Roscoe | Sehnsüchtiges Verlangen nach dir | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2467, 144 Seiten

Reihe: Julia

Roscoe Sehnsüchtiges Verlangen nach dir


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1453-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2467, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1453-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als größtem Sponsor ihres Charity-Unternehmens muss Célia D'Argent dem griechischen Reeder Loukis Liordis jeden Wunsch erfüllen. Aber seine Verlobte spielen, um den Ruf des berüchtigten Playboys zu retten? Das geht Célia zu weit! Bis sie erfährt, dass es um die Zukunft seiner kleinen Schwester geht. Jetzt stimmt sie zu. Doch als Loukis sie aus Publicity-Zwecken sinnlich in seine Arme zieht, fühlt sie zum ersten Mal, was der Herzensbrecher hinter seiner kühlen Fassade verbirgt. Und plötzlich fühlt sich für Célia seine Nähe verlockend richtig an ...



Pippa Roscoe lebt mit ihrer Familie in Norfolk. Jeden Tag nimmt sie sich vor, heute endlich ihren Computer zu verlassen, um einen langen Spaziergang durch die Natur zu unternehmen. Solange sie zurückdenken kann, hat sie von attraktiven Helden und unschuldigen Heldinnen geträumt. Was natürlich ganz allein die Schuld ihrer Mutter ist - sie hat Pippa ihren ersten Liebesroman zu lesen gegeben, als diese erst sieben war! Pippa freut sich sehr, ihre romantischen Träume nun mit Ihnen teilen zu können.

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1. KAPITEL

Bonsoir, Chariton Endevours. Wie kann ich Ihnen helfen?“

„Célia d’Argent, bitte.“

„Darf ich fragen, wer am Apparat ist?“

„Sie können sie vorwarnen, dass Loukis Liordis mit ihr sprechen möchte.“

Ich bin gewarnt. Was kann ich also für Sie tun, Mr. Liordis?“

Lediglich eine kleine Pause verriet, dass ihr Kunde den Seitenhieb verstanden hatte. Doch niemals würde Liordis sich dazu herablassen, etwas wie Reue zu zeigen. Im Gegenteil, die Pause deutete eher an, dass sie, Célia, zerknirscht sein sollte. Was sie normalerweise auch gewesen wäre, denn so sprach man nicht mit seinen Kunden. Doch Loukis Liordis, griechischer Milliardär, bekannter Playboy und im Moment ihr größtes Ärgernis, hatte sie in den letzten Wochen an den Rand des Wahnsinns getrieben.

„Sie nehmen Ihre Anrufe persönlich entgegen?“, fragte er spöttisch.

„Um halb zehn Uhr abends schon, Mr. Liordis.“

„Was hat denn die Uhrzeit damit zu tun?“

Oh, dieser unverschämte Kerl!

Célia atmete tief durch und musterte ihr Spiegelbild im Fenster ihres Büros. Loukis mochte zwar ihr erster Kunde und der Grund für den Erfolg gewesen sein, den sie und ihre Geschäftspartnerin Ella Riding in den letzten Monaten hatten verzeichnen können, aber das bedeutete nicht, dass sie ihn mögen musste. Oder jedem seiner Befehle klaglos folgen.

„Können Sie mir erklären, wie es Ihnen gelungen ist, so spektakulär zu scheitern, was Ihr Versprechen angeht, Mademoiselle d’Argent?“

Célia runzelte die Stirn und ging in Gedanken die Veranstaltungen durch, die sie in letzter Zeit für ihn geplant hatten. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen folgen kann, Mr. Lio…“

„Dann werde ich mit Ella sprechen.“

Célia biss die Zähne hart zusammen, und es war ihr egal, ob er das durchs Telefon hören konnte oder nicht. Sie hasste es, dass seine Worte eine Angst in ihr auslösten, die sich in Windeseile in ihrer Brust ausbreitete. Und sie hasste es auch, dass ihr Pulsschlag sich beschleunigte und eine Welle der Unsicherheit drohte, sie zu überwältigen.

