E-Book, Deutsch, Band 249, 64 Seiten
Reihe: Silvia-Gold
Ross Silvia-Gold 249
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-8934-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Was in Valencia begann
E-Book, Deutsch, Band 249, 64 Seiten
Reihe: Silvia-Gold
ISBN: 978-3-7517-8934-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Lena ist am Limit. Nach Jahren in der Münchner Werbebranche, einer toxischen Beziehung und wachsender Erschöpfung gönnt sie sich eine Auszeit an der spanischen Mittelmeerküste. Drei Wochen Sonne, Meer und Freiheit, um ihre Kraft zurückzugewinnen und zu sich selbst zu finden. Im romantischen Landhotel 'Vista del Mar' lernt sie den attraktiven Hotelchef Carlos kennen - aufmerksam, charmant und mit einem Herzen, das mehr erlebt hat, als er zeigt. Seine Ehe mit einer Deutschen zerbrach an genau dem Leben, das er so sehr liebt: dem Leben als Hotelier. Seitdem ist Nähe für ihn ein Risiko, das er kaum einzugehen wagt. Als zwischen Lena und Carlos zarte Gefühle wachsen, beginnt ein Tanz zwischen Vertrauen und Vorsicht. Beide müssen lernen, sich selbst nicht länger im Weg zu stehen. Doch alte Zweifel, kleine Missverständnisse und Carlos' Angst, Lena zu verlieren, bevor er sie wirklich gewonnen hat, gefährden alles ...
Autoren/Hrsg.
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Was in Valencia begann
Roman über eine spanische Liebe, die bleiben will
Von Lea Ross
Lena ist am Limit. Nach Jahren in der Münchner Werbebranche, einer toxischen Beziehung und wachsender Erschöpfung gönnt sie sich eine Auszeit an der spanischen Mittelmeerküste. Drei Wochen Sonne, Meer und Freiheit, um ihre Kraft zurückzugewinnen und zu sich selbst zu finden.
Im romantischen Landhotel »Vista del Mar« lernt sie den attraktiven und überaus charmanten Hotelchef Carlos kennen. Seine Ehe mit einer Deutschen zerbrach an genau dem Leben, das er so sehr liebt: dem Leben als Hotelier. Seitdem ist Nähe für ihn ein Risiko, das er kaum einzugehen wagt.
Als zwischen Lena und Carlos zarte Gefühle wachsen, beginnt ein Tanz zwischen Vertrauen und Vorsicht. Beide müssen lernen, sich selbst nicht länger im Weg zu stehen. Doch alte Zweifel, kleine Missverständnisse und Carlos' Angst, Lena zu verlieren, bevor er sie wirklich gewonnen hat, gefährden alles ...
Der Ausblick war spektakulär. Lena sah unter sich das tiefblaue Mittelmeer, gesäumt von einem breiten Strand und sich anschließenden, grün bewachsenen Hügeln. Je mehr die Maschine an Höhe verlor, desto besser konnte sie Felder und Obstplantagen, kleine weiße Dörfchen und einen weitläufigen See erkennen.
Weiter hinten erahnte sie bereits die Kulisse der Touristenmetropole Valencia. Sie erkannte den Hafen, in dem gerade zwei blitzweiße Kreuzfahrtschiffe einliefen, und konnte sogar die berühmten Gebäude der Weltausstellung ausmachen. Entspannt lehnte sie sich in ihrem Sitz zurück, lauschte dem leisen Surren des Flugzeugs und freute sich auf die Zeit, die vor ihr lag.
Als die Maschine sanft aufsetzte, sah Lena auf die Uhr. Sie war pünktlich in Valencia gelandet und konnte schnell am Gepäckband ihren Koffer in Empfang nehmen. Nur wenige Schritte trennten sie von der Autovermietung, wo der Schlüssel für den Leihwagen bereitlag.
Nach den üblichen Formalitäten ließ sie den Motor eines weißen Kleinwagens an, und ihr Herz hüpfte vor Freude. Es konnte losgehen!
