Rock | Wie zähmt man einen Rancher? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2298, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Rock Wie zähmt man einen Rancher?


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1569-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2298, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7515-1569-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gavin Kingsley will ein Date mit ihr? Lauryn kann nicht fassen, dass der sexy Bad Boy verspricht, bei ihrer Junggesellen-Auktion mitzumachen, wenn sie dafür mit ihm ausgeht. Weil sie dringend Geld braucht, geht sie trotz aller Zweifel auf die Bedingung des Ranchers ein. Auf das Date folgt eine verboten heiße Nacht - und auch danach bleibt Gavin zärtlich und aufmerksam. Bald ist Lauryn sicher, dass er zu Unrecht als Bad Boy gilt. Aber warum stellt er ihr immer wieder Fragen zu ihrem ehemaligen Job auf der Ranch seines verstorbenen Vaters?



Joanne Rock hat sich schon in der Schule Liebesgeschichten ausgedacht, um ihre beste Freundin zu unterhalten. Die Mädchen waren selbst die Stars dieser Abenteuer, die sich um die Schule und die Jungs, die sie gerade mochten, drehten. Joanne Rock gibt zu, dass ihre Geschichten damals eher dem Leben einer Barbie als echten Menschen glichen. Heute, fast 40 Bücher später, ist sie stolz, Geschichten zu verfassen, deren Helden nicht zwingend in Malibu leben oder ein Cabrio fahren müssen, um wahre Liebe und Glück finden zu können. Die Autorin schreibt zeitgenössische sexy Liebesromane und historische Mittelalterromane. Ihre Bücher wurden in 24 Ländern veröffentlicht und in 19 Sprachen übersetzt. Im Jahr 2000 erhielt sie den Romance Writers of America Golden Heart Award, den wichtigsten Preis für Nachwuchsautorinnen im Bereich Liebesromane. Die wichtigste Auszeichnung für publizierte Schriftstellerinnen in diesem Genre ist der RITA Award, für den Joanne Rock bereits dreimal nominiert war. Außerdem hat sie zahlreiche andere Preise bekommen. Sie schloss ein Studium an der Universität Louisville in Kentucky mit einem Master in Englisch ab und hat bereits als Lehrerin, als Fachkraft für Öffentlichkeitsarbeit und als Werbetexterin gearbeitet.

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PROLOG


Gavin Kingsley konnte nicht schnell genug seine Sachen zusammenpacken.

„Du hast die ganze Zeit davon gewusst und mir nichts erzählt“, warf er seinem älteren Halbbruder Levi Kingsley am anderen Ende der Leitung vor, während er wütend in seinem geräumigen, begehbaren Kleiderschrank hin und her lief.

Levis Gesicht war auf dem Display des Tablets zu sehen, das Gavin auf ein Regalbrett gestellt hatte. Er lebte bereits seit zwei Jahren in dem nach seinen eigenen Entwürfen gebauten Haus direkt neben der Kingsland Ranch im Westen Montanas, auf der er aufgewachsen war. Seine beiden Halbbrüder hatten ihn außerdem kürzlich dazu überredet, den Aufbau eines neuen Zuchtprogramms zu leiten, obwohl ihr Vater Duke Kingsley nie viel von Gavin gehalten hatte.

Dummerweise hatte Gavin sich Hoffnungen gemacht, dass die Entfremdung von seinem Vater irgendwann der Vergangenheit angehören und Duke ihn wieder in den Schoß der Familie aufnehmen würde. Dass sie ihre alten Differenzen beilegen konnten, damit ihre Zusammenarbeit und Gavins Nachbarschaft zur Ranch seines Vaters einen Sinn ergaben.

Doch Dukes Testament, das Gavin mit keinem Wort erwähnte, machte diese Hoffnungen komplett zunichte.

Die Erinnerung an jenen Moment, in dem ihm klar wurde, dass er hier im Grunde ein Störenfried war, der in den Augen des Vaters den Namen Kingsley nicht verdiente, drohte Gavin aufs Neue ein Loch ins Herz zu reißen.

Levis Stimme drang durch den Sog dieser dunklen Gedanken. „Gavin, ich hatte keine Ahnung, dass Dad die Ranch nur Quinton und mir hinterlassen würde.“

Gavin interessierte die Erklärung seines Bruders nicht. Hektisch stopfte er einen Stapel T-Shirts in einen Seesack. Er würde dieses Haus so schnell es ging verkaufen. Doch jetzt wollte er einfach nur den ersten Flug erwischen, der ihn aus Montana rausbrachte.

Weit weg von der Kingsland Ranch.

