E-Book, Deutsch, Band 2106, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Rock Verführerischer Deal mit dem Millionär
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2546-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2106, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2546-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Ich biete Ihnen hunderttausend Dollar für den Job.' Wie bitte, hat Lydia sich verhört? Aber der Blick aus James Harris' dunklen Augen lügt nicht. Der texanische Millionär braucht dringend eine Nanny für seinen kleinen elternlosen Neffen! Und weil ihre Schwester James genau diese Summe schuldet, nimmt Lydia den verführerischen Deal an. Doch dazu muss sie zu James auf seine Ranch ziehen - und hat plötzlich ein Riesenproblem. Denn sie fühlt sich schwach vor sinnlicher Sehnsucht, wenn sie ihrem faszinierenden Boss nah ist ...
Joanne Rock hat sich schon in der Schule Liebesgeschichten ausgedacht, um ihre beste Freundin zu unterhalten. Die Mädchen waren selbst die Stars dieser Abenteuer, die sich um die Schule und die Jungs, die sie gerade mochten, drehten. Joanne Rock gibt zu, dass ihre Geschichten damals eher dem Leben einer Barbie als echten Menschen glichen. Heute, fast 40 Bücher später, ist sie stolz, Geschichten zu verfassen, deren Helden nicht zwingend in Malibu leben oder ein Cabrio fahren müssen, um wahre Liebe und Glück finden zu können. Die Autorin schreibt zeitgenössische sexy Liebesromane und historische Mittelalterromane. Ihre Bücher wurden in 24 Ländern veröffentlicht und in 19 Sprachen übersetzt. Im Jahr 2000 erhielt sie den Romance Writers of America Golden Heart Award, den wichtigsten Preis für Nachwuchsautorinnen im Bereich Liebesromane. Die wichtigste Auszeichnung für publizierte Schriftstellerinnen in diesem Genre ist der RITA Award, für den Joanne Rock bereits dreimal nominiert war. Außerdem hat sie zahlreiche andere Preise bekommen. Sie schloss ein Studium an der Universität Louisville in Kentucky mit einem Master in Englisch ab und hat bereits als Lehrerin, als Fachkraft für Öffentlichkeitsarbeit und als Werbetexterin gearbeitet.
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1. KAPITEL
„Man muss nicht jeden Unsinn akzeptieren.“
Lydia Walker murmelte es wie ein Mantra vor sich hin, während sie auf ihrem Handy die Überschrift eines Artikels las, der vor ein paar Tagen in der Lokalzeitung von Royal, Texas erschienen war. Zu einem Zeitpunkt, als sie nicht in der Stadt gewesen war.
Sensationsgebot bei Wohltätigkeitsauktion: Frau bietet hunderttausend Dollar für Date mit Junggesellen!
Lydia saß an ihrem winzigen Küchentisch. Die Tasse Kaffee vor ihr war schon längst kalt geworden. Sie scrollte sich durch den Artikel. Am liebsten hätte sie gar nicht weitergelesen, aber sie musste es, sie konnte nicht anders. Bei der Frau, auf die sich die Titelzeile bezog, handelte es sich nämlich um ihre verantwortungslose Schwester Gail. Die alles Mögliche hatte, aber ganz bestimmt keine hunderttausend Dollar. Welcher Teufel hatte die impulsive Gail da nur geritten?
Lydia zwang sich, den Artikel noch einmal von Anfang an zu lesen.
Große Überraschung bei der Junggesellenauktion für wohltätige Zwecke im Texas Cattleman’s Club: Gail Walker, eine junge Geschäftsfrau aus Royal, hat die atemberaubende Summe von hunderttausend Dollar für ein Date mit dem Rancher Lloyd Richardson geboten. Leider konnten wir Miss Walker nicht für eine Stellungnahme erreichen, da sie dem Vernehmen nach mit ihrem Hauptgewinn einen Kurzurlaub angetreten hat. James Harris, Vorsitzender des Texas Cattleman’s Club und damit Mitveranstalter der Auktion, sagte unserer Zeitung, er sei dankbar für diese großzügige Spende, die dem Forschungszentrum gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zugutekommt. „Möglichst viel Geld zu sammeln für den guten Zweck, darum ging es ja bei diesem Event …“
Lydia schloss die Augen und legte das Handy mit dem Display nach unten auf den Tisch, um sich davon abzuhalten, den Artikel ein weiteres Mal zu lesen.
So etwas Verrücktes!