„Ich fürchte, das ist nicht möglich.“

„Warum nicht?“

„Wie ich Ihnen schon …“ Viele, viele Male. „… erklärt habe, befindet Ella sich derzeit im Mutterschutz.“

„Aber sie ist doch sicherlich in der Lage, ans Telefon zu gehen.“

„Nein, Mr. Liordis. Das ist sie nicht. Aber ich nehme die Gelegenheit gern wahr, mir Ihre Beschwerde anzuhören.“ Natürlich tat sie das nicht gern. Es war spät, sie hatte noch nichts zu Abend gegessen, und das hastig heruntergeschlungene Mittagessen war nur noch eine ferne Erinnerung.

„Ich meine die Tatsache, dass Sie Ihre Verpflichtung nicht erfüllt haben.“

„Von welcher Verpflichtung sprechen wir genau?“

„Von der, meinen Ruf wiederherzustellen, Ms. d’Argent.“

Célia ließ sich in ihren Schreibtischstuhl fallen und wirbelte sprachlos zu ihrem Computer herum.

„Haben Sie dazu nichts zu sagen?“

„Verzeihen Sie, bitte, ich habe nur gerade noch mal auf den Briefkopf unserer Firma geschaut. Dort steht nirgendwo, dass wir im Bereich Rufwiederherstellung arbeiten. Wir sind spezialisiert auf …“

„Ich weiß, worauf Sie spezialisiert sind, Ms. d’Argent. Trotzdem – das Presseecho nach meinem ersten Event mit Ihnen war nicht positiv.“

„Ich verstehe, was Sie meinen. Der Wohltätigkeitsball, den Sie und Ihre Firma unterstützt haben, hat der Erythra Foundation geholfen, in Zukunft viel Gutes zu tun. Für Sie persönlich hingegen ist es vielleicht nicht so gut gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Was möglicherweise daran liegt, dass Sie die Veranstaltung nicht für wichtig genug hielten, um persönlich zu erscheinen.“

In der Leitung herrschte eisige Stille. Und Célia wusste, dass sie dieses Mal zu weit gegangen war. Es stand ihr nicht zu, Kunden zu kritisieren. Das hatten die Schlagzeilen nach der Veranstaltung zur Genüge erledigt. Dass sowohl sie als auch die Journalisten glaubten, der stadtbekannte Playboy hätte den Abend mal wieder mit einer Frau verbracht – vermutlich eine Blondine mit unglaublichem Körper – tat hier nichts zur Sache.

„Darüber werden wir noch sprechen.“

Bevor sie anbieten konnte, ein entsprechendes Treffen zu organisieren, hatte er aufgelegt.

Was hatte sie nur gerade getan?

Nie sprach sie so unhöflich mit anderen Menschen, und schon gar nicht mit ihrem besten Kunden. Aber Loukis’ konstante Hetze in den letzten Monaten, sein Perfektionsdrang, hatten sie und ihr Team beinahe in den Wahnsinn getrieben.

Seitdem Ella ihn überzeugt hatte, bei ihnen zu unterschreiben, hatte Chariton Endevours noch weitere Kunden angenommen, und alle Mitarbeiter hatten bis zur Erschöpfung gearbeitet, um sowohl der geschäftlichen als auch der wohltätigen Seite ihres Unternehmens gerecht zu werden. Allein im letzten Monat hatten sie zwölf Events organisiert, und das alles ohne Ella …

Um ehrlich zu sein, war Célia erschöpft. Das war der einzige Grund, warum sie ihre Contenance verloren und einfach ausgesprochen hatte, was ihr durch den Kopf gegangen war. Mit leicht zittriger Hand legte sie das Telefon zur Seite.

Morgen würde sie Schadensbegrenzung betreiben müssen, aber jetzt wollte sie nur noch nach Hause fahren und schlafen. Was essen. Und vielleicht noch ein Glas kühlen australischen Pinot Gris trinken.

Bei diesem Gedanken musste sie sofort an ihren Vater denken. Der stolze Franzose hätte über ihren Weingeschmack nur entsetzt den Kopf geschüttelt. Selbst auf die Entfernung war sein Missfallen ein ständiger Begleiter in ihrem Leben. Doch als Célia nun auf die nächtlichen Straßen von Paris schaute, schüttelte sie die Gedanken an ihn energisch ab.

