E-Book, Deutsch, 154 Seiten
Roth Seht auf die Vögel
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-9844-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Von Vögeln lernen, wie wir leben sollen
E-Book, Deutsch, 154 Seiten
ISBN: 978-3-7578-9844-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gerhard Roth ist bekennender Christ, seit über 30 Jahren verheiratet mit Evelyn, Vater von vier Kinder plus vier Schwiegerkindern, Großvater von bisher fünfzehn Enkeln, Mathematiker, Physiker, Lehrer, Messtechniker. Ein über 40-jähriges Bibelstudium, Reisen in mehr als 30 Länder, Hobbyfotografie und Vogelbeobachtung sind Zutaten, aus denen das vorliegende Buch entstanden ist.
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3. Der Adler
Schlangenadler, Südafrika
Der Adler ist das Bild für Majestät, Kraft, Macht, Herrschaft, Schnelligkeit. Könige und Länder führen ihn in ihrem Wappen. Es ist ein mächtiger Vogel und ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod. Mit über 2 m Spannweite gehört der Steinadler zu den größten Vertretern dieser Gattung. Wenn er das Kitz eines Steinbocks oder einer Gämse schlägt, dann greift er es am Kopf, seine kräftigen Krallen durchdringen die Schädeldecke und töten das Tier in wenigen Sekunden. Deshalb wird er in der Bibel als Symbol für einen heldenhaften Krieger und oft für Gott selbst gebraucht.
1. Lektion: Rettung durch Gottes Kraft, Weisheit und Souveränität
Im 32. Kapitel des fünften Buches Mose finden wir das Abschiedslied Moses kurz vor seinem Tod. Mose singt dieses Lied, damit die Israeliten sich auch nach seinem Tod immer an die große Errettung Gottes erinnern und nicht vergessen, dafür dankbar zu sein. Dabei beschreibt er diese Erlösung in Bildern, die jeder wahrhafte Christ auch auf sich selbst anwenden kann.
Bevor ich Jesus kannte, lebte ich in dieser Welt wie in einem „Land der Wüste und in der Öde, im Geheul der Wildnis“. Obwohl äußerlich alles in Ordnung zu sein schien, war es doch in meinem Inneren öd und leer und ich war wie Paulus sagt, „… einst unverständig, ungehorsam, ging in die Irre, diente mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebte in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend.“, Titus 3,3.
Schwarzer Adler am Nest, Walter Sisulu Nationalpark, Südafrika
Aber dann kam Jesus in mein Leben. Zuerst schwebte er sozusagen über mir wie der Adler, der von oben herab auf das Nest mit seinen Jungen gleitet. Er störte mich auf, breitete seine Schwingen über mich, gab mir sein Wort zur Nahrung und durch seine Kraft und Weisheit leitete er mich heraus aus der Finsternis in sein Licht. Erkenntnis meiner Sünde, Buße und errettender Glaube kam allein aus seiner Kraft. Der Weg der Erlösung wurde allein durch seine Weisheit gefunden. Wer sonst hätte einen Weg finden können, einen Sünder zu rechtfertigen und gleichzeitig die Gerechtigkeit Gottes zu wahren? Allein durch das stellvertretende Opfer Jesu am Kreuz war dies möglich. Wie Agur in Sprüche 30 stehe ich staunend vor dieser Erlösung und muss bekennen: „Das ist mir zu wunderbar, ich begreife es nicht!“ Es ist unbegreiflich wie der Flug des Adlers am Himmel.
Daran mahnt uns also jeder Adler, der auf sein Nest herabschwebt oder am Himmel kreist: Die Rettung kommt von oben, von dem, der die Macht und die Weisheit besitzt und der in seiner Souveränität, Majestät und Herrschergewalt vor ewigen Zeiten beschlossen hat: „Diesen Sünder will ich lieben und erretten!“.
Sie kommt von dem barmherzigen Gott, der lange vor unserer Geburt zu uns sagte: „Du sollst leben und nicht sterben!“.