„Das ist doch Bullshit.“ Er riss eine Schublade auf, schnappte sich ein paar Trainings-Outfits und stopfte sie zu den Shirts. „Du bist Treuhandverwalter, also musst du davon gewusst haben.“

„Nur weil ich Vollmacht besitze, wusste ich nicht automatisch über Dads letzten Willen Bescheid. Ich war genauso überrascht wie du, als der Anwalt heute Nachmittag das Testament verlesen hat“, erwiderte Levi hitzig. Er saß in seinem Büro im Haupthaus der Ranch, in dem Duke zwei Wochen zuvor an einem Herzinfarkt gestorben war. „Dad hat den Trust nur eingerichtet, um ein teures Nachlassverfahren zu vermeiden und sicherzustellen, dass das Tagesgeschäft ohne Unterbrechung weiterläuft.“

Gavin holte einen Kleidersack für seine Hemden und Anzüge hervor.

„Es fällt mir schwer, das zu glauben. Vor allem, wenn ich an all die geheimen Meetings zwischen dir und Dad denke, bei denen es sicherlich um den Trust und seine Pläne für Kingsland ging.“ Schlimm genug, dass sein Bruder ihm all die Jahre die Wahrheit vorenthalten und ihn in dem Glauben gelassen hatte, dass Gavin ebenfalls ein Teil der Ranch gehörte. Doch Duke hatte ihm nicht einmal eine Fußnote in seinem Testament zugestanden.

Letztlich war Gavin in den Augen des Vaters schon immer weniger wert gewesen als Levi und Quinton. Die beiden stammten aus Dukes erster Ehe mit seiner geliebten Adele Boudreaux, der Tochter eines erfolgreichen texanischen Pferdezüchters. Nach Adeles plötzlichem Tod bei einem Reitunfall hatte Duke aus Bequemlichkeit seine Haushälterin Isla Mitchell geheiratet, um die Nanny für seine beiden Söhne zu sparen. Gavins Mutter hatte in den Augen ihres reichen Ehemanns diesen Makel nie abstreifen können. Die Ehe hielt nur fünf Jahre, und nach der Scheidung behielt Gavin zwar gewisse Privilegien auf der Ranch, doch er verbrachte einen Großteil seiner Jugend damit, um die Anerkennung seines Vaters zu ringen. Was sich ziemlich schwierig gestaltete, da er nicht die ganze Zeit auf der Kingsland Ranch wohnte. Gavin und seine Mutter lebten ein sehr bescheidenes Leben, und der Junge fühlte sich eher wie ein Besucher im Haus seines Vaters. Später, in seiner Zeit als Rodeoreiter, gab Gavin es auf, um Dukes Zuneigung zu buhlen, und lebte seine wilde Seite aus. Eine Zeitlang reichte es ihm, Duke bis zur Weißglut zu ärgern, nach dem Motto „ein bisschen Aufmerksamkeit ist besser als keine“. Doch schließlich hatte Gavin dieses wilde Leben aufgegeben und war seitdem davon ausgegangen, dass er irgendwann am Familiengeschäft beteiligt würde.

Genau aus diesem Grund hatte er sich auch von Levi dazu überreden lassen, das Grundstück direkt neben der Kingsland Ranch zu kaufen und darauf ein Haus zu bauen.

„Das kannst du aber gerne glauben“, erwiderte Levi und fuhr sich durchs dunkle Haar, ein Erbe seiner französisch-kreolischen Mutter. „Und du kannst jetzt nicht weg. Schließlich stehen wir kurz vor dem Start des Zuchtprogramms. Wir schaffen das nicht ohne dich …“

„Ich bin wirklich froh, das zu hören“, erwiderte Gavin. „Wenn ich an den Tiefschlag denke, den ich heute Morgen abbekommen habe – ganz zu schweigen von Dads unehelichem Sohn, der noch schlimmer abgezockt wurde als ich –, dann gefällt mir die Vorstellung, dass das neue Programm ohne mich so richtig vor die Wand fährt.“

Dabei hatte er sich wirklich den Hintern aufgerissen, um die richtigen Pferde für das Zuchtprogramm zusammenzukaufen, und tatsächlich keine Sekunde gezögert, all seine Energie mit der seiner Brüder zu bündeln. Schließlich würden sie am Ende alle von dem Erfolg profitieren. Nun wünschte er sich verdammt noch mal, dass der Zuchtbetrieb unter dem Namen seiner eigenen Ranch an den Start gehen würde. Er musste unbedingt mit seinem Anwalt sprechen, wie er seine eigenen Finanzen und die der Familie auseinanderdividieren konnte.

