Rudden | Shadow Knights - Prinzessin der Dunkelheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten

Reihe: Shadow Knights

Rudden Shadow Knights - Prinzessin der Dunkelheit


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7336-5217-3
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten

Reihe: Shadow Knights

ISBN: 978-3-7336-5217-3
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Denizen hat sich den sogenannten Schattenjägern angeschlossen, die die Welt vor dunklen Dämonen retten sollen. Seine erste Schlacht gegen die Schattendämonen aus Tenebris hat er überlebt. Doch wie geht es weiter? Wird jetzt Frieden zwischen den Menschen und den Dämonen möglich sein? Und was hat es mit der geretteten Tochter des Schattenkönigs auf sich? Kann Denizen ihr vertrauen oder verfolgt die dunkle Prinzessin ihre eigenen Pläne? Der zweite Band von Dave Ruddens fulminanter »Shadow Knights«-Trilogie: atemberaubende Spannung in einer fesselnden phantastischen Welt!

Dave Rudden, geboren 1991, lebt als Autor, Geschichtenerzähler und Schauspieler in Dublin, Irland. Er hat den Studiengang Kreatives Schreiben am University College Dublin mit Auszeichnung abgeschlossen, und seine Gedichte und Kurzgeschichten wurden bereits in mehreren Zeitschriften veröffentlicht sowie für verschiedene Preise nominiert.
Rudden Shadow Knights - Prinzessin der Dunkelheit jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Prolog


Auserwählt

Uriel und seine Schwester kämpften in der spinnwebgrauen Morgendämmerung auf dem Grab ihrer Großmutter.

Ihr Mausoleum war das größte auf dem Hügel – Stein und Gold und dunkles Elektrum, glatt und kantig und voller Spitzen. Ganz wie die alte Frau selbst, wenn man Großvaters Geschichten Glauben schenkte, und für Uriel galt jedes Wort aus dem Munde Großvaters als Gesetz.

Kalte Linien und scharfe Kanten – das waren die Familienwerte, die die Croits hochhielten.

Mit dem Summen und Klirren von Stahl fand eine Waffe die andere. Nackte Füße traten Tau vom eisglatten Marmor. Fast wäre Uriel ausgerutscht, doch dann hielt er sich mit einer Hand an einer Spitze fest und holte mit der anderen nach Ambrel aus.

Sie sprang zur Seite. Natürlich. Uriel mochte stärker sein, aber Ambrel war schneller. Doch obwohl sein Körper vom Zusammenstoß mit den Steinstacheln der Mausoleumskrone schmerzte, lachte auch er. Er konnte nicht anders.

»Meinen Wachstumsschub«, stieß er hervor, während er ihre Hiebe parierte, »wirst du mir wohl nie verzeihen, oder?«

»Es ist Wachstumsschub«, rief sie. »Du hast ihn bloß gestohlen.«

Sie sprang in das Labyrinth der tiefer liegenden Gräber.

Uriel verfolgte seine Schwester durch den Garten der Wartenden – eine Stadt der Toten. Kein Grabmal glich dem anderen. Die Nekropolis war eine zusammengewürfelte Ansammlung bleicher Türme und Grüfte mit niedrigen Giebeln, Dolmen aus der Vorzeit und verwitterten Sarkophagen, deren einzige Gemeinsamkeit das allgegenwärtige Emblem einer Krähe auf einer Skeletthand war.

Es gab zwar diese Redewendung von Draußen –  –, doch hier in der Totenstadt drängten sich die Jahrhunderte wie Cousins aneinander und erzählten die Geschichte der Croits in Statuen und Stein. Einige Wege zwischen den Gräbern waren so breit wie die Boulevards einer Stadt – die Graskanten waren penibel gerade geschnitten, aus der Erde zwinkerten Pfingstrosen. An anderen Stellen waren die Statuen vorgerückt und streckten die Hände nach ihren Brüdern und Schwestern auf der anderen Seite aus, ein Wirrwarr von Gliedmaßen und ausdruckslosen weißen Gesichtern.

Die Erde war von Gedenktafeln bedeckt, das letzte Zeichen der Verstorbenen. Uriel beachtete sie nicht weiter. Er kannte ihre Namen in- und auswendig.

Er zwängte sich durch ein Dickicht aus Großtanten und legte auf der Schulter von

EUTHALIA CROIT

– im Kampfe gefallen –

eine kurze Pause ein, um sich zu orientieren.

