Roscoe | Gewagter Deal mit dem Milliardär | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2506, 144 Seiten

Reihe: Julia

Roscoe Gewagter Deal mit dem Milliardär


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7337-1894-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2506, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1894-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich hat sie Benoit Chalendar aufgespürt! Der erfolgreiche CEO ist der einzige, der etwas über das verschwundene Erbe ihrer Familie weiß. Pflichtbewusst setzt die unkonventionelle Skye alles daran, die Soames-Diamanten wiederzufinden. Da macht Benoit ihr ein unverschämtes Angebot: Er hilft ihr bei der Suche - wenn Skye ihn heiratet! Entrüstet lehnt sie ab. Aber als sie gezwungen sind, in Benoits Haus in Costa Rica alleine Zeit miteinander zu verbringen, erwacht eine ganz neue, sinnliche Seite in ihr. Darf Skye sich gegen jede Vernunft auf diesen gewagten Deal einlassen?



Pippa Roscoe lebt mit ihrer Familie in Norfolk. Jeden Tag nimmt sie sich vor, heute endlich ihren Computer zu verlassen, um einen langen Spaziergang durch die Natur zu unternehmen. Solange sie zurückdenken kann, hat sie von attraktiven Helden und unschuldigen Heldinnen geträumt. Was natürlich ganz allein die Schuld ihrer Mutter ist - sie hat Pippa ihren ersten Liebesroman zu lesen gegeben, als diese erst sieben war! Pippa freut sich sehr, ihre romantischen Träume nun mit Ihnen teilen zu können.

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PROLOG

Feiner Nieselregen fiel vom grauen, wolkenverhangenen Himmel über dem Friedhof und benetzte Skyes schwarzen Wollmantel, der schwer und unbehaglich an ihr herunterhing. Sie atmete tief durch und fragte sich nicht zum ersten Mal, warum sie und ihre Schwestern am Grab eines Mannes standen, den sie nie kennengelernt hatten.

Fröstelnd zog sie die Schultern gegen den eisigen Wind zusammen und schlang die Arme schützend um den Körper.

Vor vier Stunden waren sie vor ihrem kleinen Haus am Rande des New Forest von einer Limousine abgeholt worden. Die Nachbarn hatten sich die Nasen an ihren Fenstern plattgedrückt, um auch ja nur keine Sekunde dieses Schauspiels zu verpassen. Vermutlich standen sie nun zusammen und tuschelten und tratschten, so wie sie es immer taten. Und Skye und ihre Schwestern waren hier – um was zu tun? Dem Verstorbenen ihren Respekt zu zollen? Einem Mann, der seine einzige Tochter mit gerade einmal siebzehn Jahren vor die Tür gesetzt hatte? Der ihr seitdem nie einen Penny oder auch nur ein freundliches Wort geschenkt hatte? Denn das war im Grunde auch schon alles, was sie über ihren Großvater Elias Soames wussten.

Ihre jüngste Schwester Summer zog ihren Mantel enger um sich. Ihr Haar, das sie zu einem unordentlichen Zopf zusammengefasst hatte, war von einem hellen Blond, ganz anders als Skyes dunkles Braun oder Stars lange, feurigrote Locken, die der Wind ihr ins Gesicht peitschte. Jede der Schwestern ähnelte dem eigenen Vater. Viele würden sie Halbschwestern nennen, aber in den Augen von Skye, Summer und Star war nichts an ihrer Beziehung zueinander irgendwie halbherzig.

Star hob die Hand, um ihr tizianrotes Haar zurückzustreichen. Dabei sah Skye, dass die grünen Augen ihrer Schwester verräterisch schimmerten.

„Star?“

„Es ist einfach so traurig“, sagte sie leise.

„Wir kennen ihn doch gar nicht. Er hat unsere …“

„Asche zu Asche, Staub zu Staub“, fiel der Priester ihr ins Wort. Er klang beinahe vorwurfsvoll, doch Skye konnte beim besten Willen kein Mitgefühl für ihren Großvater aufbringen. Nicht, da ihnen allen schon bald eine weitere Beerdigung bevorstand. Eine Beerdigung, die das Leben von Skye und ihren Schwestern bis in die Grundfesten erschüttern würde.

