E-Book, Deutsch, 249 Seiten
Reihe: LYX.digital
Rothert Chicago Devils - Für dich allein
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1516-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 249 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-1516-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Um seine Karriere (und womöglich sogar sein Leben) zu retten, muss sich Hockeystar Alexei seinen Dämonen stellen!
Nach einem Autounfall muss Hockey-Star Alexei Petrov in eine Entzugsklinik, da er betrunken gefahren war. Tut er es nicht, droht ihm das Aus für seine Karriere. Alexei ist entschlossen, so schnell wie möglich aus der Klinik wegzukommen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Therapeutin Graysen gemacht. Diese durchschaut ihn sofort und lässt sich von seinem Charme nicht täuschen. Graysen erkennt, dass Alexei sich seinen Problemen stellen muss, um sich nicht selbst zugrunde zu richten. Dass sie dabei auf jede Menge Widerstand trifft, hat sie erwartet - womit sie nicht gerechnet hat, sind die tiefen Gefühle, die sie schon bald für den heißen Hockeyspieler entwickelt.
'Brenda Rotherts Bücher sind so viel mehr als gewöhnliche Sports Romances. Sie erfüllt ihre Geschichten mit Herz und Seele!' Saucy Southern Readers
Band 5 der Sports-Romance-Reihe CHICAGO DEVILS von Bestseller-Autorin Brenda Rothert
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Alexei
Ich muss einen höllischen Kater haben. Mein Wecker klingt, als befände er sich unter Wasser, und meine Augenlider fühlen sich an, als wären sie aus Blei.
Ich versuche das Alarmsignal des Weckers auszublenden, das aus meinem Smartphone auf dem Nachttisch dringt. Als es nicht funktioniert, versuche ich, nach dem Gerät zu greifen, aber mein Arm lässt sich ebenso wenig bewegen wie meine Augenlider.
Vielleicht ist es gar kein Kater. Vielleicht liege ich gerade bewusstlos auf dem Eis? Vielleicht muss man mich auf einer Trage abtransportieren, denn ich bin offenbar absolut nicht in der Lage aufzustehen. Falls Mason McAllister mich bewusstlos geschlagen hat, werde ich dieses Arschloch allerdings fertigmachen, sobald ich wieder stehen kann. Er spielt als Flügelstürmer für Toronto, und er hat es auf mich abgesehen, seit er herausgefunden hat, dass seine Schwester mich letztes Jahr nach einem Heimspiel von ihnen mit nach Hause genommen hat.
»Ich melde mich freiwillig, ihn zu baden«, sagt eine Frauenstimme.
Ein Kichern folgt, und eine andere Frau antwortet: »Stell dich hinten an.«
Ach du Scheiße. Zwei Frauenstimmen … das kann nur bedeuten, dass dies der Morgen nach einem Dreier ist, aber so, wie es in meinem Kopf hämmert, sind das zwei Frauen mehr, als ich gerade bewältigen kann.
Ich öffne den Mund, will etwas sagen, kriege aber nur ein Grunzen zustande. Und dann, nach einer Zeit, die sich wie ein verdammtes Jahr anfühlt, bekomme ich endlich langsam meine Augen auf. Bei dem grellen Licht, das mich blendet, kneife ich sie jedoch sofort wieder zusammen.
»Na, aber hallo«, sagt die eine Frau. »Schön, dass Sie wach sind.«
Ich zwinge mich erneut, die Augen zu öffnen, und blinzle sie an. Da steht eine Frau in mittleren Jahren, mit ergrauendem Haar und einem warmen Lächeln. Ich meine … sie ist nicht direkt unattraktiv, aber sie ist eine ganze Ecke älter als die Frauen, mit denen ich mich für gewöhnlich einlasse.
Mist. Ich muss gestern Nacht wirklich gesoffen haben. Ich hoffe nur, dass ich gut im Bett war.
Als ich versuche, mich aufzurichten, kann ich mich kaum bewegen. Dies ist der schlimmste Kater, den ich jemals hatte. Vielleicht ist es eine Alkoholvergiftung. Oder hat mir jemand etwas in meinen Drink gemischt und mich so übel zugerichtet? Was immer da passiert ist, ich will nur weg hier und nach Hause, um zu schlafen und mich auszunüchtern. Nie im Leben werde ich es heute Morgen zum Training schaffen.