Eine andere Familie hätte es vermutlich respektlos gefunden, die Ruhestätten der Vorfahren als Übungsplatz zu benutzen. , dachte Uriel. Genau das machte einen schließlich zu einem Croit: Die Ansichten Familien waren ohne jede Bedeutung. Dass sich Uriel überhaupt mit den Gefühlen anderer beschäftigte, hatte mit Großvater zu tun, der ihn gelehrt hatte, dass es nützlich war, sich in den Feind hineinzuversetzen. Und genau das waren andere Menschen. Nicht, weil sie irgendetwas getan hatten – Versuche, den Croits etwas waren in der Vergangenheit ziemlich nachhaltig entmutigt worden –, sondern weil sie nicht zur Familie gehörten, nicht zu den Auserwählten zählten. So einfach war das.

Uriel schwang sich von Euthalia herunter und tätschelte ihr liebevoll das Knie. Zu wissen, dass sie zu seiner Ausbildung beitrug, würde sie bestimmt freuen. Croit’sches Blut war schließlich Mangelware. Und tot zu sein war noch lange kein Grund, den Dienst an der Familie einzustellen.

Bis auf die krächzenden fetten grauen Krähen war es still in der Totenstadt. Uriel nickte im Vorbeigehen einer von ihnen zu und berührte den aufgestickten Vogel auf seinem Hemd, damit er ihm Glück brachte.

Wäre er an Ambrels Stelle – die Vorstellung war nicht so schwierig, denn ihr Herzschlag lag höchstens eine halbe Sekunde auseinander, und so war es auch immer gewesen –, würde er sich langsam, vorsichtig bewegen, würden seine bleiche Haut und das ergrauende Haar ihn zwischen den Statuen unsichtbar machen, sie waren die natürliche Tarnung eines Croit.

Eine Spur. Eine winzige Bewegung. Von einem Bein, das eigentlich reglos sein sollte.

Uriel schlich darauf zu, seine eigenen Gliedmaßen verursachten keinerlei Geräusch, er hielt die Luft an. Seine Jagd wurde von anerkennenden Blicken toter Verwandter verfolgt, sein Hinterhalt war bereits geplant.

Weiter vorn, wo sich Mittelalter und Renaissance überlappten, machte der Weg eine Kurve. Uriel hatte diesen Abschnitt des Gartens schon immer besonders gemocht – Geschichte war sein Lieblingsfach, und die Bildhauer hatten keine Kriegswunde ausgelassen. Die Rüstungen waren verbeult, jedes Lederband und jedes Kettenglied war liebevoll in Stein gemeißelt. Uriel hatte Stunden in den Archiven der Galerie der Tränen verbracht und den Zusammenhang zwischen Geschichten und Narben hergestellt.

Es war ein guter Platz für einen Angriff aus dem Hinterhalt, vor allem weil es Ambrel zutiefst ärgern würde, wenn Uriel sie an seiner Lieblingsstelle zur Strecke bringen würde, nachdem sie den Garten als Kampfplatz ausgewählt hatte.

Bei Geschwistern ging es immer um Kleinigkeiten.

Die Gestalt weiter vorn war stehen geblieben. War Uriel zuvor lautlos gewesen, verwandelte er sich nun in einen Geist. Als er eines der Mausoleen hinaufkletterte –

LORD TERRATAS CROIT

– starb betrogen –

und wie ein Gecko über dessen Dach krabbelte, bewegte er kaum Luft. Aus Angst, sein durchdringender Blick könne sie vorwarnen, hielt er den Kopf gesenkt.

Uriel straffte sich, sein Schwert zitterte knapp über dem Marmor, dann setzte er zum Sprung an.

Nichts.

Er landete mit einem anmutigen Purzelbaum, der allerdings keinerlei Wertschätzung erfuhr. Mit erhobenem Schwert drehte er sich im Kreis, um einen Angriff abzuwehren, der jedoch ausblieb.

Und dann, aus heiterem Himmel, war sein Schwert verschwunden, jemand hatte es ihm aus den Fingern geschlagen, die sofort taub wurden. Als er ein Wimmern ausstoßen wollte, wurde ihm der Mund mit einer Faust gestopft, die Welt explodierte in schlieriger Dunkelheit. Als er auf den Boden knallte, war er beinahe erleichtert.