Mariam Soames konnte wegen eines Therapietermins nicht an der Bestattung teilnehmen – wenn man das Einnehmen von Kräutertees und Schüssler Salzen als Therapie bezeichnen wollte.

Die einzig erfolgversprechende Behandlung wurde vom staatlichen Gesundheitsdienst nicht bezahlt, was ihre esoterisch angehauchte Mutter dazu bewogen hatte, sich vollkommen auf Naturheilverfahren zu konzentrieren.

Skye hatte sich die Nächte um die Ohren geschlagen, um einen Weg zu finden, die lebensrettende Therapie aus eigener Tasche zu finanzieren. Doch ganz gleich, wie sie auch hin und her rechnete – es reichte hinten und vorne nicht.

Sie blickte zu dem großen Haus in der Ferne. Ihre Mutter hatte mehr als deutlich klargestellt, dass sie selbst dann nicht zur Beerdigung gekommen wäre, wenn sie sich gesundheitlich dazu in der Lage gefühlt hätte. Soweit es Mariam Soames betraf, war zwischen ihr und ihrem Vater in jener Nacht vor siebenunddreißig Jahren, in der sie Norfolk verlassen hatte, alles gesagt worden.

Elias’ Anwalt nickte und beschloss damit die Zeremonie. Außer ihnen waren keine Gäste anwesend. Offensichtlich war Elias Soames in der Gemeinde nicht sonderlich beliebt gewesen, denn die Trauergesellschaft belief sich nur auf insgesamt fünf Personen, den Pfarrer mit inbegriffen.

Der Anwalt führte sie zurück zur Limousine und setzte sich nach vorne zum Fahrer, was jeden Versuch, ein Gespräch zu führen, unterband, bis sie das Anwesen erreichten. Bei dem Gedanken daran, dass ihr Großvater mehr als genug Geld besessen hatte, um die Behandlung seiner Tochter zu finanzieren, wurde Skye ganz schlecht. Gleichzeitig verspürte sie auch einen Anflug von Scham, weil sie nur aus einem einzigen Grund hier war: der Testamentseröffnung.

Keine fünf Minuten später fuhr der Wagen die gewundene Auffahrt hinauf, die zum Anwesen ihres Großvaters führte. Skye war nicht die Einzige, die beim Anblick des Hauses große Augen bekam.

Es mochte nicht die Pracht eines Landsitzes wie Downton Abbey – Summers Lieblingsfernsehserie – besitzen, aber weit davon entfernt war es nicht.

„Heilige …“ Star brach ab, als Skye sie unsanft mit dem Ellbogen in die Seite stupste. Elias’ Anwalt, Mr. Beamish, war auch so schon gegen sie eingenommen. Sie mussten es mit ihrem Verhalten nicht noch verschlimmern.

Skye stieg aus dem Wagen und war gezwungen, den Kopf in den Nacken zu legen, um das Gebäude in all seiner Größe zu bewundern. Unvorstellbar. Und ihre Mutter hatte all dem einfach so den Rücken gekehrt?

„Es gibt über zwanzig Zimmer im Haupthaus. Ost- und Westflügel werden schon seit Längerem nicht mehr genutzt, verfügen aber ebenfalls über jeweils fünfzehn Räume. Ich bedaure, aber wir müssen uns ein wenig sputen“, bemerkte Mr. Beamish. „Sie werden schon bald verstehen, weshalb. Bitte folgen Sie mir.“

Damit wandte er sich auf dem Absatz um und verschwand im Inneren des Hauses.

Skye und ihre Schwestern folgten ihm durch dunkle Korridore, die gesäumt waren von antiken Möbeln und Gemälden ihrer Vorfahren.

Ihre Schwestern sahen sich staunend um, doch Skye konzentrierte sich ausschließlich auf Mr. Beamish. Eine von ihnen musste einen kühlen Kopf behalten. Und wie immer würde sie diejenige sein.

Der Anwalt führte sie in einen Raum, bei dem es sich eindeutig um eine Art Büro handelte, und bedeutete ihnen, sich auf die bereitgestellten Stühle zu setzen. Erst als sie alle saßen, nahm auch Mr. Beamish seinen Platz hinter dem Schreibtisch ein.

