Rosenbecker | Magie aus Gift und Silber | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 400 Seiten

Rosenbecker Magie aus Gift und Silber


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95991-449-9
Verlag: Drachenmond Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 400 Seiten

ISBN: 978-3-95991-449-9
Verlag: Drachenmond Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Rya ist gefangen in einem Körper aus Stein.Seit einer Ewigkeit fristet sie ein Dasein als Statue in einem Museum und beobachtet voller Neid das bunte Leben der Menschen.Bis eines Tages Nick auftaucht, der sie hinter der Fassade aus Marmor spüren kann. Mit einem Kuss erweckt er Rya zum Leben und sie stolpert in eine Welt, die magischer ist, als sie es sich erträumt hatund viel gefährlicher. Sie wird in einen uralten Krieg zwischen Gorgonen und den Nachfahren von Perseus hineingezogen, ohne zu ahnen, wie eng ihr Schicksal mit ihnen verknüpft ist. Während die Konturen von Gut und Böse verschwimmen, muss sie sich entscheiden: Will sie zu einer Heldin werden oder ihr Herz verlieren?

Ich erinnere mich leider nicht mehr an den Titel meines ersten gelesenen Buches, es muss aber Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Seit ich denken kann, gab es immer Bücher in meinem Leben. Es fing in der Grundschule mit den Olchis an, ging dann über zu den Freche Mädchen, Freche Bücher Büchern und mit Kai Meyer entdeckte ich später meine Liebe zum Fantastischen.Als ich mich damals von den fremden Welten anderer begeistern ließ, hätte ich nie gedacht, auch selbst mal eine solche Welt zu erschaffen. Eine, die es nur in meinem Kopf und in denen der Leser gibt. Selbst als ich 2011 anfing zu bloggen, hätte ich mir das nicht träumen lassen.Doch ich habe mich in den letzten Jahren so intensiv mit Büchern beschäftigt, dass mich Geschichten einfach nicht mehr losgelassen haben. Mit der Zeit schlich sich dann auch die meiner Protagonisten dazu und der Drang, sie aufzuschreiben und zu erzählen, wurde riesengroß. Warum sollte ich nicht zumindest mal versuchen, ein eigenes Buch zu schreiben? Das war mein damaliger Gedanke.Aus meinem persönlichen Projekt für 2014 wurde dann tatsächlich ein fertiges Manuskript, welches mich verdammt stolz gemacht hat. Das Lob der Testleser dann umso mehr. Mir wurde klar, dass ich Arya und Finn, die beiden Protagonisten meiner ersten Geschichte, nicht in der Schublade versauern lassen wollte. Die beiden brauchen einfach frische Luft.Von der High-Fantasy bin ich mittlerweile auch auf Urban-Fantasy gekommen und tobe mich in beiden Genres aus. Ich habe eine Menge Ideen für weitere Projekte und freue mich schon darauf, sie in Angriff zu nehmen!Wenn ich nicht gerade schreibe oder blogge, studiere ich molekulare Biologie und kann deshalb mit Gewissheit sagen, dass die Liebe zum Buch bei meiner Familie in den Genen liegt und ich dafür wirklich dankbar sein kann.Geboren wurde ich übrigens 1991.
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Kapitel Eins


Ich genoss den ersten Atemzug des Museums. Der Haupteingang lag in weiter Ferne, noch nie hatte ich gehört, wie er geöffnet wurde und die Besucher hereinströmten. Und doch spürte ich es, wenn der Wind von draußen in das alte Gemäuer eindrang und ihm Leben einhauchte. Die Luft knisterte voll Vorfreude und die Staubkörner tanzten im Licht der Sonnenstrahlen. Obwohl ich Tag für Tag, Jahr für Jahr ein und denselben Ausblick hatte, wurde ich seiner nie überdrüssig. Mir direkt gegenüber war ein großes, bodentiefes Fenster mit Blick in den Museumsgarten. Die Jahreszeiten und das Wetter wechselten sich vor meinen Augen ab, alles hatte einen eigenen Charme. Am liebsten hatte ich jedoch den Regen.

Die grauen, dunklen Wolkendecken hüllten den Flur des Museums in gedämpftes Licht und verliehen den Bildern an der Wand links daneben eine andere, faszinierende Atmosphäre. Die stetig fallenden Tropfen waren beruhigend. Auch das Geräusch bei ihrem Aufprall auf die Scheibe war wie Musik für mich. An jenen Tagen herrschte im Museum auch der meiste Betrieb, was mich ebenfalls freute. Ich mochte es, Menschen zu beobachten und hatte einen guten Platz dafür. Genügend Raum für mich, einen schönen Ausblick und viel Unterhaltung, wenn sich die Menschen auf der Bank vor dem Fenster niederließen und miteinander redeten. Sie kannten ganz wundervolle Geschichten, manchmal redeten sie aber auch nur über ganz belanglose Dinge, was eine schöne Abwechslung war. Ich konnte rechts und links von mir in die Flure spähen und nicht alle Standorte waren so beliebt und belebt wie meiner. Ich hatte es nicht schlecht getroffen für eine Statue.

