E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
Roscoe Kalter Schnee, verboten heiße Küsse
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2516-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2516-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
So betörend wie tabu! Auch wenn Hope ihn vom ersten Augenblick an fasziniert, zwingt Security-Boss Luca Calvino sich besser zur Zurückhaltung. Als ihr neuer Bodyguard soll er die schöne Kaufhauserbin beschützen, nicht begehren! Nur wie, wenn er sie auf einer mehrtägigen Geschäftsreise nach Österreich begleiten muss? In einem luxuriösen Chalet in den Bergen knistert es bald immer unwiderstehlicher zwischen ihnen. Mit hungrigen Küssen setzt Luca mehr als nur seinen Job aufs Spiel - sehr viel mehr ...
Pippa Roscoe lebt mit ihrer Familie in Norfolk. Jeden Tag nimmt sie sich vor, heute endlich ihren Computer zu verlassen, um einen langen Spaziergang durch die Natur zu unternehmen. Solange sie zurückdenken kann, hat sie von attraktiven Helden und unschuldigen Heldinnen geträumt. Was natürlich ganz allein die Schuld ihrer Mutter ist - sie hat Pippa ihren ersten Liebesroman zu lesen gegeben, als diese erst sieben war! Pippa freut sich sehr, ihre romantischen Träume nun mit Ihnen teilen zu können.
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PROLOG
Luca Calvino versuchte, den Mann im Krankenhausbett nicht anzustarren, der an unzählige Monitore angeschlossen war. Dass es sich bei dem Mann um Nate Harcourt handelte, einen milliardenschweren Geschäftsmann, nur wenige Jahre jünger als Luca mit seinen dreiunddreißig Jahren, war etwas verstörend.
„Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht.“
„Es sieht ziemlich schlimm aus“, entgegnete Luca wahrheitsgemäß.
„Ist es aber nicht.“
„Okay.“
Die Privatklinik in der Schweiz war luxuriöser als manches Hotel, in dem Luca übernachtet hatte, mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Durch die großen Fenster blickte man auf einen winterlichen Märchenwald. Warmes Leder und Holzakzente sorgten für das Flair einer Großstadtwohnung, allerdings bestand die Ausstattung auch aus medizinischen Geräten im Wert von fast einer halben Million Euro.
„Pegaso hat ein ziemlich beeindruckendes Portfolio für ein so junges Unternehmen“, sagte Nathanial Harcourt, um zum Thema zurückzukommen.
„Finden Sie zehn Jahre so jung?“, fragte Luca mit einem Anflug von Sarkasmus, weil er den Köder des Engländers nicht schlucken wollte.
„Im Vergleich zu einem vierhundert Jahre alten Familienunternehmen schon.“
„Da ist was dran“, räumte Luca ein. Bis vor einem Jahr war Nathanial Harcourt ein Shootingstar der Geschäftswelt gewesen. Zugegebenermaßen war er mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund geboren worden, doch was er daraus gemacht hatte, war legendär. Dann war er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt gewesen und angeblich in Goa untergetaucht.
Das hier war weit entfernt von Goa.
„Krebs?“, fragte er, neugierig, wie viel Nate Harcourt ihm anvertrauen würde.
Es entstand eine Pause, in der die beiden Männer einander taxierten.
„Zerebrales Aneurysma.“
Luca nickte und zog unwillkürlich die Augenbrauen hoch, während er den Mann im Bett erneut musterte. Das obere Teil des Krankenhausbettes war hochgeklappt, darüber hing an einem Metallarm ein halber Tisch, auf dem sich neben einem Laptop der Papierkram eines ganzen Büros stapelte.
„Pegaso hat im letzten Jahr beträchtlichen Umsatz gemacht, was bei der heutigen Wirtschaftslage nicht einfach ist. Sie haben auf dem europäischen Festland Verträge mit diversen Unternehmen, einschließlich diesem“, sagte Nate und machte eine vage Geste, um auf die Klinik zu deuten, in der sie sich befanden – eine diskrete medizinische Einrichtung, die die Besten der Besten beschäftigte und absolute Privatsphäre bot.
„Ich kenne meine Vertragspartner.“
„Aber Sie haben es nicht geschafft, auf den englischsprachigen Märkten Fuß zu fassen.“
„Komisch“, meinte Luca schulterzuckend, „ich hätte gedacht, dass Sie als Geschäftsmann, der in drei Aufsichtsräten sitzt, Vorstandsvorsitzender von zwei Unternehmen ist und eine hohe Position im eigenen Familienunternehmen einnimmt, etwas mehr gesunden Menschenverstand besitzen, als jemanden zu verärgern, den Sie gerade um einen Gefallen bitten wollen.“
„Es ist kein Gefallen, es ist ein Angebot.“
Einer der Monitore piepte laut, und Luca entging nicht, dass Nates Hand zuckte, als wollte er sich an den Kopf fassen, seinen Schmerz aber nicht so offen zur Schau stellen. Luca empfand Respekt für seine Disziplin.
„Spucken Sie es aus, bevor es Zeit für Ihre Medikamente ist“, sagte Luca.
„Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht.“
„Reden Sie sich das nur ein.“
Nate brachte ein Lächeln zustande, und der Monitor beruhigte sich wieder.
„Ich brauche Sie, um meine Schwester zu beschützen.“
Nate deutete auf einen Ordner auf dem Tisch, und Luca stand auf, um ihn zu holen. Er hatte kein Problem damit, dem englischen Milliardär Paroli zu bieten, aber er hatte nicht die Absicht, den Mann zu erniedrigen. Ein zerebrales Aneurysma war kein Scherz.
