E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Rogers Heiße Schwüre - wahre Liebe?
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6599-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-6599-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Meint er, er könne sie noch einmal mit seinen Liebesschwüren erobern? Tanya hat nicht vergessen, dass David sie im Stich gelassen hat. Das passiert ihr nie wieder - auch wenn sie sich mit jeder Faser ihres Körpers nach Davids Zärtlichkeiten sehnt ...
Shirley Rogers lebt in Virginia, wo sie geboren und aufgewachsen ist. Sie ist das jüngste von fünf Kindern und ist sehr glücklich ihre Familie, bis auf ihren Sohn, der in Tennessee lebt, in der Nähe zu haben. Sie teilt ihr Zuhause mit ihrem Mann, mit dem sie 29 Jahre verheiratet ist, zwei Katzen, KiKi und Buddy und einem Malteser namens Bianca. Shirley Rogers hat zwei Kinder. Beide, ihr Sohn und ihre Tochter, haben im gleichen Jahr das College in Kommunikationswissenschaften abgeschlossen. Sie bezeichnet sich selber als eine Hands-on-Mutter, die das Aufziehen ihrer Kinder als die wichtigste Aufgabe in ihrem Leben sah. Obwohl sie immer eine Karriere haben wollte, ist sie ganz selbstverständlich mit ihren Kindern zuhause geblieben. Genauso wie sie es liebt zu lesen, liebt sie es zu schreiben. Shirley Rogers organisierte ihre Zeit , rund um die Stundenpläne ihrer Kinder. Oft nahm sie sich noch ein paar Minuten mehr frei nach den Baseball- oder Volleyballspielen ihres Sohnes und ihrer Tochter. Als ihre Kinder größer waren und sie mehr Zeit für sich hatte, begann Shirley Rogers mit mehr Einsatz daran zu arbeiten, dass einer ihrer Romane veröffentlicht wurde. Das beste Weihnachtsgeschenk, das sie 1996 bekam, war, dass der Verleger von Silhouette ihr eine Woche vor Weihnachten ein Vertragsangebot machte. Wenn sie nicht schreibt, genießt Shirley Rodgers es sehr, mit ihrer Familie Zeit zu verbringen. Sie reist sehr gerne und entdeckt neue Plätze auf Erden. Sie war in 15 Staaten der USA, in Europa, ist durch England, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und nach Amsterdam gereist. Sie war auf den Bahamas und zweimal in Mexico. Sie hat vor, in der Zukunft noch viel mehr zu sehen.
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1. KAPITEL
„Versprich es mir.“
David Taylor kniete neben dem massiven Eichenbett nieder und beugte sich über seinen sterbenden Vater. „Was soll ich dir versprechen?“, fragte er leise. Angesichts ihres zerrütteten Verhältnisses fragte er sich, was so wichtig sein könnte, dass sein Vater ihn überhaupt um etwas bat.
„Versprich mir, dass du dich um Tanya kümmern wirst.“
Das hatte er nicht erwartet. Was auch immer Edward Taylor von ihm gewollt haben könnte, David hätte nie an Tanya Winters gedacht.
Er holte tief Luft und blickte in die müden Augen. Der Mann, der vor ihm lag, ähnelte nicht mehr dem strengen, unnachgiebigen Vater. Er war nur noch ein Schatten seiner selbst. Mit sechzig hatte der einst dunkelhaarige Mann schlohweißes Haar. Durch den schnellen Gewichtsverlust war seine Haut faltig und käsig geworden. Wegen der Krebserkrankung hatte er rasant abgebaut.
„Dad, ich …“
„Versprich es mir!“ Edward rang nach Luft, als er den schwachen Versuch unternahm, nach dem Arm seines Sohnes zu greifen.
„Ich verspreche es“, sagte David schnell. Mehr konnte er nicht tun, damit sein Vater so kurz vor dem Tod seine innere Ruhe fand. „Jetzt beruhige dich.“ Er umschloss die Hand seines Vaters und half ihm, sich zurückzulegen. Als er die Schmerzen in den Augen des kranken Mannes sah, zuckte er zusammen. „Ich kümmere mich um sie. Du hast mein Wort.“
Es ist kein leichtes Versprechen, dachte David. Seit er auf der Cottonwood Plantage in Georgia angekommen war, hatte er Tanya Winters, die Angestellte seines Vaters, nur ein paar Minuten gesehen. Aber es hatte gereicht, um ungewollte Erinnerungen an tiefe Gefühle wachzurufen – Gefühle, die in den fünf Jahren seiner Abwesenheit nicht verschwunden waren.