Das war wohl, was ich war. Zumindest nannten mich die Menschen so, die an mir vorüberliefen, stehen blieben und meine Plakette lasen. Soweit ich es mitbekommen hatte, stand auf der kleinen Tafel zu meinen Füßen: Marmorstatue einer unbekannten jungen Frau, Herkunft und Künstler ebenfalls unbekannt, vermutlich aus dem Jahr 430.?v. Chr. Laut den Menschen im Museum war ich eine ›alte Schachtel‹. Wenn ich wirklich so alt war, dann stimmte das vermutlich.

Doch die Erinnerungen an mein bisheriges Dasein waren vage. Die Jahre verschwammen, Zeit war ein diffuses Gefühl. Schätzungsweise einhundert Jahre stand ich nun schon in diesem Museum, aber die Einzelheiten waren mir entglitten. Von allem, was noch weiter zurücklag, war nichts mehr übrig geblieben.

Dabei beobachtete ich die Menschen aufmerksam und versuchte, jeden Tag etwas Neues zu lernen. Sie waren eine unerschöpfliche Quelle an Informationen und so wandelbar. Mein gesamtes Wissen hatte ich durch sie erlangt. Auch die Erkenntnis, dass es noch unglaublich viel gab, was ich niemals mit eigenen Augen sehen, geschweige denn verstehen würde. Ich malte mir gerne aus, wie es in der Welt außerhalb des Museums aussah.

Malen. Das war etwas, was ich zu gerne ausprobiert hätte.

Mein Blick schweifte zu der Pinnwand hinüber, die neben dem Fenster hing. Dort klebten lauter Zettel mit Informationen. Zumindest standen die Menschen ständig davor und schauten nach etwas, um dann nickend weiter ihres Weges zu gehen. Doch darüber hingen Bilder, die die Museumsguides zusammen mit den Kindern angebracht hatten, die diese kleinen Kunstwerke erschaffen hatten. Es waren mit Wasserfarben angefertigte Nachzeichnungen von Gemälden, die im Museum hingen. Und diese Farben … Ich wurde nie müde, sie anzusehen. Vor allem das Blau faszinierte mich.

Eine Tür fiel ins Schloss. So gut ich es in meinem starren Zustand – der leider mein Sichtfeld mit einschloss – konnte, sah ich nach rechts, um den Neuankömmling zu begrüßen, der sich mit lauten Schritten ankündigte.

»Hallo, Miss.« Eddie, einer der Wachmänner im Museum, kam um die Ecke geschlendert, begleitet vom Klirren seines Schlüsselbundes, und begrüßte mich – wie jeden Tag. Er lächelte und tippte sich an die Mütze, die zu seiner Uniform gehörte. Unter dem Arm trug er einen Stapel Papier. Ein Blatt davon heftete er an die Pinnwand. Ich konnte nicht lesen, was draufstand, dazu war es zu weit weg.

Pfeifend führte Eddie seinen Rundgang durch das Museum fort. Er lief zwischen dem Fenster und mir vorbei.

»Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Morgen.« Lächelnd sah er mich an und ging weiter. Er blieb nie stehen, um auf eine Antwort zu warten. Ich hätte sie ihm nicht geben können, aber ich versuchte immer wieder, irgendetwas an mir zu bewegen, um ihm zu zeigen, dass ich ihn hörte. Aber es hatte keinen Zweck. Nichts bewegte sich und kein Ton kam mir über die geschlossenen Lippen. Dabei hätte ich seinen Gruß gerne erwidert. Nur ein einziges Mal.

Ich sah Eddies dünner Gestalt so lange nach, wie ich konnte. Dann wartete ich auf die Besucher.

»Mama, was hat sie da in den Händen?« Ein kleines Mädchen zog am roten Wollpullover ihrer Mutter und deutete auf mich. Die Frau drehte sich um und sah auf die Stelle, auf die die Kleine zeigte. Durch den Sockel, auf dem ich stand, überragte ich die Frau ein gutes Stück und sie musste sich auf die Zehenspitzen stellen, um auf Augenhöhe mit meinen Händen zu gelangen. Ich hielt sie geschlossen und übereinandergelegt vor meiner Brust. Die Frau schaute von links, von rechts und zuckte dann mit den Schultern.