Seeadler, Vogelpark Walserode
2. Lektion: Lebe aus Gottes Kraft, wenn du am Ende bist.
Es gibt immer wieder Situationen im Leben, wo man sagt: „Jetzt ist es genug. Ich bin am Ende. Ich kann einfach nicht mehr!“ Es kann soweit kommen, dass man wie Elia einst den Tod für sich erbittet. „Es ist genug!“
Schreiadler, Fasanerie Wiesbaden
Wir wissen nicht, warum Gott es soweit kommen lässt. Aber ein Ziel dabei ist sicher, dass wir lernen, wie das geht: aus Gottes Kraft leben.
Gottes Wort ermahnt uns zuerst: Du hast etwas vergessen. Du musst und kannst nicht aus eigener Kraft das Leben in der Nachfolge Christi leben. Erinnere dich: Da ist der ewige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Er allein hat die Macht. Ohne Ihn kannst du nichts tun.
Dann erinnert uns Gottes Wort an die Verheißung: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.“ Harre auf den Herrn! Das heißt: Bete, vertraue, warte. Dann fahre auf mit Flügeln wie ein Adler, lauf, wandle mit Gott, tue seinen Willen und du wirst nicht matt und nicht müde werden!
Gott wird in dieser Bibelstelle mit dem Adler verglichen; er allein hat Kraft und Macht. Aber er gibt diese Verheißung, dass er dem Harrenden Anteil an seiner Kraft geben wird, so dass nun dieser auffliegt wie ein Adler.
Wenn du denkst: „Das überleb ich nicht!“, dann ist Zeit zum Über-Leben. Ein Leben aus der Kraft Gottes beginnt da, wo wir selbst absolut am Ende sind. Denk daran. Sieh dir den Adler an, wenn er auffliegt in seiner unbändigen Kraft. So sollst du auch in der Nachfolge Jesu sein. Leben jenseits unserer Möglichkeiten, Über-Leben – in Christus ist es möglich. Er hat es versprochen.
Stern, auf den ich schaue,
Fels, auf dem ich steh,
Führer, dem ich traue,
Stab, an dem ich geh,
Brot, von dem ich lebe,
Quell, an dem ich ruh,
Ziel, das ich erstrebe,
alles, Herr, bist du.
Ohne dich, wo käme
Kraft und Mut mir her?
Ohne dich, wer nähme
meine Bürde, wer?
Ohne dich, zerstieben
würden mir im Nu
Glauben, Hoffen, Lieben,
alles, Herr, bist du.
Drum so will ich wallen
meinen Pfad dahin,
bis die Glocken schallen
und daheim ich bin.
Dann mit neuem Klingen
jauchz ich froh dir zu:
nichts hab ich zu bringen,
alles, Herr, bist du!
Cornelius Friedrich Adolf Krummacher 1857
3. Lektion: Stütze dich auf Gott im Alter
In welch traurigen Zeiten leben wir! Das sieht man unter anderem daran, wie alte Menschen beurteilt werden. Sie sind jenseits der Nützlichkeit, müssen verpflegt werden, gehören ins Altersheim, sind eine Last für die Gesellschaft. Das ist vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt, aber im Kern ist es so. Ich meine, dass es ein Anzeichen einer dekadenten Gesellschaft ist, wenn Alte nicht mehr wertgeschätzt werden. Schaut man in die Geschichte, dann sieht man viele positive Beispiele dafür, wie hochgeachtet in manchen Kulturen das Alter war.
Sprichwörtlich ist das Ansehen des weisen Nestor3 von Pylos. Liest man Homers Illias und Odyssee, dann kann man sich daran freuen, wie der alte „gerenische reisige Nestor“4 als unersetzlicher Ratgeber angesehen war. Vielleicht noch mehr als bei den Griechen galten die Alten bei den Römern. Alle Entscheidungen für die Republik wurden im Senat gefällt und „Senat“ ist abgleitet von dem lateinischen Wort „senex“, was „alter Mann“ oder „Ältester“ bedeutet. Der Staat wurde also von einem Ältestenrat gelenkt und ein Senator war zumindest in der frühen römischen Republik immer ein alter Mann. Nur einem solchen traute man zu, dass er genügend Lebenserfahrung und Weisheit angesammelt habe, um Ratgeber für weitreichende Entscheidungen zu sein, die das Wohl und Wehe der ganzen Gesellschaft...