Lydia war gerade erst von ihrem Besuch bei ihrer Mutter in Arkansas zurückgekommen. Ein Besuch über Thanksgiving, zu dem sie sich verpflichtet gefühlt hatte, weil sie schon runde zwei Jahre nicht mehr zu Hause gewesen war. Ihre Mutter Fiona hatte die Gelegenheit genutzt, Lydia das Versprechen abzuringen, zur ihrer bevorstehenden Hochzeit zu kommen – ihrer vierten! Das hatte Lydia vollends die Stimmung verhagelt.
Eigentlich hatte sie gemeinsam mit ihrer Schwester die lange Fahrt zur Mutter antreten wollen, aber Gail hatte darauf bestanden, in Royal zu bleiben. Mit der Begründung, sie hätte keine Zeit, weil sie sich um ihren Lebensmittel-Lieferservice kümmern müsste, den sie erst vor Kurzem eröffnet hatte. Diese Entschuldigung hatte Lydia selbstverständlich akzeptiert; sie war ja froh, dass Gail zur Abwechslung mal etwas finanziell Verantwortungsvolles machte.
Pah, reingelegt!, schoss es Lydia durch den Kopf. Ganz offensichtlich hatte Gail nur in Royal bleiben wollen, damit sie bei der Wohltätigkeitsveranstaltung des Texas Cattleman’s Club auf einen sexy Junggesellen bieten konnte!
Ob es sich in der Stadt schon herumgesprochen hatte, dass Gail überhaupt nicht die Riesensumme von hunderttausend Dollar besaß? Lydia durchforstete die Internetseite der Lokalzeitung nach weiteren Geschichten über die Junggesellenauktion, fand aber nur noch Artikel über das einzige weibliche Wesen, das zur Auktion gestanden hatte: Tessa Noble. Gail und ihr Riesengebot fanden keine weitere Erwähnung.
Aber trotzdem …
Lydias Magen krampfte sich zusammen. Wie hatte Gail nur eine solche Dummheit begehen können? Und dann noch zum Schaden einer Wohltätigkeitsveranstaltung? Das Schlimme war: Lydia, die ja den gleichen Nachnamen wie Gail trug, fühlte sich in die Sache mit hineingezogen. Sie war ebenso wie Gail gerade dabei, sich ein eigenes kleines Unternehmen aufzubauen. Was würde es für einen Eindruck machen, wenn eine der Walker-Schwestern einfach ihre Schulden nicht beglich? Das konnte ihrem Ruf nicht förderlich sein!
Verärgert griff sie zu ihrem Handy und wählte die Nummer ihrer Schwester. Als Älteste von acht Geschwistern war Lydia Dramen und Katastrophen gewohnt. Wobei der Ärger meist nicht einmal von ihren Geschwistern kam, sondern von ihrer Mutter, die aus ihrem reichen Kindersegen und ihren Erziehungsversuchen Kapital geschlagen hatte, indem sie einen erfolgreichen Blog namens „House Rules“ betrieb. Die Leute liebten Fiona Walkers launige Geschichten und humorvolle Erziehungstipps, die ihrer Tochter Lydia allerdings leichtfertig und manchmal geradezu gefährlich vorkamen.
Eigentlich hatte Lydia gehofft, dass sie und ihre Schwester Gail hier in Royal ganz von vorne beginnen könnten, jetzt, da ihr jüngster Bruder alt genug war, seine Differenzen mit der Mutter selbst auszufechten.
Doch diese Hoffnung war dahin. Lydia musste einsehen, dass ihre jüngere Schwester in Sachen Verantwortungslosigkeit ganz nach der Mutter kam. Hunderttausend Dollar, um Himmels willen!
„Lydia!“, kreischte ihre Schwester ins Telefon, als sie das Gespräch annahm. „Du rätst nie, wo ich gerade bin!“
„Ich kann nur hoffen, dass du gerade im Forschungszentrum gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs bist“, sagte Lydia, „und den Leuten erklärst, wie du die Riesensumme von hunderttausend Dollar aus dem Hut zaubern willst. Gail, um Himmels willen, was ist nur in dich gefahren?“
Verärgert sprang sie vom Stuhl auf und tigerte durch die erst halbfertige Küche. Sie war immer noch dabei, das Haus zu renovieren, in dem sie einen privaten Kinderhort eröffnen wollte. Fast wäre sie über ein paar Bauwerkzeuge gestolpert, als sie durch die Glastür hinaus in den Hinterhof ging.
