Ross | Ewiger Tanz der Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Ross Ewiger Tanz der Liebe


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86278-696-1
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-86278-696-1
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Lektorin Kate Campbell ist ganz und gar nicht begeistert vom Auftrag ihres Verlags, den Abenteurer und Archäologen Alec Mackenzie am Amazonas aufzuspüren und zu einer Werbeaktion zu überreden. Schließlich ist sie, was keiner weiß, mit Alec verheiratet - und hoffnungslos mit ihm zerstritten. Widerwillig macht Kate sich auf den Weg, auch, um bei dieser Gelegenheit endlich die Scheidung in die Wege zu leiten. Allerdings hat sie die Rechnung ohne ihre - und Alecs - Gefühle gemacht!



JoAnn Ross hat über 70 Romane geschrieben, die in 26 Ländern veröffentlich worden sind, einschließlich Russland, China, Frankreich und der Türkei. Zwei ihrer Titel sind in Auszügen im Cosmopolitan Magazin erschienen und ihre Bücher sind im Doubleday Buch Club und einem literarischen Führer veröffentlicht worden. Sie hat unzählige Preise erhalten, unter anderem den 'Lifetime Career Achievement Award'. JoAnn Ross lebt mit ihrem Ehemann in Tennessee wo sie immer wieder Inspiration in den neblig verhangenen Gebirgen vor ihrem Home - Office - Fenster gewinnt.
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1. KAPITEL


„Was wir brauchen, ist ein Held.“

Alle Teilnehmer dieses Meetings richteten den Blick auf Kate Campbell.

„Wie bitte?“ Die stellvertretende Leiterin der PR-Abteilung von „Heart Books“, New York, hob eine blonde Braue.

„Wir brauchen einen Helden“, erklärte Kate. „Für die Versteigerung.“

„Wir haben jede Menge Junggesellen, die sich für die Versteigerung zur Förderung der Alphabetisierungskampagne eingetragen haben. Tatsache ist“, fuhr die stellvertretende Leiterin der PR-Abteilung mit offenkundigem Stolz fort, „dass sich sogar Jeffrey Winston III. eingetragen hat.“

„Fabelhaft“, murmelte Kate. „Genau das brauchen wir – noch einen Banker.“

„Einen millionenschweren Banker“, korrigierte Molly Stewart sie, die neben Kate an dem langen Konferenztisch saß. Obwohl der Ton der Lektorin milde war, wusste jeder im Raum, dass ihre Bemerkung eine Warnung an ihre beste Freundin darstellte. Kritik an Vorgesetzten war der weiteren Karriere nicht gerade förderlich.

Aber es lag nun einmal in Kates Natur, ihre Meinung zu sagen. Zwar versuchte sie aufrichtig, niemanden zu verärgern, aber es widerstrebte ihr zutiefst, sich zu verbiegen, mochte Diplomatie auch hier, in der zugeknöpften Geschäftswelt, noch so ratsam sein. „Winston hat Geld“, stimmte sie zu. „Und ich räume auch ein, dass er ganz süß ist, auf seine stockkonservative, gespreizte Art.“

„Vergiss nicht das fantastische Rendezvous, das er anbietet“, mischte sich eine Frau aus der Grafikabteilung ein. „Ein Champagner-Dinner für zwei und eine Mondscheinfahrt an Bord seiner Jacht, das ist doch ein wundervoller romantischer Abend.“ Die Frau Anfang zwanzig seufzte allein bei dem Gedanken daran.

„Das ist doch nichts Besonderes“, konterte Kate. „Das hat es doch schon in unzähligen Romanen gegeben. Und wenn du einmal von seinem Geld absiehst, ist Winston bloß ein gewöhnlicher Kerl mit einer großartigen Garderobe. Leute, vergesst nicht, wer wir sind und was wir tun.“ Kate hatte sich in Fahrt geredet. Sie erhob sich und begann auf und ab zu gehen. Ihr tannengrüner Seidenrock wehte um ihre Knie, als sie sich am Fenster umdrehte und wieder direkt an die Versammelten wandte. „Wir sind ‚Heart Books‘. Unser Name steht in der ganzen Welt für Romantik. Ich stimme ja zu, dass die Versteigerung eine ausgezeichnete Möglichkeit ist, Geld für wohltätige Zwecke …“

„Ich bin ja so froh, dass du sie gutheißt“, bemerkte Cheflektorin Lisa Haring trocken.

