Rollins | Das Blut des Teufels | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 544 Seiten

Rollins Das Blut des Teufels

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11235-6
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 544 Seiten

ISBN: 978-3-641-11235-6
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Indiana Jones meets Lara Croft - mehr Action geht nicht!

Fast fünfhundert Jahre alt ist die Mumie, die der Archäologe Henry Conklin in einer Höhle hoch oben in den peruanischen Anden gefunden hat. Rasch stellt sich heraus, dass es sich bei seinem sensationellen Fund nicht um einen Inka, sondern um die Überreste eines spanischen Priesters handelt. Und die Mumie ist seltsam präpariert: Ihr Schädel wurde mit einer Substanz gefüllt, die aussieht wie reines, flüssiges Gold und verheerende Eigenschaften besitzt …

Neueste Technologiekenntnisse und fundierte wissenschaftliche Fakten, genial verknüpft mit historischen und mythologischen Themen – all das macht die Abenteuerthriller von James Rollins zum einzigartigen Leseerlebnis. Der passionierte Höhlentaucher James Rollins betreibt eine Praxis für Veterinärmedizin in Sacramento, Kalifornien.
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PROLOG

Bei Sonnenaufgang,
Anden, Peru 1538

ES GAB KEIN Entkommen.

Während Francisco de Almagro durch den dunstigen Regenwald rannte, hatte er längst jede Hoffnung aufgegeben, seine Verfolger noch abschütteln zu können. Heftig keuchend, hockte er sich neben den schmalen Pfad, bis er wieder zu Atem kam. Mit dem Ärmel wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Er trug nach wie vor seine Dominikanerkutte aus schwarzer Wolle und Seide, doch war sie inzwischen schmutzig und zerrissen. Die Inkas, die ihn jagten, hatten ihm alles abgenommen, abgesehen von Kutte und Kreuz. Aus Angst, die Gottheit des Fremden zu beleidigen, hatte der Schamane ihres Volks davor gewarnt, diese Talismane zu berühren.

Obwohl die Kutte für eine Flucht durch den dichten Regenwald der hohen Anden völlig ungeeignet war, wollte der junge Mönch sie doch nicht abwerfen. Papst Clement hatte sie gesegnet, als Francisco seine Weihen empfangen hatte, und er würde sich nicht von ihr trennen. Was ihn jedoch nicht davon abhielt, sie seiner gegenwärtigen Lage anzupassen.

Er nahm den Saum und zerriss die Kutte bis auf Oberschenkelhöhe.

Anschließend horchte Francisco auf die Geräusche seiner Verfolger. Schon schallten die Rufe der Inkajäger immer lauter durch den Bergpass hinter ihm und übertönten inzwischen sogar das Gekreisch der aufgestörten Affen in dem Blätterbaldachin. Bald würden sie ihn eingeholt haben.

Dem jungen Mönch blieb nur noch eine Hoffnung – eine Aussicht auf Erlösung; zwar nicht mehr für sich selbst, aber für die Welt.

Er küsste das abgerissene Stück seiner Kutte und ließ es zu Boden fallen. Er musste sich beeilen.

Als er sich eilig aufrichtete, wurde ihm schwarz vor Augen. Francisco hielt sich am Stamm eines Dschungelsprösslings fest, um ja nicht umzufallen. Er keuchte in der dünnen Luft. Kleine Funken tanzten vor seinen Augen. In dieser Höhe bekam er nicht genügend Luft in die Lunge, deshalb musste er in regelmäßigen Abständen eine Rast einlegen. Seine Kurzatmigkeit durfte ihn jedoch nicht an der Erfüllung seiner Aufgabe hindern.

Francisco stieß sich von dem Baum ab und eilte stolpernd und schwankend weiter den Pfad hinauf. Sein unsicherer Gang war nicht allein auf die Höhe zurückzuführen. Vor seiner Exekution, die zur Morgendämmerung erfolgen sollte, hatte man ihn einem rituellen Aderlass unterzogen und gezwungen, einen Schluck eines bitteren Elixiers zu trinken – chicha, ein gegorenes Getränk, nach dessen Genuss rasch der Boden unter ihm zu schwanken begonnen hatte. Die plötzliche Anstrengung der Flucht verstärkte die Wirkung der Droge noch.