„Gav, die feierliche Eröffnung findet schon in ein paar Wochen statt. Und wir haben Lauryn Hamilton zugesagt, dass Kingsland die Junggesellenauktion sponsort, mit der sie ihre Auffangstation für Pferde finanzieren will. Schließlich passt die Auktion genau zu unserem Starttermin.“ Levi starrte ihn wütend an. „Willst du sie etwa hängenlassen, nach all den Mühen, die sie auf sich genommen hat, um uns die Sache schmackhaft zu machen?“

Gavin zögerte einen Moment und stellte sich Lauryns enttäuschtes, wunderschönes Gesicht vor, wenn sie erfuhr, dass die Kingsleys aus der Benefizauktion ausstiegen. Er war ihr Hauptansprechpartner gewesen und hatte ihr sogar versprochen, sich auf der Bühne als Junggeselle versteigern zu lassen.

Etwas, das er für keinen anderen Menschen getan hätte. Doch sie war eine Frau, die ihn schon seit Jahren reizte, ihn jedoch wegen des schlechten Rufs, der ihm aus seiner wilden Zeit nachhing, stets auf Abstand gehalten hatte.

Was womöglich auch daran liegen mochte, dass Gavin mit ihrem Adoptivvater im Clinch lag, der zufällig das Amt des lokalen Sheriffs bekleidete. Zwischen den beiden bestand eine langjährige Feindschaft, nachdem Gavin als Fünfzehnjähriger nachts mit ein paar Kumpels auf Quads durch das frisch gepflanzte Maisfeld von Lauryns Dad gefahren war. Sheriff Hamilton glaubte offensichtlich nicht daran, dass ein Mensch sich bessern konnte, obwohl Gavin das Feld damals höchstpersönlich neu bepflanzt hatte. Jedenfalls verfolgte er ihn noch Jahre später wegen jedes noch so kleinen Fehltritts gnadenlos.

Doch vermutlich war ihr Vater nicht der einzige Grund, warum Lauryn sich so hartnäckig von Gavin ferngehalten hatte.

Ihre Auffangstation Herz & Huf befand sich nur ein paar Meilen von der Kingsland Ranch entfernt in der Kleinstadt Silent Spring. Dort gab sie vernachlässigten oder misshandelten Pferden ein neues Zuhause. Um das nötige Geld für die Station zusammenzubekommen, hatte Lauryn nach dem College zwei Jahre als Assistentin für Duke Kingsley gearbeitet. Gavin konnte sich gut vorstellen, dass Duke sie in dieser Zeit in ihrer ohnehin schon schlechten Meinung über seinen jüngsten Sohn weiter bestärkt hatte und sie ihn deshalb fast komplett ignorierte – außer bei ihrer Zusammenarbeit für die Benefizauktion, die sie unter dem Titel Hengstparade organisierte.

Nun fragte er sich … ob Lauryn womöglich als Dukes Assistentin von dem Testament gewusst hatte.

Zähneknirschend schulterte er den Seesack. „Nicht ich bin es, der Lauryn im Stich lässt“, sagte er bemüht gelassen zu seinem Bruder. „Wenn die Gala ins Wasser fällt, dann ist das allein deinem Vater zuzuschreiben.“

Wäre es nur ums Geld gegangen, hätte es Gavin nicht groß gestört. Auch ohne das verdammte Kingsley-Vermögen würde er es im Leben noch weit bringen.

Doch Duke hatte ihm die Ranch vorenthalten. Sein Zuhause. Gavin hatte geglaubt, dass er als ein Kingsley ein Anrecht darauf besaß. Wieder drohte ihn eine Welle des Zorns zu übermannen, und er versuchte dieses Gefühl abzuschütteln.

Levi machte einen neuen Versuch, ihn zu überzeugen, doch Gavin schaltete das Tablet aus und beendete die Unterhaltung. Er war einfach zu wütend, um weiter darüber zu reden. Sein Vater hatte sich nicht mal die Mühe gemacht zu erklären, warum Gavin und Clayton Reynolds, der Sohn einer von Dukes zahlreichen Geliebten, nicht im Testament auftauchten.

Gavin brauchte etwas Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten und neue Pläne zu schmieden, die nichts mit der Kingsland Ranch zu tun hatten.

Vom Kopf her wusste er, dass ihm die Zusammenarbeit mit Quinton und Levi fehlen würde. Schließlich war es nicht deren Schuld, dass Gavin enterbt worden war.

Doch er war nicht bereit, das Zuchtprogramm, in das er viel Arbeit gesteckt hatte, einfach so seinen Brüdern zu...



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