„Oh, das tue ich.“ Kate ignorierte den Sarkasmus in der kultivierten Stimme, da sie entschlossen war, ihren Standpunkt darzulegen. „Absolut. Aber ich bin mitten in der Nacht aufgewacht und habe erkannt, dass wir glatt übersehen haben, worum es uns wirklich geht.“

„Und zweifellos wirst du uns jetzt erklären, was genau das ist“, meinte die stellvertretende Leiterin der PR-Abteilung kühl.

„Ja, das werde ich.“ Kate blieb vor der gerahmten Reproduktion des berühmten Gemäldes „Der Kuss“ von Gustav Klimt stehen und machte eine dramatische Pause. „Unser Geschäft hat zwar mit Romantik zu tun, aber es ist nicht das, was wir verkaufen.“ Sie ließ den Blick durch den Raum schweifen. „Was wir tatsächlich verkaufen, sind attraktive Männer.“

„Die wir für die Versteigerung in Hülle und Fülle haben“, ergänzte Lisa Harding.

„Das ist richtig. Viele von den Männern, die sich bisher eingetragen haben, gehören absolut in die Kategorie attraktiv. Aber zu viele von ihnen sind der durchschnittliche Typ, den man im Büro trifft.“

„Nicht in diesem Büro“, murmelte Molly.

Kate stieß frustriert den Atem aus. „Nicht jeder arbeitet in einem Gebäude voller Frauen. Ich will damit nur sagen, dass man Männer, wie wir sie bisher für die Auktion mobilisiert haben, nach Feierabend in jeder besseren Bar der Stadt antreffen kann. Was uns fehlt, Ladys und Gentlemen“, fuhr sie fort und lächelte dem einzigen Mann im Raum zu, als hoffte sie, seine Zustimmung zu gewinnen, „ist ein echter Held. Ein überlebensgroßer Mann, von dem die Frauen auf der ganzen Welt träumen würden.“

„Jemanden wie den hier?“, fragte eine Frau aus der Marketing-Abteilung und hielt einen gebundenen Roman hoch, in dem sie gelesen hatte, während sie darauf wartete, dass sich die anderen im Konferenzzimmer einfanden.

Kate stockte der Atem, als sie auf dem Autorenfoto des Schutzumschlages Alec Mackenzie erkannte. Das Foto war draußen aufgenommen. Der Autor trug ein zerknittertes Kakihemd, das aussah, als sei es auf den Felsen eines weit entfernten Flusses gewaschen worden. Im Hintergrund ragten Pyramiden auf.

Der Autor blinzelte gegen die grelle Sonne über ihm, was die Falten um seine stahlgrauen Augen verstärkte, Falten, die ihn nicht älter, sondern interessanter machten. Seine schwarzen Haare von der Farbe einer mondlosen Nacht im schottischen Hochmoor waren zerzaust, aber nicht künstlich durch einen elektrischen Fön, wie er üblicherweise für die Umschlagfotos der Liebesromane verwendet wurde, sondern durch echten Wüstenwind.

„Dieser Mann sieht wie ein wahrer Held aus“, meinte die Frau aus der Marketing-Abteilung überflüssigerweise.

„Du willst doch sicher nicht Alec Mackenzie für die Versteigerung vorschlagen, oder?“ Der Ton der stellvertretenden Leiterin der PR-Abteilung spiegelte das Erstaunen aller wider.

„Wieso nicht?“, mischte sich Molly ein, die offenbar Gefallen an der Idee fand. „Kate hat recht, wir brauchen einen Helden. Und Mackenzie ist ein lebendiger Indiana Jones. Ich habe in ‚Publishers Weekly‘ gelesen, dass er ein Abenteuerschriftsteller ist, dessen weibliche Leserschaft größer ist als sein männliches Publikum – was sicher nicht daran liegt, dass Millionen Frauen sich für archäologische Funde interessieren.“

„Seine Romane sind packend“, verteidigte die Marketing-Frau das dicke Buch. „Mackenzie ist ebenso Archäologe wie Schatzsucher.“

„Mag ja sein“, meinte Molly. „Aber liest du diesen Roman, weil du schon immer ein brennendes Interesse an versunkenen spanischen Galeonen hattest, oder weil du vom Helden des Abenteuers, Jake Germaine, fasziniert bist?“