Und so, wie sie ihn mit unverhohlener Verachtung begrüßt hatte, hatte sie den hitzigen Abschied nicht vergessen. Doch mit Tanya konnte er sich später befassen. Im Moment zählte nur sein Vater.
Er betrachtete dessen reglosen Körper, die geschlossenen Augen. David hätte es fast nicht rechtzeitig geschafft, nach Hause zu kommen. Der Arzt seines Vaters, Mason Brewer, stand nur einige Schritte entfernt. Er hatte David informiert, dass Edward den Tag wahrscheinlich nicht überleben würde.
David schluckte den Kloß im Hals hinunter. Er konnte immer noch nicht glauben, dass sein Vater im Sterben lag.
„Wir sollten jetzt Tanya holen“, sagte Dr. Brewer mit ruhiger Stimme.
Ihre Blicke trafen sich. David nickte und stand auf. Er hatte weniger als dreißig Minuten allein mit seinem Vater verbracht, doch er hatte das Gefühl, dass sie in dieser kurzen Zeit eine Art Frieden geschlossen hatten. Sie waren nie gut miteinander ausgekommen, und jetzt würden sie nicht mehr die Chance haben, sich wirklich zu versöhnen.
Davids Mutter Eloise war gestorben, als er zehn Jahre alt gewesen war. Nach dem Verlust seiner Frau war Edward nicht mehr derselbe gewesen. Als Kind hatte David immer versucht, seinem Vater Freude zu machen. Als Teenager hatte er es dann aufgegeben, weil nichts, was er sagte oder tat, eine Brücke zwischen ihnen schlagen konnte.
Nach dem Examen war er weggezogen. Seine Entscheidung, nicht zu bleiben und seinem Vater bei der Leitung der Erdnussplantage zu helfen, hatte den bereits bestehenden emotionalen Riss zwischen ihnen noch vertieft.
Deshalb hatte er die Plantage etwas außerhalb von Cotton Creek, einer ländlichen Stadt eine Stunde von Savannah entfernt, verlassen, um sein Glück woanders zu machen. Und es war ihm gelungen. Sein in Atlanta ansässiges, auf Firmenübernahmen spezialisiertes Unternehmen Taylor Corp. hatte ihn zu einem wohlhabenden und erfolgreichen Mann gemacht. Aber selbst das hatte ihm nicht die Anerkennung seines Vaters eingebracht.
Die Tür öffnete sich, und Tanya Winters betrat den Raum. Davids Blick folgte den flüssigen, ja, anmutigen Bewegungen, als sie langsam durch das Zimmer schritt. Als Siebzehnjährige war sie süß gewesen; und nun als erwachsene Frau konnte sie nur als atemberaubend bezeichnet werden.
Auch wenn ihr jetzt die Strapaze anzumerken war, die Edwards Krankheit mit sich gebracht hatte. Sie hatte ihre glatten, blonden Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die bernsteinfarbenen Augen waren vom Weinen rot und geschwollen, und ihr Blick war unendlich traurig.
Als David zur Seite trat, sah Tanya ihn nur flüchtig an und widmete ihre ganze Aufmerksamkeit seinem Vater. Obwohl ihre Bewegungen mühelos wirkten, spürte er, wie viel Energie es sie kostete, sich zusammenzureißen und sich dem Bett zu nähern.
Sie setzte sich neben seinen Vater und beugte sich zu ihm. „Ich bin da, Edward“, flüsterte sie. Ihre Stimme zitterte. Mit ihren schlanken Fingern nahm sie die runzlige Hand seines Vaters und hielt sie, während sie mit der anderen über seine Stirn strich.
Sie sprach nah an seinem Ohr, und er sah, dass sich das zerfurchte Gesicht des alten Mannes veränderte und seine Augen für einen Moment strahlten. Ein schwaches Lächeln umspielte seine trockenen Lippen.
Bei Tanyas Anblick verspürte David Eifersucht und Verbitterung. Er hatte nicht damit gerechnet, überhaupt etwas für sie zu empfinden, doch in dem Moment, als sie ihn an der Tür begrüßt hatte, war im bewusst geworden, dass sein Auszug nicht geholfen hatte, sie zu vergessen.
Ihrem kalten Blick nach zu urteilen hatte sie seinen Übergriff an jenem letzten Tag in Cottonwood, als er sie in die Arme gezogen und geküsst hatte, bevor er das Haus verließ, nicht verziehen. Während David sich wie ein Außenseiter im Haus seines Vaters vorkam, schien sie sich wohlzufühlen, als hätte sie mehr Rechte als er, hier zu sein.