„Ich erlebe ein paar schöne Tage mit dem Mann meiner Träume“, sagte ihre Schwester leichthin. „Und deinen vorwurfsvollen Tonfall kann ich dabei schon mal gar nicht leiden. Ist es denn wirklich zu viel verlangt, wenn ich mir wünsche, dass du dich einmal für mich freust? Nur ein einziges Mal?“
Lydia kniff die Augen zusammen. Etwas ganz Ähnliches hatte ihre Mutter gerade erst neulich zu ihr gesagt – oder, um genau zu sein, vergangene Woche, als Lydia sich geweigert hatte, an ihrer vierten Hochzeit teilzunehmen. „Schwesterchen, ich freue mich ja, dass du dich amüsierst“, erwiderte sie gequält. „Aber ich mache mir große Sorgen, wie du das viele Geld für den Auktionsgewinn aufbringen willst. Hast du schon mit dem Forschungsinstitut gesprochen?“
„Ach so, das könnte der Grund dafür sein, dass meine Kreditkarte gestern im Spa nicht funktioniert hat“, sinnierte Gail. Im Hintergrund hörte man Musik wie von einer Mariachi-Band. „Ich hatte das mit der Zahlung an die Wohltätigkeitsauktion ganz vergessen.“
„Du tust so, alswäre das eine Kleinigkeit“, schimpfte Lydia. „Dabei hast du das Geld doch gar nicht!“
„Darüber kann ich mir immer noch Gedanken machen, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin“, rief ihre Schwester ins Telefon, um die Musik zu übertönen. „Jetzt verdirb mir doch nicht meinen Spaß. Ach so, und nur damit du es weißt, Anrufe von Leuten, die ich nicht kenne, nehme ich diese Woche gar nicht erst an.“
„Wer hat dich denn angerufen?“, fragte Lydia panisch. „Die Leute vom Forschungszentrum?“
„Nein, irgend so ein Typ vom Texas Cattleman’s Club. Ein Jordan oder James oder so ähnlich.“ Gail seufzte. „Und jetzt zerbrich dir bitte nicht meinen Kopf, okay? Ich muss mich wieder meiner Margarita widmen, bevor sie warm wird.“
„Gail, Moment mal …“
Doch schon zeigte Lydias Handy an: Gespräch beendet. Und sie kannte ihre Schwester. Sie konnte sich die Finger wund wählen, Gail würde keinen Anruf mehr von ihr entgegennehmen.
Man muss nicht jeden Unsinn akzeptieren.
Diese Worte hatten Lydia durch ihre Teenagerjahre geholfen. Aber irgendwie halfen sie ihr jetzt nicht dabei, ihrer Verzweiflung Herr zu werden. Sie musste an all die armen Leute denken, die so viel Arbeit in die Wohltätigkeitsauktion gesteckt hatten. Zweifellos waren sie hochbeglückt über die Riesensumme gewesen – und jetzt würden sie bitter enttäuscht werden. Der Texas Cattleman’s Club hatte das Event ausgerichtet, und seine Mitglieder gehörten zu den wichtigsten und einflussreichsten Menschen in und um Royal. Lydia wollte sich hier in Royal endgültig niederlassen. Sie hatte ja schon das renovierungsbedürftige Haus gekauft, in dem sie ihre Kindertagesstätte unterbringen wollte. Dass jetzt ihr Familienname wegen der Eskapaden ihrer Schwester einen schlechten Ruf bekam, konnte sie nicht gebrauchen.
Vielleicht konnte sie die Situation wenigstens mit einem der Verantwortlichen klären, bevor die Sache mit Gails fehlender Zahlung öffentlich wurde.
Sie scrollte zurück zum Text und fand den Namen, den sie suchte. James Harris. Mit ziemlicher Sicherheit war er es, der versucht hatte, Gail zu kontaktieren. Jetzt entdeckte sie auch ein kleines Foto des Mannes, das sie zuerst übersehen hatte, weil sie so auf den Text konzentriert gewesen war. Das war also der derzeitige Präsident des Texas Cattleman’s Club!
Er sah wirklich gut aus, das konnte man nicht anders sagen.
Nicht, dass das eine Rolle gespielt hätte. Es ging ja nicht um einen Flirt oder dergleichen. Für so etwas war Lydia ohnehin nicht besonders leicht zu haben. Sie hatte ja über lange Zeit hautnah das ewige Hin und Her im Liebesleben ihrer Mutter mitbekommen, und das genügte ihr. Immer wenn ein neuer Mann in Fionas Leben trat – und das passierte nun wirklich nicht gerade selten! – hatte sie sich förmlich in einen anderen Menschen verwandelt und...