Uriel spuckte Gras aus. »Großvater.«

Großvater war ein kantiger Mann, dünn und fremd und mit einer Eisenblume auf der Wange; er sah aus, als sei er aus dem Herzen eines Gletschers gemeißelt worden, seine Haut war farblos und spannte sich straff über den Schädel. Manchmal wartete Uriel nur darauf, dass das Licht durch ihn hindurchscheinen würde, doch dann gab es wieder Momente, in denen der alte Mann der kompakteste Gegenstand der Welt war, fest und schwer wie ein Neutronenstern.

Als er die rechte Hand anspannte, ächzten seine Sehnen. Sein linker Ärmel hing leer herunter.

»Was hast du falsch gemacht?«

Es war die Standardfrage des alten Mannes.

»Ich habe mich zu sehr auf das Ziel konzentriert«, erwiderte Uriel wie aus der Pistole geschossen und rappelte sich auf die Knie. »Und nicht daran gedacht, dass ich selbst zum Ziel werden könnte.«

Nichts an Uriels Miene verriet, dass Ambrel sich langsam an Großvater heranpirschte. Kein einziger Muskel. Keine Wimper. Seine Augen waren die von Großvater: kalt, ruhig und glasfarben.

»Wenn unsere Stunde schlägt, müssen wir bereit sein zu sterben, Uriel«, knurrte sein Großvater. »Aber wir sind Croits.« Er sprach den Namen mit dem harten Stolz aus, den die scharfe Silbe verlangte. Hinter ihm funkelte Ambrels Schwert.

»Unser Blut ist seltener als der reinste Diamant, das feinste Gold. Opfer sind selbstverständlich. Aber nur wenn –«

Ambrel schlug zu, es war ein perfekter Hieb, und Großvater wich ihm aus, als seien sie zwei Teile derselben Maschine. Der Schwung ihrer Bewegung ließ Ambrel mit einem in seinem Ellbogen landen, doch während sie benommen zurückwankte, kickte sie das Schwert, das Uriel hatte fallen lassen, mit dem Fuß in die Handfläche ihres Bruders. Er sprang mit einem Knurren auf –

Großvater hob die Hand.

Uriel hielt sofort in seinem Sprung inne und drehte das Schwert zum Gruß. Ambrel folgte auf dem Boden verlegen seinem Beispiel.

»Wenn es Ihr Wille ist«, beendeten sie einstimmig Großvaters Satz.

Aus seinem Mund dröhnte es allerdings wesentlich beeindruckender, dachte Uriel. Die Stimme des Familienoberhaupts klang immer, als würde eine Säge einen Sargdeckel zweiteilen. Uriels hingegen war nach wie vor noch in dieser unbestimmten kieksigen Phase, die ihn zögern ließ, sie überhaupt einzusetzen.

»Gut«, erwiderte Großvater. »Es ist Zeit.«

Zwei Herzschläge setzten aus, mit einer halben Sekunde Abstand.

Der Familiensitz der Croits trug den Namen Eloquenz und war eine Burgruine. Sie lag auf einer nur wenige Kilometer breiten Insel, deren Mitte vom Axthieb eines Tals geteilt wurde, steil und kahl und brutal, als habe jemand versucht, die Welt zu ermorden, und dies sei die Stelle, an der die Klinge niedergesaust war. An den Abhängen standen vereinzelt zerzauste, dürre Bäume. Die Luft roch nach Staub und dem entfernten Meer und war so kalt, dass sich das schwache Sonnenlicht auf Uriels Haut wie Eiswasser anfühlte. Es war keine Landschaft, die sich damit zufriedengab, von...


Rudden, Dave
Dave Rudden, geboren 1991, lebt als Autor, Geschichtenerzähler und Schauspieler in Dublin, Irland. Er hat den Studiengang Kreatives Schreiben am University College Dublin mit Auszeichnung abgeschlossen, und seine Gedichte und Kurzgeschichten wurden bereits in mehreren Zeitschriften veröffentlicht sowie für verschiedene Preise nominiert.

Dave RuddenDave Rudden, geboren 1991, lebt als Autor, Geschichtenerzähler und Schauspieler in Dublin, Irland. Er hat den Studiengang Kreatives Schreiben am University College Dublin mit Auszeichnung abgeschlossen, und seine Gedichte und Kurzgeschichten wurden bereits in mehreren Zeitschriften veröffentlicht sowie für verschiedene Preise nominiert.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.