nadelscharfen Hörner werden in blaues Licht getaucht. Die Entladungen tanzen über die kleine Herde, springen auf die Metallteile des Sattelzeugs und verbrennen Jimmys Pferd, das entsetzt aufwiehert.

Hier hilft keine indianische Abrichtung mehr, das Tier hat Todesangst. Es saust einfach los, prallt gegen die letzten Longhorns und macht die Biester noch nervöser.

Das wilde Gemuhe steigert sich zu einem unkontrollierten, angstvollen Brüllen, und die gehörnten Tanten sausen einfach los.

Jimmy schreit erschrocken auf, als ein stahlblau schimmernder Schein über seine Hände huscht und die Haare als gekräuselte, versengte Reste zurücklässt.

Es brennt wie Feuer, und die Haut wird innerhalb von Sekunden knallrot.

Und dann kracht der erste Blitz.

Grellweiß, blendend fährt er aus dem fahlgelben Himmel, trifft eine uralte Burr-Eiche und zerschmettert den mächtigen Stamm.

Es riecht schwefelig und verbrannt.

Shorty leitet Rosinante zur Seite, und der massige Brazos stößt einen lauten Schrei aus, um sein Tier anzutreiben. Im scharfen Winkel lenkt er das Pferd von der Spitze der Herde weg.

Sie können die Biester nur noch laufen lassen.

Zum Glück rennen sie auf eine Öffnung in dem Felsgewirr zu, und vielleicht ist dies der Eingang zu einem schützenden Canyon.

Kurze Zeit später drehen die ersten Rinder vor einer hundert Yard hohen Steilwand ab, galoppieren entlang der Felsen, die den fast runden Talkessel begrenzen und werden langsamer.

Sie erreichen den Eingang, wollen hinaus, aber da stehen die seltsamen Wesen, die manchmal wiehern, und deren anderer Teil so verrückte Sachen brüllt und es krachen lässt.

Die Longhorns werden ruhiger, fallen in Trab zurück und verteilen sich endlich im Talkessel.

»Heiliger Rauch«, ruft Shorty, »das war 'ne knappe Sache! Wir waren mitten drin in der verdammten Höllensuppe.«

Brazos brummt und meint: »Du hattest doch alle Chancen, Kleiner. Du bist doch so winzig, dass dich kein Blitz erwischt hätte. Ich war in Gefahr, denn ich rage turmhoch auf und bin für einen Blitzstrahl die richtige Beute.«

Krachend fährt ein blendend weißer Strahl zwei Yard hinter dem massigen Brazos in die Erde.

Das Pferd des Cowboys macht einen wilden Satz und wiehert gellend auf.

»Shorty, ich bin dran!«, brüllt Brazos entsetzt und gibt seinem Tier die Zügel frei.

»Das kommt davon, Dicker«, ruft der kleinwüchsige Cowboy, »immer musst du angeben. Aber wenn du genügend Blitze eingefangen hast, wird dir das schon vergehen.«

Nach wenigen Sätzen hat Brazos sein Pferd wieder unter Kontrolle. Er beruhigt das Tier, das vor Angst zittert.

Jimmy und Shorty reiten heran. Sie mustern den massigen Brazos, der sein Gesicht grimmig verzogen hat.

»Mann, ich dachte, es sei so weit«, dröhnt die Stimme des großen Cowboys. »Aber eigentlich wollte ich nicht auf einem Blitzstrahl in den Himmel reiten.«

Shorty lacht meckernd und meint: »Was heißt hier Himmel, Dicker? Dieser Blitz hätte dich in den Boden geschmettert. Die Hölle liegt nämlich irgendwo da unten, wenn die Prediger recht haben.«

Fassungslos staunt Brazos seinen kleinen Freund an.

»Giftpilze wie du kommen nach unten«, sagt der schwere Mann, »aber feine Kerle wie ich kommen nach oben. Und wenn ich dich dann auf dem Bratrost schmoren sehe, weiß ich, dass du deine verdiente Strafe erhältst.«

Die Männer sind erleichtert. Sie haben es gerade noch geschafft. Die achtzig Rinder sind friedlich und grasen sogar in dem kleinen Talkessel. Es ist natürlich kein Blaugras, wie auf der Heimatweide, aber die Tiere fressen.

Und eine halbe Stunde später verschwindet die fahlgelbe Farbe vom Himmel. Er wird wieder strahlend blau, und ein leichter Wind weht den Gestank des Trockengewitters davon.

»Also weiter«, sagt Shorty und reitet zu den Longhorns.

Unruhig blicken die Tiere auf. Eigentlich wollen sie gar nicht weiter, hier gibt es Gras, und sie fühlen sich wohl.

»Los, ihr faulen Tanten!«, brüllt der Kleine, »auf die Hufe mit euch. Wir marschieren wieder. Heute Abend könnt ihr schlafen. Jetzt wird gearbeitet.«

Widerwillig trotten die Rinder an. Und nach kurzer Zeit sind sie wieder auf dem Trail nach Nordwesten.

Am späten Nachmittag leiten Shorty und Brazos die Tiere zu einem Creek und lassen sie saufen. Die Cowboys wissen, dass sie in etwa einer Stunde ihr Ziel erreichen werden. Und dort gibt es nichts mehr für die Longhorns. Sie kommen in einen Corral. Und schon am anderen Tag haben sie sich in Steaks verwandelt.

Eine Stunde später sieht Shorty die ersten Häuser.

»Jipppiiiee!«, schreit der Kleine. »Wir haben es geschafft, Dicker! Da vorne liegt Glenwood Springs. Heute Abend lassen wir uns volllaufen.«

Brazos grinst und leckt sich über die Lippen. Er meint, schon den Geschmack von Whisky im Mund zu spüren.

Glenwood Springs...



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