Luca öffnete die Mappe: Hope Harcourt, Zwillingsschwester von Nathanial Harcourt, neunundzwanzig Jahre alt, ledig, Marketingleiterin bei Harcourts, dem weltweit führenden Luxuskaufhaus. Er lehnte sich zurück und betrachtete die Bilder einer Blondine mit zarten Gesichtszügen. Obwohl Hope und Nathanial Harcourt Zwillinge waren, sahen sie sich nicht ähnlicher als normale Geschwister. Er ließ den Blick über die hohen Wangenknochen gleiten und ignorierte bewusst die unmittelbare Anziehung, die er verspürte. Ignorierte die dunklen, espressobraunen Augen, die ihn anzublicken schienen, und schob die Bilder beiseite, um die Zeitungsartikel zu lesen, die sich auch in dem Ordner befanden.
Mehr als nur ein hübsches Gesicht? Hope zu Harcourts’ Marketingleiterin ernannt.
Luca überflog die mehr oder weniger frauenfeindlichen Schlagzeilen und war nicht überrascht, dass alle aus derselben Feder stammten.
Harcourts Verlobter enthüllt die tief liegenden Unsicherheiten des It-Girls.
Das schwarze Schaf der Harcourts! Die Wahrheit hinter der Trennung.
Luca verspürte den vertrauten Groll gegen die Boulevardpresse, die alles und jeden für ihre Schlagzeile ausnutzte. Doch er wusste auch, dass hinter jedem Journalisten jemand stand, der die Früchte erntete.
„Über meine Schwester wird ständig so ein Mist geschrieben.“
„Warum braucht sie dann ausgerechnet jetzt einen Aufpasser?“
„Weil ich … hier bin. Ich kann sie nicht beschützen.“
Zum ersten Mal seit der Begegnung mit Nate Harcourt spürte er, dass dessen Sorge echt, seine Wut aufrichtig war.
„Sie wollen, dass Pegaso sie vor der Presse schützt?“ Sie wäre nicht die erste Frau, die die Presse nutzte, um ihre Karriere zu pushen. „Woher wissen Sie, dass sie das überhaupt will?“
„Weil sie nicht so ist und weil irgendetwas im Busch ist. Ich weiß nicht, was. Aber die Aktionäre von Harcourts halten sich bedeckt, seit sie glauben, dass ich mich in Südwestindien herumtreibe, um mein drittes Auge zu finden.“
„Hätten Sie ihnen nicht die Wahrheit sagen können?“
Nate starrte ihn ausdruckslos an.
Luca nickte und verstand, ohne dass der Engländer es erklären musste. Er wusste, wie es lief. „Alberne Allüren verzeihen diese Leute eher als gesundheitliche Probleme, die den Aktienkurs gefährden könnten.“
Nate nickte, offenbar zufrieden, dass Luca die eigene Frage richtig beantwortet hatte.
„Meine Schwester und ich sind in einem Schlangennest aufgewachsen, Calvino. Es sieht vielleicht nicht so aus, aber sie ist ganz allein da draußen, und ich bin nicht da, um sie zu beschützen.“
Fast gerührt von so viel Geschwisterliebe, griff Luca in seine Tasche, um das weitere Gespräch mit dem Handy aufzuzeichnen. „Gibt es irgendwelche konkreten Bedrohungen, von denen ich wissen sollte?“
„Simon Harcourt, auf jeden Fall. Er ist unser Cousin. Ich habe ihm nie etwas nachweisen können, aber er ist schlau genug, sich nicht selbst die Hände schmutzig zu machen. Und natürlich die üblichen Verdächtigen – Typen, die hinter ihrem Geld her sind.“
„Passiert das oft?“, fragte Luca und warf einen weiteren Blick auf die, offen gesagt, wunderschöne Frau auf den Bildern.
„Es gibt einen Ex. Der nervt hin und wieder, ich habe die Sache aber im Griff.“
„Name?“
„Steht in der Akte. Aber wie gesagt, ich denke, den Kerl habe ich im Griff.“
„Natürlich haben Sie das“, sagte Luca trocken und wusste, dass es Nate Harcourt, den er zu mögen begann, auf die Palme bringen würde.
„Ich hätte gedacht, Sie hätten mehr Verstand, als jemanden zu verärgern, der Ihnen einen Gefallen tun will.“
„Sie tun mir keinen Gefallen, Sie machen mir ein Angebot“, konterte Luca, und ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel. „Ich werde ein Team zusammenstellen. Wir können …“
„Sie werden sich persönlich darum kümmern.“
„Das wird leider nicht möglich sein.“
Zwar war seine Firma bekannt für die diskrete Überwachung hochkarätiger Klienten, er persönlich blieb jedoch im Hintergrund. Immer.
„Doch. Denn wenn Sie das tun – wenn Sie, nur Sie persönlich sich darum kümmern, als Gefallen –, biete ich Ihnen einen exklusiven Vertrag mit Harcourts an. Sie wären nicht nur für die Security in den Geschäften zuständig, sondern auch für interne Abläufe und Cyber-Sicherheit – und das alles international. Sie werden den größten ersten Schritt in den englischen Markt machen, den je ein Unternehmen gemacht hat. Damit würde Pegaso zum Global Player avancieren und Sie hätten ausgesorgt.“
Es war ein Angebot, das er kaum ausschlagen konnte.
Luca betrachtete das Schwarz-Weiß-Foto einer Frau, die Harcourts durch seinen weltberühmte, Eingang verließ, eine Tasche in der Beuge eines angewinkelten Arms und eine übergroße Sonnenbrille auf der Nase, die die Hälfte ihres Gesichts verdeckte. Wie schwer konnte es schon sein?
„Wann soll ich anfangen?“
„Weihnachten steht vor der Tür. Nehme ich Sie Ihrer Familie weg?“
„Nein“, antwortete Luca, ohne auch nur einen Gedanken an den Tag zu...




