Roberts | Stürmisches Begehren, mächtiger als Rache | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 052023, 144 Seiten

Reihe: Julia

Roberts Stürmisches Begehren, mächtiger als Rache


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1839-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 052023, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-1839-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eiskalt hat seine große Liebe ihn damals abserviert, weil Marios aus einer verarmten Familie stammt. Und jetzt fleht Chryssa ihn an, die elterliche Kaufhauskette vor dem Ruin zu retten? Für den aufstrebenden Unternehmer ist der Moment der Rache gekommen: Nur wenn sie ihn auf seine griechische Privatinsel begleitet, hilft er ihr. Aber er verschweigt der verwöhnten Schönheit, wie einfach dort alles ist, dass es keinen Luxus gibt. Doch ein mächtiger Sturm zerstört seine Rachegelüste: Er muss Chryssa das Leben retten - und verliebt sich zum zweiten Mal in sie ...



Hinter Penny Roberts steht eigentlich ein Ehepaar, das eines ganz gewiss gemeinsam hat: die Liebe zum Schreiben. Schon früh hatten beide immer nur Bücher im Kopf, und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Und auch wenn der Pfad nicht immer ohne Stolpersteine und Hindernisse war - bereut haben beide ihre Entscheidung, das Hobby zum Beruf zu machen, nie. Denn was kann es Schöneres geben, als mit der Kraft der eigenen Fantasie immer wieder neue Geschichten zu erzählen?

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1. KAPITEL


„… um unseren guten Freund Rafael zum Anlass seines heutigen Geburtstags in Erinnerung zu behalten, wie wir ihn kannten. Voller Energie und Lebensfreude, die …“

Marios blendete die eintönige Stimme des Mannes auf dem Podium aus, der sein nicht enden wollendes Loblied auf Rafael Domingo sang. Nicht, dass Rafael es nicht verdiente, dass man seinen Charakter und seine Leistungen hervorhob, nein. Es stieß Marios nur sauer auf, dass sein Freund erst spurlos verschwinden musste, damit ihm diese zweifelhafte Ehre zuteilwurde.

Wobei er ziemlich sicher war, dass Rafael dieser ganze Zirkus, den man hier um seine Person veranstaltete, nicht gefallen hätte – nicht gefallen würde. Immerhin gab es keinen Beweis dafür, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilte. Dass er vor etwa zwei Monaten einfach von der Bildfläche verschwunden war und seitdem niemand mehr von ihm gehört hatte, musste Marios’ Meinung nach noch lange nichts heißen. Auch wenn seine Familie das anders zu sehen schien. Immerhin hatte sie zu dieser merkwürdigen Geburtstagsfeier in Abwesenheit des Ehrengastes eingeladen. Für Marios fühlte es sich eher wie eine Trauerfeier an. Wie die Gelegenheit, sich von Rafael zu verabschieden.

Etwas voreilig, wie er fand. Marios war der Einladung von Rafaels Familie trotzdem gefolgt, weil er das Gefühl hatte, es seinem alten Freund schuldig zu sein. Seit er von Rafaels Verschwinden erfahren hatte, quälte ihn das schlechte Gewissen. Sie hatten sich einmal geschworen, immer füreinander da zu sein, und sich später doch aus den Augen verloren.

Marios fragte sich, ob Rafael jetzt wohl hier bei ihnen wäre, wenn sie sich alle drei an dieses Versprechen gehalten hätten. Dieser Gedanke hatte ihn auch dazu bewogen, nach Jahren wieder den Kontakt zum Dritten in ihrem Bunde zu suchen, zu Giovanni – Gio – Giordano. Und zu seiner eigenen Überraschung hatten sie sich sofort wieder verstanden wie am ersten Tag.

Ursprünglich hatte Gio auch zur Gedenkfeier kommen wollen, doch ihm war etwas dazwischengekommen. Oder vielmehr jemand. Luna Vecchioni, die Frau, die es geschafft hatte, Gios Herz zu erobern, war schwanger, und Gio war nicht gewillt, sie länger allein zu lassen.

