E-Book, Deutsch, Band 0038, 384 Seiten
Reihe: Tiffany Exklusiv
Ross / Leto / Wilde Tiffany Exklusiv Band 38
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-5023-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, Band 0038, 384 Seiten
Reihe: Tiffany Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-5023-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
ICH WILL ALLES! von WILDE, LORI
Nach nur einem Kuss ist Durango klar: Sex mit Abby muss der pure Wahnsinn sein! Hals über Kopf stürzt er sich in ein berauschendes Liebesabenteuer mit der hübschen Brünetten. Aber als ein verfängliches Foto von ihnen veröffentlich wird, ist Abby plötzlich verschwunden!
ABER SEXY MUSS ER SEIN! von ROSS, JOANN
Für die Rubrik 'Traummann des Monats' sucht Chefredakteurin Judy dringend einen attraktiven Typen! Ihre Wahl fällt auf den sexy Cowboy Lucky. Aber wie soll Judy ihn davon überzeugen, halbnackt für ihr Magazin zu posieren? Mit einem heißen Flirt - und vielleicht auch mehr?
EIN MILLIONÄR IN MEINEM BETT von LETO, JULIE
Erleichtert, dass Micki seiner Schwester geholfen hat, macht Sebastian ihr ein Angebot: eine Woche Erotik pur und die Verwirklichung ihrer geheimsten sexuellen Fantasien! Doch als Micki einwilligt, erkennt Sebastian, dass seine Gefühle weit über Dankbarkeit hinausgehen ...
JoAnn Ross hat über 70 Romane geschrieben, die in 26 Ländern veröffentlich worden sind, einschließlich Russland, China, Frankreich und der Türkei. Zwei ihrer Titel sind in Auszügen im Cosmopolitan Magazin erschienen und ihre Bücher sind im Doubleday Buch Club und einem literarischen Führer veröffentlicht worden. Sie hat unzählige Preise erhalten, unter anderem den 'Lifetime Career Achievement Award'. JoAnn Ross lebt mit ihrem Ehemann in Tennessee wo sie immer wieder Inspiration in den neblig verhangenen Gebirgen vor ihrem Home - Office - Fenster gewinnt.
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1. KAPITEL
„Weißt du, was gut für dich wäre?“
„Was?“
„Wenn du dich mal richtig betrinken und dir den erstbesten tollen Kerl schnappen würdest, der dir über den Weg läuft. Das ist die beste Kur, wenn man kurz vor der Trauung sitzen gelassen wurde.“
Abby Archer warf ihrer Freundin Tess Baxter einen skeptischen Blick zu. Sie saßen nebeneinander auf Holzschaukeln hinter dem Gemeindezentrum, wo sich ein kleiner Kinderspielplatz befand. Abby trug noch ihr achttausend Dollar teures Vera-Wang-Brautkleid mit dazu passenden Pumps, während Tess ein pfirsichfarbenes Brautjungfernkleid anhatte und Sandaletten, die vorne offen waren.
Erst jetzt bemerkte Abby, dass Tess ihre Zehennägel in Neongrün lackiert hatte. Darüber musste sie unwillkürlich lächeln.
Tess gestikulierte heftig, in der einen Hand eine Flasche Tequila, in der anderen eine Tüte mit Zitronenstücken. „Den Schnaps habe ich, also lass uns losziehen und Männer suchen.“
„Danke für deinen Versuch, mich aufzumuntern, aber ich muss mich nicht betrinken oder einen One-Night-Stand haben, um mein Ego zu stärken. Es war für uns beide besser so, dass Ken mir den Laufpass gegeben hat.“
„Wirst du wohl damit aufhören?“ Tess schraubte den Deckel der Tequilaflasche ab und warf ihn hinter sich. Er landete auf dem Boden, der noch weich war vom seltenen frühmorgendlichen Regen im Mai in Phoenix.