Während er weiterrannte, kam es ihm vor, als griffen die Äste des Regenwalds nach ihm und versuchten ihn einzufangen, der Pfad kippte erst zur einen, dann zur anderen Seite ab. Das Herz schlug ihm bis zum Hals; das zunehmende Dröhnen in seinen Ohren war inzwischen lauter als die Rufe seiner Verfolger. Francisco stolperte aus dem Dschungel und wäre fast über einen Felsrand gestürzt. Weit unten entdeckte er die Ursache des donnerähnlichen Lärms – weißes, schäumendes Wasser rauschte die schwarzen Felsen hinab.

Ein Teil seines Bewusstseins registrierte, dass dies einer der vielen Nebenflüsse sein musste, die den mächtigen Urubamba speisten, aber er hatte jetzt keinen Sinn für Topographie. Pure Verzweiflung erfüllte ihn und drückte ihm schier das Herz ab. Der Abgrund lag zwischen ihm und seinem Ziel. Heftig keuchend, stützte Francisco die Hände auf die zerkratzten Knie. Erst da fiel ihm die schmale Hängebrücke aus geflochtenem Gras auf, die rechts den Abgrund überspannte.

»Obrigado, meu Deus!«, dankte er dem Herrn unwillkürlich auf Portugiesisch. Er hatte seine Muttersprache nicht mehr gebraucht, seit er in Spanien seine Gelübde abgelegt hatte. Erst jetzt, da ihm Tränen der Enttäuschung und der Furcht über die Wangen liefen, verfiel er wieder in die Sprache seiner Kindheit.

Mühsam richtete er sich auf, ging zu der Brücke hinüber und strich mit den Händen über das geflochtene Ichu-Gras. Ein einzelnes dickes Tau erstreckte sich über den breiten Fluss unten. Zu beiden Seiten gab es ein dünneres Seil zum Festhalten. Wäre er nicht in seinem gegenwärtigen Zustand gewesen, hätte er die Brückenkonstruktion vielleicht als technische Meisterleistung gewürdigt, aber jetzt waren seine Gedanken einzig und allein auf die Flucht gerichtet – immer einen Fuß vor den anderen setzen und sich im Gleichgewicht halten.

Seine ganze Hoffnung lag darin, den Altar auf dem nächsten Gipfel zu erreichen. Die Inka verehrten diesen Berg wie so viele andere Höhen in der Region und beteten ihn an. Doch zunächst musste Francisco den Abgrund überwinden, anschließend den wolkenverhangenen Wald durchqueren und dann den Steilhang hinaufsteigen.

Bliebe ihm dazu genügend Zeit?

Erneut wandte sich Francisco um und horchte, ob seine Verfolger zu hören waren. Er vernahm jedoch lediglich das Rauschen und Dröhnen des Flusses unten. Er hatte keine Ahnung, wie weit seine Jäger noch hinter ihm waren. Jedenfalls wagte er nicht, zu zaudern oder angesichts des Abgrunds den Mut sinken zu lassen.

Er strich sich mit einer schweißnassen Hand über die Stoppeln auf seinem geschorenen Kopf und packte eines der beiden Halteseile der Brücke. Einen Moment lang schloss er fest die Augen und ergriff dann das andere Tau. Mit dem Vaterunser auf den Lippen betrat er die Brücke und machte sich auf den Weg über den Abgrund. Um nicht nach unten zu sehen, heftete er den Blick fest auf die andere Seite.

Nach geradezu endloser Zeit berührte sein linker Fuß Stein. Er trat von der Brücke herab auf festen Felsboden und sackte erleichtert zusammen. Fast hätte er sich auf die Knie fallen lassen, um die Erde zu küssen und zu segnen, aber da ertönte hinter ihm ein schriller Schrei, und ein Speer bohrte sich tief in den Lehm neben seiner Ferse. Der Aufprall war so hart, dass der Schaft summte.

Francisco erstarrte wie ein aufgeschrecktes Kaninchen.

Ein weiterer Ruf ertönte. Er schaute sich um und entdeckte einen einzelnen Jäger auf der anderen Seite. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke über dem Abgrund.

Räuber und Opfer.