Sie war als junges Mädchen durch eine Jugendhilfemaßnahme auf die Plantage gekommen. Sein Vater hatte das junge Straßenkind sofort gemocht. Und wie es aussah, hatte sich ihre Beziehung vertieft – sie standen sich näher, als David und sein Vater es jemals geschafft hatten. Er drehte sich weg, um Tanya und seinem Vater einen ungestörten Moment zu bieten.
Als er ein Röcheln hörte, drehte er sich wieder um. Sein Blick richtete sich sofort auf sie. In – wie es schien – Zeitlupentempo trat Dr. Brewer ans Bett und zog sein Stethoskop hervor. Tanya sackte auf der Bettkante zusammen. Als wäre es das Normalste auf der Welt, als wäre er nicht jahrelang weg gewesen, ging David zu ihr. Er legte den Arm um ihre Schulter und zog sie weg. Auch wenn sie ihn nicht mochte, seinen Vater hatte sie geliebt.
Davids Blick begegnete dem des Arztes, der ruhig das Schlimmste bestätigte. Sein Vater war gestorben.
Mit einem leisen Aufschrei drehte Tanya sich in Davids Umarmung und legte den Kopf an seine Schulter. Traurig nickte er Dr. Brewer zu. Dann wollte er Tanya aus dem Zimmer führen, doch sie machte sich steif und versuchte sich loszureißen. „Du kannst jetzt nichts für ihn tun, Tanya“, sagte David leise. „Komm.“
Vor Trauer und Verzweiflung zitternd brach Tanya Winters in Tränen aus, als David sie aus dem Schlafzimmer die Treppe hinunter ins Wohnzimmer führte. Helles Sonnenlicht fiel durch die Fenster, ein fast schmerzlicher Kontrast zu der dunklen Leere, die sie innerlich fühlte. Der einzige Mensch, den sie geliebt hatte, war tot. Was sollte sie ohne ihn tun?
Wieder überkam sie die Angst. Heiße Tränen liefen ihr über die Wangen, nahmen ihr die Kraft. Halt suchend klammerte sie sich an David.
Er hielt sie fest, verhinderte, dass sie zusammenbrach, und flüsterte ihr ins Ohr, dass alles gut würde.
Oh, sie wollte ihm so gern glauben. Aber wie sollte alles gut werden? Der Mann, der ihr eine Chance gegeben hatte, als niemand anders ihr helfen wollte, war tot. Sie sah sich in dem großen, makellos aufgeräumten Raum um und suchte Trost in der vertrauten Umgebung. Das Sofa mit dem Blumendruck. Der massive handgeschnitzte Kaminsims über der Feuerstelle. Diese wunderbare Plantage in Georgia war der einzige Ort, den sie ein Zuhause nennen konnte.
Ihr Leben vor dem Einzug hier blieb ihr ein Rätsel. Sie konnte sich immer noch nicht erinnern, wie sie es dazu gekommen war, dass sie mit siebzehn bewusstlos auf einer Landstraße gelegen hatte. Wegen einer durch eine schwere Gehirnerschütterung bedingten retrograden Amnesie erinnerte sie sich an nichts mehr.
Sie wusste nur das, was das Personal im Krankenhaus ihr anhand ihres Ausweises gesagt hatte – dass sie Tanya Winters war, ein Straßenkind ohne Familie. Durch einen Glücksfall hatte Edward Taylor von ihrer Notlage gehört und ihr eine zweite Chance geboten, nämlich auf seiner Erdnussfarm zu arbeiten.
Sie hatte so viel von ihm gelernt, hatte Seite an Seite mit ihm gearbeitet und seine Zuwendung und all sein Wissen aufgesogen. Wegen des harten Wettbewerbs wurde es immer schwerer, mit Erdnüssen einen vernünftigen Gewinn zu erzielen. Auf ihr Drängen hin hatte er den Hauptanbau von Erdnüssen auf Sojabohnen verlagert.
Tanya hatte Recherchen über die wachsende Sojabohnenindustrie angestellt und Edward mit einer Fülle von Informationen versorgt, aufgrund derer er fundierte Entscheidungen treffen konnte. Die Farm machte derzeit mehr Profit als seit Jahren.
Was würde jetzt aus ihr werden? Tanya liebte dieses Haus, das Land und die Menschen, die hier arbeiteten. Sie liebte die idyllische Kleinstadt Cotton Creek, wo sie so akzeptiert wurde, wie sie war. Den Menschen war es egal, dass sie aus armen Verhältnissen kam. Würde David sie nach dem Tod seines Vaters hier wohnen und die Plantage weiter managen lassen?
Träum weiter!? Nach dem...