Die Frau errötete zwar nur leicht, aber es bewies, dass Molly recht hatte. „Jake ist ein komplexer Charakter“, beharrte sie. „Es ist Mackenzie auf bewundernswerte Weise gelungen, ihn zum Leben zu erwecken und mit jedem Buch mehr über seine Persönlichkeit zu verraten.“

„Er sollte den Kerl ja auch gut genug kennen“, bemerkte Molly. „Schließlich ist es allgemein bekannt, dass die Abenteuer des unerschrockenen, sexy Schatzsuchers Jake Germaine autobiografischen Charakter haben. Die Frauen werden bei uns Schlange stehen, um Eintrittskarten zu kaufen.“

„Ich muss zugeben, dass Mackenzie der Clou auf der Feier unseres fünfzigjährigen Jubiläums wäre“, räumte die Cheflektorin vorsichtig ein. „Aber wie willst du ihn dazu bringen, bei einer solchen Versteigerung mitzumachen?“

„Man könnte ihn einfach fragen. Im schlimmsten Fall lehnt er eben ab.“

„Es wäre einen Versuch wert, wenn wir ihn finden würden. Selbst wenn er sich nicht gerade in einem entfernten Winkel dieser Erde aufhält, lebt dieser Mann schrecklich zurückgezogen“, berichtete die stellvertretende Leiterin der PR-Abteilung. „Ich habe vor einigen Wochen mit dem PR-Mann seines Verlages zu Mittag gegessen, und er trank doppelte Whiskeys, weil Mackenzie gerade das Angebot ausgeschlagen hatte, bei Oprah Winfrey aufzutreten.“

Diese bemerkenswerte Neuigkeit rief bei allen bis auf Kate erstauntes Gemurmel hervor.

„Wir sollten es trotzdem versuchen“, beharrte Molly. „Vielleicht gefällt ihm der Wohltätigkeitscharakter der Versteigerung. Je mehr Menschen lesen können, desto mehr kaufen schließlich auch seine Bücher.“

„Darauf wird er sich niemals einlassen“, prophezeite die PR-Frau. „Obwohl er von seinem nächsten Buch wahrscheinlich Hunderttausende Exemplare allein wegen seines Sex-Appeals verkaufen könnte, ist er absolut allergisch gegen öffentliche Auftritte. Außerdem reist er ständig durch die Welt. Wie sollen wir ihn finden?“

„Gute Frage.“ Molly wandte sich an Kate. „Vielleicht könntest du es versuchen. Hast du ihn nicht letztes Jahr auf einer Konferenz kennengelernt?“

Kate erkannte, dass es ein Fehler gewesen war, überhaupt das Wort zu ergreifen. „Schon, aber es ist nicht so …“

„Du kennst Alec Mackenzie?“, unterbrach die Cheflektorin ihren Einwand.

„Wir haben uns kennengelernt“, gestand sie widerstrebend und spielte mit ihrem Montblanc-Kugelschreiber mit Monogramm, den sie vor acht Jahren zum Abschluss des Studiums von ihrer Großmutter bekommen hatte. Schon die geringste Aussicht darauf, Alec wiederzusehen, machte Kate nervös.

„Hast du nicht gesagt, ihr seid befreundet?“, fragte Molly.

„Das ist nicht ganz richtig“, erwiderte Kate ausweichend.

„Befreundet genug, dass du ihn um etwas bitten kannst?“, hakte die Cheflektorin nach.

„Ich weiß nicht.“ Kate holte tief Luft, während ihre Gedanken durcheinanderwirbelten und sie verzweifelt überlegte, wie viel sie würde zugeben müssen. „Ich könnte es sicher versuchen“, sagte sie ohne Begeisterung und konnte es selbst nicht fassen, dass sie diese Worte ausgesprochen hatte.

Die Kappe ihres Kugelschreibers flog weg und sauste dank der Feder durch den Raum, doch niemand schien es zu bemerken. Aller Augen waren auf sie gerichtet, und man hätte in der Stille nach ihrer Antwort eine Stecknadel fallen hören können.

„Ihr seid also wirklich befreundet?“, fragte die Marketing-Frau...


Ross, JoAnn
Von Kindesbeinen an hat JoAnn Ross gerne Geschichten erzählt, und sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Der Erfolg gibt ihr recht: Sie ist Stammgast auf den amerikanischen Bestsellerlisten. Neben anderen Preisen hat sie auch den "Career Achievement Award" der Romantic Times gewonnen. Mit ihrem Ehemann und drei struppigen Hunden lebt sie im Nordwesten der USA.



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