Der Mann grinste ihn unter seiner Haube aus azurblauen und roten Federn an. Er trug dicke Goldketten. Zumindest betete Francisco darum, dass es Gold war. Ihn schauderte.

Ohne zu zögern, holte er einen Silberdolch aus seiner Kutte. Die Waffe, die er dem Schamanen gestohlen hatte, hatte ihm zur Flucht verholfen. Jetzt musste sie ihm erneut dienen. Er packte eines der Halteseile. Nie im Leben bliebe ihm genügend Zeit, das Hauptseil der Brücke durchzusägen, aber wenn es ihm gelänge, die dünnen Halteleinen zu zerschneiden, dürfte seinen Verfolgern die Überquerung schwerfallen. Es würde sie vielleicht nicht aufhalten, aber er hätte sich zumindest etwas Luft verschafft.

Seine Schultern protestierten, während er an dem Zopf aus getrocknetem Gras sägte. Die Seile waren hart wie Eisen. Der Mann drüben rief ihm ruhig und gelassen etwas in seiner Muttersprache zu. Der Mönch verstand kein Wort, aber die Drohung, ihm Schmerzen zuzufügen, war deutlich herauszuhören.

Die erneut auflodernde Furcht verstärkte Franciscos Kräfte. Er bohrte und schnitt an dem Seil herum, während ihm heiße Tränen über das schmutzige Gesicht liefen. Plötzlich löste sich das Tau so ruckartig unter seiner Klinge, dass ein Ende seine Wange streifte. Instinktiv hob er eine Hand und berührte die Verletzung. Als er die Finger zurückzog, waren sie blutig, aber er spürte keinen Schmerz.

Er schluckte heftig und wandte sich dem zweiten Seil zu. Da traf ein weiterer Speer den Rand der Klippe, fiel aber hinab in den Abgrund. Ein dritter folgte. Diesmal etwas näher.

Francisco schaute auf. Vier Jäger säumten inzwischen die andere Seite. Der zuletzt eingetroffene hielt einen vierten Speer in der Hand, während der erste Jäger eilig einen Bogen spannte. Francisco blieb keine Zeit mehr. Er betrachtete das unangetastete Seil. Hierzubleiben würde den Tod bedeuten. Er musste darauf hoffen, dass das eine Halteseil weniger die Jäger zumindest eine gewisse Zeit aufhielt.

Er wandte sich um und jagte in den Regenwald auf der anderen Seite des Abgrunds. Der Pfad stieg steil an, was eine äußerste Strapaze für Beine und Lunge bedeutete. Die Bäume hier waren weniger dick, der Blätterbaldachin nicht so dicht. Mit jeder schwer erkämpften Meile wurde der Baumbestand spärlicher. Während er einerseits froh darum war, dass der Regenwald ausdünnte, war ihm andererseits bewusst, dass ihn das fehlende Laubwerk zu einem leichteren Ziel machte. Bei jedem Schritt erwartete er, einen Pfeil im Rücken zu spüren.

So nah am Ziel … O Herr, verlasse mich jetzt nicht!

Bewusst hielt er den Blick auf den Boden gerichtet. Jeder einzelne Schritt war ein Kampf. Plötzlich umgab ihn blendende Helligkeit, als hätte der Herr die Bäume eigenhändig beiseitegeschoben, um Sein Licht auf ihn herabscheinen zu lassen. Keuchend hob Francisco den Kopf. Selbst eine so einfache Bewegung fiel ihm schwer. Noch ein einziger Schritt und der Regenwald lag hinter ihm. Ungehindert strahlte das Licht der aufgehenden Sonne über die roten und schwarzen Felsen des kahlen Berggipfels.

Sogar für ein Dankgebet war er zu schwach. Mühsam kletterte er auf allen vieren durch das letzte Unterholz zum Gipfel hinauf. Es musste dort geschehen. An ihrem heiligen...


Rollins, James
Neueste Technologiekenntnisse und fundierte wissenschaftliche Fakten, genial verknüpft mit historischen und mythologischen Themen – all das macht die Abenteuerthriller von James Rollins zum einzigartigen Leseerlebnis. Der passionierte Höhlentaucher James Rollins betreibt eine Praxis für Veterinärmedizin in Sacramento, Kalifornien.



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