Marios verstand das sehr gut, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, jemals selbst Vater zu werden. Früher vielleicht, aber heute …

Er schüttelte den Kopf über seine eigenen absurden Gedankengänge. Er war einfach kein Familienmensch. Und ihm war nie eine Frau begegnet, mit der er es sich hätte vorstellen können, ein Kind zusammen großzuziehen. Oder auch nur länger als ein Wochenende am Stück mit ihr zu verbringen.

Nicht mehr seit …

Energisch schob er die Bilder, die vor seinem geistigen Auge aufblitzten, zur Seite. Das gehört hier nun wirklich nicht hin, ermahnte er sich selbst. Doch die Erinnerungen ließen sich nicht so leicht vertreiben. Vielleicht lag es daran, dass sie untrennbar mit jenem anderen Teil seiner Vergangenheit verknüpft waren, der ihn heute hierhergebracht hatte.

Rafael. Gio. Ihre gemeinsame Zeit an der Kingsbrook Academy.

Chryssa …

Er ballte die Hände zu Fäusten, so fest, dass die Fingernägel sich in die Innenflächen bohrten. Der Schmerz half ihm dabei, ins Hier und Jetzt zurückzukehren, wo der Redner – ernsthaft, wer war der Kerl überhaupt? – immer weiter und weiter schwadronierte.

Um sich abzulenken, ließ Marios seinen Blick über die anderen Gäste schweifen, die sich im Garten von Rafaels Villa bei Marbella versammelt hatten, die meisten von ihnen in Schwarz gekleidet und mit ernsten Mienen, so als wären sie auf einer Trauerfeier.

Einmal mehr regte sich Ärger in Marios. Es gab keinerlei Beweis dafür, dass Rafael nicht in ebendiesem Augenblick auf irgendeiner karibischen Insel in einer Hängematte lag und einen viel zu süßen, bunten Drink mit Strohhalm und Schirmchen genoss. Zugegeben, es war nicht ganz das Szenario, das sich bei Marios einstellte, wenn er an seinen alten Freund dachte. Die Wahrscheinlichkeit, dass Rafael stattdessen irgendwo auf der Welt für Menschenrechte kämpfte, war wesentlich größer.

Er sah Rafaels Eltern, das Gesicht des Vaters eine stoische Maske, die Augen der Mutter gerötet und von dunklen Ringen umrahmt. Sie standen nebeneinander, doch es machte den Eindruck, als läge eine tiefe Kluft zwischen ihnen. Vielleicht war sie erst durch das Verschwinden ihres Sohnes entstanden, vielleicht hatte sie aber auch schon immer bestanden. Nicht alle Menschen heirateten aus Liebe. Und selbst bei denen, die es taten, gab es keine Garantie, dass diese Liebe für alle Zeiten halten würde.

Wieder dachte Marios an Chryssa. Daran, dass er sie geliebt und geglaubt hatte, auch von ihr geliebt zu werden. Nicht zum ersten Mal fragte er sich, ob diese ganze Sache – genannt Herzensangelegenheiten – nicht ohnehin nur eine Erfindung war. So wie der Valentinstag, der letztlich nur dazu diente, die Umsatzzahlen der Unternehmen in die Höhe zu treiben, die von den Verkäufen immenser Mengen an Blumen, Pralinen und Gratulationskarten profitierten.

Manch einer würde ihn wegen solcher Gedanken vermutlich als zynisch bezeichnen. Doch Marios sah das ein wenig anders. Er war ein Realist und beurteilte die Dinge auf seine eigene Weise. Und seiner Erfahrung nach gab es nichts, was die Existenz von so etwas Flüchtigem wie Liebe bewies. Was es aber sehr wohl gab, waren unzählige Indizien, die das Gegenteil nahelegten.

Chryssa.

Verdammt, ich muss aufhören, immerzu an sie zu denken, sonst werde ich noch … Der Gedanke erstarb, als er ein vertrautes Gesicht in der Menge bemerkte.

Ein Gesicht, das ihn für einen Moment alles um sich herum vergessen ließ.

Im ersten Moment verspürte er eine schier überwältigende Woge von Sehnsucht, die jedoch schnell verdrängt wurde von Unverständnis und Zorn.

Was, zum Teufel, hatte sie hier zu suchen?

