Rudolf | Dogs & Crime | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 410 Seiten

Rudolf Dogs & Crime


2. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8192-1805-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 410 Seiten

ISBN: 978-3-8192-1805-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kriminalgeschichten, bei denen Hunde bei der Aufklärung eine Rolle spielen. Heitere Geschichten. Drei Kriminalgeschichten um Donny, dem Hund eines Privatdetektivs.

Die Autorin lebt mit ihrem Mann und Kater Tiger in einer kleinen Stadt am Wiehengebirge. Dogs & Crime ist das 33. Buch der Autorin. In ihren Kriminalgeschichten helfen Tiere bei den Ermittlungen. Die Kriminalgeschichten sind nicht ganz ernst gemeint. Außerdem hat die Autorin Tiergeschichten, Weihnachtsgeschichten und verschiedene Geschichten aus dem Leben veröffentlicht.
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Autoren/Hrsg.


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Privatdetektei Morgenrot


Das Dream-Team


Was macht man als ehemaliger Bulle, der mit Mitte Vierzig, noch dazu unehrenhaft, aus dem Dienst entlassen worden ist? Ja eben, man sucht sich einen Job bei einer Security-Firma oder man macht sich eben selbstständig als Privatdetektiv. Ich habe letzteres vorgezogen, wie Sie sehen. Ich wollte mich nie mehr mit irgendwelchen Vorgesetzten herumschlagen müssen, denn das war seinerzeit der Grund für mein Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst. Wie es dazu kam? Wollen Sie das wirklich wissen? War ´ne ziemlich dumme Sache, und ich rede nicht gern darüber; aber, na schön, weil Sie es sind. Im Grunde bin ich ein ruhiger und verträglicher Typ. Ich verliere nicht so schnell die Nerven, aber gelegentlich kommt doch das Temperament meiner irischen Großmutter durch. Mit meinen alten Kollegen bin ich immer gut klargekommen, bis zu dem Tag, als sie uns diesen neuen Staatsanwalt vor die Nase gesetzt haben. So ein geschniegelter Yuppie-Typ, noch ziemlich grün hinter den Ohren, aber arrogant, anmaßend und ungerecht dazu. Irgendwann hatte ich buchstäblich die Faxen dicke mit dem Kerl und habe ihm eine reingehauen – noch dazu vor versammelter Mannschaft. Das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Trotzdem, ich bereue es nicht, auch wenn die Folge davon ein Disziplinarverfahren und am Ende mein Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst war. Beamtenpension ade – was soll´s!

Ach ja, einen Partner habe ich übrigens auch. Das ist mein Hund Donald, eine mittelgroße Promenadenmischung. Den habe ich eines Nachts auf einem Parkplatz an der Autobahn gefunden. War an einem Baum angebunden und kurz vor dem Verhungern, das arme Tier. Seit ich ihn gerettet habe, ist er mein allerbester Kumpel und folgt mir auf Schritt und Tritt, egal wohin ich auch gehe. Seit meiner Scheidung, das war kurz nach meinem „Fehltritt“ bei der Polizei, wie Marlene, meine Exfrau, es ausdrückt, ist Donald meine Familie, und mehr brauche ich nicht. Auf ihn ist unbedingt und unter allen Umständen Verlass. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es das: Menschen können Dich irgendwann enttäuschen, Tiere nicht!

Anfangs habe ich uns mit Beschattungen untreuer Ehepartner und dergleichen über Wasser gehalten, aber seitdem ich einen fetten Steuerbetrug aufdecken konnte, und sogar bei einem Mordfall zur Aufklärung beigetragen habe, ist das nicht mehr nötig – zum Glück! Mit meinem neuen Klienten habe ich jetzt einen dicken Fisch an Land gezogen, wie es scheint. Allerdings weiß ich noch immer nicht, worum es geht. Das wollte er am Telefon nicht sagen, der Herr Seewald. Das ist der Inhaber der größten Lebensmittelkette unserer Region. Der hat sich heute Morgen bei mir gemeldet und um einen schnellen Termin gebeten. Heute Nachmittag kommt er ins Büro, mal sehen, was er auf dem Herzen hat.

Hi Fan`s! Ich heiße Donald, werde aber meistens nur „Donny“ gerufen. Ich bin sozusagen der Juniorpartner von „Düse“, und weil der genug um die Ohren hat, werde ich ab hier übernehmen.

„Düse“, so wird mein Herrchen von seinen Freunden und Bekannten genannt. Weil sein Name Düsediekerbäumer, so heißt er nämlich offiziell, viel zu lang ist. Ich denke, er hat nichts dagegen, wenn wir ihn im Folgenden auch als Düse bezeichnen. Ich bin echt froh, dass er mich damals befreit und mitgenommen hat. Wir hatten es nicht immer so gut wie jetzt. Ich erinnere mich noch gut daran, dass er öfter seine letzten Centstücke zusammengekratzt hat, nur um eine Dose Hundefutter für mich zu kaufen; dafür hätte er sicher auch eine Flasche Bier für sich bekommen können. Das habe ich ihm hoch angerechnet! Ganz schlimm waren die Tage, an denen so gut wie gar nichts mehr im Hause war, und wir uns, um wenigstens halbwegs satt zu werden, einen Topf mit gekochten Nudeln teilen mussten.

„In der Not frisst der Teufel Fliegen!“, hat Düse das kommentiert. Aber er hat bestimmt nie daran gedacht mich wieder auszusetzen! Düse ist ein anständiger Kerl! Nicht so wie mein voriges Herrchen. Erst hat er mich zu sich geholt, dann kam seine neue Freundin, der war ich sowieso ein Dorn im Auge, und wenig später wollten sie gemeinsam in Urlaub fahren. Wohin mich das geführt hat, das hat Düse Euch ja schon erzählt. Das war verdammt unfair! Aber jetzt Schwamm drüber, das ist besser für uns alle. –

Er hat es auch nicht leicht gehabt, mein Freund. Das habe ich so nach und nach erfahren. Er ist wirklich gutmütig, aber ab und zu rastet er doch aus; und zwar immer dann, wenn man ihm zu tüchtig zusetzt. Könnte ich auch nicht ertragen!