„Womit aufhören?“
„Die Sache zu beschönigen. Du bist an deinem Hochzeitstag verlassen worden, da hast du allen Grund, schwer gekränkt zu sein.“
„Im Ernst, es macht mir überhaupt nichts aus. Ehrlich gesagt …“
„Ja?“
Abby senkte die Stimme. „Ich bin erleichtert.“
Tess gab einen verächtlichen Laut von sich. „Wie dem auch sei, Ken hat dich gedemütigt. Wenn ich versetzt worden wäre, würde ich mir eine Axt schnappen und den Kerl entmannen.“
„Du und dein Hang zum Dramatischen.“
„He …“, Tess schnippte mit den Fingern, „… soll ich ihn mir vorknöpfen? Ich stehe dir zur Verfügung.“
„Ich weiß deine Treue zu schätzen, aber wir sollten ihn lieber nicht entmannen, sonst hat er keine Zukunft mit Racy Racine.“
„Ich kann es immer noch nicht fassen, dass er mit einer Stripteasetänzerin durchgebrannt ist.“ Tess trank einen Schluck Tequila, verzog das Gesicht und biss in ein Zitronenstück. Dann reichte sie Abby die Flasche.
Abby lehnte kopfschüttelnd ab. Die rostigen Metallketten der Schaukel quietschten. „Ich hätte nur nicht erwartet, dass Ken etwas tut, was so wenig zu ihm passt. Ich meine, ich wollte ihn heiraten, weil er ein so gefestigter, bodenständiger und verlässlicher Mann war.“
„Und weil er deinem Dad gefiel.“
„Das auch.“
„Weißt du was? Ich finde, wir sollten deine Flitterwochentickets umtauschen und eine Reise machen. Du hast ohnehin zwei Wochen frei, und ich bin momentan ohne Job. Lass uns irgendetwas Verrücktes unternehmen. Wie zum Beispiel nach New Orleans fahren und uns die Zungen piercen lassen.“
„Autsch! Nein!“
„Komm schon, ich habe gehört, es soll sexuell stimulierend sein“, versuchte Tess sie zu überreden.
Abby verdrehte die Augen. „Du hältst fast alles für sexuell stimulierend. Ich finde, Sex wird im Allgemeinen überbewertet.“
Tess grinste. „Das sagst du nur, weil du noch nie großartigen Sex hattest.“
„Ich verstehe nicht, was daran so toll sein soll.“
Tess seufzte und fuhr sich durch die kurzen roten Haare. „Du meine Güte, Abby, lässt du dich denn nie einfach mal treiben?“
„Du weißt, was ich davon halte, die Kontrolle über mich zu verlieren. Es ist würdelos und zerstörerisch.“
„Los, sag die Wahrheit. Hast du nicht insgeheim von einem wilden, leidenschaftlichen Mann fantasiert, wenn du mit dem langweiligen, spießigen Ken geschlafen hast?“
„Tess!“
„Beantworte einfach meine Frage.“
„Manchmal“, murmelte Abby. Ständig, dachte sie, und deshalb lag ihr auch so viel daran, ihre sexuellen Begierden unter Kontrolle zu halten. Sie wusste aus Erfahrung, welchen Schaden zügellose Leidenschaft anrichtete, und daher fürchtete sie sich davor.
Tess’ Augen leuchteten. „Erzähl! Ist es jemand Berühmtes? Oder ist dein Traumliebhaber jemand, den du kennst?“
„Ich möchte lieber nicht darüber sprechen“, erwiderte Abby, doch sofort erschien Durango Creed vor ihrem geistigen Auge.
In ihrer Fantasie sah er noch genauso aus wie mit achtzehn, als er für immer aus ihrem Leben verschwunden war. In schwarzer Jeans, schwarzer Lederjacke und schwarzem Whitesnake-T-Shirt saß er auf seiner Ducati und flehte Abby an, mit ihm durchzubrennen. Sein markantes, attraktives Gesicht glänzte im Mondlicht, sein schulterlanges schwarzes Haar war vom Wind zerzaust, seine dunklen Augen funkelten. Und sein sexy Grinsen verhieß nichts als Ärger. Er war das genaue Gegenteil des Ritters in glänzender Rüstung gewesen.
In ihren Tagträumen sehnte Abby sich danach, dass er tat, was sein Lächeln verhieß, doch in Wirklichkeit hatte sie ihn fortgeschickt, ohne diese gefährliche Grenze zu überschreiten. Sie war nicht ihren Impulsen gefolgt.
Zum Glück. Das war das Klügste, was sie je getan hatte.
Zumindest redete sie sich das ein.
„Das ist das erste Mal, dass du auch nur andeutest, geheime erotische Fantasien zu haben“, bemerkte Tess. „Erzähl mir davon.“
„Es ist dumm. Unlogisch. Und ich sollte es besser wissen.“ Abby stocherte mit der Schuhspitze in der Erde, die in diesem Teil von Arizona eine dunkelrote Färbung hatte. Damit ruinierte sie zwar ihre Schuhe, aber wen interessierte das noch?