Er zog einen Stapel Unterlagen aus seinem Aktenkoffer und begann mit den Formalitäten der Testamentseröffnung. Sie wusste nicht, woran es lag – ob an ihrer generellen Erschöpfung oder Mr. Beamish’ monotonem Tonfall –, doch es fiel Skye schwer, sich auf seine Worte zu konzentrieren.

Wie von selbst wanderte ihr Blick durch den Raum und blieb an einem Ölgemälde direkt hinter dem Anwalt hängen.

Das Bild stellte einen älteren Mann dar, bei dem es sich ohne Zweifel um ihren Großvater handelte. Er sah … grausam aus. Und unglücklich. Kein bisschen wie seine Tochter, die so voller Lachen und Liebe war, dass sie regelrecht zu leuchten schien. Skyes Mutter mochte flatterhaft sein und sich nicht um die praktischen Dinge des Lebens scheren, aber sie liebte aus vollem Herzen.

Sie blinzelte, als sie in die Gegenwart zurückkehrte und realisierte, was der Anwalt gerade gesagt hatte.

„Entschuldigung … was?“, fragte sie entsetzt.

„Wie schon gesagt, Miss Soames. Das ganze Anwesen wird Ihnen gehören – unter gewissen Voraussetzungen. Seit fünf Generationen gelten die Soames-Diamanten als verschollen. So wie sein Vater und sein Großvater vor ihm, hat auch Elias alles versucht, um sie zurückzuerlangen. Die Details seiner Suche finden Sie in diesem Ordner“, erklärte er und schob den grauen Aktenordner zu den drei Frauen herüber. „Vor seinem Tod hat mein Klient bestimmt, dass Sie das Anwesen erben, sofern es Ihnen gelingt, die Soames-Diamanten innerhalb von zwei Monaten nach seinem Tod wieder in den Besitz der Familie zu bringen.“

Skye war sprachlos. Ihre Gedanken überschlugen sich regelrecht angesichts all der Möglichkeiten, die das eröffnen könnte. Für sie. Für ihre Mutter.

„Wir könnten das Anwesen also auch veräußern?“, fragte Star.

Mr. Beamish nickte. „Sofern Sie die Diamanten finden, ja.“

„Ist eine solche Testamentsklausel überhaupt legal?“, hakte Skye nach, obwohl es ihr im Grunde herzlich egal war.

„Sollten Sie die Diamanten nicht finden, wird das Anwesen in den Besitz des National Trust fallen. Die kurze Frist dürfte es Ihnen schwierig machen, das Testament anzufechten. Davon abgesehen wäre ein solches Gerichtsverfahren kostspielig und zeitaufwendig.“

„Aber …“

Mr. Beamish unterbrach Summers Protest mit einem Räuspern und fuhr fort: „Ein Spesenkonto, das unter meiner Verfügungsgewalt steht, wurde eingerichtet, um für die Kosten Ihrer Bemühungen aufzukommen. Eine weitere Klausel im Testament besagt, dass mindestens eine von Ihnen für die gesamten zwei Monate hier auf dem Anwesen wohnen muss. Es steht Ihnen natürlich frei, die Bedingungen abzulehnen. Unter diesen Umständen wird das Anwesen mit allem, was dazugehört, unverzüglich in den Besitz des National Trust übergehen.“ Er bedachte die Frauen mit einem abschätzigen Blick. „Sie werden sicher in Ruhe über alles nachdenken wollen. Ich war so frei, Räumlichkeiten für die kommende Nacht für Sie herrichten zu lassen. Morgen früh erwarte ich dann Ihre Entscheidung.“

Er verabschiedete sich mit einem knappen Nicken und verschwand.

„Verschollene Diamanten, wie romantisch“, meinte Star mit einem verzückten Seufzen.

Skye schüttelte den Kopf. „Romantisch? Im Ernst?“

„Ja“, beharrte ihre Schwester. „Ich finde es sogar unglaublich romantisch.“

Summer blätterte bereits in dem dicken Ordner, in dem die Details von Elias’ Anstrengungen dokumentiert waren, die Soames-Diamanten wiederzubeschaffen.

„Ich kann nicht einfach zwei Monate freinehmen. Ich habe einen Job“, erklärte Skye.

„Bei dem du noch keinen einzigen Tag gefehlt hast“, bemerkte Summer trocken, während sie weiter durch die Akte...



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