Rolls | Miss Sophie, Sie können mir vertrauen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0400, 160 Seiten

Reihe: Historical MyLady

Rolls Miss Sophie, Sie können mir vertrauen


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-036-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0400, 160 Seiten

Reihe: Historical MyLady

ISBN: 978-3-95446-036-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



David Melville, Viscount Helford, ist mit dem Vorsatz, eine standesgemäße Ehe einzugehen, nach England zurückgekehrt. In Lady Lucinda Anstey, die er auf einem Ball kennengelernt hat, scheint er die perfekte Kandidatin gefunden zu haben. Doch eine schicksalshafte Begegnung auf seinem Landsitz bringt all seine Pläne durcheinander. Die süße Sophie Marsden, seine direkte Nachbarin, beeindruckt ihn zutiefst. Selbstlos hat sie ihr ganzes Leben geändert, um für ihren kleinen verwaisten Neffen sorgen zu können. Immer häufiger sucht David ihre Nähe, was auch Lady Lucinda bald zu Ohren kommt. Zusammen mit ihrer Mutter erscheint sie eines Tages bei David, um sich angeblich ihr zukünftiges Heim anzuschauen. Dass sie ein ganz anderes Ziel verfolgt, wird schon bald offenbar...



Elizabeth Rolls, Tochter eines Diplomaten, wurde zwar in England geboren, kam aber schon im zarten Alter von 15 Monaten in die australische Heimat ihrer Eltern. In ihrer Jugend, die sie überwiegend in Melbourne verbrachte, interessierte sie sich in erster Linie für Tiere - Hunde, Katzen und Pferde - las viel und schrieb kleine Geschichten. Mit 14 trat sie in den Schulchor ein und entdeckte ihre Leidenschaft für Musik. Sie nahm Klavier- und Gesangsstunden und studierte schließlich Musikwissenschaft an der Universität von Melbourne, um anschließend als Musiklehrerin zu arbeiten. Zwischenzeitlich heiratete sie den Nuklearphysiker Paul, bekam zwei Söhne - und entdeckte ihre Lust am Schreiben neu. Angeregt von ihrer Freundin Meg, verfasste sie ihren ersten historischen Liebesroman, der einen englischen Verleger fand: Mills & Boon. Elizabeth war überglücklich und schwebte wie auf Wolken. Nun verbringt sie ihre gesamte Freizeit damit, weitere Romane zu verfassen. Sie entspannt sich am liebsten bei einer guten Tasse Tee - nicht aus dem Beutel, sondern in einer kleinen Zeremonie auf die traditionelle englische Art zubereitet.

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1. KAPITEL

Unverhohlen verzweifelt betrachtete Lady Maria Kentham ihren einzigen überlebenden Großneffen. Gott wusste, David Melville, der augenblickliche Viscount Helford, war immer starrköpfig gewesen, aber jetzt benahm er sich unglaublich.

Er wiederum schaute seine Großtante Maria mit einer Mischung aus Zuneigung und Verzweiflung an. Das Letzte, was er erwartet hatte, war, dass sie, als der Butler ihren Besuch ankündigte, in die Bibliothek rauschen und ihm eine Kriegserklärung machen würde. Betroffen dachte er daran, dass er offensichtlich zu lange fort gewesen war und daher ihre Neigung vergessen hatte, unumwunden zur Sache zu kommen. Dennoch wollte er verdammt sein, wenn er nach ihrer Pfeife tanzen würde.

“Meinst du nicht, Tante, dass es für diese Diskussion noch etwas zu früh ist? Schließlich bin ich erst gestern zurückgekommen. Vielleicht lässt du mir die Zeit, meine alten Freunde zu besuchen, ehe ich mich auf die erschöpfende Jagd nach einer für mich geeigneten Ehefrau mache. Besser gesagt, ehe die ledigen Frauen mir nachstellen.”

“Das ist keine Diskussion, David! Das verlange ich von dir. Die Erbfolge ist gefährdet. Es ist deine Pflicht, unverzüglich zu heiraten. James ist vor über einem Jahr gestorben, und die Leute wundern sich bereits, wo du geblieben bist. Du hast eine zehnjährige Nichte, um die du dich ebenso kümmern musst wie um deinen Besitz und das Weiterleben deines dreihundert Jahre alten Titels. Und was deine Freunde angeht, so hast du meine Erlaubnis, mit ihnen zu verkehren. Auf dem Tanzparkett! Wer weiß, vielleicht hilft Darleston dir sogar, falls du ihm in der Stadt begegnest. Soweit ich weiß, hat er sich zum zweiten Mal in den Ehestand begeben, und zwar mit einer Begeisterung, die ich nur als vulgär bezeichnen kann. Das sollte dir eine Lehre sein. Nur weil du eine dumme Jugendliebe für Felicity empfunden hast, heißt das noch lange nicht, dass du nicht auch zu einer anderen Frau eine Beziehung haben könntest.”