Vor ihr lagen drei Wochen in einer herrlichen Umgebung. Sie würde bestimmt wunderbare Stunden am Meer erleben. Sie träumte bereits davon, im Wasser zu planschen, in der Sonne zu brutzeln und im Sand nach Muscheln zu suchen.
Außerdem würde sie hier das leckere Essen genießen, so manchen Rotwein probieren und morgens mit dem befreienden Gefühl aufwachen, keinen Termin zu haben. Egal, wo sie hinging, sie könnte so lange bleiben, wie sie wollte. Niemand, der nach ihr fragte, niemand, der etwas von ihr wollte, niemand, der in irgendeiner Form Druck auf sie ausübte. Sie würde frei wie ein Vogel sein, drei endlos lange Wochen.
Dieser Gedanke war unwirklich schön, und als sich die Schranke des Parkhauses öffnete, fühlte sie sich am Beginn eines riesengroßen Abenteuers, das sich Freiheit nannte.
Hätte man ihr vor Kurzem gesagt, dass das für sie möglich sei, hätte sie nur abweisend mit dem Kopf geschüttelt. »Ich muss doch arbeiten«, hätte sie geantwortet! Denn irgendein Kunde wartete doch immer ... Aber nun war alles anders!
Sie hatte das Navi bereits eingestellt, und die Route führte sie direkt an der Küste entlang, vorbei an malerischen Salzseen und pittoresken Reisfeldern. Dabei genoss sie den spektakulären Blick auf das tiefblaue Mittelmeer.
Das hügelige Bergland war üppig bewachsen, und dichte Orangenbaumhaine, die sie schon aus der Luft bestaunt hatte, säumten die Straße. Es gab Hänge mit Weinreben, zahlreiche Gärten und Ackerflächen, und immer wieder sanfte Hügel, an die sich malerisch weiße Häuser schmiegten, die nun in der Mittagssonne schimmerten. Dazwischen lockerten im Meereswind wogende Palmen das Bild auf und gaben der ganzen Silhouette etwas unwirklich Märchenhaftes.
Es musste ein Geschenk sein, hier leben zu dürfen, dachte sie. Sie summte den eingängigen Rhythmus der spanischen Liebeslieder im Radio mit und trommelte dazu mit den Fingern auf das Lenkrad. An einer Ampel drehte sie das Fenster herunter, sog die herrliche Luft ein und schnupperte tatsächlich den legendären Orangenduft, den sie als einfach nur betörend empfand.
Lena fand es großartig, nun hier in dieser traumhaften Natur zu sein, den Wind in den Blättern rascheln zu hören und die Ruhe genießen zu können. Sie würde versuchen, für diesen Urlaub alles hinter sich zu lassen und von nun an nicht mehr an irgendwelche Entwürfe und Pitches zu denken, auch nicht an ihren Vorgesetzten Peter und erst recht nicht an ihren Ex-Freund Tim.
Stattdessen freute sie sich auf ausgiebige Strandspaziergänge und Wanderungen durch das Gebirge. Die festen Schuhe hatte sie zuallererst in den Koffer gepackt. Ob sie auch ihre neuerstandene Regenjacke brauchen würde? Wahrscheinlich hatte sie die umsonst mitgenommen. Denn der Blick in den wolkenlosen Himmel versprach Traumwetter!
Es ging ihr so prächtig wie schon ewig nicht mehr. München und die Werbeagentur, bei der sie seit vier Jahren angestellt war, waren ganz weit weg. Wenigstens drei Wochen lang müsste sie sich nicht bei ihrem Vorgesetzten für irgendetwas rechtfertigen, das er ihr wieder anhängen wollte. Sie würde sich zwingen, die üblichen Plattformen nicht zu besuchen und auch keine Arbeits-Mails zu lesen.
Es fühlte sich neu und etwas fremd an, dass das Leben plötzlich wieder ihr allein gehörte. Ihr persönliches Ziel war es, den Tag einfach zu genießen. Auf keinen Fall wollte sie sich in diesem Urlaub fragen, ob sie noch lange eine Arbeit und ein festes Einkommen haben würde oder bald auf der Straße stehen könnte.