»Ich kann es leider nicht erkennen, mein Schatz.«

Missmutig sah die Kleine mich an. »Was hast du da?«, fragte sie mich.

Ich weiß es selbst nicht, antwortete ich in Gedanken.

Sie legte den Kopf schief und für einen Moment glaubte ich, dass sie mich tatsächlich gehört hatte. Doch sie rümpfte nur die Nase und wandte sich ab.

»Sie ist unhöflich«, sagte das Mädchen zu seiner Mutter und zog sie von mir weg.

Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich in schallendes Gelächter ausgebrochen.

Wenig später stand eine Gruppe männlicher Teenager vor mir. Sie unterhielten sich lautstark und schubsten sich gegenseitig spielerisch. Einer, der gerade eine aufgeschraubte Wasserflasche in der Hand hielt, stolperte und konnte sich gerade noch so fangen, kurz bevor er gegen meinen Sockel gestoßen wäre. Das Wasser allerdings ließ sich nicht aufhalten. Ein kleiner Schwall schwappte aus der Flasche und landete auf meinen steinernen Füßen. Zum Glück war gerade keiner der Aufseher da, denn das hätte sonst eine Menge Ärger für die jungen Leute bedeutet. Der Übeltäter tat so, als wäre nichts geschehen und drehte sich zu seinen Freunden um.

»Diese respektlose Jugend!«, keifte eine Stimme. »Was glaubt ihr, wo ihr hier seid?«

Der Junge mit der Wasserflasche drehte sich erschrocken um, auch seine Freunde verstummten und wandten sich der Stimme zu. Ein Päckchen Taschentücher flog in die Mitte der Gruppe und die Jugendlichen stoben auseinander.

»Mann, die Alte ist verrückt. Lasst uns abhauen!« Sie verschwanden prustend im Gang und eine ältere Dame schob sich in mein Sichtfeld. Kopfschüttelnd und ächzend bückte sie sich und hob das Päckchen wieder auf, wobei ihr fast die silberne Brille von der Nase rutschte. Sie zog eines der Taschentücher heraus und tupfte damit an der Stelle auf meinem Fuß herum, auf der das Wasser gelandet war.

»Keinen Respekt mehr, diese Jugend«, wiederholte die Dame.

Sie sah mit ihren grauen Augen zu mir auf. »Du bist aber wirklich ein hübsches Ding.« Sie tupfte noch ein bisschen weiter, dann knüllte sie das Taschentuch zusammen. Nachdem sie fertig war, nickte sie zufrieden und ging. In Gedanken schickte ich ihr ein von Herzen kommendes »Danke« hinterher. Doch sie drehte sich nicht noch mal um. In diesen Momenten frustrierte es mich, dass ich kein Mensch war. Ich wollte auch laut sein. Lustig. Lebendig. Ich wollte leben. Mein Dasein hatte nichts damit gemeinsam und ich wusste nicht, womit ich es verdient hatte, so nah und doch so fern davon zu sein.

War ich es nicht würdig, ein Leben wie die Menschen zu führen? War meine Existenz eine Strafe? Auch wenn alles andere mit der Zeit verflog – diese Fragen blieben. So gut es ging hielt ich sie im hintersten Winkel meiner Gedanken versteckt und akzeptierte die Tatsache, dass ich darauf wahrscheinlich nie eine Antwort erhalten würde.

Ein Kreischen ließ mich aufsehen. Die Jungengruppe war zurückgekehrt und nun damit beschäftigt, die gleichaltrigen Mädchen ihrer Klasse zu ärgern. Alle Anwesenden zuckten teils erschrocken, teils empört zusammen. Alle, bis auf einen.

Auf dem Gang stand ein junger Mann, der lediglich kurz die dunklen Augen verengte, als die Jugendlichen an ihm vorbeirannten. Er machte einen eleganten Schritt zur Seite, damit sie nicht gegen ihn liefen, und verschränkte die Arme vor dem Körper, sodass sich der Stoff seines dunkelblauen Pullovers über den Muskeln straffte. Das alles tat er, während er mich ansah.

Sein Blick durchfuhr mich wie ein Blitz und eine eigenartige Unruhe erfasste mich. Viele Menschen betrachteten mich tagtäglich. Schauten mir manchmal sogar in die Augen. Aber nicht so, wie er es tat. So direkt. So wissend. Als hätte er eine Ahnung, dass ich hier drin war. Dass ich da war.

In der nächsten Sekunde spannte er seinen Körper an, auch seine Gesichtszüge verzogen sich, wobei seine Kieferknochen kurz hervortraten. Einer der Jugendlichen war gegen seinen Rücken geprallt und hingefallen. Der junge Mann wandte den Blick kurz von mir...



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