Viscount Helford versteifte sich nach der Anspielung darauf, dass er in der Jugend in die Frau seines älteren Bruders verliebt gewesen war.

“Himmel! Hast du angenommen, ich hätte das nicht gewusst? Es war augenfällig, dass du bis über beide Ohren in Felicity verliebt warst. Der Einzige, der das nicht wusste, war James. Er hat ja nie etwas mitbekommen, nicht einmal die Affären seiner Frau. Und Gott weiß, dass sie genug davon hatte.”

“Er hat nicht Bescheid gewusst? Ich meine, dass ich …”

Ungläubig starrte Lady Maria Kentham den Großneffen an. “Aha, so also ist das! Du hast gedacht, James habe ihr einen Heiratsantrag gemacht, obwohl er wusste, was du für sie empfindest. Deshalb bist du zur Armee gegangen und jahrelang fortgeblieben. Du hast gedacht, er habe dir absichtlich die Braut weggenommen. Um Himmels willen, David! Deine Mutter hat James diese Verbindung vorgeschlagen. Wäre ihm bekannt gewesen, wie du zu Felicity stehst, hätte er sich ihr nie erklärt. Ich nehme an, du hast die Absicht zu heiraten, nicht wahr, Helford?” Sie nahm an, dass er, weil sie ihn so förmlich angesprochen hatte, sich an seine Pflicht erinnert fühlen würde. Er war nicht mehr der Ehrenwerte David Melville. Er hatte jetzt die mit seinem Titel verbundene Verantwortung zu tragen. Keineswegs durfte sie zulassen, dass er diese Verantwortung außer Acht ließ, erst recht nicht der Erinnerung an seine Schwägerin wegen, einer Frau, die seit mehr als einem Jahr tot war. Und wenn er ehrlich zu sich war, musste er sich eingestehen, dass Felicity nie das Mindeste für ihn empfunden hatte.

“Wie du gesagt hast, Tante Maria, bleibt mir keine Wahl.”

Im Stillen atmete Lady Maria auf. Gut! Er würde vernünftig sein. “Also gut. In dieser Saison wird es eine Reihe von geeigneten Debütantinnen geben. Ich werde …”

“Nein! Ich bin sehr gut imstande, mir meine Frau auszusuchen”, erwiderte der Viscount ärgerlich. “Es mag dich überraschen zu hören, dass ich mich gerade noch daran erinnere, wie ich mich bei Frauen beliebt machen kann.”

Lady Maria lächelte belustigt. “Kannst du das wirklich, David? Soweit ich gehört habe, bist du, was Damen angeht, etwas aus der Übung geraten.”

“Den Teufel bin ich!” platzte der Viscount erzürnt heraus.

“Was Damen angeht, habe ich gesagt, mein lieber Junge”, erwiderte Lady Maria unbeirrt. “Ich hege nicht den mindesten Zweifel daran, dass du dir mit den Ballettratten der Wiener Oper genügend Übung verschafft hast. Und wenn die Art, wie du mich hier empfangen hast, ein Hinweis auf deine mangelnden Umgangsformen ist, dann meine ich, dass du dringend guter Ratschläge bedarfst. Du hast mir nicht einmal etwas zu trinken angeboten!”

“Ich habe deutlich gehört, dass du Haversham gesagt hast, er solle keine Erfrischung servieren.”

“Du hättest mir dennoch etwas anbieten können!”, entgegnete Lady Maria gereizt. “Aber dieses Verhalten passt zu deiner Generation. Überhaupt kein Respekt vor älteren Leuten.”

Lady Maria stützte sich auf den Krückstock, von dem David überzeugt war, es handele sich dabei um den alten Stockdegen seines Großvaters, und stand auf. Er nahm an, er müsse dankbar dafür sein, dass sie ihrem Ansinnen nicht mit der Waffe Nachdruck verliehen hatte.

“Ich gehe jetzt, David. Ich wohne im ‘Grillon’.”

“Wieso? Du kannst hier bleiben, so lange du willst. Du weißt sehr gut, dass ich dir, abgesehen von dem Respekt, den ich dir deiner Meinung nach schuldig bin, beträchtlich viel Zuneigung entgegenbringe.”

“Nein, ich werde noch einige Zeit im Hotel bleiben und dann nach Hause zurückkehren. Ich darf Fanny nicht viel länger allein lassen. Das Kind braucht eine feste Hand.”