Jetzt ist etwas im Busch, wie die Menschen sagen, das spüre ich genau. Düse erwartet hohen Besuch, deshalb ist er nervös. Muss er doch eigentlich gar nicht, mit mir an seiner Seite.

Außerdem gibt es da ja auch noch Thea, das ist die Dritte im Bunde. Seitdem Düse nicht mehr ganz so knapp bei Kasse ist, hat er sie zu seiner Unterstützung eingestellt, halbtags. Mehr ist allerdings derzeit noch nicht drin, obwohl Thea sicher gern öfter und länger kommen würde, und das nicht nur ins Büro. Das weiß ich, weil sie ihn ab und zu, wenn sie denkt, es merkt niemand, schmachtend von der Seite ansieht, meinen Düse. Sie ist übrigens auch die Einzige, die ich kenne, die ihn bei seinem Vornamen nennt; Harry, so heißt er, aber ich glaube fast, einfach Düse wäre ihm lieber. Ich glaube sogar, Thea hätte nichts dagegen, ganz bei uns einzuziehen. Von mir aus hätte sie freie Bahn, ich mag sie, aber Düse ist immer noch nicht über Marlene hinweg, fürchte ich. Und solange das so ist, bemerkt er Thea als Frau gar nicht. Für ihn ist sie wie ein Möbelstück, nützlich und hilfreich, mehr nicht. Arme Thea! Deshalb versucht sie eben auf andere Weise unentbehrlich für ihn zu werden, immer in der Hoffnung eines Tages doch von ihm gebraucht und geliebt zu werden. Und sie ist wirklich tüchtig, unsere Perle! Sie hat seine Buchhaltung erst mal richtig in Schwung gebracht. Seitdem sie sich darum kümmert, gibt es kaum noch unbezahlte Rechnungen. Säumige Klienten werden pünktlich von ihr angemahnt, und wenn das nicht hilft, dann droht sie mit anderen Konsequenzen. Da hat sie wirklich den Bogen raus, sagt Düse manchmal zu ihr. Dann strahlt Thea und wähnt sich ihrem Ziel ein kleines Stückchen näher. Sie sorgt gut für uns, passt auf, dass immer genug Kaffee und Tee vorhanden ist, kauft Leckerli für mich, und hat auch immer ein Aspirin für Düse in petto, wenn er mal wieder in seiner Stammkneipe versackt ist. Das kommt zum Glück nur selten vor, aber gelegentlich packt ihn der „Weltschmerz“, wie er zu sagen pflegt. Dann geht er manchmal raus, um ihn im Alkohol zu ertränken. Keine gute Methode, scheint mir, aber das muss er selbst wissen.

Kurzum, Thea wäre schon ein tolles Frauchen. Sie ist lieb, tüchtig und auch nicht unattraktiv, aber wie gesagt, Düse bemerkt es kaum. Vielleicht sollte ich den beiden doch mal auf die Sprünge helfen, aber wie?

Der Klient


„Guten Tag, ich bin Gunther Seewald. Sie hatten mir einen Termin gegeben.“

„Herr Seewald, guten Tag. Ich freue mich, Sie kennenzulernen. Bitte nehmen Sie Platz, darf ich Ihnen einen Kaffee oder eine andere Erfrischung anbieten?“

Mit diesen unverbindlichen Worten begrüßt Düse immer seine Besucher. Dieser ist anders, das habe ich in der Nase. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mit dem noch Probleme geben wird. Vielleicht hat er selbst Dreck am Stecken, aber das werden wir schon rauskriegen, denke ich.

„Um was geht es denn, Herr Seewald, was kann ich für Sie tun?“, pirscht Düse sich jetzt langsam vor.

„Das ist eine etwas heikle Angelegenheit, in der ich Ihre Hilfe benötige“, antwortet Herr Seewald.

„Das dachte ich mir schon, weil Sie am Telefon nicht darüber sprechen wollten.“

„Ja, das ist richtig. Ich denke, ich muss relativ weit ausholen, damit Sie mein Dilemma verstehen“, erwidert Herr Seewald.

Er dreht und wendet sich, anstatt endlich zur Sache zu kommen. Deshalb lehnt sich Düse mit den Worten: „Ich bin ganz Ohr!“, in seinem Schreibtischsessel ganz gemütlich zurück. Diese Geste soll Vertrauen schaffen, hat er mal gesagt. Und es scheint sogar zu funktionieren, denn Herr Seewald entspannt sich tatsächlich und erzählt weiter.

„Seit einigen Jahren habe ich einen Kompagnon, Claus Schuster. Mit ihm verstand ich mich anfänglich sehr gut. Eine Zeitlang dachte ich sogar darüber nach, ihn eventuell zu meinem Nachfolger zu machen, weil meine Ehe leider kinderlos geblieben ist. Ich möchte mich langsam aus der Firma zurückziehen und mit meiner Frau einiges nachholen, was wir in den letzten Jahren versäumt haben. Schließlich ist Geld nicht alles. Unsere Frauen mochten sich ebenfalls, deshalb trafen wir uns gelegentlich auch privat. Leider gab es dann vor einiger Zeit eine kurze Affäre zwischen seiner Frau und mir. Nichts wirklich Ernstes, ich liebe meine Frau, auch wenn es mir schwerfällt den verlockenden Kurven anderer...



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