Wie ferngesteuert setzte Marios sich in Bewegung und bahnte sich einen Weg durch die Menge. Zweifellos zog er nicht wenig fragende und missbilligende Blicke auf sich, doch das kümmerte ihn nicht.

Sie hatte ihn bereits bemerkt. Er musste ihr zugutehalten, dass sie nicht eingeschüchtert oder ängstlich wirkte. Stattdessen blickte sie ihm geradewegs in die Augen, das Kinn herausfordernd hervorgereckt, die Schultern gestrafft. Schmale, beinahe zierliche Schultern, über die sich eine Flut nachtschwarzer Locken ergoss.

„Marios“, sagte sie leise. „Ich hoffte, dich hier anzutreffen.“

Er runzelte die Stirn. Sie nach zwölf Jahren ausgerechnet hier und heute wiederzusehen, kam vollkommen unerwartet. Nicht so unerwartet allerdings wie die Tatsache, dass sie dieses Aufeinandertreffen offenbar geplant hatte.

„Was willst du?“, zischte er, sich der neugierigen Blicke, die auf ihnen ruhten, jetzt überdeutlich bewusst. Reiß dich zusammen, ermahnte er sich selbst. Er war wegen Rafael hier, und deshalb würde er Chryssa nicht in aller Öffentlichkeit eine Szene machen. Allerdings bezweifelte er, dass er sich lange würde zurückhalten können.

Er legte eine Hand um ihren Unterarm und zog sie mit sich in Richtung des kleinen Poolhauses, dessen strahlend weiße Fassade die Spiegelungen vom Wasser des Schwimmbeckens reflektierte. Erst als sie hinter einem Rosenspalier außer Sichtweite waren, ließ er sie los.

Sie rieb sich das Handgelenk und bedachte ihn mit einem vorwurfsvollen Blick. „Ich wäre auch mitgekommen, wenn du mich freundlich darum gebeten hättest.“

Ihre Worte ließen seinen Ärger erneut hochkochen. „Ich sehe keinen Grund, dich um irgendetwas zu bitten. Was willst du hier, Chryssa? Warum hältst du es für eine gute Idee, mir ausgerechnet hier und heute aufzulauern?“

„Aufzulauern klingt so unschön.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich will mit dir reden, Marios. Und ich habe bereits versucht, über dein Büro mit dir in Kontakt zu treten, aber man hat mich abgewimmelt.“

Kein Wunder. Sein Assistent hatte strikte Anweisungen, niemanden zu ihm durchzustellen oder vorzulassen, der nicht vorher ausdrücklich von ihm abgesegnet worden war. Alle übrigen Anliegen wurden entweder durch sein Büroteam aufgenommen und ihm dann zur Prüfung vorgelegt – oder abgewiesen.

Die Tatsache, dass er plante, die marode Kette von Einkaufszentren, die Chryssas Familie gehörte, aufzukaufen, machte da keinen Unterschied. Er stand keineswegs in direkten Verhandlungen mit irgendeinem Georgiou, sondern vielmehr mit deren zahlreichen Gläubigern, die um ihr Geld fürchteten – und das nicht zu Unrecht.

Nach Jahren der Misswirtschaft standen die einzelnen Kaufhäuser endgültig vor dem Bankrott. Die Bank hatte als größter Gläubiger bereits angekündigt, die Kredite aufzukündigen. Und wenn es dazu kam, würden die kleineren Gläubiger aller Wahrscheinlichkeit nach leer ausgehen.

Es war also im Interesse aller, dass sich ein solventer Käufer fand, der in der Lage war, die absolute Katastrophe zu verhindern. Jemand wie Marios.

Es war seine besondere Spezialität, dem Tode geweihte Unternehmen aufzukaufen, sie in ihre Einzelteile zu zerlegen, diese zu bewerten und dann entweder in seine eigene Unternehmensgruppe einzugliedern oder mit möglichst hohem Gewinn abzustoßen.

„Und du bist nicht auf den Gedanken gekommen, dass ich dich schlicht und einfach nicht sehen will?“

„Marios …“ Sie fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Es war eine Geste, die ihm so schmerzlich vertraut...



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