Der Viscount furchte die Stirn. “Hast du den weiten Weg aus Warwickshire hierher nur zurückgelegt, um mich an meine Pflicht zu erinnern?”

“Ganz gewiss nicht!”, log Lady Maria nicht sehr überzeugend. “Ich habe die Absicht, in die Oper zu gehen.”

Lord Helford begleitete die Großtante zu ihrer Kutsche und kehrte dann in die Bibliothek zurück.

Heiraten. Seit mehr als zwölf Jahren war er dagegen, seit Felicitys Vater ihm erklärt hatte, er habe ein besseres Angebot für seine Tochter bekommen. Er hatte Felicity zur Rede gestellt und von ihr gehört, ihr Vater nötige sie, James zu heiraten. Sie sei jedoch bereit, nach der Hochzeit seine Mätresse zu werden. David war angewidert und wütend gewesen und hatte sich grußlos von ihr getrennt. Am nächsten Morgen war er zum Militär aufgebrochen und hatte nie mehr das Haus eines seiner Verwandten betreten. Er war auch nicht zur Hochzeit seines Bruders mit Felicity erschienen.

Nachdem er zur Vernunft gekommen war und erkannt hatte, dass er sich zum Narren gemacht hatte, war er zu stolz gewesen, um nach Hause zurückzukehren. Er hatte Jahre auf der Iberischen Halbinsel zugebracht und später in der Wiener Botschaft gearbeitet. Nie wieder hatte er den Fehler begangen, echte Gefühle für eine Frau aufzubringen. Mittlerweile wusste er genau, wie die Frau zu sein hatte, die er heiraten würde. Sie musste bester Herkunft sein, schön und reich und tadellos erzogen. Sie musste wissen, was sich gehörte und welche Pflichten sie zu erfüllen hatte. Sie musste die mit ihrer gesellschaftlichen Stellung verbundene Verantwortung als etwas Selbstverständliches betrachten und durfte nicht glauben, sie müsse um jeden Preis Viscountess werden. Es musste sich um ein Abkommen unter gleichrangigen Partnern handeln. Und er war felsenfest entschlossen, sich eine Frau auszusuchen, die keine Neigungen zeigte, mit anderen Männern zu kokettieren. Ihm war eine harte Lehre erteilt worden, und jetzt würde er sicherstellen, dass er auch davon profitierte.

Nachdem er sich alles das in Erinnerung gerufen hatte, beschloss er, einen Spaziergang in der Bond Street zu machen, um aller Welt zu zeigen, dass er zurückgekehrt war.

Kaum war er in der Bond Street eingetroffen, genoss er es, noch anonym zu sein. Er fand es eigenartig zufriedenstellend, seine Welt so betrachten zu können, als sei er für neugierige Blicke unsichtbar und gegen Klatschmäuler gefeit. Er kam sich vor, als könne er alles ungehindert beobachten, ohne schon Teil der glitzernden Londoner Welt zu sein, die viel zu schnell von seiner Rückkehr Kenntnis erlangen würde. Wenn er eine Woche in der Stadt war, hatte sich die Neuigkeit bestimmt verbreitet, sodass viele ihre lange Bekanntschaft mit ihm erneuern würden. Er war ziemlich sicher, sich darauf verlassen zu können, dass Tante Maria die freudige Kunde rasch unter die Leute bringen werde.

Er schlenderte am “Stephen” vorbei und überlegte, ob Freunde von ihm im Hotel sein mochten. Das interessierte ihn jedoch nicht so sehr, als dass er hineingegangen wäre und sich umgeschaut hätte. Das Gefühl der Unsichtbarkeit war so angenehm. Niemand hatte ihn bisher gesehen.

Natürlich war das Gefühl, unsichtbar zu sein, reine Illusion. Es war unwahrscheinlich, dass irgendeine Dame an einem ihr unbekannten Herrn seines Formats vorbeigehen konnte, ohne ihn verstohlen, aber dennoch genau anzusehen. Natürlich würden die Frauen ihn nicht anstarren, weil sie befürchten mussten, für aufdringlich gehalten zu werden. Aber man konnte der hochgewachsenen, kräftigen Gestalt, die so unauffällig elegant gekleidet war und sich derart geschmeidig bewegte, getrost einen flüchtigen Blick zuwerfen.

Vor Mr Jacksons Etablissement angekommen, sah er die Haustür aufgehen und einen nicht minder hochgewachsenen Mann das Gebäude verlassen, einen athletisch gebauten Herrn mit schwarzem Haar und dunkelbraunen Augen, der ihn plötzlich erblickte und anstarrte, als habe er ein Gespenst vor sich. Dem Mann blieb der Mund offen stehen. Dann lächelte er...



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