»Geh und hol Dr. Harvey«, sagt die nicht mehr ganz junge Frau zu der anderen.
Mir fällt nun auf, dass sie beide hellgrüne Oberteile und Hosen tragen, irgendwie wie im Krankenhaus. Schlagartig wird es mir klar – ich befinde mich in einem Krankenhaus. Das Piepen kam nicht von meinem Wecker, sondern von den Apparaten, an die ich angeschlossen bin.
Das ist alles, was ich zusammenkriege. Und da ich mich nicht daran erinnern kann, wie ich hierhergekommen bin, ist mein erster Impuls der, hektisch zu überprüfen, ob alle meine Körperteile noch am Platz sind. Aber ich bin immer noch so groggy und so langsam, dass sich nichts so schnell bewegt, wie ich es will.
»Alexei, Sie befinden sich im Austin Memorial Medical Center«, sagt die Frau links von mir. »Ich heiße Sherrie und bin hier Krankenschwester.«
Ich versuche zu sprechen, aber meine Kehle ist so trocken, dass ich kein Wort herausbringe. Sherrie hält mir einen Becher mit einem Strohhalm an den Mund, und ich nehme einen Schluck und räuspere mich.
»Sie hatten einen Autounfall«, sagt Sherrie. »Sie waren jetzt ungefähr zweiundsiebzig Stunden lang in einem künstlichen Koma. Die Ärzte wollten Ihrem Körper Zeit geben, sich auszuruhen.«
Ich räuspere mich abermals und brauche meine ganze Energie, um zwei Worte herauszubringen. »Wie … schlimm?«
Sherrie lächelt. »Darüber wird der Arzt mit Ihnen reden. Versuchen Sie erst mal, sich einfach zu entspannen.«
Mein Krankenhausbett steht mit dem Kopfende leicht erhöht, und ich schaue mir meine Umgebung an. Es ist ein gewöhnliches Krankenhauszimmer, und fast jede Oberfläche ist entweder beige oder weiß. Ich bemerke ein Whiteboard, auf dem oben in blauem Textmarker mein Name steht, und das darunter gekritzelte Datum liegt vier Tage nach dem letzten Tag, an den ich mich erinnere.
Ein hochgewachsener Arzt mit kurzem, dunklem Haar kommt herein.
»Alexei, ich bin Dr. Harvey. Wie fühlen Sie sich?«
»Müde«, gestehe ich.
»Ja, das war zu erwarten.« Er greift nach dem Stethoskop, das um seinen Hals hängt. »Ich schaue Sie mir kurz an, und dann reden wir über Ihre Verletzungen.«
Er hantiert an mir herum, und ich kann nur mit Mühe die Augen offen halten. Sherrie schaut vom Fußende des Bettes aus zu, und in dem Moment wird mir bewusst, dass wir drei die einzigen Personen in diesem Raum sind.
Mein Zwillingsbruder Anton ist nicht hier. Martin und Laura, meine Adoptiveltern, ebenso wenig. Meine Trainer und Mannschaftskameraden glänzen ebenfalls verdächtigerweise durch Abwesenheit.
Schert sich eigentlich irgendjemand einen Dreck um mich? Ich habe drei verdammte Tage im Koma gelegen, und niemand ist hier, um festzustellen, ob ich aufwache oder nicht.
Typisch. Anton ist immer der Musterknabe gewesen und ich war immer der Buhmann.
Ein Autounfall … daran erinnere ich mich nicht. Als Letztes erinnere ich mich, auf dem Heimweg von einer Bar an einer Horde Kühe vorbeigefahren zu sein.
Dr. Harvey hängt sich das Stethoskop wieder um den Hals und zieht sich einen Stuhl neben das Bett. Kein gutes Zeichen.
»Sie hatten Glück«, eröffnet er mir, und in seinen dunklen Augen ist deutlich seine Missbilligung zu lesen. »Gebrochenes Handgelenk, ausgekugelte Hüfte, eine Schwellung des Gehirns und jede Menge Schnittwunden und Prellungen. Aber das sollte alles verheilen.«
Ich schaue auf mein rechtes Handgelenk, das in einem Gipsverband steckt, und komme zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich nicht der beste Zeitpunkt für einen Scherz darüber ist, dass ich mir nun keinen mehr runterholen kann.