„Abby, jeder hat Sexfantasien. Das ist ganz natürlich. Ehrlich, ich habe schon langsam gedacht, du wärst nicht normal. Es macht mir Mut, zu hören, dass du einen Fantasieliebhaber hast.“
„Das soll normal sein? Seit zehn Jahren? Sogar noch, wenn man verlobt ist? Für mich klingt das nicht normal. Ich hätte von keinem anderen fantasieren dürfen als von Ken.“
„Wenn du von Ken fantasiert hättest, würdest du jetzt hier sitzen und dir die Augen aus dem Kopf weinen, weil er dich sitzen gelassen hat.“
„Wenn ich von meinem netten, zuverlässigen Ken fantasiert hätte, statt von dem wilden Rebellen von vor langer Zeit, wäre ich vielleicht nicht sitzen gelassen worden.“
„Du meine Güte.“ Tess klatschte erfreut in die Hände. „Dein geheimer Liebhaber ist Durango Creed!“
„Nein, ist er nicht“, log Abby rasch und musste sich das Spitzentaschentuch vor die Nase halten, um ein Niesen zu unterdrücken.
„Siehst du, was ich meine? Wenn du nicht aufhörst, dir hinsichtlich deiner Sehnsüchte etwas vorzulügen, kriegst du noch einen schweren allergischen Anfall. Außerdem ist das nichts, weswegen man sich schämen müsste, schließlich war die Hälfte der Frauen in Phoenix in Durango vernarrt.“
„Genau deswegen hatte ich … Ich bin nicht in ihn vernarrt.“ Abby nieste ein drittes Mal.
„Dafür niest du aber ziemlich oft.“
„Na schön, ich habe für ihn geschwärmt“, räumte Abby widerwillig ein.
„War das so schwer zu zuzugeben?“
Ja. Aber wenigstens nieste sie nicht mehr. „Was soll’s, das spielt jetzt keine Rolle mehr. Ich bin sicher, Durango hasst mich. Ich war so gemein zu ihm.“
„Oh, bitte, du warst noch nie zu jemandem gemein.“
„Ich wollte ihm nicht vertrauen. Ich habe ihm gesagt, ich könnte mit einem gemeinen Kriminellen keine Zukunft haben.“ Selbst heute noch bereute sie diese Worte.
„Du hast es getan, um dich selbst zu schützen. Was hättest du sonst tun sollen? Inzwischen dürfte er wohl darüber hinweggekommen sein. Was hat er sich überhaupt dabei gedacht, dir ein Ultimatum zu stellen, dich zwischen ihm und deinem Leben in Silverton Heights zu entscheiden?“
„Er war verletzt und durcheinander. Es war ein harter Schlag für ihn, als sein Vater nur vier Monate nach dem Tod seiner Mutter eine Frau heiratete, die halb so alt war wie er. Und dann stellte sein Vater sich auch noch auf die Seite seiner neuen Frau und gegen seinen Sohn …“
„Die Sache wurde nicht gerade besser dadurch, dass dein Vater Durango eine Woche ins Gefängnis steckte, weil er das Lagerhaus seiner Stiefmutter mit Graffiti beschmiert hatte“, pflichtete Tess ihr bei.
Abby schüttelte den Kopf. Es war eine schwere Zeit für sie gewesen. Und noch schwerer für Durango. „Können wir mit dieser Unterhaltung aufhören?“, bat sie.
„Jetzt wo ich dich endlich durchschaut habe? Kein Wunder, dass du froh darüber bist, dass Ken mit Racy Racine durchgebrannt ist. Du liebst Durango immer noch.“
„Ich habe ihn nie geliebt. Das war bloß eine Teenagerschwärmerei.“
„Na schön, aber dann bist du heiß auf ihn, weil du ihn hast entwischen lassen.“
„Ich bin nicht heiß auf ihn, verdammt. Es ist bloß eine dumme Fantasie.“
„Oh, pass lieber auf“, warnte Tess sie, „sonst niest du gleich wieder. Willst du nicht doch einen Schluck Tequila?“
„Alkohol hilft auch nicht weiter.“
„Was dann?“
Abby verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich weiß es nicht.“
„Ich aber.“
Sie warf Tess einen Blick von der Seite zu. „Und?“
„Du musst dich davon befreien.“
„Wovon?“
„Von Durango.“
...