Sie hatte vergessen, wie leicht und beschwingt das Leben sein konnte – und auch, wie sehr sie sich danach sehnte. Wann hatte sie denn in den letzten drei Jahren ein paar zusammenhängende freie Wochen gehabt? Sie konnte sich an keine Auszeit erinnern.
Es dauerte nicht lange, und sie sah die Konturen von Gandia, dem idyllisch zwischen Bergen und Meer gelegenen Badeort, in dem sie sich eingebucht hatte.
Auf den Straßen war es in der Mittagszeit ruhig. Als sie einen besonders schönen Blick auf das Meer bekam, änderte sie spontan ihre Route. Bevor sie das gebuchte Landhotel ansteuerte, wollte sie zunächst eine Meeresbrise schnuppern. Seit der Flugbuchung hatte sie sich auf einen Strandspaziergang gefreut und wollte sich diese Stunde unbedingt gönnen.
Lena parkte den Wagen, tauschte die Ballerinas gegen ihre Turnschuhe, zog den dunkelblauen Blazer aus und warf ihn auf die Rückbank. Das kurze weiße Sommerkleid passte perfekt hierher. Sie bürstete sich einmal über ihre dunkelblonden Haare und legte ein wenig blassroten Lippenstift auf.
Dann warf sie abschließend noch einen Kontrollblick in den Spiegel und dachte, dass ihre Mutter eigentlich recht hatte: Sie konnte sich auch ohne ihr aufwendiges Topstyling sehen lassen. Sie war jetzt fünfunddreißig Jahre alt, hatte langes, glattes Haar, volle Lippen und, wie sie immer von anderen hörte, funkelnde smaragdfarbene Augen. Dazu konnte sie mit ihrer schlanken Figur punkten, die sie sich vor dem verhängnisvollen Start in der Agentur durch viel Sport erarbeitet hatte. Auch wenn sie seitdem nicht mehr trainierte, die sportliche Figur war zum Glück geblieben.
Sie schloss den Wagen ab und machte sich auf den Weg an den Strand. Aber bevor sie die Füße in den Sand steckte, steuerte sie eine Bar an, die sie direkt am Hafen entdeckte.
»Was möchten Sie trinken?«, fragte die Bedienung, eine attraktive Frau um die dreißig mit dunklem Pferdeschwanz und perfektem Make-up, aus dem besonders die knallrot geschminkten Lippen herausstachen.
Lena war froh, dass sie in der Schule ein paar Brocken Spanisch gelernt hatte, und bestellte einen Kaffee, der ihr die Müdigkeit vertreiben sollte.
»Bitte schwarz, ohne Zucker«, sagte sie höflich und sah mit Herzklopfen auf das tiefblaue Mittelmeer, das sich wie ein kuscheliger Teppich vor ihr ausbreitete.
»Haben Sie sonst noch einen Wunsch?«
Lena schüttelte den Kopf. »Nein, danke!«, meinte sie höflich.
Ihr fehlte nichts. Sie fühlte sich seit Langem endlich mal wieder richtig gut.
Der leichte Wind war mild und ungeheuer würzig. Dazu die Sonne, der blaue Himmel, die vielen bunten Blüten. In Ferienstimmung summte sie genüsslich eines ihrer Lieblingslieder: »Vamos a la playa, oh, oh, oh, oh, oh ...«
Die nette Bedienung stellte ihr den Kaffee auf das kleine Tischchen, und Lena lehnte sich zufrieden lächelnd zurück. Die Luft kribbelte ihr jetzt in der Nase. Es roch nach Meer, und in der Ferne krächzten Seevögel. Direkt vor ihr fuhr gerade ein Fischerboot vorbei, und am Kai gegenüber spazierten zwei Frauen mit ihren Hunden in der Sonne.
So sahen Urlaubsträume aus!
Ein Fährschiff tauchte am Horizont auf, vermutlich kam es aus Ibiza. Alles war neu, spannend und schön, und sie fühlte, dass sie mitten im Abenteuer angekommen war.
Nach dem Kaffeegenuss ging Lena ein paar Schritte auf eine der Holzbohlen, die in das Hafenbecken hineinragten, genoss den Wind, das sanfte Schaukeln und spürte nichts als...