»Hat irgendjemand meinen Bruder Anton angerufen?«, frage ich mit rauer Stimme. »Und meinen Trainer?«
Dr. Harvey nickt. »Ihr Trainer war immer mal wieder hier, um nach Ihnen zu sehen, und Ihre Eltern waren ebenfalls da. Sie sind in ihr Hotel gefahren, um ein wenig zu schlafen.«
»Die Carrs? Martin und Laura?«
»Ja. Sie haben gesagt, sie seien Ihre Eltern. Sie gehören doch zur Familie, oder?«
»Ja. Meine Adoptiveltern.«
»Wie fühlen Sie sich jetzt?«
Ich bringe ein einziges Grunzen freudlosen Lachens hervor. »Als hätte mich ein Lastwagen überfahren.«
»Schmerzen?«
»Eigentlich nicht, ich bin nur benommen.«
»Gut. Sie kriegen per Infusion Schmerzmittel.«
»Wann werde ich wieder spielen können?«
Der Arzt wendet den Blick ab. »Das weiß ich nicht. Es ist schwer, das genau vorherzusagen.«
»Aber Sie haben gesagt, es würde alles wieder verheilen, richtig? Ich werde wieder spielen können, wenn das hier vorbei ist?«
Er stößt einen schweren Seufzer aus. »Erst mal müssen Sie sich darauf konzentrieren, wieder gesund zu werden. Und wenn Sie bereit sind, will die Polizei mit Ihnen reden.«
»Scheiße«, murmle ich.
»Ich überlasse es lieber denen, Ihnen alles zu erklären …«
Ich falle ihm ins Wort. »Nein, sagen Sie es mir einfach. Was ist passiert?«
»Soweit ich das verstanden habe, sind Sie mit fast hundertzwanzig Kilometern pro Stunde von der Straße abgekommen und dann etwa vierhundert Meter über den Acker eines Bauern gerast … bevor Sie in seine Scheune gekracht sind.«
»Das erklärt die Kühe«, murmle ich.
»Wie bitte?«
Ich will ihm antworten, aber es kostet mich meine ganze Kraft, nur die Augen offen zu halten.
»Ruhen Sie sich ein wenig aus«, rät er mir und steht auf. »Entscheidend ist, dass Sie noch einige Tage hier sein werden, und wenn alles gut verläuft, werden Sie danach in die Physiotherapie entlassen.«
Ich bin nicht nur außerstande, ihm zu antworten, ich kann nicht einmal mehr die Augen offen halten.
Schlaf überwältigt mich.
Diesmal ist es leichter, aufzuwachen. Ich blinzle, als meine Augen sich an das Licht im Zimmer gewöhnen. Dann zucke ich beim Klang einer lauten, unangenehmen Frauenstimme zusammen.
»Sie sind ein Vollidiot«, tönt sie vom Bildschirm des Fernsehers, der unter der Decke an der mir gegenüberliegenden Wand installiert ist.
Ich richte mich auf und versuche herauszufinden, wo die verdammte Fernbedienung ist.
»Gut, Sie sind wach«, sagt ein Mann, der auf einem Stuhl in der Ecke meines Zimmers sitzt. »Dachte ich mir doch, dass Judge Judy das vielleicht fertigbringt.«
Er steht auf und kommt an mein Bett. Ich registriere das sorgfältig gekämmte Haar und den schicken Anzug und versuche zu ergründen, wer er ist.
»Sind Sie Polizist?«, frage ich mit immer noch rauer Stimme.
Er zieht die Brauen hoch und wirkt amüsiert. »Nein. Ich bin Olivier Durand.«
Verwirrt verziehe ich das Gesicht. »Der Besitzer der Chicago Devils?«
»Genau der.«
»Schlafe ich noch?«
Durand lacht und zieht seinen Stuhl an mein Bett. »Nein, warum?«
»Ich … kann mir einfach nicht erklären, warum mein Bruder nicht hier ist, dafür aber der Eigentümer seiner Mannschaft.«
»Anton ist...