Sie schnappte sich Handtasche und Schlüssel, verließ das Gebäude, schloss die Tür hinter sich ab und blieb auf dem Bürgersteig abrupt stehen.

Oh, dieser unverschämte Kerl!

Das Glück war auf seiner Seite, denn Loukis Liordis hatte vor einer halben Stunde einen Parkplatz direkt vor Chariton Endevours gefunden. Erst vor zehn Minuten hatte er das Telefonat mit Célia d’Argent beendet, und nun lehnte er an dem schnittigen McLaren, den er für seinen Aufenthalt in Frankreich gemietet hatte, und las auf dem Handy die aktuellsten Spekulationen über seine Abwesenheit auf dem Wohltätigkeitsball in der vergangenen Woche.

Wäre nicht ein kaum hörbares Keuchen an sein Ohr gedrungen, hätte er vielleicht gar nicht mitbekommen, dass sie das Gebäude verlassen hatte. Sie hätte er definitiv nicht wahrgenommen. Was zum Teil an ihrem Top in dem unattraktiven Beige lag, das sie fast mit der Mauer hinter ihr verschwimmen ließ. Allein die schwarzen Jeans verrieten, dass da jemand stand.

Er unterdrückte den Drang, die Augen zu verdrehen. „Ms. d’Ar…“

„Was tun Sie hier?“, fragte sie herausfordernd.

Er kam kaum dazu, Luft für seine Antwort zu holen, da fuhr sie auch schon fort: „Sie dürfen nicht hier sein.“

Er warf ihr einen vernichtenden Blick zu und versuchte es noch einmal. „Ms. d’Argent, wie ich schon sagte, wir müssen uns unterhalten.“

„Aber nicht jetzt.“

„Oh doch, sehr wohl jetzt. Morgen früh fliege ich zurück nach Griechenland.“ Er warf einen Blick auf die Uhr, obwohl er genau wusste, wie spät es war. Dann stieß er sich von seinem Auto ab und öffnete die Beifahrertür. „Wollen wir?“

„Nein, wollen wir nicht“, zischte sie, bevor sie einen großen Bogen um ihn machte, als würde von ihm eine Gefahr ausgehen. Na gut. Er schloss die Tür wieder.

„Célia!“, rief er, bevor sie sich zu weit von ihm entfernt hatte. „Wir müssen wirklich reden.“

Vermutlich war es die Veränderung in seinem Tonfall, die dafür sorgte, dass sie stehen blieb. Es war nicht der charmante Ton des Charmeurs, der ihm vor ein paar Jahren sowohl großen Erfolg als auch großen Schaden eingebracht hatte. Bevor alles, was er kannte, um ihn herum zusammengebrochen war. Es war nicht der Ton, den er benutzte, um zu verführen, zu amüsieren, zu umwerben, zu beschwichtigen oder zu überreden. Es war aber auch nicht die arrogante, befehlsgewohnte, keinen Widerspruch zulassende Stimme, die er in seinem Telefonat mit ihr benutzt hatte. Nein, seltsamerweise war es keine der Fassaden, die er im Laufe der Jahre aufgebaut hatte, sondern der Ton seines wahren Ichs, der ihre Flucht unterbrach.

Er sah, dass sie tief einatmete, und erinnerte sich, wie hübsch er sie schon immer gefunden hatte. Ihr Gesicht war beinahe überirdisch im Kontrast zu ihrer langweiligen Kleidung. Fein gezeichnete Wangenknochen und volle Lippen, bernsteinfarbene Augen, die nun vor Schreck weit aufgerissen waren. Ihre zu einem nachlässigen Knoten zusammengefassten Haare schimmerten im Licht der Straßenlaternen in einem tiefen Braunton, und auf ihrer zarten, cremefarbenen Haut zeichneten sich Sommersprossen ab. Doch egal, wie anziehend und erfrischend er sie fand, deshalb war er nicht hier.

„Mr. Liordis, es tut mir leid, aber ich muss wirklich etwas essen.“

„Wir haben einen Tisch im Comte Croix.“

„Ich … ich bin kaum passend angezogen für …“

„Für etwas anderes als eine Runde Paintball? Das wäre mir gar nicht aufgefallen. Aber da Sie in meiner Begleitung sind, wird man sicher eine Ausnahme...



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